Umgang mit Verschwörungstheorien in der Schule

  • Zitat

    mich persönlich würde es interessieren wie Sie damit umgehen, wenn die SuS anfangen Ihnen Quellen vorzulegen und Ihre Aussagen zu belegen versuchen. Vielleicht sehen die Quellen für den ersten Moment vertrauenswürdig aus…


    DAS finde ich tatsächlich schwierig. Das Thema - zumal wenn man dann noch diverse Quellen dazu bekommt - ist doch sehr komplex. Allein ggf. die Quellen zu verifizieren, braucht u.U. eine intensive Beschäftigung. Wenn man dann noch bedenkt, dass da selbst in Videos manipuliert und z.B. Personen hineingearbeitet werden, die tatsächlich nie etwas damit zu tun hatten, ist das irgendwann ein Fass fast ohne Boden.

    Um es kurz zu machen: Gibt DAS der Unterricht bzw. die Unterrichtszeit her? I.d.R. wohl nicht. Und ich muss sagen, wenn es hart auf hart kommt und mir diesbezüglich irgendwelche Dinge vorgelegt werden, die ich nicht beurteilen kann, bin ich schlicht überfordert. Zumindest kann ich das dann nicht ad hoc widerlegen (auch wenn ich sicher ein gesundes "Bauchgefühl" dazu hätte und dieses auch äußern würde).

  • DAS finde ich tatsächlich schwierig.

    Das stimmt, ich wäre in solch einem Moment auch überfordert, da man all die Quellen sozusagen mit nach Hause nehmen müsste, sich damit auseinandersetzen müsste und dann schauen müsste wie man damit weiter umgeht.


    Würden Sie dafür einige Unterrichtsstunden opfern, um mit den SuS darüber zu diskutieren und Ihnen das überprüfen von Quellen noch einmal näher zu bringen?


    Da man ja einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt wird, in einem bestimmten Zeitraum „tausend“ Themen durchzugehen, würde mich persönlich interessieren, ob Sie so etwas mit nach Hause nehmen würden und versuchen würden mit in den Unterricht zu nehmen, auch wenn es vielleicht nur 1-2 Unterrichtsstunden wären, die sozusagen geopfert werden.

  • Und wo bekomme ich jetzt den oben erwähnten Erdbeerkuchen?

    Ich war vorhin beim Bäcker. Aber war nicht so lecker wie erhofft. Der Teig... naja. Aber die Erdbeeren!

    Klassenregel Nr. 17: "Niemand lecke am Würstchen des anderen."

    Klassenregel Nr. 20: "Ich helfe anderen beim Angeln."

  • Zitat

    Würden Sie dafür einige Unterrichtsstunden opfern, um mit den SuS darüber zu diskutieren und Ihnen das überprüfen von Quellen noch einmal näher zu bringen?


    Theoretisch JA, praktisch NEIN. Warum? Ich bin an einer Regionalen Schule tätig. Das Leistungsniveau dort ist SEHR niedrig. Viele (die meisten?) meiner Schüler wären damit überfordert, zumindest, wenn ich ihnen das in max. 2 Unterrichtsstunden näher bringen müsste. Würde man es vernünftig machen wollen, wäre das wohl eher ein Fall für ein Schulhalbjahr... GANZ schwierig.

  • Zu dem genannten Video: Zu vielen Themen gibt es heute durchaus taugliche Seiten, die einen Faktencheck versuchen. Da würde ich dann anfangen mit einer Recherche: https://www.mimikama.at/aktuel…ender-kamera-ohnmaechtig/

    Danke!


    Würden Sie den SuS die Sie auf dieses Video ansprechen, den Link geben, damit diese sich erst einmal zuhause damit auseinandersetzen und bei weiteren Fragen dann mit Ihnen darüber reden können oder würden Sie das noch einmal explizit im Unterricht zeigen und ansprechen? Oder eventuell ganz anders reagieren ?

