Wir Lehrer verdienen immer viel weniger als in vergleichbaren anderen Berufen ...

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    • Ich würde niemals reduzieren, um dann letztendlich noch mehr unbezahlte Arbeit zu leisten. Wenn die Zusatzaufgaben zu viel Zeit beanspruchen, besteht der Unterricht eben nur noch aus dem Durcharbeiten des Schulbuches - da brauche ich keine Vorbereitung reinstecken, sondern nur ggf. an Ort und Stelle parallel die Handreichung aufschlagen. Und wenn zu viel Zeit für Inklusion draufgeht, muss eben am Rest gespart werden. Ich bin da ziemlich past the point of caring... ich rette dieses System nicht und wenn es so gewollt ist, ist es eben so..
    • Ich kann sehr wohl die Frequenz von Sitzungen und deren Länge beeinflussen, ohne dass ich meine Pflichtaufgaben verletze. Wenn ich eine Bildungsgangkonferenz mache, habe ich vorher das Protokoll fertig = ich weiß genau, was da zu besprechen ist. Am Ende ergänze ich Absprachen / Abstimmungen und fertig. Diskutiert wird bei mir moderiert und zielgerichtet. Und dann ist das ganze in einer annehmbaren Zeit fertig, ohne viel Gequatsche.

      Ich kann also Länge und Inhalt als durchführende Konferenzleiterin beeinflussen. Und das mache ich auch. Und meine Kollegen schätzen diese kurzen und effektiven und zudem seltenen (!) Konferenzen. I.d.R. mache ich nur eine pro Jahr, alles andere sind kurze Teamsitzungen (10 Min max!), die ich immer mit 2 Sätzen protokolliere. Auf dem Papier sieht das sehr viel aus, in der Praxis ist es genau das, was wir maximal benötigen, um als Team miteinander zu arbeiten.

      Das gleiche gilt für Gesamt / Bereichskonferenzen.

      Ich habe mich auch mal schlichtweg geweigert, als uns 5 Bildungsgangkonferenzen pro Jahr als Pflicht aufgedrückt werden sollten. Die Notwendigkeit war nicht da, also mache ich das auch nicht. Und das meine ich mit: Zusatzaufgaben minimieren im Rahmen meiner Pflicht. Geht alles. Muss man nur machen.

      Kann ich mein Deputat nicht erfüllen, weil ständig jemand meint mich zu unsinnigen Konferenzen einzuladen: Reduziere ich eben an anderer Stelle. Aber nicht an meinem Gehalt. Niemals nie.
    • Sissymaus schrieb:

      Ich kann sehr wohl die Frequenz von Sitzungen und deren Länge beeinflussen, ohne dass ich meine Pflichtaufgaben verletze. Wenn ich eine Bildungsgangkonferenz mache, habe ich vorher das Protokoll fertig = ich weiß genau, was da zu besprechen ist. Am Ende ergänze ich Absprachen / Abstimmungen und fertig. Diskutiert wird bei mir moderiert und zielgerichtet. Und dann ist das ganze in einer annehmbaren Zeit fertig, ohne viel Gequatsche.

      Ich kann also Länge und Inhalt als durchführende Konferenzleiterin beeinflussen. Und das mache ich auch. Und meine Kollegen schätzen diese kurzen und effektiven und zudem seltenen (!) Konferenzen. I.d.R. mache ich nur eine pro Jahr, alles andere sind kurze Teamsitzungen (10 Min max!), die ich immer mit 2 Sätzen protokolliere. Auf dem Papier sieht das sehr viel aus, in der Praxis ist es genau das, was wir maximal benötigen, um als Team miteinander zu arbeiten.

      Das gleiche gilt für Gesamt / Bereichskonferenzen.

