Unterricht im Container

  • Hallo liebe Forumsmitglieder,


    ich bin normalerweise ein stiller Mitleser hier, doch jetzt interessiert mich eure Erfahrung.


    Und zwar werde ich bald in Containern unterrichten (also das Gebäude wurde aus Containern gebaut). Soweit ist das für mich okay, trotzdem habe ich ein paar Bedenken wegen der Dämmung (Kälte/Hitze), der Akkustik, der Technik, usw. Bisher habe ich keinerlei Erfahrung mit Unterricht in Containern gesammelt.


    Hat einer von euch Erfahrungen mit dem Unterricht in Containern? Ist das wie in einem normalen/durchschnittlichen Klassenraum?
    Ich will mich einfach so ein bisschen mental darauf vorbereiten :)

  • Bei den Containern die ich kenne sieht man nur von Außen, dass es Container sind. Drinnen ist es ein normaler Klassenraum, der sich vom Rest der Schule nur durch fehlende Stuckleisten unterscheidet.

  • Kann die Aussage von @Nachgedacht bestätigen. Hatte selber als Schülerin Unterricht im Container. War kein Unterschied von Innen.
    Wenn man mal auf großen Baustellen in so Containern war, die als Büro dienen, merkt man auch wie gut die von Innen ausgestattet sind. Und oft eben auch technisch neuer, wenn sie dafür angelegt worden sind.

  • Es kommt drauf in welcher Preislage der Container für die Notunterkunft liegt. Ich habe auch schon mal zwei Halbjahre containert, das waren billige Dinger mit schlechter Akkustik, bei denen man im sich im Sommer wie ein Brie in der Sonne gefühlt hat.

  • Die Containerlösung meiner Grundschule, die ich zur 8. Klasse dann noch persönlich nutzen durfte stehen heute immer noch und werden genutzt. So schlecht kann es darin also gar nicht sein und es war auch nicht wärmer oder kälter als in anderen Räumen mit ungünstiger Lage.

  • Es kommt drauf in welcher Preislage der Container für die Notunterkunft liegt. Ich habe auch schon mal zwei Halbjahre containert, das waren billige Dinger mit schlechter Akkustik, bei denen man im sich im Sommer wie ein Brie in der Sonne gefühlt hat.

    In solchen Containern habe ich in einem meiner Praktika im Studium unterrichtet. Die waren im Winter konstant zu kalt, ab dem Frühsommer eine Sauna mit unerträglichen Luftverhältnissen bei gleichzeitig sehr anstrengender Akkustik. Allerdings war das kein Gebäudebau in Containerbauweise, sondern reine Container als provisorische Klassenräume in einer Bauphase. Wenn ihr einen Gebäudebau aus Containern habt, sollte dort (hoffentlich) besser gedämmt worden sein. (Wobei unser Neubau auch ganz ohne Containerbauweise von Mai-September durchgehend Klassenzimmersaunen anbietet, während im Winter verschiedene Zugänge gesperrt werden müssen, wegen der Rutschgefahr (Böden in manchen Eingangsbereichen nur im Hinblick auf trockene, warme Temperaturen optimiert.).)

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace


  • Hallo Cogito,


    kommt ganz stark auf die Qualität der Container an. Es gibt welche, die würde ich sofort einem alten, muffigen Nachkriegsklassenzimmer vorziehen. Meist gut isoliert gegen Kälte wie Wärme, gute Lüftungsmöglichkeiten und ein ansprechendes Interieur (z.B. Holzverkleidung etc.) sowie technisch erstklassig ausgerüstet. Genauso gibt es welche, die für alle Beteiligten eine große Zumutung darstellen und gar keinen Spaß machen.


    Kommt wohl auf den Schulträger an, wie der drauf ist und ob der den Durchblick hat, worauf es ankommt - im (Schul)Leben.


    der Buntflieger

  • Als Schüler waren wir auch ein Jahr im Comtainer untergebracht. War ganz okay, allerdings stank es morgens und im Winter oft nach Plastik, was durch Lüften aber beseitigt werden konnte.

  • Schließe mich den anderen an. Ich hatte an verschiedenen Schulen schon Container. Manche waren echt gut ausgestattet und besser als manche Klassenzimmer, manche einfach nur schrecklich.