  • Gerade über das Impfen habe ich bereits mit SuS im Rahmen des Matheunterrichtes (Statistik) gesprochen. Wenn man davon ausgeht, dass die sinusvenenthrombosen durch die Impfung verursacht werden, bleibt es ja dennoch bei einem extrem geringen Risiko. Aber das hat natürlich nichts mit Verschwörungsgeschwurbel zu tun, da geht es um Fakten und Zahlen, die es einzuordnen gilt.

    Es gibt im Zusammenhang mit Corona vieles, das man im Matheunterricht thematisieren kann.

    Wirkliche Verschwörungsmythen kommen von meinen SuS kaum bis gar nicht und ich spreche mit SuS dann eher über die Strategien, Argumentationsweisen, die da verwendet werden. Die Inhalte sind für mich nicht diskutabel.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Würden Sie dafür einige Unterrichtsstunden opfern, um mit den SuS darüber zu diskutieren und Ihnen das überprüfen von Quellen noch einmal näher zu bringen?

    Nein, weil ich technische Fächer habe und mich dafür nicht passend gebildet sehe.
    Bei uns gab es eine Fortbildung zu dem Thema für das ganze Kollegium und unsere Religionslehrer hat das Thema proaktiv aufgegriffen in vielen Klassen.


    Mir selber ist aber nichts aufgefallen. Also ich habe bewusst keine Sachen mitbekommen, die in Richtung Verschwörungstheorien gehen.

  • Es macht keinen Sinn, die User zu beschimpfen, als "Klugscheißer" zu beleidigen, etc.

    Richtig, ich würde aber auch davon abraten, in einen Dialog mit Personen zu treten, die nicht bereit sind, über ihre Absichten zu sprechen. Eigentlich sind hier nur Lehrer*innen schreibberechtigt. Der TE hat nicht mal eine Fachrichtung angegeben, sein angebliches Seminar wurde von einem "sehr netten Herren mit Doktortitel" geleitet.


    Es geht ja weiter mit den Spekulationen:

    ...

    mich persönlich würde es interessieren

    Ich dachte, da stünde ein Konzept dahinter?



    Hierzu fällt mir die Impfangst ein.

    Genau, da sind wir wieder bei den Erdbeeren. Ihm/ihr fällt gerade irgendwas ein. Alles wird durcheinander gehauen.

    Auch wenn danach versucht worden ist aufzuklären, dass es nicht am Impfstoff selbst lag, dass Sie umgekippt ist, könnten andere dies als eine Art Ausrede sehen.

    Dir macht das selbst Sorgen, oder? Als Tip: auch selbst immer nach Quellen suchen. Und dann "Ohnmacht" und "Impfung" googeln und feststellen, dass das keine Erfindung von Corona ist.

  • Zitat

    Richtig, ich würde aber auch davon abraten, in einen Dialog mit Personen zu treten, die nicht bereit sind, über ihre Absichten zu sprechen

    Muss ja keiner. Beleidigen ist trotzdem nicht sinnvoll.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Danke!


    Würden Sie den SuS die Sie auf dieses Video ansprechen, den Link geben, damit diese sich erst einmal zuhause damit auseinandersetzen und bei weiteren Fragen dann mit Ihnen darüber reden können oder würden Sie das noch einmal explizit im Unterricht zeigen und ansprechen? Oder eventuell ganz anders reagieren ?

    Kann ich nicht pauschal beantworten. Käme auf viele Faktoren an. Was für ein Bildungsgang zB? Passt das zum Fach/Thema etc.? Bei einem Deutsch LK würde ich zB. ohnehin erwarten, dass Schüler*innen selber einen Faktencheck versuchen und mindestens zwei Quellen präsentieren, bevor sie mit irgendeiner Sache ankommen.