      Ich habe mich auch mal schlichtweg geweigert, als uns 5 Bildungsgangkonferenzen pro Jahr als Pflicht aufgedrückt werden sollten. Die Notwendigkeit war nicht da, also mache ich das auch nicht. Und das meine ich mit: Zusatzaufgaben minimieren im Rahmen meiner Pflicht. Geht alles. Muss man nur machen.

      Kann ich mein Deputat nicht erfüllen, weil ständig jemand meint mich zu unsinnigen Konferenzen einzuladen: Reduziere ich eben an anderer Stelle. Aber nicht an meinem Gehalt. Niemals nie.
      Das spricht mir aus der Seele. Genau das meine ich, wenn ich hier immer wieder von eigenverantwortlichem Umgang mit Arbeitszeit bei uns Lehrkräften rede, ohne Pflichtaufgaben zu ignorieren. Und genau an der Stelle kann man durch gute Vorbereitung und Selbstdisziplin im Kollegium so wirklich viel Arbeitszeit einsparen.
    • Maylin85 schrieb:

      Ich würde niemals reduzieren, um dann letztendlich noch mehr unbezahlte Arbeit zu leisten. Wenn die Zusatzaufgaben zu viel Zeit beanspruchen, besteht der Unterricht eben nur noch aus dem Durcharbeiten des Schulbuches - da brauche ich keine Vorbereitung reinstecken, sondern nur ggf. an Ort und Stelle parallel die Handreichung aufschlagen. Und wenn zu viel Zeit für Inklusion draufgeht, muss eben am Rest gespart werden. Ich bin da ziemlich past the point of caring... ich rette dieses System nicht und wenn es so gewollt ist, ist es eben so..
      So habe ich es nicht gemeint. Aber ich verstehe, dass es missverständlich rüberkam.
      Ich arbeite mit Teilzeit natürlich weniger als meine Vollzeitkollegen arbeiten. Aber das muss man sich auch immer wieder in Erinnerung rufen, bzw man muss diszipliniert sein, um nicht am Ende überproportional viele Überstunden zu machen.

      Zum Beispiel Inklusion und Brennpunkt, das sind zeitintensive und auch kräftezehrende Faktoren, die ich in Vollzeit (was dann natürlich NOCH mehr Stunden Arbeit bedeuten würde) zusätzlich zu meiner Familie mit Kindern, die mich brauchen und für die ich auch mal nachmittags da sein möchte, nicht so gut schaffen würde.

      Das ist eine Kombination aus den Arbeitsbedingungen und meiner persönlichen Lebenssituation, die für mich derzeit Teilzeit sinnvoll macht.
      Denn wie Caro sagte, man muss mehr machen als früher. Ist so. Es kommt immer noch dies und das hinzu.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kathie ()

    • Sissymaus schrieb:

      Ich kann sehr wohl die Frequenz von Sitzungen und deren Länge beeinflussen, ohne dass ich meine Pflichtaufgaben verletze. Wenn ich eine Bildungsgangkonferenz mache, habe ich vorher das Protokoll fertig = ich weiß genau, was da zu besprechen ist. Am Ende ergänze ich Absprachen / Abstimmungen und fertig. Diskutiert wird bei mir moderiert und zielgerichtet. Und dann ist das ganze in einer annehmbaren Zeit fertig, ohne viel Gequatsche.
      Deswegen wünsche ich mir nur den Einsatz in Bereichen, bei denen die Bereichs- und Bildungsgangleitung genau so arbeitet. Wir haben nämlich auch einen Kollegen, der gerne Konferenzen mit allen in seinem Bildungsgang unterrichtenden Kollegen abhält die ewig dauern und wenig bringen. Da unterrichte ich zum Glück seit 3 Jahren nicht mehr.
      (Bildungsgangkonferenzen finden bei uns auch nur durch Repräsentanten der Fächer statt, she hilfreich. In den meisten BG ist das 1-2 Mal pro Jahr.)
      Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.
    • Sissymaus schrieb:

