Heizungen und Energieversorgung (aus "Krieg")

  • Ich kenne Leute, die entfernt in der Branche arbeiten und die tatsächlich der Meinung sind, dass es mit den Fusionsreaktoren dieses mal anders ist als die letzten 50 Jahre und wirklich eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Bau eines Energie funktionsfähigen Reaktors in den nächsten 15 Jahren gibt.

    Allerdings wird die elektrische Energie daraus keinesfalls günstiger sein, als aus Wind oder Solar. Der große Vorteil ist eben die Grundlastfähigkeit, eine Mischung aus 20% Fusion und 80% Erneuerbaren wäre eine sinnvolle und langfristig nicht ganz unrealistische Perspektive. Und tatsächlich wäre Deutschland in den technologischen Bereichen, die man für Fusionsreaktoren benötigt, aktuell noch sehr stark positioniert.

    Dazu heute die Tagesschau

    https://www.tagesschau.de/wissen/forschu…enchen-100.html

    "Seit Jahrzehnten kursiert über die Kernfusion folgender Witz: "Wie lautet die Fusionskonstante?" Antwort: "30 Jahre". Erklärung: Wenn man früher danach fragte, wann die Kernfusion als Energiequelle nutzbar sein wird, lautete die Antwort meist: "in 30 Jahren" - egal, ob man diese Frage 1950, 1970 oder 2010 gestellt hatte"

    ...

    "Christoph Kirchlechner ist am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) federführend für die Kernfusion zuständig und einerseits beeindruckt von Sciortinos Zuversicht, dem Zeitplan gegenüber aber mindestens skeptisch. Vor allem: "Es ist nicht entscheidend, wer der erste ist, der den Beweis antritt, dass das Feuer brennt." Sondern wann die Fusion "substanziell zum Energiecocktail beiträgt". Und damit rechnet er nach eigener Aussage Ende der 2060er-Jahre."

    Also noch 40 Jahre, der Witz oben hat weiter Bestand und es ist eindeutig zu spät für die Verhinderung der Klimakatastrophe.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • "Christoph Kirchlechner ist am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) federführend für die Kernfusion zuständig und einerseits beeindruckt von Sciortinos Zuversicht, dem Zeitplan gegenüber aber mindestens skeptisch. Vor allem: "Es ist nicht entscheidend, wer der erste ist, der den Beweis antritt, dass das Feuer brennt." Sondern wann die Fusion "substanziell zum Energiecocktail beiträgt". Und damit rechnet er nach eigener Aussage Ende der 2060er-Jahre."

    Also noch 40 Jahre, der Witz oben hat weiter Bestand und es ist eindeutig zu spät für die Verhinderung der Klimakatastrophe.

    Um exakt zu sein: Es dauert noch 42 jahre. Schön. Das ist meine angedachte Restlaufzeit. Dann erlebe ich noch den Stuttgart-21-Effekt der Fusionsenergie - denn in 42 Jahren stellt sich heraus, dass ein neues Systemupdate entwickelt werden muss. :teufel:

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

  • Also noch 40 Jahre, der Witz oben hat weiter Bestand und es ist eindeutig zu spät für die Verhinderung der Klimakatastrophe.

    Die Perspektive, dass Kernfusion in 40 Jahren substanziell zur Energieversorgung beiträgt ist für mich nichts negatives. Um den Klimawandel, an dem wir grundsätzlich sowieso nicht viel werden ändern können, geht es mir dabei nicht.
    Abgesehen davon, dass es ein wesentlicher Teil unseres heutigen Problems ist, dass wir 20 Jahre lang nicht mehr in Sachen investiert haben, bei denen keine Rendite in den nächsten 10 Jahren zu erwarten war (im Gegensatz zu China), ist die Erzeugung eines el. Energieüberschusses auch nicht die einzige Anwendung von Fusion, bei der lasergepumpten Fusion glaube ich persönlich gar nicht an einen Überschuss in für Energieerzeugung relevantem Maßstab, sie wird trotzdem vermutlich zuerst marktreif sein.

  • Letztlich ist die Kernfusion die Technik, die es uns ermöglichen wird trotz Klimawandel und jenseits der Erde eine technisch fortschrittliche Zivilisation aufrecht zu erhalten. Insofern ist sie in gewisser Weise alternativlos, wenn man mal jenseits des Horizonts des eigenen Lebens plant. In gewisser Weise ist es ziemlich fahrlässig, dass die Fusionsforschung in den letzten 20 Jahren wegen Geldmangel gekürzt wurde und z.B. der ITER geschrumpft werden musste, sodass er das ursprüngliche Ziel des letzten Demokraftwerks vor der Kommerzialisierung nicht mehr erreichen kann.

    bei der lasergepumpten Fusion glaube ich persönlich gar nicht an einen Überschuss in für Energieerzeugung relevantem Maßstab, sie wird trotzdem vermutlich zuerst marktreif sein.

