Krankmeldung per E-Mail bei Halsentzündung – schulische Praxis?

  • Wenn ich als wichtig erachte, dann schreibe ich das. Sonst eben nicht. Dafür braucht es auch keinen Anruf. Ein Anruf ist viel fehlerbehafteter. Ich sehe wirklich gar keinen Vorteil, die persönlichen Befindlichkeiten sind wirklich ein sehr schwaches Argument.

    Du gehst von dir aus. Es gibt aber auch Kolleginnen und Kollegen, die ihre Stärken an anderer Stelle haben. Und welche persönlichen Befindlichkeiten?

    Bei uns sind beide Wege offen, Funktionsmail und Telefon.


    Wenn wir eine Mail erhalten mit: "Ich bin krank.", dann können wir damit arbeiten. Alles prima.

    Wenn aber KuK Dinge für wichtig erachten und diese dann aber unvollständig oder unverständlich kommunizieren (kann ja, gerade im Krankheitsfall mal passieren), dann entstehen Probleme und unnötige Mehrarbeit, die durch eine kurze Rückfrage beim Telefonat einfach vermieden werden können.

    Ansonsten habe ich als Entgegennehmende die Wahl, ob ich z. B. bzgl. einer zu schreibenden Klassenarbeit den Kollegen im Krankenstand nochmal versuche telefonisch oder per Mail zu erreichen (schulische Kontaktaufnahme im Krankenstand wird hier von vielen ja zu Recht sehr kritisch gesehen), die Aufgaben irgendwo im Schulhaus suche oder einfach die Klasse und den Wunsch des kranken Kollegen ignoriere.

  • Mir scheint, es geht hier inzwischen eigentlich weniger um das Kommunikationsmedium als um die Schulkultur bzgl. der Kommunikationsweise.
    Wenn es systemisch für die Schule relevant ist, gewisse Informationen mit der Krankmeldung zu erhalten (wie lange voraussichtlich, Informationsfluss), dann muss man das halt dem Kollegium immer wieder deutlich kommunizieren. Und die, die sich daran nicht halten können, sind ohnehin die, die sich auch an Absprachen für Zeiträume oder Kommunikationswege nicht richtig halten.

    Beispiel:
    An meiner Schule gab es lange das Prinzip des "Eventualplans" - d.h., der damalige Vertretungsplanmacher hat bei einer Krankmeldung, bei der der Kranke nicht wusste, ob er am nächsten Tag wieder fit ist, für den nächsten Tag zwei Vertretungspläne erstellt, einmal für den Fall, dass die kranke Person wiederkommt und einmal für den Fall, dass er sich doch nochmal krankmeldet. Entsprechend war auch die Aussage "ich weiß noch nicht" wertvoll. Der aktuelle Vertretungsplaner könnte mit so einer Info nichts anfangen. Entweder ich melde mich gleich für den nächsten Tag mit krank, dann kann er planen, oder er wartet halt bis zur nächsten Krankmeldung, statt sich die Arbeit eines "Eventualplans" zu machen. Mir ist das egal. aber die Vorlieben müssen halt kommuniziert werden.

  • Mir scheint, es geht hier inzwischen eigentlich weniger um das Kommunikationsmedium als um die Schulkultur bzgl. der Kommunikationsweise.

    Eigentlich ist es bzw. war es umgedreht.
    Ursprünglich ging es um die Schulkultur und die Kommunikationsweise. Daraus hat sich dann die Debatte um das Medium entwickelt.

    Dass das selten von einander getrennt ist, haben wir hier ja gesehen.

    Im Idealfall schafft man Bedingungen, die weder den Krankmeldenden noch der Vertretungsplanung das Leben unnötig schwer machen. Wenn dieses Ziel priorisiert wird, dürfte es nicht allzu schwer sein, abseits etwaiger Befindlichkeiten einvernehmliche Lösungen zu finden.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ich bevorzuge auch die Telefonvariante.

    Die Vertretungsplaner erhalten mehr Informationen. Primär die voraussichtliche Länge. Entweder indem die Kollegen es direkt sagen, oder durch Aussagen wie "Ich geh zum Arzt", wo man dann mit hoher Wahrscheinlichkeit weiß, dass es der Rest der Woche wird. Manchmal hört man es auch am Tonfall.

    Darüber hinaus ist meine Beobachtung, dass bei uns der Anteil der verspäteten Krankmeldungen bei der Telefonvariante deutlich kleiner ist.

    Das Ganze ist für mich eine Abwägung zwischen der Bequemlichkeit für die Kranken und dem Schutz der gesunden Kollegen, die massiv belastet werden durch kurzfristige und verspätete Vertretungspläne.

    Wenn das in anderen Schulen per Mail besser klappt, kann ich die nur beglückwünschen.

