Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Kurze Frage an die TZler: Wenn ihr einen unterrichtsfreien Tag habt, seid ihr dann auch an Konferenzen für diesen Tag befreit?

    Ich habe keinen freien Tag, aber ich antworte mal "für eine Freundin": Nein, nicht befreit, alle müssen anwesend sein. Wir haben einen festen Wochentag als Konferenztag, sonst wären manche nie anwesend.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Kurze Frage an die TZler: Wenn ihr einen unterrichtsfreien Tag habt, seid ihr dann auch an Konferenzen für diesen Tag befreit?

    Nein. Wir müssen zu allem hin: Konferenzen, Schilf, DB, Sportfest, Methodentag, Abitraining etc

  • Das Teilzeitproblem ist eben, dass die nicht teilbaren Aufgaben nicht entlastet werden. In TZ wird mehr gearbeitet, als der TZ-Anteil vorsieht. Da macht sich "das System" einen schlanken Fuß, was eigentlich nur mit einer AZ-Erfassung gelöst werden könnte. (Für mich als VZ unnötig, weil es über's Jahr passt.)

    Was ich als familienfreundlich empfunden habe: Durch den flexiblen Teil der AZ konnte ich immer sehr viele Nachmittagstermine der Kinder wahrnehmen. Und die Ferienzeiten mit den Kindern sind extrem wichtig.

    Wenn ich wie meine Nachbarin - Beamtin im OD- von 8 - 12 arbeite, kann ich auch alle Nachmittagstermine wahrnehmen, kann pünktlich Mittagessen kochen und habe keinen Stress mit der täglichen Umstellung.


    Flexible Zeiten braucht man nicht- passende!

  • Okay, danke an alle. Bei uns ist es auch so und übers Jahr verteilt häufen sich doch so einige Termine an.

    Nächste Frage: Findet ihr Konferenztage im Zuge einer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sinnvoll? Wir haben sowas nicht und unsere Konferenzen liegen von Mo bis Do verteilt, Fr nur als Ausnahme. Ich kann mir vorstellen, dass durch einen festen Tag die Betreuung dadurch planbarer wird a la Dienstag ist K-Tag, da benötige ich immer Betreuung, den Rest der Woche bin ich ab 15 Uhr verfügbar.

    Ich sehe dadurch gerade nur Vorteile, aber evtl hatbt ihr da andere Erfahrungen. Gibt es hier jm, der an einer großen Schule/BBS arbeitet und dennoch einen festen Konferenztag hat? Bei der Fülle an Konferenzen bei uns kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ein Tag ausreicht. In den letzten und kommenden Wochen habe ich mittags min 2 Konferenzen nach 15 Uhr

  • Nein.

    Aber wie so oft gilt auch bei diesem Thema: Wer will, sucht Wege, wer nicht will, sucht Ausreden.

    Und urteilen ist verurteilen, es gibt bei uns zu viele Teilzeitkräfte und zu wenig Unterrichtsstunden, die nicht gekoppelt sind, um dies zu ermöglichen. Also bist du der Meinung, dass Teilzeit eingeschränkt werden soll? Oder Teilzeitkräfte unterrichten zu dritt in einer Klasse und die anderen übernehmen allein 3 Klassen?

    (Ich habe jetzt extra den PC eingeschaltet und sehe, du unterrichtest an einer Mittelschule mit 1000 Schülern und fast jeder mit eigenem Stundenplan, weil Wahl in vielen Fächern ab Klasse 5? Musikprofil ab Klasse 5, bilingual ab Klasse 6, mehrere Fremdsprachen, bilingual zudem in 2 weiteren Fächer, ab Klasse 8 mit dem 3. Profilfach (4 Möglichkeiten) gibt es nur noch wenige Fächer im Klassenverbund. Dazu gibt es 3 x Religion und Ethik usw.)

    Und ich dachte immer, Hauptschule würde punkten mit Unterricht in relativ festen Klassen mit wenigen Lehrern. Hier unterrichten oft über 20 KollegInnen in einer Klasse (und bis zu 6 parallel in derselben Stunde).