    “The oppressed will always believe the worst about themselves.”
    Frantz Fanon

  • Da man ja einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt wird, in einem bestimmten Zeitraum „tausend“ Themen durchzugehen, würde mich persönlich interessieren, ob Sie so etwas mit nach Hause nehmen würden und versuchen würden mit in den Unterricht zu nehmen, auch wenn es vielleicht nur 1-2 Unterrichtsstunden wären, die sozusagen geopfert werde

    nein. Würde ich nicht.

  • <Mod-Modus>


    Kurze Info noch einmal: Sicherlich war der Aufruf im Thread sehr "tapsig", aber das Anliegen ist korrekt.

    An der im Eingangsthread genannten Uni Duisburg-Essen gibt es in diesem und im letzten Semester eine Veranstaltung zum Thema "Verschwörungsideologien".

    Zitat von Inhalt der Veranstaltung an der Uni Duisburg-Essen

    Auch, wenn sie insbesondere während der anhaltenden Covid-19-Pandemie verstärkt Aufmerksamkeit auf sich ziehen – Verschwörungsideologien sind keine neue Erscheinung, sondern eine historische Konstante. Während wissenschaftliche Disziplinen wie die Politikwissenschaft, die Soziologie und insbesondere die Psychologie und Sozialpsychologie sich seit Längerem mit dem Phänomen der Verschwörungsideologien, -mythen, und -theorien auseinandersetzen, bildet dieses Thema für die Erziehungswissenschaft bis dato Neuland. In dem auf zwei Semester angelegten Projektseminar werden erziehungswissenschaftliche Perspektiven auf Verschwörungsideologien und ihre Bedeutung für Erziehung, Bildung, Schule und Pädagogik eingenommen. Nach der Erarbeitung von Grundlagen zum Thema Verschwörungsglaube führen die Seminarteilnehmer*innen eigene, kleine qualitativ-empirische Forschungsprojekte durch, welche nach pädagogischen Implikationen von Verschwörungsideologien fragen.

    Kl. gr. frosch, Moderator


    P.S. an die hier anwesenden Seminar-Teilnehmer: "Viel Erfolg".

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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  • Das "Problem" bei solchen Themen / Anfragen: es handelt sich um Querschnittsthemen / Querschnittsfragestellungen und -kompetenzen: wir sind uns sicher ALLE einig, dass wir Schüler*innen zu selbst aber "wissenschaftlich" denkenden, diskriminierungsfreien und offenen, mündigen (etc...) Menschen erziehen wollen.
    Jedes Anliegen ist wichtig.

    Aber die Lehrpläne voll.


    und wir Lehrkräfte nicht speziell dafür ausgebildet oder nicht allwissend. Wenn man Glück hat, baut man es gut ein (Impfrisiken in der Statistik-Einheit), aber eigentlich müssten die SuS durch den Statistikblock im Matheunterricht dazu befähigt worden sein, selbst die Brücke zu machen.
    Eigentlich müssten SuS durch den Deutschunterricht dazu befähigt worden sein, Texte in ihrer Sprache, ihrer Struktur, usw.. auseinanderzunehmen und rhetorische Fallstricken zu sehen. Ob ich in der 9. KLasse in der Redeanalyse eine Rede von Putin zur Krim nehme (habe ich, war aktuell), oder eine Rede von Attila Hildmann nehme, ist erstmals nur dem Kontext / Zeitraum geschuldet. (und ob ich Zeit habe, genau zu diesem Zeitpunkt eine neue, aktuelle Rede zu suchen, zu finden und didaktisch aufzubereiten oder gerade die Welt untergeht (bildlich oder nicht) und ich eine alte Rede nehme, die eh allgemein analysiert werden kann.
    Eigentlich müssten die SuS den Unterschied zwischen Textsorten kennen und wissen, dass ein Kommentar kein Bericht und auch kein Sachtext ist.
    Eigentlich müssten die SuS durch den Geschichts- und SoWi-Unterricht dazu befähigt worden sein, Quellen zu hinterfragen, in ihrem Kontext zu sehen, usw.. Ob ich ein Plakat gegen Juden aus der Zeit des Nationalsozialismus nehme, einen Parteiflyer untersuche, ein Video zu 9/11 oder an der Urteilsfähigkeit durch Debatten zu den Ausgangssperren, Lockdown oder Genderdebatte führe: die Schüler*innen lernen, Quellen zu hinterfagen, zu überprüfen, Bilder zu deuten, usw..


