• L hat nur Angst vor Diskrimierung. Er wird einer Minderheit angehören.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Ich muss jetzt ein kurzes Offtopic loswerden.


    Wenn ich nämlich diesen Thread hier so überfliege, dann frage ich mich:

    Geht es hier noch ums Gendern oder schon ums Rechthaben?

    Und: Wieso setzt man sich empathisch für Minderheiten ein, hackt aber zugleich nicht immer fair auf Mitforisten rum?

  • Ich setze mich durchaus auch für Mehrheiten ein. Mich kannst du nicht meinen.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Ich denke nicht an ein Gesetz, sondern eher, dass jemand private oder berufliche Nachteile erhält, der nicht gendert (vgl. Cancel Culture).

    Du genderst doch nicht. Also befürchtest du private oder beruliche Nachteile.

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Welche Minderheit soll das sein? Ich habe ja vorab aufgezählt, bei welchen Bevölkerungsgruppen ich mir eine Befürwortung des Genders vorstellen könnte.

    Die Genderden sind nicht unbedingt die von (sprachlicher) Diskriminierung betroffenen. Also, die einen gendern, um die anderen zu schützen. Puh, jetzt wird‘s aber kompliziert.


    Mal abgesehen davon, dass es nicht so really wirklich relevant ist, was du dir ausdenkst, wer vielleicht gendert.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

  • Ich denke nicht an ein Gesetz, sondern eher, dass jemand private oder berufliche Nachteile erhält, der nicht gendert (vgl. Cancel Culture).


    Das ist bereits Realität: An der Uni Kassel kam es bereits zu Nachteilen für Studierende, die Arbeiten abgegeben haben, in denen nicht gegendert wurde:

    https://www.hna.de/kassel/kass…enten-noten-90477093.html

    Auch bei Bewerbungen kann ich mir gut vorstellen, dass es schon zu Benachteiligungen kam. Allerdings gibt es das auch in die andere Richtung, also, dass diejenigen, die gendern, Nachteile erfahren.


    Und: Wieso setzt man sich empathisch für Minderheiten ein, hackt aber zugleich nicht immer fair auf Mitforisten rum?

    Leider scheinen hier im Forum viele Diskussionen im Bashing zu enden. Das ist traurig.

  • Das ist bereits Realität: An der Uni Kassel kam es bereits zu Nachteilen für Studierende, die Arbeiten abgegeben haben, in denen nicht gegendert wurde:

    Ist doch logisch. Wissenschaftliches Arbeiten setzt eine vernünftige und eindeutige Ausdrucksweise voraus. Wenn jemand eine Umfrage durchführt und schreibt "60% der Lehrer geben an, dass...", dann wird nicht klar, ob Lehrer*innen oder Lehrer gemeint sind.

    Bildung ist die Fähigkeit, fast alles anhören zu können, ohne die Ruhe zu verlieren oder das Selbstvertrauen. (Robert Frost)

    Bildung kann einen sehr glücklich und gelassen machen. (Günther Jauch)

    Was nützt es dem Menschen, wenn er Lesen und Schreiben gelernt hat, aber das Denken anderen überlässt? (Ernst R. Hauschka)




  • Ist doch logisch. Wissenschaftliches Arbeiten setzt eine vernünftige und eindeutige Ausdrucksweise voraus. Wenn jemand eine Umfrage durchführt und schreibt "60% der Lehrer geben an, dass...", dann wird nicht klar, ob Lehrer*innen oder Lehrer gemeint sind.

    Wie man meinen bisherigen Beiträgen entnehmen kann, bin ich absolut für geschlechtergerechte Sprache und setze dies auch um.


    Zur Verwendung geschlechtergerechter Sprache zu ermuntern, diese anzuerkennen und dafür zu sensibilisieren, finde ich super! Dies mittels Notendruck zu erzwingen, während z.B.der Rat für deutsche Rechtschreibung aktuell von solchen Schreibformen abrät und das amtliche Regelwerk diese (noch) nicht vorsieht, halte ich für unangemessen.

    Am 26. März 2021 hat sich der Rat mit dem Gendersternchen befasst und „die Aufnahme von Asterisk (,Gender-Stern‘), Unterstrich (,Gender-Gap‘), Doppelpunkt oder anderen verkürzten Formen zur Kennzeichnung mehrgeschlechtlicher Bezeichnungen im Wortinnern in das Amtliche Regelwerk der deutschen Rechtschreibung zu diesem Zeitpunkt nicht empfohlen“. Der Rat erkennt an, „dass allen Menschen mit geschlechtergerechter Sprache begegnet werden soll und sie sensibel angesprochen werden sollen“, gibt jedoch zu bedenken, dies sei „eine gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Aufgabe, die nicht allein mit orthografischen Regeln und Änderungen der Rechtschreibung gelöst werden kann“. Hinsichtlich einer im Hochschulbereich anzutreffenden Praxis traf der Rat folgende Feststellung: „Für den Hochschulbereich erscheint fraglich, ob die Forderung einer ,gegenderten Schreibung‘ in systematischer Abweichung vom Amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung für schriftliche Leistungen der Studierenden und die Berücksichtigung ,gegenderter Schreibung‘ bei deren Bewertung durch Lehrende von der Wissenschaftsfreiheit der Lehrenden und der Hochschulen gedeckt ist. Hochschulen und Lehrende haben die Freiheit des Studiums nicht nur bei der Wahl von Lehrveranstaltungen, sondern auch bei der Erarbeitung und Äußerung wissenschaftlicher Meinungen der Studierenden zu beachten und zu schützen.“[19]

    An Schulen sind wir sogar gezwungen, uns im Unterricht an die amtlichen Regelungen zu halten...

    https://www.bundestag.de/resou…WD-10-001-20-pdf-data.pdf

  • Wird es denn angestrichen, wenn jemand im Unibereich oder Oberstufe der Schule "die Lehrer" schreibt? Wie ist denn das heutzutage?

    Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.

    Aldous Huxley

  • Auch bei Bewerbungen kann ich mir gut vorstellen, dass es schon zu Benachteiligungen kam. Allerdings gibt es das auch in die andere Richtung, also, dass diejenigen, die gendern, Nachteile erfahren.

    Bei Bewerbungen wird in der Regel eine korrekte Orthographie vorausgesetzt. Lehrer*Innen o. Ä. ist keine korrekte Orthographie. Insofern kann ich mir das schon vorstellen.

    Eig. ist es eher seltsam, dass es in (hoch)schulischen Kontexten andersherum ist. Gerade dort sollte doch eigentlich auch Korrektheit vor Ideologie zählen.

  • Ist eigentlich Lehrerzimmer dann auch diskriminierend? Da gehen ja auch Lehrerinnen rein.


    Kann man doch Lehrer*Innenzimmer nennen, sieht doch toll aus.

    Habe ich mich schon mehrfach gefragt. Momentan lasse ich es genauso wie Bürgersteig in Ruhe, finde aber, dass der Begriff überdacht gehört.

  • Das ist bereits Realität: An der Uni Kassel kam es bereits zu Nachteilen für Studierende, die Arbeiten abgegeben haben, in denen nicht gegendert wurde:

    https://www.hna.de/kassel/kass…enten-noten-90477093.html

    Das ist in dieser Allgemeinheit irreführend. Es ging explizit um eine Arbeit zum Thema Gender, und dort wurde einem Studenten ein Bewertungspunkt abgezogen, weil er sich nicht an die ausgemachte Form gehalten hat. Ob das Einfluss auf die Bewertungsnote hatte, weiß ich nicht. Ich finde es legitim "'nur unter sehr expliziten Voraussetzungen", etwa nach Absprache und bei wissenschaftlicher Relevanz für das Thema", wie es in dem verlinkten Artikel heißt, Punkte abzuziehen. Man kann das auch für nicht legitim halten, aber es geht keinesfalls um beliebige Abzüge bei beliebigen Themen.

    Bitte, erkläre es mir nicht noch einmal. Ich glaube, ich verstehe sehr gut, was du meinst, ich teile nur deine Meinung nicht (halte sie vielleicht sogar für falsch, oder verwerflich). Das liegt nicht daran, dass ich dich nicht verstehe. Es scheint etwas anderes zu sein, was mich inkompatibel zu deiner Ansicht macht. Fern ist es von mir, irgendwem Schuld zuweisen zu wollen - so oder so, es liegt nicht am Missverstehen, wirklich nicht.

  • Ich muss jetzt ein kurzes Offtopic loswerden.


    Wenn ich nämlich diesen Thread hier so überfliege, dann frage ich mich:

    Geht es hier noch ums Gendern oder schon ums Rechthaben?

    Und: Wieso setzt man sich empathisch für Minderheiten ein, hackt aber zugleich nicht immer fair auf Mitforisten rum?

    Das Ganze hat doch generell etwas mit Habitus zu tun und kaum etwas anderem.

    Während man im Deutschen bedauert, dass wir keine allgemeine Form wie im Englischen haben, und sich ziemlich darauf eingeschossen hat, Geschlecht möglichst häufig sichtbar zu machen, geht man im Englischen einen mittlerweile ähnlich bizarren Weg. Dort versuchen die Kräfte, die sich vermutlich genau so als "progressiv" verstehen würden, jedweden Hinweis auf biologisches Geschlecht zu vermeiden und zu tilgen. Da werden Tochter und Sohn in schriftlichen Dokumenten des US-Kongresses zu Kind und Abkömmling usw.: https://www.msn.com/en-us/news…cial-language/ar-BB1cuFSE Beides schießt doch über das Ziel hinaus, weil es versucht, diese absolute sprachliche Eindeutigkeit zu schaffen - ob jetzt alles aufzählend oder neutralisierend.

    Es erinnert mich zusehends an die deutsche Bourgeoisie, die irgendwann angefangen hat, Französisch zu reden, um sich vom Rest abzugrenzen.

  • Das ist in dieser Allgemeinheit irreführend. Es ging explizit um eine Arbeit zum Thema Gender, und dort wurde einem Studenten ein Bewertungspunkt abgezogen, weil er sich nicht an die ausgemachte Form gehalten hat.

    Quelle?


    Ob das Einfluss auf die Bewertungsnote hatte, weiß ich nicht.

    Laut meiner Quelle war es genau so.


    Aber vermutlich kann man es als politische Aktion dieses RCDS-Studenten werten, nicht gegendert zu haben und dafür einen Punktabzug zu kassieren, damit man später als Opfer vor der Presse rumjammern kann.

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