*Popcorn bring*
Gängelungen durch die Schulleitung
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Wir hatten auch mal so eine Schulleitung. Die Stimmung im Kollegium ging rasant bergab.
Es gab nämlich dann die Kolleginnen und Kollegen, die selbst sehr ordnungsliebend waren und das Schulsystem befürworteten wie es war. Die waren der Meinung: endlich mal jemand der durchgreift.
Und es gab die freiheitsliebenden Leute, die sich dann auch schnell bevormundet fühlten - zumal es zuvor auch nicht kontrolliert wurde.Die freiheitsliebenden Lehrkräfte, die wiederholt erst nach Unterrichtsbeginn eintrudeln und zum Vorabitur zu wenige Kopien angefertigt haben? Die fühlen sich bevormundet, wenn sie von ihrer Vorgesetzten auf die Versäumnisse hingewiesen werden? Tough life.
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Hab geantwortet, bevor ich "Thema schließen" und "Popcorn bringen" las. Lasse meinen Beitrag trotzdem stehen, falls sich schon jemand Popcorn geholt hat.
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Kommt es denn in anderen Schulen auch vor, dass die Schulleitung regelmäßig morgens schaut?
Ich kannte es bislang nur von einer Schule. -
Die Schulleitung braucht da gar nicht schauen, es fällt von selber auf, wenn eine Klasse nach Unterrichtsbeginn noch vor dem Raum steht, schon weil es alle anderen stört.
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Offensichtlich ist es beim TE notwendig.
Wenn es extrem selten geschieht, muss die SL nicht kontrollieren.
Ich vermute übrigens, dass die Stimmung zuvor nur bei den "freiheitsliebenden" Kollegen gut war, die anderen, die für ihre Kollegen mitarbeiten mussten, sahen es vermutlich anders. Dafür spricht auch Kreidemeisters Beitrag.
Mir fiel dazu ein Elternabend bei Umstellung von G9 auf G8 ein. Ein Vater stand auf und sagte zu den anderen Eltern, wenn ihre Kinder immer pünktlich wären und nicht "nur 5 Minuten " zu spät zum Unterricht kommen, kann man bei G9 ein Jahr sparen.
Nur 5 Minuten hochgerechnet bedeuten ein Schuljahr, zumal wenn man sehr knapp kommt, auch erst einmal auf Konzentration im Unterricht umstellen muss. Verzichten die Kollegen auf ihr Geld oder wollen sie es komplett?
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Kenne ich auch. Sogar über Wochen heimlich geführte Strichlisten wer wie viele Minuten zu spät nach der Pause das Lehrerzimmer verlässt um pünktlich im Unterricht zu sein. Morgens nicht, das war außer bei Schnee und Eis nie ein Problem (wobei da ausgerechnet Teile der Schulleitung zu spät waren, das Fußvolk war immer pünktlich).
Bei mir führt so etwas zu Bauchschmerzen und einem unguten Gefühl. Obwohl ich selten unpünktlich die Pause beendet habe. Und das nicht weil ich zu lange Kaffee getrunken habe. Zwei Damentoiletten für mindestens 40 Kolleginnen waren ausreichender Grund. Und weite Wege innerhalb des Geländes, da blieb oft nicht mal Zeit um zur Toilette zu gehen.
Und das beste: die Pappenheimer, wegen denen so ein Mist gemacht wird, interessiert das nicht die Bohne. -
Ich grübele noch, ob die Ausgangsfrage ernst gemeint ist, da es aber Zustimmung aus den Reihen des Forenkollegiums gibt, schwinden die Zweifel.
Abgesehen von der schulmeisterlichen Art, sich mit der Stoppuhr ans Tor zu stellen: es zweifelt niemand so grundsätzlich daran, dass die Schulleitung Verantwortung für den Laden trägt und selbstverständlich auch Sanktionen durchsetzen muss, wenn einer seine Arbeit nicht macht. Oder?
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Mal aus Schulleitungssicht:
Theoretisch könnte ich mich darin verbeißen, Kollegen, die zu spät kommen, zum Gespräch zu holen und sie anzuweisen, pünktlich zu sein und im Vorfeld das Zuspätkommen zu dokumentieren.
Was ich damit erreichen werde, ist ggf. Zustimmung nach außen, aber in der Regel keine Verhaltensänderung. Es gibt KollegInnen, die das nicht hinbekommen, sei es, weil sie zu verpeilt sind, sei es, weil sie es nicht einsehen. Die wird man nicht ändern.