    Leider hast du keine Ahnung, bist aber fix im verurteilen. Mir reicht Unterricht von 8 Uhr bis 17.15 Uhr, bei noch mehr Zugeständnissen müssten wir noch 2 weitere Stunden pro Tag unterbringen. Das erkannte auch unser ÖPR und erklärte es uns ausführlich. Es wurde alles in der Vergangenheit versucht. Und wenn wir nicht mehr alles anbieten, wechseln die Schüler auf andere Schulen und ich muss pendeln. Das möchte auch keiner von uns.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • hatbt ihr da andere Erfahrungen. Gibt es hier jm, der an einer großen Schule/BBS arbeitet und dennoch einen festen Konferenztag hat? Bei der Fülle an Konferenzen bei uns kann ich mir gar nicht vorstellen, dass ein Tag ausreicht. In den letzten und kommenden Wochen habe ich mittags min 2 Konferenzen nach 15 Uhr

    Ja, wir haben einen festen Konferenzmittag auf Wunsch unserer jungen Eltern genau wegen der Planbarkeit.

    Da wir aber zu viele Slots haben, findet auch Unterricht am Konferenzmittag statt und fällt daher häufig aus. Zum Glück gibt es bei uns nicht allzu viele Konferenzen und Teilkonferenzen finden oft erst ab 15.30 Uhr statt.

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  • Wenn ich wie meine Nachbarin - Beamtin im OD- von 8 - 12 arbeite, kann ich auch alle Nachmittagstermine wahrnehmen, kann pünktlich Mittagessen kochen und habe keinen Stress mit der täglichen Umstellung.


    Flexible Zeiten braucht man nicht- passende!

    Und verdienst genauso viel?

    Die, die ich kenne, verdienen deutlich weniger A8 statt A13.

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  • Ich habe den Eindruck, dass zumindest in meinem Umfeld zuletzt das Interesse an der Aufnahme einer Erzieherausbildung unter jungen Leuten stark gestiegen ist.

    Für meine Schule kann ich berichten, dass das Interesse an der "zweijährigen Berufsfachschule Sozialpädagogische Assistenz" (pro Schuljahr ca. 30-35 Absolvent*innen) und der "zweijährigen Fachschule Sozialpädagogik" (Ausbildung zur Erzieherin/zum Erzieher mit pro Schuljahr ca. 20-25 Absolvent*innen) seit Jahren etwa gleich hoch ist.

    Einführung der praxisintegrierten Ausbildung

    Was meinst du damit?

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Kurze Frage an die TZler: Wenn ihr einen unterrichtsfreien Tag habt, seid ihr dann auch an Konferenzen für diesen Tag befreit?

    Nein, denn unser Konferenztag ist der Donnerstag. Wenn darauf unterrichtsfreie Tage - die bei uns sowohl TZ- als auch VZ-Kräfte haben können - fallen, ist es halt mal für ein halbes oder ganzes Schuljahr "Pech". Das ändert sich aber ja i. d. R. im folgenden Schuljahr wieder.

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  • Gibt es hier jm, der an einer großen Schule/BBS arbeitet und dennoch einen festen Konferenztag hat?

    Ja, siehe oben. Wir haben uns vor etlichen Jahren für einen festen Konferenztag entschieden. Nur die Zeugniskonferenzen finden auch an anderen Nachmittagen statt. Das klappt sehr gut. Ich muss aber auch sagen, dass wir in den vergangenen Jahren - seit der Corona-Zeit - immer weniger Nachmittagstermine in Form von Konferenzen, Dienstbesprechungen und Teamsitzungen haben. Bspw. waren bis vor fünf Jahren noch zwei Fach- und Bildungsgangkonferenzen vorgesehen (die VZ-KuK sind in je einem Fach- und einem Bildungsgangteam, die TZ-KuK nur in einem) pro Halbjahr vorgesehen, dann wurde es auf eine verpflichtende Sitzung "zurückgefahren" und mittlerweile sind es im besten Fall null, d. h. wenn keine Notwendigkeit für eine Konferenz besteht, findet auch keine statt.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Findet ihr Konferenztage im Zuge einer Vereinbarkeit von Arbeit und Familie sinnvoll? Wir haben sowas nicht und unsere Konferenzen liegen von Mo bis Do verteilt, Fr nur als Ausnahme. Ich kann mir vorstellen, dass durch einen festen Tag die Betreuung dadurch planbarer wird a la Dienstag ist K-Tag, da benötige ich immer Betreuung, den Rest der Woche bin ich ab 15 Uhr verfügbar.