    Naja, da darf man sich nichts vormachen. Das ist ein Etikettenschwindel für die Forschung an Nuklearwaffen. Da geht es primär um die Weiterentwicklung der Wasserstoffbomben.

    Einmal editiert, zuletzt von kodi (11. März 2026 10:19)

  • Naja, da darf man sich nichts vormachen. Das ist ein Etikettenschwindel für die Forschung an Nuklearwaffen. Da geht es primär um die Weiterentwicklung der Wasserstoffbomben.

    Sorry, aber das ist Quatsch, Wasserstoffbomben baust du nicht mit Hochleistungslasern, die einen mittelgroßen Gebäudekomplex füllen.

  • Nö, aber du erforscht die Fusionsreaktion damit und mit den Daten speist du deine Modelle für die Simulation neuer Wasserstoffbombendesigns.

    Mag sein und nun?

  • Auch das ist völlig abwegig, ein kontrollierte Fusion ist etwas ganz anderes als eine Wasserstoffbombe (sonst hätten wir sie schon seit 50 Jahren).

    Mal abgesehen davon, dass die Richtung der Schlussfolgerung falsch ist, wurde die Forschung an der Trägheitsfusion anfangs gezielt für militärische Zwecke betrieben. Die mögliche zivile Nutzung ist - wie so oft - eher eine Art "Abfallprodukt" und wird erst seit den 2010er Jahren verstärkt untersucht. Auch die derzeit größte Forschungseinrichtung hierzu (die NIF) wurde v.a. zum Zweck des Erhalts der Kernwaffenkapazitäten ohne Nukleartests geschaffen und finanziert.

    Waffentechnisch kann es sehr interessant sein, zur Zündung einer Fusionsbombe nicht mehr auf die Zündung einer Fissionsbombe angewiesen zu sein. Damit ließe sich die Sprengkraft noch freier variieren und Fusionsbomben u.U. weiter miniaturisieren.

  • Die aktuellen Entwicklungen in dem Bereich kommen aus privatwirtschaftlichen Unternehmen, weder Deutschland noch kommerziellen Firmen kann man ernstlich unterstellen am Bau einer Fusionsbombe zu arbeiten oder an einer Forschung in der Richtung ein wirtschaftliches Interesse zu haben. Wir sind längst in einem sehr spezifischen Bereich, bei dem es um die Stabilisierung einer kontrollierten Fusion geht, nicht um irgendwelche anderen Zwecke.

  • Irgendwie ist der Artikel hier recht interessant. Zumindest bestätigt er meine Aussagen hier im Forum:

    —> https://de.euronews.com/2026/03/11/spa…ender-gaspreise


    Zitate daraus:

    • Fachleute sind sich einig: Die Abhängigkeit von Importen fossiler Brennstoffe macht Staaten hochgradig verwundbar.
    • Der Schwenk zu erneuerbaren Energien zahlt sich für private Haushalte deutlich aus. 2019, vor der Wind- und Solarrevolution, zählte Spanien noch zu den Ländern mit den höchsten Strompreisen Europas. Inzwischen liegt es im unteren Preisfeld.
    • Manche fragen sich, ob Trumps Krieg gegen den Iran Europa unfreiwillig in Richtung sauberer Energietechnik aus chinesischer Produktion treiben könnte. Der Energiefinanzexperte Gerard Reid verweist darauf, dass Erneuerbare langfristig günstiger sind als fossile.

      „Ich wäre lieber von China abhängig, wenn es um den Import von Solarmodulen und Batterien geht, als von Öl und Gas aus dem Golf. Und ich sage Ihnen auch warum: Wenn ich dieses Solarmodul, diese Batterie, dieses Windrad, diesen Transformator kaufe, dann tue ich das einmal in fünfundzwanzig Jahren. Ich muss das nicht jeden Tag neu kaufen.“

    • Hier können ganz normale Bürgerinnen und Bürger ansetzen: Sie senken nicht nur ihre eigenen Energierechnungen, sondern verringern zugleich die Abhängigkeit ihres Landes von fossilen Brennstoffen. Oder wie Marin Gillot vom Analysehaus Strategic Perspectives sagt: „Jede installierte Wärmepumpe, jedes Elektroauto, jedes Windrad und jedes Solarmodul bedeutet weniger importiertes Gas – Molekül für Molekül.“


    Wie bereits an anderer Stelle gesagt, würde ich mir eigentlich von unserer Bundesregierung gerade bei solchen Energiepreisschocks wie dem jetzigen eine Ansprache zur Lage der Nation mit dem Tenor „Jedes Balkonkraftwerk ist eine Frage nationaler Souveränität“ wünschen.

    Der Energiepreisschock zu Beginn des Ukraine-Kriegs hat mich jedenfalls so hart getroffen, dass ich auf die Erneuerbaren umgestellt habe und jetzt im Vgl. zu der Situation vor 4 Jahren sehr viel gelassener der Situation gegenüber stehe.

Werbung