Schulbegleitung: Erwartungen

  • Und diese "generieren" i.d.R. auch genug Stunden, um eine durchgehende Begleitung durch eine bestimmte Person haben zu können....trotz Poollösung.

    Hier nicht. In einer Stadt hier, dauerte es teilweise 6 Monate, bis alle Kinder wieder in die Schule konnten, weil die Stadt die Poollösung für alle wieder zurück nahm.

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  • Ich fände es schwierig, als ehemalige Lehrerin als Schulbegleitung zu arbeiten. Zuerst hat man eine Klasse geführt und dann soll man sich als Schulbegleitung zurückhalten.

    Als Lehrerin hatte ich unterschiedliche Schulbegleitungen. Doch schwierig fand ich schon, wenn sie ihre Kompetenzen überschritten haben und sich in Sachen eingemischt haben, was nicht ihre Aufgabe war. Als ehemalige Lehrerin sehe ich da eine große Gefahr.

  • Ich schrieb bereits, deutlich teurer, warum meinst du, wählen Politiker die andere Lösung.

    Mag sein, ja. Momentan sind es aber meines Erachtens ineffizient investierte Gelder, denn die Schulbegleitungen können häufig nicht für Störungsfreiheit sorgen und diese Variante beeinträchtigt somit sehr oft auch den Rest der Klasse. Meinetwegen dürfen Förderschulen gerne mit Geldern überschüttet werden, wenn dadurch 1) das Regelsystem entlastet und entchaotisiert wird, und 2) das einzelne Kind mit Förderbedarf dann kleinere, ruhigere Strukturen vorfindet, in denen es besser lernen kann.

    Mir gehts nicht um Einsparungen, sondern um Ineffizienz. Wir ballern Gelder ohne Ende in Inklusion und es ist trotzdem chaotisch.

  • Die Umstände sind je Bundesland und je Landkreis und je Schule sehr unterschiedlich.

    Offiziell ist die Schulbegleitung als Eingliederungshilfe für genau dieses Kind zuständig. Der Bedarf wird nicht über ein sonderpädagogisches Gutachten der Schule ermittelt. Es ist ein externes Verfahren, in dem Lehrkräfte aber Berichte oder Förderpläne einbringen können und an Hilfeplangesprächen teilnehmen - die Schulbegleitungen hier übrigens nicht.

    Bei einer Pool-Lösung müssen schulintern Entscheidungen getroffen werden, das entzieht sich meiner Kenntnis, die einzige Pool-Lösung die wir bisher hatten, war eine klasseninterne bei einem zusätzlichen Bedarf eines 2. Kindes und Bedürfnissen, die gut abzustimmen oder sogar gleich waren.

    Für die Pension würde ich mir gut überlegen, ob ich wirklich bereit wäre, den täglichen Schulvormittag abzudecken.

    Gerade wenn du mit der Inklusion keine Erfahrung hast, kommst du in ein anderes System mit vielen Anforderungen. Zudem hat das Kind Anspruch auf die tägliche Begleitung.

    Vielleicht gibt es ja auch andere Möglichkeiten, z.B. DaZ/ Vertretung mit ein paar Stunden oder Programme zur Leseförderung o.a., bei denen man etwas flexibler ist und mit unterschiedlichen Kindern arbeitet.

  • und die Brillenträger sollen auch bitte in die Förderschulen? Mensch nervt es doch, dass sie vorne sitzen müssen, sollen sie doch woandershin.

    [/sarkasmus] [/Entsetzung]

  • Und diese "generieren" i.d.R. auch genug Stunden, um eine durchgehende Begleitung durch eine bestimmte Person haben zu können....trotz Poollösung.

    Noch einmal genauer, du schreibst in der Regel, also nicht für alle, ich schrieb, nicht für alle Kinder. Und jetzt stellt sich die Frage, sind 20 % oder 50 % Einzelfälle oder nicht. Und wie viele sind in der Regel?

    Am Gymnasium mag es tatsächlich Einzelfälle sein, in Schulen für besondere Bedürfnisse nicht. Und auch wollte die Stadt sparen.

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  • Momentan sind es aber meines Erachtens ineffizient investierte Gelder, denn die Schulbegleitungen können häufig nicht für Störungsfreiheit sorgen

    Nicht immer sind sie ineffizient investiert. Wenn ich an meine Schule denke, sind 90% unserer SB sinnvoll.

    Ich stimme dir aber unbedingt zu, dass es Förderschulen braucht, viele und gute ausgestattete.

  • Mag sein, ja. Momentan sind es aber meines Erachtens ineffizient investierte Gelder, denn die Schulbegleitungen können häufig nicht für Störungsfreiheit sorgen und diese Variante beeinträchtigt somit sehr oft auch den Rest der Klasse. Meinetwegen dürfen Förderschulen gerne mit Geldern überschüttet werden, wenn dadurch 1) das Regelsystem entlastet und entchaotisiert wird, und 2) das einzelne Kind mit Förderbedarf dann kleinere, ruhigere Strukturen vorfindet, in denen es besser lernen kann.

    Mir gehts nicht um Einsparungen, sondern um Ineffizienz. Wir ballern Gelder ohne Ende in Inklusion und es ist trotzdem chaotisch.

    Schulbegleitung am Gymnasium, nur die ich kenne ich persönlich, ermöglichen einem Kind das Abitur evtl. Studium, guter Verdienst und guter Steuerzahler. Dasselbe Kind an einer Förderschule wird oft stigmatisiert und erreicht weniger.