    Das Entscheidende ist eigentlich nur die Planbarkeit. Im Prinzip könntest du auch alle Konferenzen des Schuljahres direkt festlegen. (Machen wir übrigens trotz Konferenztag auch.)

    Der Konferenztag hat halt den Vorteil, dass man bei der eigenen Planung nicht groß nachdenken muss, weil es immer der selbe Wochentag ist. An Ganztagsschulen ist das in der Regel der kurze Unterrichtstag.

    Dazu kommt dann dein Punkt, dass Betreuungshelfer auch gerne feste Termine haben.

  • Wir haben zum Beispiel Tage (letzte Unterrichtswoche), wo die SuS den ganzen Tag für ein Fach üben und schriftliche/mündliche Prüfungen durchgehen.
    DAS würde/wird mich nicht stören, bedeutet ja, dass ich einen Kurs zum Abi geführt habe. Dann mache ich jedes Jahr solche Tage.

    Konferenztage: Wechselnde Tage sind doof für die Betreuungsplanung, würden aber diejenigen (egal ob TZ oder VZ, wenn auch natürlich stärker TZ) weniger treffen, die genau an dem Tag sehr wenig oder gar keine Stunden haben.

    Alles hat immer Vor- und Nachteile.

  • Und verdienst genauso viel?

    Die, die ich kenne, verdienen deutlich weniger A8 statt A13.

    Das Argument hat doch nun aber nichts mit der Problematik zu tun. Warum sollte man schlechter eingruppiert werden, wenn man vernünftige Teilzeitbedingungen wünscht? Man verdient weniger, entsprechend der Reduktion. Also 80% der A13 bei 20% Reduktion.

    Aber: erwartet wird von den Vollzeitkolleg*innen scheinbar immer, dass das mit 20 von 25 Unterrichtsstunden abgegolten ist und alles andere in vollem Umfang mitzumachen sei. Das ist einfach falsch und die falsche Herangehensweise.

    Ich selbst hab ewig Vollzeit gearbeitet, auch mit kleinen Kindern, weil ich eben weiß, dass man in Vollzeit am Ende weniger macht als anteilig in TZ. Jetzt ist es mal anders und ich ärgere mich über die TZ-Kolleg*innen die es stillschweigend mitmachen und zudem zusätzlich noch MEHR vorbereiten genauso wie über die scheinheiligen "Wer am Faschingsfest nur halb kommen will hat die Kinder wohl nicht lieb und ist ein großer Miesepeter"- Argumente.

  • Wir haben einen Konferenztag, an den vorherigen Schulen sind die Konferenzen immer Mo-Do durchrotiert. Ich fand das rotierende System deutlich besser, denn es benachteiligt nicht überproportional diejenigen, die am Konferenztag frei oder nur einen kurzen Tag haben.

    Dass Teilzeitkräfte überall uneingeschänkt teilnehmen müssen, wie einige berichten, spricht für ein schlechtes Teilzeitkonzept. Unsere Teilzeitler gehen früher (konnten z.B. am pädagogischen Tag zur Mittagspause gehen). An der letzten Schule haben Leute mit 50%-Stellen Tandems gebildet, abwechselnd an Konferenzen teilgenommen und sich gegenseitig informiert. Geht alles, wenn man denn möchte.

  • Was meinst du damit?

    Die klassische Erzieherausbildung (m/w/d) ist ja, wenn ich richtig informiert bin, eine schulische Ausbildung, die nicht vergütet wird. Und dann gibt es seit ein paar Jahren das Modell der praxisintegrierten Ausbildung, bei der, analog zur dualen Ausbildung, die Auszubildenden (m/w/d) einer pädagogischen Einrichtung fest zugeordnet sind und auch eine Vergütung erhalten.

  • Wieso sollte es schwierig sein? Das halten immer nur die Vollzeitkräfte für schwierig, weil sie ihre Vorteile nicht abgeben möchten.

    Wenn man konsequent Ausflüge, TdoT, Konferenzen, Elterngespräche, Klassenleitungsaufgaben, Aufsichten etc. prozentual anteilig vergeben würde, müssten die Vollzeitkräfte diese Aufgaben bis zu den 100% übernehmen. Oder eine Klasse macht weniger Ausflüge, das Sommerfest hat einen Stand weniger Aber da quengeln dann nicht nur Kollegen sondern auch Schulleitung und Eltern oft genug.