    Ich will mich einfach so ein bisschen mental darauf vorbereiten :)

    Stelle dich auf das Schlimmste ein und werde (hoffentlich) positiv überrascht.

  • Wir hatten auch gute Container, da waren die Klassenräume größer als die im 80er-Jahre-Hauptgebäude, auch Schall und Temperaturen waren nicht schlechter, tendenziell eher besser (Schalldämmung). Das einzige, was über Jahre für Kolleginnen ein großes Problem war, war der Fluchtweg. Da musste man aus der unteren Etage (ebenerdig) aus dem Fenster über eine Trittleiter. Das musste stundenlang diskutiert werden und dann musste diskutiert werden, ob man das einmal üben muss und dann musste diskutiert werden, ob die Trittleiter die Normgrößen für die Schritte der Kinder und Lehrerinnen erfüllt und so weiter. Manchmal fällt es mir schwer, die Gesichtszüge zu wahren.
    Ich drücke die Daumen für einen anständigen Containerbau!

  • Hallo,


    vielen Dank für eure Antworten und Erfahrungen. Diese decken sich mit dem, was ich mir dachte: Es kann so oder so sein. Ich freue mich, dass einige recht gute Erfahrungen haben und ein Container genauso gut wie ein normaler Klassenraum sein kann :) Ich hoffe auf das Beste.



    [...]



    Stelle dich auf das Schlimmste ein und werde (hoffentlich) positiv überrascht.


    Das werde ich definitiv machen!

  • Ich wurde selber als Schüler im Container unterrichtet... im Sommer zu heiß und im Winter erst recht (da lief nämlich die Heizung auf Höchstleistung im Dauerbetrieb).


    Naja, unter dem Aspekt "Klimaschutz" und CO2-Steuer wird einem der Schulträger sicherlich das Dauerheizen im Winter nicht mehr zumuten und dicke Pullis empfehlen, so zwei oder drei Stück übereinander...


    Gruß !

  • Mikael, ich bin ja wirklich ein großer Fan deiner Beiträge, aber man sollte bedenken, dass moderne Container nicht deinen Erfahrungen als Schüler entsprechen. Ich bin momentan auch in Containern und es ist ja bereits frisch. Drinnen ist es eher ZU gut geheizt.

  • Als schülerin hatte ich jahrelang im container unterricht und es war grauenhaft. Im Winter wurden wir regelmäßig nach Hause geschickt, weil es selbst mit Jacke kaum auszuhalten war. Und im sommerferien wurde man dafür gebraten. Das einatmen der Plastikausdünstungen hat regelmäßig für Kopfschmerzen oder wenigstens für ekel gesorgt. Ich möchte in sowas nicht wieder rein. Aber bestimmt gibt es auch brauchbarere container als unsere damaligen.

  • Da es auch auf mich zukommt, würde ich gerne die Ausgangsfrage ergänzen:
    Wie sind die Fachräume (Physik, Chemie, Werken) in den Containern? Hat jemand damit Erfahrungen?

    Diese Frage interessiert mich ebenfalls, weil ich solche Fachräume auch nutzen müssen werde. Weiterhin vielen Dank für die Antworten und Erfahrungen! Aktuell gehe ich davon aus, dass die Container relativ modern sein werden. Genaueres erfahre ich in ein paar Wochen.

  • Da es auch auf mich zukommt, würde ich gerne die Ausgangsfrage ergänzen:
    Wie sind die Fachräume (Physik, Chemie, Werken) in den Containern? Hat jemand damit Erfahrungen?

    In unserem Container gab es einen modern eingerichteten NaWi-Raum mit Brennern und entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen. Ich war nie drin, aber die NaWi-Lehrerinnen waren zufrieden, weil der Raum besser ausgestattet war als der im Hauptgebäude.

  • zwei meiner Kinder hatten immer mal ein Jahr Unterricht im Container, und das war ein angenehmerer Raum als das alte Schulgebäude, zu dessen Sanierung der Container aufgestellt worden war:


    hell, freundlich, sauber, zweckmäßig, groß genug. Warm, im Sommer nicht zu heiß, mit viel Platz an den Wänden. Ganz normaler Unterricht fand dort statt


    Und was hatten die Eltern im Vorfeld für Bedenken gehabt :autsch:

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