  • Darüber hinaus ist meine Beobachtung, dass bei uns der Anteil der verspäteten Krankmeldungen bei der Telefonvariante deutlich kleiner ist.

    Tatsächlich? Hast du da mal bewusst darauf geachtet oder ist das jetzt eine spontane Einschätzung nach Bauchgefühl? Das ist kein Anzweifeln sondern eine ernst gemeinte Frage. Meine Krankmeldungen kommen deutlich (!) früher seit ich nicht mehr darauf warten muss, dass jemand telefonisch erreichbar ist und/oder ich durchkomme.

    Abwägung zwischen der Bequemlichkeit für die Kranken und dem Schutz der gesunden Kollegen

    Das finde ich jetzt ein wenig zu tendenziös formuliert. Du meinst es vermutlich nicht so, aber das erweckt ein wenig die Vorstellung, dass der Kranke entspannt bei einer Tasse am Rechner sitzt, im Internet surft und nebenbei irgendwann mal eine Email rausschickt, wenn ihm danach ist. Die Realität ist bei den meisten Kollegen durchaus eine andere - und man denke bitte daran, wie viele sich auch noch sehr krank in die Schule schleppen, um sich auszumalen, wie sie wohl aussehen, wenn sie sich dann endlich doch mal krank melden. Da geht es dem Kollegen richtig besch***en, er muss ich aus dem Bett quälen, obwohl er kaum aufstehen kann (- er ist ja nicht dienstfähig, also reden wir in der Regel nicht von einer leichten Erkältun -), bei mir ist bspw. die Heizung über Nacht aus, d.h. die Wohnung ist kalt, man wartet, bis man an endlich jemanden am Telefon erreicht bzw. durchkommt etc. etc. etc. "Bequemlichkeit" sieht anders aus.
    Und ja, man kann auch vom Bett aus anrufen, da ist es trotzdem nicht "bequem" krank und übermüdet wach zu bleiben, bis man endlich jemanden erreicht, wenn man so richtig krank ist.

  • Das finde ich jetzt ein wenig zu tendenziös formuliert. Du meinst es vermutlich nicht so, aber das erweckt ein wenig die Vorstellung...

    Ich meine das genau so, wie ich es im Post geschrieben habe. Das eine System (Telefon) funktioniert bei uns deutlich besser und führt dazu, dass die Pläne zeitiger fertig sind und seltener kurzfristig angepasst werden müssen. Von den Kollegen bekomme ich die Rückmeldung, dass kurzfristige/verspätete Pläne sie extrem belasten.

  • Habt ihr eine direkte Leitung nur zum Planer und ein festes Zeitfenster? (oder auch AB)

    Meine Mails schreibe ich auch abends oder nachts, ein Anruf zwischen 7.15 und 7.30 (unsere Planer fangen aber schon früher mit dem Planen an, sie müssen auch in den Unterricht) ist bei den Sekretariatsleitungen schwierig (Anrufe von Eltern und so)

  • Tja, wenn Leute in Schulleitung oder mit Leitungsaufgaben den Krankenstand als "Bequemlichkeit" wahrnehmen, dann hat die Schule allerdings völlig andere Probleme als die Wahl des Kommunikationsmittels.

    Komische Interpretation. Aber ich nehme mal, an jeder liest das in Posts hinein, was ihn irgendwie anspricht... ;)

    Wir haben auf jeden Fall das für unsere Schule am besten funktionierende Kommunikationsmittel gewählt. Die Kollegen sind auch zufrieden. Und auf beides kommt es letzten Endes an.

  • Ich interpretiere das so, wie du es geschrieben hast.
    Du hast die Formulierung mit "Bequemlichkeit" verwendet. Ich hab dir rückgemeldet, dass er ein seltsames Bild vermittelt, das du vermutlich nicht gemeint hast. Du hast darauf reagiert, dass du es genau so gemeint hast, wie du es geschrieben hast. An dieser Stelle ist das keine Interpretation, du hast es ja bestätigt.

  • Welche Rückfragen hat man denn, wenn in einer Mail steht, wer wie lange fehlt?

    Wenn die Kollegen das reinschreiben - okay. Ich kann dir nur sagen, dass Kollegen die wildesten Mails schreiben.

    In die Mail schreibt man, bis wann man voraussichtlich fehlt. Alles andere regelt die Schule.

    Und beispielsweise Elterntermine, externe Besuche oder ähnliches soll die Schule erraten, wenn man da vorher nichts mitgeteilt hat? Ach nein, sorry. Die Frage nach eventuellen anstehenden Elterngespräche oder was auch immer könnte ja Druck ausüben.

    Die Frage "oder sollen wir das regeln?" erzeugt denselben Druck, wie "hast du Vertretungsmaterial, oder soll ich dem Vertretenden sagen, dass er das selbst regeln soll?"

