Schlägereien während der Pausenaufsicht

  • Wenn die Argumente ausgehen, fängt man an zu beleidigen ...

    Das ist keine Beleidigung, lediglich eine Feststellung. Du hast die bisherige Diskussion ganz offensichtlich nicht verstanden. Das macht es unmöglich, mit dir weiter zu diskutieren. Das ist ansich nichts Schlimmes. Du bist Lehrer, kein Jurist. Ein bisschen Einsichtsfähigkeit wäre nur hilfreich.

    Viel problematischer ist dein unreflektierter Umgang mit KI. Aber das ist hier nicht das Thema.

  • Aber Ratatouille schreibt es doch selber, das Eingreifen muss zumutbar gewesen sein. Ich muss mich nicht in eine Gefahrensituation begeben.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Für diejenigen, die es ggf. interessiert, findet sich hier ein aktuelles Interview mit der berliner Bildungssenatorin zum Thema "Gewalt an (Grund-)Schulen":

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  • Beitrag von Magellan (22. Juni 2026 21:44)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (22. Juni 2026 21:46).
  • Ich hatte die Situation vor rund einem halben Jahr und habe dabei ein blaues Auge kassiert. Würde aus heutiger Sicht nicht noch einmal dazwischen gehen und die Kollegen hinzuholen, da nicht zumutbar.

    Allerdings waren meine Streithähne auch 16 und 17. Da hat man auch als Schlichter schlechtere Karten, als wenn sich zwei Erstklässler prügeln. Ich habe die Verletzung auch in keiner Weise auf mich bezogen. Ich stand eben ungünstig und die zwei waren so sehr in Rage, dass es versehentlich auch mich getroffen hat. Hinterher habe ich anstandslos Entschuldigungen von beiden erhalten (Nur untereinander haben sie sich nicht entschuldigt und sind sich bis heute spinnefeind.)

  • Zitat

    Ich hatte die Situation vor rund einem halben Jahr und habe dabei ein blaues Auge kassiert. Würde aus heutiger Sicht nicht noch einmal dazwischen gehen und die Kollegen hinzuholen, da nicht zumutbar.

    Allerdings waren meine Streithähne auch 16 und 17. Da hat man auch als Schlichter schlechtere Karten, als wenn sich zwei Erstklässler prügeln. Ich habe die Verletzung auch in keiner Weise auf mich bezogen. Ich stand eben ungünstig und die zwei waren so sehr in Rage, dass es versehentlich auch mich getroffen hat. Hinterher habe ich anstandslos Entschuldigungen von beiden erhalten (Nur untereinander haben sie sich nicht entschuldigt und sind sich bis heute spinnefeind.)

    Wie bist du denn vorgegangen? Also zunächst verbal? Was hast du gerufen? Haben sie dann aufgehört als du körperlich interveniert hast und getroffen wurdest?

    Tut mir leid, dass du da etwas von mitgetragen hast! Deshalb gerade bei den älteren Schülern würde ich immer zunächst eine zweite Lehrkraft dazuholen vor der Erstintervention auch wenn das bedeutet, dass beide Kontrahenten sich noch ewas länger prügeln.

  • Also erst einmal vielen Dank für den regen Austausch und die vielen Antworten auf meine Ausgangsfrage, auch wenn nicht alle Antworten darauf abzielten.

    Hätte nicht gedacht, dass auf das Thema so viele Meinungen aufkommen.

