Fächerwahl nachträglich revidieren?

  • Das ist mir auch klar. Nur haben die Schüler einen anderen Eindruck vom jeweiligen Studium. Deutsch assoziiert man mit Bücher lesen, Englisch nicht. Und wird deswegen weniger gewählt. So erkläre ich mir, dass in BY in Deutsch ein Mangel an Lehrkräften besteht, in Englisch aber nicht.

    Vielleicht ist das naiv, aber ich wusste vor dem Studium sehr genau, dass mich Shakespeare erwartet und Edgar Allan Poe usw. Ich war eigentlich davon ausgegangen, dass das aufgrund des Englischunterrichts der Oberstufe bei allen SuS, die das Studium beginnen, so ist... Das, was man weniger ist der Schule kennt, ist ja eher der linguistische Teil als Sprachpraxis, Landesgeschichte und vor allem Literatur.

  • Das, was man weniger ist der Schule kennt, ist ja eher der linguistische Teil [...]

    Ist das so? Also in Französisch machen wir in der Sek I schon sehr viel Phonetik, Syntax, Morphologie und sogar ein bisschen Semantik.

  • Also erstmal danke für die ganzen Beiträge, ehrlich!


    Insgesamt lese ich heraus, die Mehrheit empfiehlt, die Fächer zu behalten und lieber ein Drittfach auf L2 zu studieren, welches korrekturärmer ist - den möglichen Einsatz an einer Oberstufe trotz ggf. Widerwillen sollte ich einfach in Kauf nehmen?

    Die Beiträge bezüglich "an anderen Schulformen hast du andere Probleme" finde ich nicht so valide. Probleme hat man immer, Vor- und Nachteile gibt es auch immer. Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

  • chilipaprika : Ich gehe jetzt nicht in die Klasse rein und sage "Wir machen heute Syntax.". Die Schüler (m/w/d) lernen aber durchaus die Bezeichnungen und Funktionen der einzelnen grammatischen Phänomene.

  • chilipaprika : Ich gehe jetzt nicht in die Klasse rein und sage "Wir machen heute Syntax.". Die Schüler (m/w/d) lernen aber durchaus die Bezeichnungen und Funktionen der einzelnen grammatischen Phänomene.

    genauso in Englisch und zum Teil in Deutsch.
    Es ist aber meilenweit von einem Linguistik(teil-)studium entfernt.

  • Also erstmal danke für die ganzen Beiträge, ehrlich!


    Insgesamt lese ich heraus, die Mehrheit empfiehlt, die Fächer zu behalten und lieber ein Drittfach auf L2 zu studieren, welches korrekturärmer ist - den möglichen Einsatz an einer Oberstufe trotz ggf. Widerwillen sollte ich einfach in Kauf nehmen?

    Die Beiträge bezüglich "an anderen Schulformen hast du andere Probleme" finde ich nicht so valide. Probleme hat man immer, Vor- und Nachteile gibt es auch immer. Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

    1. Geht es in Hessen, das Drittfach in einem anderen Lehramt zu machen?
    2. Ich glaube, mindestens einige haben dir geraten, deine L3-Fächer in L2 anerkennen zu lassen und dort den Abschluss L2-Deutsch/Geschichte zu haben und zu erweitern, statt blind mit zwei neuen Fächern zu beginnen.


      Und ich rede sicher für einige Gym/Ges-KuK: Tu uns ein Gefallen und geh an eine Sek1 (Sorry, Sek1-KuK...), wenn deine Haltung ist "ggf. Widerwillen" oder "Oberstufe in Kauf nehmen". Ich meine, ich wäre happy. Nimm mir ruhig alle Klassen der unteren Sek1 und lass mir Platz in der Oberstufe. Aber Nein. Man ist bereit alles zu machen und pickt sich nicht die Rosinen raus, wenn man eh schon weiß, dass es nichts für einen ist.
      Und in der Sek1 am Gym (und zum Teil Ges) bereitest du gezielt auf die Oberstufe. Jemand, der auf seine Freizeit bedacht ist und diese durch Korrekturen gefährdet sieht und dann auf die Idee kommt, kreativ zu korrigieren, kann ich als Kollegen nicht wirklich gebrauchen. [Ja, die Sek1-KuK werden sich auch nicht freuen]

