? Vertretung an der Ganztagsschule

  • ...Im Extremfall erfährt man dann morgens in der Schule, dass man die 6b heute in der 3. hat und nicht erst übermorgen in der 1. die dann für alle entfällt...

    So ist es bei meinem Kind auch. Da wird ständig irgendwas geschoben und irgendwas fällt aus. Da fragt man sich als Eltern eher, wie die Kolleg*innen den Stoff durchkriegen und als Kollegin fragt man sich, welche Akrobatik die Vertretungsplaner vollbringen aber sinnlos rumsitzen tut m.E. niemand.

  • Es ist doch auch jedes Mal ein kleiner Stressfaktor, wenn man auf Abruf da sitzt, oder? Ich empfinde dieses Ungeplante bereits beim Lesen als anstrengend.

    Jein. Viele Vertretungen sind absehbar weil die Lehrkräfte wegen geplanter Veranstaltungen/Einsätze verhindert sind, da weiß man das dann ein oder zwei Tage vorher, und spontane Vertretungen werden in der Regel frühmorgens gesetzt. Ich empfinde es hauptsächlich als nervig, immer mal wieder eine Bereitschaftsstunde zu haben in der ich nur im LZ rumsitze weil ich die Zeit eben nicht sicher für sonstige Arbeiten vorplanen kann oder halt gerade keine geeigneten anfallen. Besonders wenn das dann in einer 1. Stunde ist...

  • dass wenn möglich eher eine Stunde ausfällt als dass abrechenbare Mehrarbeit generiert wird,

    Den Vertretungsplanern und auch dem Stellv ist das völlig egal, ob abrechenbare MA generiert wird oder nicht, weil sie es nicht aus der eigenen Tasche zahlen und es auch niemanden interessiert und auch niemand anspricht, wieviel Mehrarbeit ausgezahlt wird.

  • Das heißt, mit 25,5 Stunden die Woche (VZ Gym NRW) kann ich einen Stundenplan von 27 Stundenslots haben (24 Unterrichts plus 3 Lernzeiten haben), plus 2-4 Freistunden plus 3-4 Vertretungsbereitschaften außerhalb dieser Freistunden. (plus Hofaufsichten vor / zwischen / nach dem Unterricht)
    In einer Halbtagsschule wäre es schon kaum möglich, weil es schon mehr als die mögliche Sek-1-Slots-Anzahl ist.

    Ja, das ist mein Punkt: liege ich dann richtig mit meiner Vermutung, dass an den gebundenen Ganztagsschulen, egal ob Gesamtschule oder Gymnasium, die zeitliche Anwesenheit definitiv höher ist als bei normalen Gymnasien?

    Ich frage auch deshalb, weil ich es von anderen Schulen, besonders Berufsbildenden Schulen und Weiterbildungskollegs kenne, dass dort eben keine oder wenig Aufsichten vorhanden sind und bei Abwesenheit der Schüler die Stunden einfach ausfallen, Vertretung eher selten. Bei Berufsschulen kommt hinzu, dass bei weniger als 6h am Tag die Klasse gerne abbestellt wird (weil z.B. ein Fachkollege mit 3 und mehr Stunden an dem Tag nicht da ist), was bedeutet, dass die anderen Kollegen an dem Tag in der Klasse dann auch frei haben.

    Insofern habe ich das Gefühl, dass die Arbeit an einer Schule mit gebundenem Ganztag von der zeitlichen Belastung doch höher liegt als an den anderen genannten Schulformen - oder übersehe ich da etwas?

  • Ja, das ist mein Punkt: liege ich dann richtig mit meiner Vermutung, dass an den gebundenen Ganztagsschulen, egal ob Gesamtschule oder Gymnasium, die zeitliche Anwesenheit definitiv höher ist als bei normalen Gymnasien?

    Nein, warum sollte das so sein? Am Deputat ändert sich ja nichts. Natürlich kommen dann auch Einsätze am Nachmittag vor, dafür kann es aber auch sein, dass man halt erst gegen 12 Uhr da sein muss. So verkehrt ist das nicht, gerade wenn man dadurch auch in Vollzeit mal einen freien Vormittag für private Termine hat.

  • Vertretungsbereitschaften, bei denen man sich zur Verfügung halten muss, sind zumindest bei Angestellten voll auf das Deputat anzurechnen und somit unzulässig. Der Angestellte stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung und muss dann auch dafür bezahlt werden.

  • Vertretungsbereitschaften, bei denen man sich zur Verfügung halten muss, sind zumindest bei Angestellten voll auf das Deputat anzurechnen und somit unzulässig. Der Angestellte stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung und muss dann auch dafür bezahlt werden.

