Zulässigkeit (Anzahl etc.) Vertretungsstunden?

  • Folgende Situation:

    Eine Lehrkraft arbeitet an einer Ganztagsschule (Klasse 5-13) in NRW. Sie hat ihre Arbeitszeit von 25,5 auf 20h reduziert mit ärztlichem Attest, aus gesundheitlichen Gründen.

    Es gibt an der Schule ein Vertretungskonzept mit Vertretungsreserve-Stunden (werden voll deputiert und als erste eingesetzt) und Bereitschaftsstunden. Man hat sich an der Schule darauf geeinigt, dass bei Teilzeit von 2/3 oder weniger eine Bereitschaftsstunde/Woche im Plan sein soll, bei mehr Stunden 2 Bereitschaftsstunden.

    Von den ca. 65 Lehrkräften sind aktuell ca. 10 Lehrkräfte nicht da, einige längerfristig erkrankt, andere auf Fortbildung, Klassenfahrt, Tage religiöser Orientierung etc. Dazu die spontanen Krankmeldungen.

    Jedenfalls musste diese Lehrkraft nicht nur jede ihrer Bereitschaften im ablaufenden Monat für Vertretungen nutzen, sondern es wurden ihr auch kurzfristig ohne weitere Rücksprache Vertretungsstunden vor bzw. nach ihrem Unterricht in den Plan gelegt. Eine Stunde wurde nur nach Protest wieder widerwillig rausgenommen (Lehrkraft hatte Freitag 1.-2. Stunde Unterricht und hatte für kurz danach eine Fahrkarte für einen Zug für einen WE-Trip gebucht, wobei sie durch die Vertretung nach dem Unterricht das Ticket hätte nicht nutzen können).

    Insgesamt kam die Lehrkraft mittlerweile auf 12 Vertretungsstunden im Monat, der erst Mittwoch abläuft, es könnten noch mehr werden.

    Frage 1: ist eine so hohe Vertretungsauslastung bei Teilzeit (aus gesundheitlichen Gründen) überhaupt zulässig?

    Frage 2: darf kurzfristig eine Vertretung ohne Rücksprache auftauchen außerhalb von vereinbarten Vertretungsbereitschaften (mit den entsprechenden Folgen, siehe das Zugticket)?

    Frage 3: werden die Stunden mit diesen 41,52 Euro Tabelle Mehrarbeitsvergütung pauschal bezahlt oder wird dann das Deputat rechnerisch auf die Stundenzahl bis zur vollen Stelle hochgerechnet und erst ab dann mit der Mehrarbeitsvergütung bezahlt? Letzterer Fall wäre finanziell deutlich vorteilhafter.

    Die Lehrkraft verwies mit Blick auf die Spontanvertretungen darauf, dass notfalls eben auch ein Kollege aus der planmäßigen Bereitschaft dann mit 2 Klassen eine Vertretung in der Aula/Mensa etc. durchführen könnte bevor Kollegen ohne vorherige Rücksprache (!) einfach eingesetzt werden. Davon wollte aber die SL nichts wissen.

  • Die Lehrkraft verwies mit Blick auf die Spontanvertretungen darauf, dass notfalls eben auch ein Kollege aus der planmäßigen Bereitschaft dann mit 2 Klassen eine Vertretung in der Aula/Mensa etc. durchführen könnte

    Die Mitbetreuung einer weiteren Klasse ist in NRW rechtlich nicht vorgesehen.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Da die Reduzierung aus gesundh. Gründen erfolgt ist, ist die Anzahl der Vertretungsstunden meines Erachtens schon fragwürdig.

    Wer schreibt, der bleibt. Als Erstes würde ich schriftlich auf die Fürsorgepflicht und die Reduktion der Stundenanzahl aus gesundheitlichen Gründen hinweisen (Überlastungsanzeige). Wenn die SL ordnungsgemäß handelt, wird sie die Person(en), die den Vertretungsplan erstellen, entsprechend anweisen, Rücksicht zu nehmen.

    Falls nicht geschehen, solltest du dir als Beamter eine Teildienstfähigkeit über den Amtsarzt attestieren lassen.

    Zu Frage 1: Aus Fürsorgegründen wohl eher nein, aber wer sich nicht beschwert - insbesondere schriftlich - der wird halt einfach verplant. Alles was mündlich ist, lässt sich halt leicht leugnen und hängt von der Verlässlichkeit und dem Verhältnis zur SL ab.

    Frage 2: Grundsätzlich ja. Jegliche private Planungen, die innerhalb der Unterrichtszeit liegen, sollte man möglichst vorab anmelden, damit sie berücksichtigt werden können. Hätte ich nur die ersten beiden Stunden und ich habe danach Pläne, würde ich immer Bescheid geben. Die Schule kann schon erwarten, dass jemand beispielsweise trotzdem in der 3. Stunde noch zur Verfügung steht.

    (Würde man nun in der 6. Std. plötzlich noch eingeplant, wäre das schon unüblich/fragwürdig und da würde ich wohl auch nicht Bescheid geben, wenn ich weiß, dass ich nach 2 Stunden die Schule verlasse. Aber so plant ja in der Regel keine Schule. Es sind eigtl. immer die anliegenden Stunden.)

    Inwiefern die Schule nun Rücksicht auf angemeldete private Pläne haben muss, weiß ich nicht. Sie könnte sicherlich auch "nein" sagen, gerade bei Engpässen, außer es ist beispielsweise ein Arzttermin.

    Man hat aber nicht das Recht bei personellen Engpässen jegliche Planung außerhalb der regulären Stunden und Bereitschaftsstunden abzulehnen. Die Schule muss auch vernünftig planen können und kann nicht jegliche Sonderwünsche der Einzelnen berücksichtigen. Natürlich sollten die Bereitschaftsstunden vorrangig genutzt werden; das kann aber gerade in der Winterzeit mit vielen Infekten eng werden und die Unterrichtsversorgung muss so gut es geht gewährleistet werden.

    Wenn dies ständig - unabhängig vom Krankenstand passieren würde - wäre es hingegen lausige Planung.

    Frage 3: Bei Teilzeit sind es keine festen Sätze, sondern wird fair vergütet, anteilig am Deputat. Die genaue Rechnung findet man auch irgendwo online. Das ist also kein Problem.

    Dran denken, als Angestellter alles in 6 Monaten abzurechnen. Als Beamter bleiben dir 3 Jahre bis zum Jahresende, also Stunden in diesem Monat können bis 31.12.2029 abgerechnet werden. Als Angestellter muss man da aber ganz schön hinterher sein.

    3 Mal editiert, zuletzt von k_19 (28. September 2026 00:17)

Werbung