Neue APO-GOSt NRW

  • die Schule schränkt doch jetzt schon permanent Wahlmöglichkeiten der SuS ein. zB. bei der Begrenzung der Wochenstunden, dass nur 1 Zusatzkurs genommen werden kann, der Latein-LK aufgrund zu geringer Nachfrage oder Nichtpassung mit dem Schulprofil nicht eingerichtet wird, bestimme LK-Profile gewählt werden müssen, nicht jede Fachschaft eigenständig die Klausurzeit im Korridor für sich festlegt, bei Wahl einer neueinsetzenden Fremdsprache aus stundenplantechnischen Gründen irgendwas nicht gewählt werden kann etc. Begründet wird das immer mit: System.

    die Festlegung, dass alle im Projektkurs die Prüfung im 5. Fach ablegen sollen ist ebenfalls genau eine solche Wahleinschränkung, aber es sind doch noch sehr viele andere Optionen denkbar, die dann halt schulspezifisch bestimmte Effekte aufs System haben. Die werden dann halt nicht als "Wahleinschränkungen" gelabelt.

  • Vereinheitlichung und Vergleichbarkeit scheint jetzt keine Rolle zu spielen.

    Das würde auch dem Grundsatz widersprechen, dass Bildung Ländersache ist. Damit wird ja bewusst in Kauf genommen, dass es Unterschiede zwischend den Ländern gibt und das ist erst einmal nicht schlecht, denn wenn z.B. Schleswig-Holstein etwas ausprobiert und damit bei den Schülern (m/w/d) einen messbaren Kompetenzzuwachs erzielt, kann z.B. Thüringen daraufhin überlegen, ob es sich davon etwas abschauen oder bei dem eigenen Modell bleibt, weil man damit bisher ganz gut gefahren ist. Das berücksichtigt auch regionale Besonderheiten eher als "alle im Gleichschritt Marsch", denn auch demographisch ist z.B. Sachsen-Anhalt ganz anders zusammengesetzt als ein Stadtstaat wie Berlin.

  • Auch im föderalen System können natürlich gemeinsame Beschlüsse beschlossen werden. Neben den genannten Beispielen gibt es ja auch regelmäßige Kooperationen zwischen Berlin und Brandenburg, z.B. bei der Positionierung zu Religion als Schulfach oder der Dauer der Primarstufe. Dennoch steht über etwaigen gemeinsamen Beschlüssen das föderale Recht auf Bildungshoheit. Bundesländer dürfen eigene Wege gehen, was bis zu einem gewissen Grad auch insofern von anderen Bundesländern toleriert wird, dass Schulabschlüsse gegenseitig anerkannt werden. Theoretisch bestünde aber die Möglichkeit, dass die Bildungspolitik eines Bundeslandes so sehr aus dem Rahmen fällt, dass ein anderes Bundesland die Anerkennung versagt. Das wäre dann auch vom föderalen Recht auf Bildungshoheit abgedeckt.

  • Das würde auch dem Grundsatz widersprechen, dass Bildung Ländersache ist. Damit wird ja bewusst in Kauf genommen, dass es Unterschiede zwischend den Ländern gibt und das ist erst einmal nicht schlecht, denn wenn z.B. Schleswig-Holstein etwas ausprobiert und damit bei den Schülern (m/w/d) einen messbaren Kompetenzzuwachs erzielt, kann z.B. Thüringen daraufhin überlegen, ob es sich davon etwas abschauen oder bei dem eigenen Modell bleibt, weil man damit bisher ganz gut gefahren ist. Das berücksichtigt auch regionale Besonderheiten eher als "alle im Gleichschritt Marsch", denn auch demographisch ist z.B. Sachsen-Anhalt ganz anders zusammengesetzt als ein Stadtstaat wie Berlin.

    Es ist schon problematisch, ausgerechnet beim Abitur Unterschiede zu machen. Frag einmal jemanden, der ein NC-Studienfach wählt und es passt auch nicht zur Vereinheitlichung, nach und nach müssen alle Fächer die Hälfte ihrer Abituraufgaben aus einem IQB-Pool wählen, Mathe und Sprachen schon länger, Naturwissenschaften seit 25, die anderen sollen folgen. In Baden-Württemberg gibt es seitdem extremen Korrekturstress, weil die scschriftlichen Prüfungen viel später im Vergleich zu früher erfolgen. (Ich habe noch direkt nach den Weihnachtsferien geschrieben, nachdem wir nicht mehr bei den Sommerferien rotieren, lag der Zeitraum im März. Jetzt bleibt manchmal für die Korrektur keine 5 Tage inkl. Wochenende, überziehen ist nicht möglich, wenn jemand krank wird oder nur heftig Migräne hat, muss sofort ein anderer Kollege ran. An der unabhängigen Drittkorrektur wird festgehalten.)

    Es geht um zentrale Prüfungen, die zum Studium berechtigen. Es besteht sonst die Gefahr, dass zusätzliche zentrale Prüfungen abgelegt werden müssen und das Abitur nicht mehr reicht, ich habe das in den USA erlebt.

    Regionale Unterschiede können in der Unterrichtszeit verwirklicht werden. Und auch da kann und darf nicht jede Schule machen, was sie will.

    Andere Bundesländer müssen übrigens nicht unbedingt das Abitur anerkennen. Bei den Vorschlägen der AfD in Sachsen-Anhalt wurde bereits gewarnt.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Aktuell ist z.B. immer noch in einigen Bundesländern Mathematik in der Sekundarstufe II belegungs- aber nicht prüfungspflichtig. Da kann man auch das Für und Wider diskutieren. Eine zunehmende Vereinheitlichung kann man aber, auch aus historischen Gründen, durchaus kritisch betrachten. Und du hast mit dem letzten Absatz natürlich Recht, worauf ich zuvor ja auch hingewiesen habe.

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