      Und das meine ich mit: Zusatzaufgaben minimieren im Rahmen meiner Pflicht. Geht alles. Muss man nur machen.
      Volle Zustimmung. Und dazu gehört auch, dass man sich die Zeit nimmt, sich selbst ins Dienstrecht einzulesen, um herauszufinden, was denn nun WIRKLICH verpflichtend ist, und was von Schulleitern oder anderen Entscheidungsträgern nur so genannt wird. Wenn hier von "verpflichtenden Teamsitzungen" die Rede ist, wäre das wohl das erste, was ich nachlesen würde.
    • yestoerty schrieb:

      Sissymaus schrieb:

      Ich kann sehr wohl die Frequenz von Sitzungen und deren Länge beeinflussen, ohne dass ich meine Pflichtaufgaben verletze. Wenn ich eine Bildungsgangkonferenz mache, habe ich vorher das Protokoll fertig = ich weiß genau, was da zu besprechen ist. Am Ende ergänze ich Absprachen / Abstimmungen und fertig. Diskutiert wird bei mir moderiert und zielgerichtet. Und dann ist das ganze in einer annehmbaren Zeit fertig, ohne viel Gequatsche.
      Deswegen wünsche ich mir nur den Einsatz in Bereichen, bei denen die Bereichs- und Bildungsgangleitung genau so arbeitet. Wir haben nämlich auch einen Kollegen, der gerne Konferenzen mit allen in seinem Bildungsgang unterrichtenden Kollegen abhält die ewig dauern und wenig bringen. Da unterrichte ich zum Glück seit 3 Jahren nicht mehr. (Bildungsgangkonferenzen finden bei uns auch nur durch Repräsentanten der Fächer statt, she hilfreich. In den meisten BG ist das 1-2 Mal pro Jahr.)
      ich stelle auch fest, dass sich viele in meinen Bereich „wünschen“, weil die diese Arbeitsweise schätzen. Geht natürlich nur begrenzt.
    • Einkommen... Sowohl meine Frau als auch ich kommen aus kleinbürgerlich bescheidenen Verhältnissen. Irgendwelches Vermögen werden wir nicht erben. An Bezügen erhalten wir in einem schäbbigen Viertel in einer Ruhrgebietsgroßstadt A16+A13, Alterstufe 10. Ich empfinde mein Leben als durchaus wohlhabend. Immer, wenn bei einer Umfrage nach dem Haushaltseinkommen gefragt wird, sind wir in der obersten Gruppierung. Vorgestern ist mein Macbook kaputt gegangen und ich bin mit einem Schulterzucken zum Saturn gegangen und habe ohne weiteres Nachdenken mit einer Finanzierung ein neues gekauft. Wir sind in der Lage, ein Segelboot am Ijsselmeer liegen zu haben und Eigentumswohnung vollfinanziert in 15 Jahren abzubezahlen.

      Ich sähe keinerlei Anlass, mich in irgendeiner Weise als "schlecht bezahlt" zu inszenieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Meerschwein Nele ()

    • Das liegt vlt. auch an euren günstigen Lebensunterhaltskosten. Mit einem EFH im Speckgürtel und zwei Kindern, die Frau dadurch bedingt vlt. sogar "nur" in Teilzeit, sähe die Situation sicherlich noch einmal anders aus; was nicht heißt, dass man in ärmlichen Verhältnissen leben würde.
      I am vulnerable, I am raw;
      I am human, I have flaws.
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Das liegt vlt. auch an euren günstigen Lebensunterhaltskosten. Mit einem EFH im Speckgürtel und zwei Kindern, die Frau dadurch bedingt vlt. sogar "nur" in Teilzeit, sähe die Situation sicherlich noch einmal anders aus; was nicht heißt, dass man in ärmlichen Verhältnissen leben würde.
      Mensch Lehramtsstudent, es ist doch aber klar, dass individuelle Unterschiede bei Lebenshaltungskosten (sei es bedingt durch äußerliche Umstände oder infolge persönlicher Präferenzen) Auswirkungen haben. Ändert aber überhaupts nichts daran, dass man in allen Bundesländer mit A13+ A16, Erfahrungsstufe 10 sehr sehr sehr gut dasteht als Familie und das auch dann noch, wenn man sich am Ende dieses Einkommen mit der pflegebedürftigen Oma und den 5 Kindern teilt (für erstere kann man nichts, letztere sind private Lebenseintscheidungen und damit Teil persönlicher Präferenzen).