    Ich halte mal fest zu meinen Ausgangsfragen wenn ich es richtig in der Gesamtheit überblickt habe:

    • Ob ihr bei einer Prügelei unter Schülern körperlich eingreift oder eingreifen würdet, ist sehr unterschiedlich angesehen und weitestgehend nicht einheitlich geregelt. Viele sind der Meinung, es gehört durch die Garantenstellung dazu, bei körperlichen Auseinandersetzungen unter Schülern einzugreifen und dabei auch Blessuren in Kauf nehmen zu müssen. Andere meinen dies nicht oder wenn nur bis zu dem Punkt, an dem sich die Lehrkraft nicht selbst in ernster Gefahr sieht, sich zu verletzen.
    • Wenn ihr interveniert, ist es situationsabhängig, ob ihr die Streithähne am Ort belasst und den Konflikt noch dort versucht zu klären oder beide Beteiligten mit ins Gebäude nehmt,
    • Wenn ihr die Kontrahenten mit ins Gebäude nehmt und eure Pausenaufsicht noch nicht zu Ende ist, schickt ihr entweder andere Schüler um eine Lehrkraft zu holen, die die weitere Pause die Aufsicht übernimmt oder informiert selbst im Lehrerzimmer, dass jemand für den Rest der Pause die Aufsicht zu Ende führen muss.

    Ich möchte dazu mal auf einen Ratgeber zur Gewaltprävention an Grundschulen hinweisen, der sogenannte Interventionsregeln für Lehrkräfte bei Schlägereien festgehalten hat.

    https://schulische-gewaltpraevention.org/download/grundschule.pdf

    Auf Seite 389, Kapitel 4.3 Material M6 ist eine ganze Seite dazu.

    Vielleicht könnt ihr mal schauen, ob ihr die Regeln als sinnvoll erachtet und ggf. teils davon auch schon so vorgegangen seid.

    Mir fehlt darin der Umgang mit Mitschülern, die den Konflikt durch ihr Verhalten bestärken.

    Auf jüngere Schüler bis zu den jüngeren Klassen der SEK I kann man die Interventionsregeln ggf. noch anwenden, bei älteren SuS sind einige Punkte kaum durchsetzungsfähig meiner Meinung nach.

    Vielleicht schreibe ich den einen oder anderen von euch noch persönlich an, wenn mir zu euren einzelnen Antworten noch etwas einfällt.

    LG

  • Genau das hatten wir am Gymnasium. 13jähriger Schüler mit Kombination aus LE und ESE wird in das 2. Halbjahr einer 5. (!) Klasse gestopft und geht regelmäßig mit Stühlen und Besen auf seine körperlich komplett unterlegenen Mitschüler los. Absolute Zumutung. Aber: auch mir war dieses Kind in Rage körperlich überlegen und ganz sicher gehe ich dann nicht dazwischen und stell mich selbst in die Schusslinie.

    Traurigerweise muss man sagen, dass die häufigen Verletzungen von Mitschülern hier immerhin erwirkt haben, dass er nach ein paar Monaten erfolgreich der Schule verwiesen werden konnte.


    Wenn das regelmäßig ist, hätte ich hier direkt § 54 gezogen und das wäre nach einer Woche erledigt gewesen.

  • Das Kind war ein Wanderpokal und wir waren schon die xte Schule. Wir mussten erst diverse Suspendierungen und Kurzbeschulung etc. durchexerzieren, bevor wir ihn verweisen konnten.

  • Weißt du, ob das Kind zu dem Zeitpunkt schon in Inobhutnahme war?

    Nein, war es nicht. Ich denke auch nicht, dass es dafür einen für das Jugendamt ausreichenden Grund gab. Die Eltern wirkten selbst sehr einfach gestrickt, waren aber nicht unkooperativ oder unbemüht. Der Vater hat sogar mich als "nur Nebensfachlehrerin" jedes Mal, wenn ich ihn abholen lassen habe, angerufen, wollte genau wissen, was passiert ist und hatte großes Leid, dass der Junge doch irgendwo beschult werden müsse und noch eine Chance bräuchte.

    Meines Erachtens war das Kind einfach mit dem Regelschulsetting überfordert und auch frustriert, dass er so viel älter war, aber kognitiv mit den Mitschülern am Gymnasium nicht mithalten konnte. Wir hatten damals auch keine Sonderpädagogin und eine Schulbegleitung hatte er ebenfalls nicht. Insgesamt sehr ungünstig.

