Weitergabe von Klausuren durch Oberstufenleitung an Kollege

  • Das verstehe ich nicht, wie meinst du das? Es geht hier doch nicht um eine persönliche Nachricht des Schülers an dich, sondern um eine Prüfungsleistung.

    Indem ich dem Schüler die sehr gute Note kommuniziert habe und nun klein beigeben musste: „Mh, ja, die Stufenleitung war misstrauisch und der Kollege XY hat auch nochmal drauf geschaut und die denken, dass es da unerlaubte Hilfsmittel gab. Tut mir leid, aber die Stufenleitung hat eine Feststellungsprüfung angesetzt. Muss ich nächste Woche leider mit dir machen.“

    Wie sieht das denn gegenüber den Schülern aus? Meiner Meinung nach doch so, dass ich dämlich/gutmütig etc bin und von der Stufenleitung und anderen Kollegen, die bei den Schülern als kritisch/kleinlich gelten, gejagt werde. Kurz: lieb, aber inkompetent.

  • Viel spannender ist aber doch, wie es zu einer vollen Punktzahl bei analytischen Mängeln kommt.

    Bei der Analyseaufgabe habe ich volle Punkte gegeben, wenn 4 Stilmittel genannt und ihre Wirkung/Absicht erläutert wurde. Der Schüler hat darüber hinaus noch weitere Stilmittel genannt, aber nicht immer genauer erläutert. Weil er aber die 4 hatte, hab ich ihm volle Punkte gegeben.

  • meist liegen die Klausuren am nächsten Tag wieder da und können ausgegeben werden.

    Das heißt doch, die Klausur war noch nicht zurückgegeben. Wie kann es dann zu der Situation kommen, dass die Note dem Schüler schon kommuniziert war? Ich würde da selbst immer erstmal abwarten, was die "Respizienz" ergibt. Besonders, wenn du selber schon sagst,

    Ich habe auch das Gefühl, dass Hausaufgaben mit KI erstellt wurden.

    Irgendwie passt das doch alles nicht so zusammen.

    Ich würde es an deiner Stelle professionell nehmen. Uns kann auch mal was entgehen, wir alle machen Fehler. Es ist gut, wenn manchmal ein Vier-Augen-Prinzip greift und diese korrigiert werden können.

    Ich habe bei einer Abitur-Erstkorrektur mal einen Fehler gemacht, der ohne Zweitkorrektur die Note recht deutlich geändert hätte. Ich war sehr froh, dass es bemerkt wurde.

    Wenn die kontrollierende Instanz selbst nicht vom Fach ist, ist außerdem klar, dass sie bei jemandem eine Einschätzung einholt, der das besser beurteilen kann.

  • Indem ich dem Schüler die sehr gute Note kommuniziert habe und nun klein beigeben musste: „Mh, ja, die Stufenleitung war misstrauisch und der Kollege XY hat auch nochmal drauf geschaut und die denken, dass es da unerlaubte Hilfsmittel gab. Tut mir leid, aber die Stufenleitung hat eine Feststellungsprüfung angesetzt. Muss ich nächste Woche leider mit dir machen.“

    Wäre doch mMn kein großes Problem das genauso zu sagen.

  • Okay, so kann man argumentieren. Ich persönlich finde "viel, aber unsauber" schlimmer, als weniger Aspekte anzuführen und dafür aber über den gesamten Text hinweg handwerklich sauber zu arbeiten, aber das kann man ja oder oder so sehen. Wenn du deine Kriterien transparent darlegen kannst, müsste sich die Situation doch schnell auflösen.

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