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von CDL ()

    • Ist doch klar, dass du dich mit A16 und A13 nicht als schlecht bezahlt darstellst, das wäre ja wohl auch ein Witz.

      Mit A12 und A9 mit Kindern in München - ja, da geht es uns schon gut, aber wir könnten uns nicht einfach so ein neues Macbook leisten, und würden uns sehr gut überlegen, ob wir eins finanzieren wollen oder uns diese Ausgabe sparen.

      Das macht es so schwierig, hier zu diskutieren. Die einen nehmen ihr A16 Gehalt als Maßstab, und sagen, wir Lehrer verdienen total super; die anderen ihr A12, und sagen, da wäre evtl noch Raum nach oben.
      Aber ich betone nochmal, ich bin ganz zufrieden und möchte nicht klagen, uns geht’s verglichen mit vielen tatsächlich sehr gut.
      Und wir haben große Sicherheit im Job, ein Riesenvorteil!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Kathie ()

    • Öhm, wo ist jetzt das Problem seine Arbeit und Familie im Einklang zu halten?
      • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
      • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
      • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
    • Lehramtsstudent schrieb:

      Das liegt vlt. auch an euren günstigen Lebensunterhaltskosten.
      Daran liegt es aber doch letztlich immer.

      Manche wollen ein großes Haus und 3 Urlaube im Jahr mit Luxushotel.
      Andere verzichten aufs Auto und sind lieber in Deutschland auf Campingplätzen unterwegs.

      Das Empfinden ist also natürlich unterschiedlich, aber auch selbst gewählt.
      Ich darf ja nicht Kinder bekommen und mich dann beschweren, dass ich für diese auch Geld ausgeben muss.
    • Hannelotti schrieb:

      Buntflieger schrieb:

      In der "freien Wirtschaft" arbeiten zahlreiche Bekannte/Verwandte von mir. Deren Verdienst liegt natürlich deutlich oberhalb dessen, was der gemeine A13-Lehrer mit nach Hause bringt. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die Arbeitsbelastung tatsächlich höher ist.
      Ohne jetzt wieder ein "Lehrer-verdienen zu wenig/zu viel"- Fass aufmachen zu wollen, aber die Frage stelle ich mir hier ständig beim Lesen:Was zum Kuckuck kennt ihr hier alle für Leute? Ich kenne niemanden, ja NIEMANDEN, der auch nur ansatzweise so viel wie ich verdient. Ich liege mit meinen A13 grundsätzlich mindestend 1000€ Netto drüber. Das meine ich genau so, wie ich es sage: In meinem Freundes-/Verwandten-/Bekanntenkreis ist mir bisher noch keiner begegnet. In welchen kreisen verkehrt der gemeine Pädagoge? :gruebel: Oder verkehre ich in den "falschen" Kreisen? :flieh:

      Danke. Ich wollte gerade schreiben, dass ich es immer wieder toll finde wenn Menschen etwas ohne Verzerrung und mit Reflexion betrachten. Dann fiel mir auf, dass ich die gleiche Ansicht vielleicht einfach nur teile und der Heimatmarktneigung verfalle, ich stoße quasi ins gleiche Horn.

      Ich habe mehrere Jahre in der Wirtschaft in verschiedenen Positionen, in verschiedenen Branchen und verschiedenen Tätigkeiten gearbeitet. Ich behaupte, dass ich ein gutes Bild über die Wirtschaft besitze.