    Manchmal passt es, dass man es genau passend macht. Und manchmal / oft hat man nicht die Zeit, es perfekt so zu machen, wie sich dies Fachdidaktiker*innen an der Uni vorstellen. Nicht, weil wir faul sind und 20 Jahre alte Arbeitsblätter aufwärmen, sondern weil wir eine Haltung und Kompetenzen fördern wollen und nicht nur Fakten (das wollte doch die bildungswissenschaftliche Fachwelt, oder?) vermitteln. Jetzt müssen wir hoffen, dass die ach so tolle Kompetenzorientierung fruchtet. Es wäre doch doof, wenn die SuS jetzt weder Jahreszahlen, Fakten, Formeln und literarischen Kanon kennen, noch die Kompetenz haben, neue Sachen zu entdecken...

  • Das stimmt, ich wäre in solch einem Moment auch überfordert, da man all die Quellen sozusagen mit nach Hause nehmen müsste, sich damit auseinandersetzen müsste und dann schauen müsste wie man damit weiter umgeht.

    Und schon haben die Dummschwätzerinnen ihren Punkt gemacht. Denen genügt es, Zweifel zu säen, sie müssen nichts belegen. Das „Discovery Institute“ nennt das die „wedge strategy“.

    „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen.“

    Einmal editiert, zuletzt von O. Meier ()

  • Zählen (1) "die Ausländer nehmen uns die Arbeit weg", (2) "die Regierung will, dass die Ausländer uns die Arbeit wegnehmen", und (3) das meiste, das den Begriff "Pharma-Lobby" enthält, auch dazu? Oder gehören (4) "gesundheitsschädliche Handystrahlen" oder (5) "gesundheitsschädliche Handystrahlen, die uns verschwiegen werden" zu Verschwörungsmythen?


    Ich würde (2), (3) und (5) auf jeden Fall dazu zählen. Die sind mir von Schüler:innen nie begegnet. Aber wie man an (1) und (4) merkt, ist der Schritt vom Aberglauben zur Verschwörung nicht weit. (3) begegnet einem spärlich im Kollegium (prä-Corona-Impfskepsis, unterdrückter Status der Homöopathie - auch hier ein Reizthema), (4) mitunter auch, eher bei Eltern. Bei Schüler:innen kaum.

    Hierzu fällt mir dann doch nochmal was ein: Ich habe kurz nach meiner Abschluss-Prüfung im Referendariat bei Kollegen noch ein wenig hospitiert. Da ich ein Übergangs-Angebot meiner Ref-Schule bekam, was eine Krankheitsvertretung beinhaltete, habe ich genau bei dem Kollegen im Unterricht gesessen, um zu wissen, was der gerade macht um nahtlos fortzuführen.

    Dann erzählte er leider von (5). Ich saß hinten und wusste echt nicht ob ich eskalieren soll. Dankenswerterweise versuchte er mich in den Unterricht zu involvieren und bat mich, diese seine Aussage zu bestätigen. Ich habe dann sehr höflich den SuS gegenüber klargestellt, was ich davon halte. Er wechselte das Thema. Es war übrigens mein alter Kurs, den ich im selbstständigen Unterricht gut getrimmt hatte.

  • Das stimmt, ich wäre in solch einem Moment auch überfordert, da man all die Quellen sozusagen mit nach Hause nehmen müsste, sich damit auseinandersetzen müsste und dann schauen müsste wie man damit weiter umgeht.


    Würden Sie dafür einige Unterrichtsstunden opfern, um mit den SuS darüber zu diskutieren und Ihnen das überprüfen von Quellen noch einmal näher zu bringen?