Die tatsächlichen Folgen eines solchen Auftretens sind hinsichtlich der Stimmung im Kollegium gravierender als der scheinbare Gewinn durch ein Zurechtweisen des Kollegen oder der Kollegin.
Ich habe das einmal ganz zu Anfang gemacht, weil eine Kollegin ihre Klausur am Klausurtag nicht vollständig dabei hatte, so dass die Klausur erst eine Stunde später beginnen konnte. Sie hatte den Ruf eines "Schlunz" (rheinisch für wenig organisiert oder verpeilt). Ich habe sie abgefangen und darauf angesprochen. Sie fühlte sich direkt auf den Schlips getreten, was mir sehr deutlich gemacht hat, dass das nicht die richtige Vorgehensweise war. (Da war ich noch nicht ganz in meiner neuen Rolle angekommen.)Hätte ich jetzt noch mit der Uhr im Eingangsbereich gestanden und protokolliert, dann hätte ich mir womöglich auch anhören müssen, wieso ich in Situation XYZ zu spät bin. Das kommt vor. Das kann ein Tür und Angel Gespräch gewesen sein, ein Telefonat, sonstige Probleme, die bei mir aufgelaufen sind, ein Toilettenbesuch, wo ich vom letzten Winkel des Gebäudes erst zu den Lehrertoiletten laufen muss, oder was auch immer. Das muss ich im Zweifelsfall auch den KollegInnen zugute halten. Ich kann von den KollegInnen nichts erwarten, was ich nicht auch selbst in demselben Maße hinbekomme.
Darüber hinaus gibt es subtilere Möglichkeiten, den KollegInnen zu signalisieren, dass sie zu spät sind, ohne dass man sie zum Gespräch bittet.
Meine Aufgabe als Schulleitung ist es sicherzustellen, dass der Laden läuft. Damit muss ich täglich abwägen, wo und wann ich eingreife und wo und wann ich das nicht mache. Ich beschränke das Eingreifen auf gravierenderes Fehlverhalten von KollegInnen als ein Zuspätkommen von drei Minuten, ich bin dabei stets freundlich, aber deutlich in der Sache.
Als Schulleitung ist meine Aufgabe gegenüber dem Kollegium, dass man zeigt, dass man auf sein Kollegium achtet. Das bedeutet zum einen, dass man nicht alles durchgehen lässt, aber zum anderen - und das ist viel wichtiger - dass man seine KollegInnen einzeln wahrnimmt und ihnen das Gefühl gibt, dass sie gesehen werden - dienstlich wie menschlich.
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Aber ganz ehrlich: geht sowas nicht aus wie das Hornberger Schießen?
1) Chef lädt zum Gespräch, Kollege zeigt sich einsichtig oder auch nicht.
2) Nächstes Gespräch mit Protokoll und Akteneintrag: Kollege stachelt intern gegen den Chef, untergräbt seine Position subtil bei Schülern und Kollegen.
3) Fall geht zur Schulverwaltung, Verweis.
Spätestens dann würde vermutlich der sich gegängelt fühlende Kollege einen Krankenschein auf unbestimmte Dauer nehmen. Das Geld kommt gefühlt bis zum Sankt Nimmerleinstag. Was hätte dann also die Schulleitung erreicht?
Zumal die Motivation eines sich derart gegängelt fühlenden Kollegen gen Null geht (—> Buch aufschlagen, arbeiten, Vorbereitung null). -
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Aber ganz ehrlich: geht sowas nicht aus wie das Hornberger Schießen?
1) Chef lädt zum Gespräch, Kollege zeigt sich einsichtig oder auch nicht.
2) Nächstes Gespräch mit Protokoll und Akteneintrag: Kollege stachelt intern gegen den Chef, untergräbt seine Position subtil bei Schülern und Kollegen.
3) Fall geht zur Schulverwaltung, Verweis.
Spätestens dann würde vermutlich der sich gegängelt fühlende Kollege einen Krankenschein auf unbestimmte Dauer nehmen. Das Geld kommt gefühlt bis zum Sankt Nimmerleinstag. Was hätte dann also die Schulleitung erreicht?
Zumal die Motivation eines sich derart gegängelt fühlenden Kollegen gen Null geht (—> Buch aufschlagen, arbeiten, Vorbereitung null).Solche KollegInnen fallen aber mitunter auch bereits negativ im Kollegium auf. Das sind dann nicht unbedingt die kollegialsten Personen und haben entsprechend auch nur begrenzte Sympathien.
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