  • Es ist ein kleiner Trost, dass die Eltern zumindest nicht komplett unkooperativ waren. Dennoch, wenn ein Kind schon von mehreren (!) Schulen geflogen ist, ist das ein Zeichen dafür, dass die Eltern mit der Erziehung hoffnungslos überfordert sind, und das über einen längeren Zeitraum laufen zu lassen, ist in meinen Augen auch eine Form von Kindesmissbrauch. Hilfslosigkeit bei gleichzeitiger Verweigerung, sich Hilfe zu suchen, schadet einem Kind eben auch in erheblichem Maße. Hier hätte aber auch die Jugendhilfe viel früher hellhörig werden müssen, denn bereits ein erzwungener Schulwechsel ist ein Warnsignal, dass etwas gewaltig in die falsche Richtung geht. Das passiert nicht, weil ein Kind mal einen schlechten Tag hat.

  • Ich hatte die Situation vor rund einem halben Jahr und habe dabei ein blaues Auge kassiert. Würde aus heutiger Sicht nicht noch einmal dazwischen gehen und die Kollegen hinzuholen, da nicht zumutbar.

    Aus Interesse: Hast du das als Dienstunfall oder irgendwie anders gemeldet?

  • Es ist ein kleiner Trost, dass die Eltern zumindest nicht komplett unkooperativ waren. Dennoch, wenn ein Kind schon von mehreren (!) Schulen geflogen ist, ist das ein Zeichen dafür, dass die Eltern mit der Erziehung hoffnungslos überfordert sind, und das über einen längeren Zeitraum laufen zu lassen, ist in meinen Augen auch eine Form von Kindesmissbrauch.

    Das ist eine steile These. Es könnte auch gut sein, dass das Kind professionelle Hilfe braucht, die es vielleicht nicht in dem Maße bekommt, wie es notwendig ist. Das Kind von Schule zu Schule verweisen ist auch keine Lösung. Das kann an den Eltern liegen, kann aber auch am System liegen. Viele Schule tun sich schwer mit echten Systemsprengern. Dazu fehlen Therapieplätze und Hilfsmaßnahmen. Da können die Eltern noch so engagiert und gut sein. Ohne professionelle Hilfe kommt man oft nicht weiter.

  • Steile These finde ich eher, wenn Eltern von "Systemsprengen" glauben oder behaupten es läge an der Schule. Therapie ist natürlich die bessere Option, aber in den meisten Fällen dürfte das systemische Familientherapie sein, weil das gesprengte System seinen Kern im Kernsystem hat. Ich habe bisher nur zweimal verhaltensauffällige Schüler gehabt, bei denen die Eltern in vollem Maße einsichtig und kooperativ gewesen sind und bei beiden Kindern lagen dann aber auch seit der Grundschule gesicherte FX.xx Diagnosen vor, die auch vollumfänglich behandelt wurden...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ich sage keineswegs, dass die Schule schuld ist. Schulen sind oft auch einfach überfordert und werden alleine gelassen. Aber ohne Hintergründe ist absolut unpassend gleich die Schuld am Verhalten der Kinder nur bei den Eltern zu sehen und ihr Verhalten gar als eine Form von Kindesmissbrauch zu sehen. Ich habe auch schon 2-3 Kinder mit schlimmen Diagnosen gehabt und ich weiß was es für eine Kampf für die Eltern ist entsprechende Arzttermine zu bekommen und dann Hilfen zu bekommen. Gerade im ESE-Bereich gibt es bei unser lange Wartelisten. Ich hatte Ende dritte Klasse ein Kind mit selbstgefährdenden Verhalten und ein paar bestehenden Diagnosen. Er musste ein Jahr auf ein Termin bei einer spezialisierten Einrichtung warten. Bis ein Schulhelfer da war, dauert es auch eine Ewigkeit. Dann hat diese Person gekündigt und wir standen wieder fast 4 Monate ohne Hilfe da.

    Das Verhalten von Eltern ist oft problematisch. Aber gerade bei so extrem schwierigen Fällen, liegt es oft nicht (nur) an den Eltern.

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