    Es ist nicht nur eine Frage des Wollens. Die Probleme sind systemimmanent. Wir arbeiten und mit Menschen und können die Arbeiten nicht einfach an eine andere Person übergeben. Die Verkäuferin macht ihre Kasse zu und die nächste macht einfach an gleicher Stelle weiter. Das geht im Unterricht nicht.

    Wenn Du Religion an der Sek 1 unterrichtest, kann man sicherlich einen guten Stundenplan basteln. Aber was ist, wenn Du Deutsch in der ersten Klasse unterrichtest? Unterrichtet dann Person A die Klasse Montags und Dienstags, Person B übernimmt Mittwoch und Donnerstags den Unterricht und Freitag kommt Person C?

    Wir haben an den Grundschulen einen immensen Teilzeitkräfteanteil. Vielleicht sind 20% Vollzeitkräfte. Wie soll es mit Konferenzen, Ordnungsmaßnahmen, Elterngesprächen, Expertengesprächen funktionieren? Irgendjemand hat immer seinen freien Tag. Dann kannst Du auch Kollegen nicht einfach ersetzen, weil alle nur Teilzeit arbeiten wollen.

    Sicherlich muss nicht jede Klasse das gleiche Programm haben. Aber irgendwann werden Eltern und Schüler auch meckern. Und grundsätzlich sollte es doch zu mindestens auch ähnlich sein. Wenn Klasse 3a nur Montags und Dienstags Ausflüge machen kann, weil sonst Frau Müller ihren freie Tage hat, ist das ein Problem. Und wenn wir 80% Teilzeitquote haben, kann man sie auch nicht ersetzen.

    Überregionale Veranstaltungen können kaum einzelne Lehrkräfte berücksichtigen. Für bestimmte Fortbildungen muss ich einfach an bestimmten Zeiten präsent sein.

    Es gibt einfach unteilbare Aufgaben. Nicht aus Sicht des Arbeitsrechtes sondern aus der Realität heraus. Wenn ich in der Grundschule ein extrem auffälliges Kind habe, ist es vielleicht nur die Klassenlehrkraft, die es wieder einfangen kann. Wenn sich eine Schülerin gerade ihre Lehrkraft anvertraut hat, kann nicht am nächsten Tag Kollege XY kommen und dort weitermachen. Wenn ich Kinder zielgerichtet fördern will, kann man das oft nur schwierig aufteilen.

    Alles hängt auch wieder von den Fächern ab. Die Sportlehrkraft wird es eher umsetzen können als jemand der Hauptfächer unterrichtet. Wenn dann Elternsprechtag ist, will mich jedes Elternteil ausführlich sprechen. Dann kann ich nicht sagen, ich habe aber Teilzeit.

    Letztlich ist es auch bei Vollzeitkräften nicht anders. Keiner von uns kann sagen, das sind meine 40 Stunden und nur innerhalb dieses Zeitraumes stehe ich zur Verfügung. Wie oft ist man abends in der Schule. Wenn ich sagen würde, dass ich täglich von 8 - 17 Uhr zur Verfügung stehe und außerhalb dieser Zeit nicht, klappt es auch nicht. Schule muss auch mal spontan reagieren. Wenn etwas schlimmes passiert, muss man kurzfristig einen gemeinsam Termin vereinbaren.

    Auch ein Notarzt, ein Polizist oder was auch immer, muss damit rechnen. Dafür sind die meisten Lehrkräfte auch verbeamtet.

    Letztlich kann man gemeinsam vieles erreichen und gute Kompromisse finden. Aber als Teilzeitlehrkraft muss man auch wissen, dass Teilzeit in unserem Bereich nur schwierig umzusetzen ist und sich oft nicht so lohnt.

  • Letztlich kann man gemeinsam vieles erreichen und gute Kompromisse finden. Aber als Teilzeitlehrkraft muss man auch wissen, dass Teilzeit in unserem Bereich nur schwierig umzusetzen ist und sich oft nicht so lohnt.

    Aber weil es schwer umzusetzen ist, ist das dennoch kein Grund, TZ-Kräfte über ihr TZ-Maß hinaus arbeiten zu lassen.

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

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