    Ich habe hier nicht ohne Grund von der Co-Klassenleitung geschrieben, die zumindest an meiner Schulform in der Regel sehr eng zusammenarbeiten.

    Und wenn die Frage "Druck ausübt", dann sollte man vielleicht mal einen VHS-Kurs zum Selbstbewusstsein stärken belegen. Es sind hier immer noch alles Erwachsene, irgendwo muss man auch mal telefonieren können. Übrigens ist in weiten Teilen der auch hier so hochgelobten freien Wirtschaft ein Telefonanruf zur Krankmeldung gängig.

  • Wenn die Kollegen das reinschreiben - okay. Ich kann dir nur sagen, dass Kollegen die wildesten Mails schreiben.

    Ja manche schreiben eine lange Geschichte zur Krankheit, die keiner erwartet und auch niemanden interessiert. Diese Lehrkräfte weise ich dann darauf hin, dass bitte nur die wichtigen Details geschrieben werden sollen. Eine gute Genesung wünsche ich natürlich auch noch :D.

    Das ist eine Erziehungssache. Ich würde mich nicht dazu erziehen lassen, am Telefon sitzen zu müssen weil einige es nicht hinbekommen alle nötigen Informationen ein drei Zeilen Text zu formulieren. Das sind immer noch Lehrkräfte, Beamte im höheren Dienst.

    Zumal ich die Vertretungsplanung jeden Tag an einem anderen Ort mache, möchte ich auch nicht meine mobile Nummer rausgeben. In der Schule habe ich morgens noch nie die Planung gemacht und will das auch gar nicht.

    Und beispielsweise Elterntermine, externe Besuche oder ähnliches soll die Schule erraten, wenn man da vorher nichts mitgeteilt hat? Ach nein, sorry. Die Frage nach eventuellen anstehenden Elterngespräche oder was auch immer könnte ja Druck ausüben.

    Das gehört auch in den Text rein, wenn es entsprechendes zu beachten gibt für den Tag. Das ist wirklich nicht schwer und du musst es nicht aufschreiben oder nochmal nachfragen, es dir vielleicht falsch aufschreiben etc. Unnötige stille Post.

  • Und wenn die Frage "Druck ausübt", dann sollte man vielleicht mal einen VHS-Kurs zum Selbstbewusstsein stärken belegen. Es sind hier immer noch alles Erwachsene, irgendwo muss man auch mal telefonieren können. Übrigens ist in weiten Teilen der auch hier so hochgelobten freien Wirtschaft ein Telefonanruf zur Krankmeldung gängig.

    Und wieso fühlst du dich verantwortlich für die Elterngespräche von jedem Kollegen? Es sind alles Erwachsene, sie können sich selbst um ihre Termine kümmern, so wie in der freien Wirtschaft etc.pp. Elfriede sagt dann schon, wenn sie Hilfe beim Terminabsagen braucht.

  • Und wieso fühlst du dich verantwortlich für die Elterngespräche von jedem Kollegen? Es sind alles Erwachsene, sie können sich selbst um ihre Termine kümmern, so wie in der freien Wirtschaft etc.pp. Elfriede sagt dann schon, wenn sie Hilfe beim Terminabsagen braucht.

    Einige Lehrkräfte behandeln irgendwann alle wie Schüler. Hier sieht man ja auch, dass man sich das Kollegium auch entsprechend erzogen hat, dass sich der "Papa" schon darum kümmert und noch nachfragt ob er noch was machen soll. Netter Service, den es von mir niemals geben wird.

  • MMn haben digitale Kanäle zur Krankmeldung alleine schon durch die Zeitunabhängigkeit einen auf der Hand liegenden Vorteil. Das Sekretariat hat bei uns nichts mit dem Thema zu tun, es ist auch gar nicht jeden Tag besetzt. Unsere Konrektorin fährt prinzipiell jeden Morgen beide Standorte einmal an und ist selbstverständlich auch bei der Autofahrt zur Arbeit nicht telefonisch erreichbar. Wir sind im 21. Jahrhundert, da möchte ich mich auch gerne digital krankmelden können. Wir sind alle erwachsen und haben einen Hochschulabschluss. Wir schaffen das im Regelfall, rechtzeitig alle wichtigen Informationen in eine schriftlich formulierte Krankmeldung zu schreiben und ggf. selbstständig von zuhause Termine abzusagen. Bei den Allermeisten gilt außerdem, dass sie sich eher zu selten als zu oft krankmelden. Gesünder für alle wäre es also, hier eher darauf hinzuwirken, dass man nicht in die Schule kommt, wenn man krank ist. Kommuniziert wurde von der Schulleitung bei uns durchaus schonmal, dass man sich lieber frühzeitig krankmeldet, als bis zuletzt noch 'zu hoffen', dass man fit genug für die Schule wird.

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