    Dass die Vertretungsbereitschaften dieser Form in vollem Umfang Arbeitszeit sind, ist unstrittig. Unsere Arbeitszeit besteht aber nicht nur aus Deputatsstunden. Nicht abgerufene Vertretungsbereitschaften können genauso gut auch für andere außerunterrichtliche Tätigkeiten genutzt werden, die in der Woche ohnehin angefallen wären.


    Rein vorsorglich: Nein, das soll natürlich nicht heißen, dass dann einfach über diese Schiene eine generelle Präsenzpflicht über die volle Arbeitszeit eingeführt werden kann. Es heißt aber auch nicht, dass im anderen Extrem gar keine solcher Präsenzen eingeplant werden können...auch ohne direkte Anrechnung im Deputat.

  • Ich kenne es nur so, dass diese Bereitschaftsstunden in der Gesamtlehrerkonferenz so beschlossen wurde, weil der Mehrheit der Kollegen die Planbarkeit wichtiger ist als möglichst geringe Anwesenheitszeiten. Und zumindest bei uns ist es kein Problem sich von so einer Bereitschaftsstunde auch einfach mal ausplanen zu lassen, wenn ein Termin, dienstlich wie privat, ansteht. Es entfällt ja kein Unterricht.


    Ich habe bei dem Thema den Eindruck, es ist wie bei den Eltern, die in Konferenzen sitzen. Entweder man hat sie und findet sie gut bzw. mindestens okay, oder man ist dagegen (Ausnahmen gibt es sicher in beiden Fällen.)

    Auch im offenen Ganztag sind insbesondere Grundschulkollegen länger am Nachmittag in der Schule als früher (Ergänzung: z.B. als es früher nötig war).

    LG DFU

    Einmal editiert, zuletzt von DFU (21. April 2026 23:20)

  • Ja, das ist mein Punkt: liege ich dann richtig mit meiner Vermutung, dass an den gebundenen Ganztagsschulen, egal ob Gesamtschule oder Gymnasium, die zeitliche Anwesenheit definitiv höher ist als bei normalen Gymnasien?

    Ich frage auch deshalb, weil ich es von anderen Schulen, besonders Berufsbildenden Schulen und Weiterbildungskollegs kenne, dass dort eben keine oder wenig Aufsichten vorhanden sind und bei Abwesenheit der Schüler die Stunden einfach ausfallen, Vertretung eher selten. Bei Berufsschulen kommt hinzu, dass bei weniger als 6h am Tag die Klasse gerne abbestellt wird (weil z.B. ein Fachkollege mit 3 und mehr Stunden an dem Tag nicht da ist), was bedeutet, dass die anderen Kollegen an dem Tag in der Klasse dann auch frei haben.

    Insofern habe ich das Gefühl, dass die Arbeit an einer Schule mit gebundenem Ganztag von der zeitlichen Belastung doch höher liegt als an den anderen genannten Schulformen - oder übersehe ich da etwas?

    Sehe ich auch so. Ich war am Gymnasium ohne Ganztag, da gabs 2-3 Bereitschaftsstunden und das wars. Außerhalb der Bereitschaften hatte ich dort nie Vertretung. Am WBK sowieso nicht, jetzt am BK wird - wenn möglich - verschoben oder vorgezogen, ansonsten haben wir überwiegend Parallelaufsichten. Dass mal eine Zusatzstunde durch Vertretung anfällt, kommt ab und an vor, ist mir aber bisher auch eher selten passiert. Dafür gab es auf der anderen Seite der Bilanz aber auch Ausfallstunden durch abbestellt Klassen, insofern habe ich nicht das Gefühl, sonderlich oft Mehrarbeit zu leisten.

    Leute im Ganztag scheinen mir deutlich mehr präsent sein zu müssen (ob mit oder ohne Einsatz).

  • Ich kenne es nur so, dass diese Bereitschaftsstunden in der Gesamtlehrerkonferenz so beschlossen wurde, weil der Mehrheit der Kollegen die Planbarkeit wichtiger ist als möglichst geringe Anwesenheitszeiten. Und zumindest bei uns ist es kein Problem sich von so einer Bereitschaftsstunde auch einfach mal ausplanen zu lassen, wenn ein Termin, dienstlich wie privat, ansteht. Es entfällt ja kein Unterricht.


    Ich habe bei dem Thema den Eindruck, es ist wie bei den Eltern, die in Konferenzen sitzen. Entweder man hat sie und findet sie gut bzw. mindestens okay, oder man ist dagegen (Ausnahmen gibt es sicher in beiden Fällen.)

    ...

    Also ich finde die obige Erklärung schlüssig.

    (Im Gegensatz zu den Eltern in der Konferenz, da hat wirklich noch nie ein Argument überzeugt :flieh:)

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