      Ob der "Sweetspot" mit Mathe/Sport in der Sek1 ist, mag ich nicht beurteilen (für mich sicher nicht), ob das Leben ohne Oberstufenkorrekturen "entspannter" ist, weiß ich auch nicht ... ICH korrigiere lieber einen Oberstufensatz als einen Sek1-Satz INKLUSIVE der pädagogischen Arbeit daneben...

      MACH EIN PRAKTIKUM an einer Sek1.
      Ich glaube, du hast da komplett falsche Bilder im Kopf.
      Vielleicht landest du am Ende in der Sek1, vielleicht bleibst du in der Sek2, vielleicht wirst du Journalist oder Pressemensch in einer NGO.
      Wenn es um ein 9-to-5-entspanntes Leben geht: Generell ist die Schule der falsche Ort.
  • Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

    Der Sweetspot sind intakte Nerven. Ich würde liebend gerne wieder 100% Oberstufe inklusiver aller Korrekturen und teils mäßig motivierter Schüler zurücknehmen, wenn ich dafür die ganzen Problemfälle mit gestörtem Sozialverhalten, Lernschwierigkeiten, Inklusion etc. abgeben könnte, die man im Unterbau überproportional häufig antrifft. Ich bin wahrlich kein Fan ausgeprägter Korrekturorgien, aber die kosten letztlich nur Zeit, keine Kraft. Und wie schon angemerkt sollte man auch nicht unterschätzen, wie viel Zeit an anderen Schulformen in pädagogisches Arbeiten fließt.

    Grundsätzlich halte ich den Ansatz, sich pragmatisch zu überlegen, welche Fächer im Berufsleben welchen Arbeitsaufwand bedeuten, aber nicht für verkehrt. Man darf nur nicht in die Falle tappen, die vermeintlich "weniger arbeitsreichen" Fächer und Jahrgangsstufen rosarot zu überzeichnen.


    @Thema Deutsch/Englisch

    Die Vorstellung, im Englischstudium weniger lesen zu müssen, finde ich gerade auch sehr strange. Ich hatte einzelne Seminare, für die 5-8 Bücher gelesen werden mussten. Was ich allerdings jetzt mehrfach von Praktikanten gehört habe, ist dass sie Englisch statt Deutsch gewählt haben, weil sie keine Lust haben, am Ende ggf. viel Sprachförderung und DaZ machen zu müssen.

  • Die Beiträge bezüglich "an anderen Schulformen hast du andere Probleme" finde ich nicht so valide. Probleme hat man immer, Vor- und Nachteile gibt es auch immer. Mir geht es darum, den Sweetspot zu finden, um ein bestmögliches langfristiges Berufsleben haben zu dürfen - und ich glaube, ein "entspannterer" Job mit weniger Korrekturaufwand in der Freizeit kann da definitiv besser sein, als den Stress, den sich m.E. Lehrkräfte an Oberstufen mit meinen Fächern machen.

    Der Hauptstress für die allermeisten (vermutlich sogar für alle, ich kenne keine Ausnahme) KollegINNen ist das Verhalten der SuS und ihrer Eltern nicht die Korrekturen. Und dies ist mindestens so zeitaufwändig wie die Korrekturen der Oberstufe, ich habe bewusst vor über 25 Jahren von einer Gesamtschule (und fast nur Sek. I) auf ein Gymnasium mit mehrheitlich Sek. II für mich gewechselt und nie bereut.

    Mache ein richtiges Praktikum (nicht nur ein paar Stunden) am gewünschten Schultyp.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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