    Da man ja einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt wird, in einem bestimmten Zeitraum „tausend“ Themen durchzugehen, würde mich persönlich interessieren, ob Sie so etwas mit nach Hause nehmen würden und versuchen würden mit in den Unterricht zu nehmen, auch wenn es vielleicht nur 1-2 Unterrichtsstunden wären, die sozusagen geopfert werden.

    Man muss keine tausend Themen durchgehen und hat auch keinen Zeitdruck, wenn man den Unterricht vernünftig plant. Unterrichstunden opfern um dinge zu diskutieren, die nicht fpr meinen Unterricht relevant sind? Nein, wieso auch, dafür gibt es Klassenleiterstunden usw. Ich bringe den Schülen dann doch lieber bei, wie sie mit Quellen umzugehen haben und wie sie schlechte Quellen erkennen können.

  • Das stimmt, ich wäre in solch einem Moment auch überfordert, da man all die Quellen sozusagen mit nach Hause nehmen müsste, sich damit auseinandersetzen müsste und dann schauen müsste wie man damit weiter umgeht.


    Würden Sie dafür einige Unterrichtsstunden opfern, um mit den SuS darüber zu diskutieren und Ihnen das überprüfen von Quellen noch einmal näher zu bringen?


    Da man ja einem gewissen Zeitdruck ausgesetzt wird, in einem bestimmten Zeitraum „tausend“ Themen durchzugehen, würde mich persönlich interessieren, ob Sie so etwas mit nach Hause nehmen würden und versuchen würden mit in den Unterricht zu nehmen, auch wenn es vielleicht nur 1-2 Unterrichtsstunden wären, die sozusagen geopfert werden.

    Das klingt als Student*in so einfach, mal eben 1-2 Stunden für Thema x spontan einzusetzen. Ihr solltet euch aber bewusst machen, dass SuS clever sind, gerne mal vom eigentlichen Thema ablenken und wenn sie merken, dass sie damit Erfolg hatten, das SEHR ausführlich zu wiederholen suchen (habe ich selbst als Schülerin nicht anders gehandhabt, wenn ich mich im eigentlichen Unterricht gelangweilt habe). Man MUSS so etwas schlichtweg begrenzen als Lehrkraft, sei es, in dem man sich den Teil gezielt herauspickt, der sich mit dem aktuellen Fachunterricht verknüpfen lässt, sei es indem man auf KuK verweist, die fachlich passendere Studien- und Unterrichtsfächer zur Frage haben (Details zur Wirkung von Impfungen diskutiere ich nicht mit meinen SuS, gebe ihnen aber den Hinweis, wenn sie das wirklich interessiere könnten sie den Biolehrer ansprechen- damit erledigen sich zumindest Verzögerungsmanöver meist sofort), sei es indem man SuS erst einmal den Auftrag erteilt selbst zu Thema X zu recherchieren und seriöse Informationen zu ihrer Fragestellung zu suchen (und sich dann zu melden mit gezielten Nachfragen).


    Es ist auch nicht Teil meines Auftrags jeden x-beliebigen Verschwörungsmythos in meinem Unterricht auszudiskutieren. Wir arbeiten in der Schule mit dem sogenannten exemplarischen Lernen (Klafki lässt grüßen). Ich muss insofern meine SuS auch in die Pflicht nehmen, bereits Gelerntes selbstständig anzuwenden, indem sie Quellen auf ihre Seriösität überprüfen, indem sie sich Gedanken darüber machen, welche Interessen der Autor eines Artikels hat bzw. welche Ziele er verfolgt, indem sie sich bewusst machen, dass ein Kommentar bei Facebook/Twitter/Instagram etwas anderes ist, als ein Tagesschau-Beitrag oder ein Leitartikel in einer seriösen Zeitung. Ich kann Themen punktuell aufgreifen (und mache das gerade in GK natürlich immer wieder), muss aber auch auf zumindest potentiell vorhandenes Vorwissen verweisen und dessen Anwendung als ersten Schritt einfordern. Wer zeigt, dass er/sie ein Thema ernsthaft zu durchdringen sucht, aber im Rahmen seiner Möglichkeiten und seines Vorwissens nicht weiterkommt bekommt natürlich Hinweise und Unterstützung von mir.