      Es ist echt mühselig wenn nicht sogar traurig, dass man mit einem Netto Einstiegsgehalt von 2.900€ (ja, eine pauschale Aussage) bei A13, auf einer Planstelle meckern kann. Das kann nicht sein. Ehrlich gesagt liegt mir dieses Thema am Herzen, nicht weil ich so vergleichsgeil bin, es geht mir viel mehr darum da in mir sich teilweise ein peinlich aufkommendes Gefühl erschleicht wenn man mit einem Nettogehalt des oben genannten einen Thread mit der Beklagung "viel weniger Geld im Vergleich zu" eröffnet. Das ist global betrachtet fast schon verachtlich.

      Jetzt betrachten wir doch Mal die Fragestellungen wie viele von Ihnen/Euch haben jemals in der freien Wirtschaft gearbeitet? Wie viele können wirklich behaupten, dass Ihr/Euer Gehalt vergleichsmäßig wenig ist?

      Statisik:

      de.statista.com/themen/83/einkommen/

      Wenn statista kein valides Bild darstellt so freue ich mich auf Gegenvorschläge.
      Hier soll sich bitte jeder selbst ein Bild dazu machen. Jeder von Ihnen/ Euch weiß dazu, dass Ihr/ Euer Bruttogehalt nicht pari eines Bruttogehalts eines Angestellten ist.

      Nach meiner Ausbildung zum Industriekaufmann mit 21 Jahren habe ich ca. 2.100€ brutto mtl. erhalten. Das wären ungefähr 1.400€ netto! Hier muss dazu gesagt werden, dass ich direkt die Firma gewechselt habe. Es gibt auch ausgebildete Fachkräfte die im gleichen Betrieb für weniger arbeiten dürfen. Das sind bei mir mit Weihnachtsgeld vielleicht 26.000€ brutto p.a gewesen.

      Nach dem Studium mit 27 und 2 Jahren Berufserfahrung war ich dann bei 45.000€ Zielgehalt, 50.000€ Maximalgehalt p.a. Das waren monatlich ca. 2150€ + Firmenwagen (bitte bei der Nachberechnung beachten). Dafür durfte ich die Komfortzone verlassen und in einer Großstadt Erfahrungen sammeln, um es Mal positiv zu benennen. Das Unternehmen ist dabei sehr renomiert und die Position eine sogenannte Nachwuchsführungsposition mit direkter Budgetverantwortung gewesen. Danach waren es dann ca. 80.000€ (var+fix), was ca 3.300€ netto entsprach + Firmenwagen. Dafür hatte ich eine durchgehende Beschäftigung pro Tag von ca. 10 Stunden in einer wieder fremden Stadt, weit ab von Familie und Freunden. Ich muss keine weiteren Rahmenbedingungen wie Miete etc. nennen, weil diese natürlich auch auf Sie/Euch zurückfällt. Als Trainee hatte ich übrigens nicht selten Tage von 8:00 - 20:00 Uhr und Extreme bis 23 Uhr was aber auch dem Anfang und meiner Umstrukturierung unter anderem geschuldet war wie halt in einem Refendariat

      Solche Trainee Stellen sind aber nicht die Regel und eine Führungsposition auch für einen master Absolventen nicht immer sofort zugängig. Oftmals waltet auch einfach Betriebspolitik über einen und vor allem Sympathie. Gerade in der Wirtschaft sind Blender und kompetive Mitmenschen keine Seltenheit (diese kann man auch gut mit den Helikopter Eltern vergleichen).

      Der begehrte Vergleich zu extremen Gehältern der Wirtschaft wird ja hier auch oft sehr gerne genommen. Die tollen DAX Konzerne. Ja, es stimmt ich kenne Leute mit einem Anfangsgehalt von 60.000€ brutto all in. Das KANN dann durchaus bis zu 100.000€ brutto all in im Schnitt ansteigen. All in, hier sei zu berücksichtigen Gewinnbeteiligung, var. monatliche Anteile, jährliche Boni, Altersvorsorge, Aktienpakete etc. das ist nicht alles cash.

      Wir haben momentan 45 Mio Erwerbstätige wovon ca. 1.3 Mio aus allen Berufszweigen in einem DAX arbeiten egal ob Kaufmann oder Bandarbeiter (Quelle statista, Zahlen aus 2009). Das sind ~3% aller Erwerbstätigen. Ich überlasse es Ihnen/Euch in wie weit man sich zu den 3% vergleichen möchte. Die Gehälter von oben bekommen dabei natürlich NICHT alle. Wir unterhalten uns hier also über eine "Randgruppe".

      Es ist jetzt nichtig damit anzufangen Workload, Urlaub, Stress, Ausbildung mit einzubeziehen. Glauben Sie mir das geht nicht unbedingt besser für Sie/Euch aus.

      Dennoch möchte ich noch folgende offenen Fragen in den Raum werfen womit sich Leute aus der Wirtschaft schon früh umherschlagen dürfen.

      Wer von Ihnen musste sich mit dem Begriff Target Uni umher schlagen?
      Bei wen von Ihnen wurde noch bei der ersten Einstellung auf die Abi Note geachtet um nicht aus dem Muster zu fallen? Vielleicht sagt ihnen eine Tripple A Bewertung etwas.
      Wer musste ( beachte, eigentlich ist es ja nett) ein Studium im Ausland belegen welches nicht einem Erasmus Partysemester gleicht?
      Wer von Ihnen musste sich bei einer 2,3 Gedanken machen ob die Klausur nicht lieber gestrichen werden sollte?
      Wer von Ihnen musste auch Mal alles zurücklassen um an das nächste Ziel bzgl. der Stelle zu kommen?

      Viele, nicht unbedingt alle diese Fragen so behaupte ich, werden von Leuten mit den außerordentlich Gehältern aus der Wirtschaft positiv beantwortet.

      Achja, dass aus wirtschaftlichen Gründen diese Positionen immer mehr wegfallen oder gekürzt werden ist wahrscheinlich jedem bewusst. Siehe Bayer, siehe Deutsche Bank, siehe Continental...

      Personalkosten sind einer der größten Kostenfaktoren eines Unternehmens nach der Maxime der Gewinnmaximierung kann man sich ausmalen wie ungerne diese Gehälter gezahlt werden. Da dürfen Leuten den Arbeitgeberverbänden danken.

      Sie alle machen einen warnsinig wichtigen Beruf den Sie für sich gewählt haben. Vielen von Ihnen war das Gehalt als Student vielleicht nichtmal bekannt. Sie hatten einfach Bock auf das Fach. Ich hoffe Ihnen ist trotz großem Stress bewusst, dass sie in ihrem erweiterten Umfeld einfach gut bezahlt werden. Der Vergleich schmälert zudem oftmals den eigentlichen Ist Zustand. Geht es Ihnen schlecht?

      Zum Abschluss: Meine Freundin war ebenfalls in der Wirtschaft tätig, sie hat dann den Ausstieg gewagt und ist jetzt überglückliche Kindergärtnerin. Sie wissen vermutlich wie viel Kindergärtner/ Erzieher verdienen. Auch bei ihr gibt es Elternabende, schwierige Kinder die natürlich Eltern haben, Rechtfertigungen etc. Das Kindergärtner schon am Anfang ca. 1000€ netto weniger haben, hier sagt kaum einer etwas? Nehmen Sie jetzt die Ausbildungszeit zur Seite dann kann man natürlich auch hinterfragen ob 3 1/2 Jahre mehr Ausbildung diese Differenz rechtfertigen.

      Das Thema menschelt sehr und es ist beruhigend zu sehen, dass es auch bei den oftmals so rational erscheinenden Lehrern aufkommt.

      Sie alle sind mit ihren Planstellen priviligierte Menschen.