    Man muss auch einfach immer wieder aufs Neue ganz deutlich unterscheiden, zwischen SuS, die tatsächlich verhärtete Positionen, Haltungen und (Vor-)Urteile zu einem gesellschaftlich hoch kontroversen Thema haben und dabei selbst im Sinne des GG höchst problematische Positionen vertreten und denen, die sei es aus Unwissen/Unsicherheit, sei es aus Provokation (irgendwie müssen unsere Pubertiere sich schließlich auch in der Pandemie die Hörnlein abstoßen) etwas wiedergeben, was sie in den sozialen Medien aufgeschnappt haben. Die erste Gruppe wird man nicht überzeugen können, muss aber umgekehrt darauf achten, diesen kein Forum zu bieten, um anderen SuS nicht das Gefühl zu vermitteln, es könnte in Ordnung sein z.B. menschenverachtende Äußerungen vorzunehmen oder z.B. Gewalt gegen Vertreter der Presse auf Demonstrationen zu verüben im Namen der Meinungsfreiheit usw. Die zweite Gruppe ist diejenige, mit der es gilt Gespräche zu führen, wo nötig und möglich. Diese Gespräche führe ich aber nicht nur im Rahmen meines Unterrichts, sondern auch darüber hinausgehend, wenn ich das für sinnvoll und erforderlich halte und beziehe ggf. KuK mit ein oder auch Eltern und außerschulische Partner, mit denen gemeinsam ich in "normalen" Schuljahren ggf. auch ein zusätzliches Bildungsangebot plane und anbiete, wenn ich den Eindruck habe, dies könnte sinnvoll oder erforderlich sein (wobei zumindest die Präventionsangebote der Polizei auch digital angeboten werden- manches kann es also auch in diesem Jahr geben).

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

    Einmal editiert, zuletzt von CDL () aus folgendem Grund: -s

  • <Mod-Modus>

    Und warum muss das der Moderator des Forums recherchieren? Wenn wir es mit Studierenden zu tun haben, sollten die es doch selbst schaffen, angemessen zu kommunizieren.


    Mich ärgert die Qualität der Seminararbeit, da erwarte ich von meinen Förderschüler*innen mehr. Denen bringe ich z.B. bei, sich mit Namen zu melden und versuche ihnen dabei zu helfen, ihre im Kopf herumirrenden Fragen zu konkretisieren und zu kategorisieren.


    Ich will nachher nicht irgendwo lesen müssen "Lehrkräfte haben keine Zeit/Ahnung/Lust, ihren Schülern Fragen zu aktuellen Themen zu beantworten", weil jemand nicht sauber arbeitet, nur Stichpunkte ins Internet wirft und wartet, wer anbeißt. Schließlich muss ich ja damit rechnen, dass die Auswertung genauso schlampig und subjektiv erfolgt.


    Edit: davon ab finde ich das Thema sehr interessant und danke allen, die dazu sachdienliche Hinweise geben können. Sowohl was die Kolleg*innen aus den Naturwissenschaften als auch die aus den Gesellschaftswissenschaften beitragen, um ihre Schüler*innen/unsere Kinder zu mündigen Bürger*innen zu erziehen.

    Einmal editiert, zuletzt von UrlaubVomUrlaub ()

  • <Mod-Modus>


    Samu, ich recherchiere, weil der User mit einer potentiellen fehlenden Schreibberechtigung gemeldet wurde. Freu dich doch, dass ich auf die Meldung reagiere und sage "Alles okay."

    Außerdem hat der Studierende die Kern-Infos dazu gegeben. Ich habe sie bestätigt.


    Also: alles okay.


    kl. gr. frosch, Moderator

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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