    Was ist auf Dauer effizient?

    Chaotisch wird es, wenn jeder, der zum Mindestlohn arbeitet, ohne weitere Ausbildung genommen wird, wenn es zu viele Wechsel gibt, weil derjenige inzwischen besser bezahltes findet, wenn einfach nur gespart werden soll.

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  • Schulbegleitung am Gymnasium, nur die ich kenne ich persönlich, ermöglichen einem Kind das Abitur evtl. Studium, guter Verdienst und guter Steuerzahler. Dasselbe Kind an einer Förderschule wird oft stigmatisiert und erreicht weniger.

    Es gibt nach meinem Kenntnisstand überhaupt keine belastbare empirische Forschungsergebnisse darüber, welchen Einfluss die Frage nach Förderschule oder inklusive Bestuhlung auf den Lernerfolg und weiteren Lebensweg hat. Die Befürworter beider Formen nehmen die Behauptung für sich in Anspruch, dass ihr Weg der bessere für das jeweilige Kind ist. Wenn dir Untersuchungen dazu bekannt sind, wäre eine Verlinkung sicher für viele hier Interessent.

  • Wir ballern Gelder ohne Ende in Inklusion

    Tun wir das?

    Kann ich gar nicht erkennen.

    Vor der Inklusion:

    2-3 Stunden sonderpädagogische Grundversorgung für die gesamte Schule, Gutachten erst ab Klasse 2, zum 3. Schuljahr wechselten die Kinder, bei bestimmten Schwerpunkten wurden die Kinder schneller oder generell in Spezialschulen (Internate) gegeben. Zieldifferente Beschulung gab es offiziell gar nicht.

    Mit der Inklusion inzwischen:

    2 Stunden Grundversorgung pro Klasse, sofern dafür Kolleg:innen bereit stehen (sonst auch keine Stunden, Gutachten erst ab Klasse 2, die Kinder wechseln nicht, sondern bleiben, und werden zum Teil zieldifferent -also mit wesentlichen Unterschieden- beschult. Es betrifft weit mehr Förderschwerpunkte, die jetzt inklusiv beschult werden. Spezialschulen gibt es dennoch für bestimmte Schwerpunkte, eine regionale Aus Reifung von Spezialklassen hingegen weniger - also werden die Wege noch weiter.

    Alles andere ist geblieben, wie es war, jedoch mit vielen zusätzlichen Aufgaben für die Lehrkräfte.

    Die Eingliederungshilfe ist nicht an die Schulform gekoppelt, sondern an das Bedürfnis des Kindes, der Toilettengang muss überall begleitet werden, das sehbeeinträchtigte Kind benötigt Unterstützung, bis es selbst hinreichend kompensieren kann.

  • Also Poollösung, funktioniert nicht für alle Kinder. Manche benötigen mehr Betreuung.

    Stimmt. Aber die wenigsten Kinder benötigen eine Dauerbetreuung - zumal es ja auch die Aufgabe einer Schulbegleitung ist, dem Kind zu helfen, zunehmend selbstständiger zu werden (und sich damit selbst als Schulbegleitung überflüssig zu machen). Wobei es solche Kinder natürlich gibt, die permanent jemanden an ihrer Seite brauchen, gar keine Frage.

    Mein Wunsch wäre: eine Klassenassistenz für alle Kinder und in extremen "Härtefällen" noch eine zusätzliche Schulbegleitung für ein einzelnes Kind. Wünsche darf man ja haben... Wobei ich genau das tatsächlich mal erlebt habe und es war die beste Konstellation, die ich jemals hatte.

  • Wir haben viele Autisten, die einfach aufstehen und rausrennen. Da hilft keine Poollösung.

    Doch, kann sie auch. Denn was hilft die eine Einzellösung, wenn dann der Schulhelfer krank ist?!? Da gibts dann ja keine Vertretung, bei einer Poollösung kann man umschieben, das hilft bei uns sehr gut. Und ja, zwei Kinder in einer Klasse müssen nicht gleich zwei Schulhelfer bedeuten, das spart für andere Stellen.

  • Ich bin für folgendes Modell: AmPULS: Klassenassistenz für mehr individuelle Unterstützung (Link ist nur ein Beispiel, es gibt noch viele weitere Seiten dazu und auch bereits Modelle an Schulen).

    Viel besser als Schulbegleitung und ein Gewinn für die ganze Klasse.

    Also Poollösung, funktioniert nicht für alle Kinder. Manche benötigen mehr Betreuung.

    Ich arbeite als Lehrer. Privat bekomme ganz nah mit, wie eine solche Poollösung an mittlerweile etwa 20 Schulen in der Nachbarstadt, einer Großstadt, in NRW funktioniert (die anderen Schulen der Stadt sind noch nicht Teil des Projekts).

    Hier gibt es für jede Klasse eine Klassenassistenz. Es profitieren also alle Kinder von dieser Unterstützung, unabhängig von Einzugsgebiet und Sozialindex. Weil eine Schulbegleitung von den Eltern beantragt wird, ist deren Dichte nämlich ansonsten an den Schulen mit Sozialindex zwei, drei oder vier höher als an den Schulen mit Sozialindex sieben, acht oder neun.

    Dennoch ist eine Schulbegleitung im Sinne einer 1:1-Begleitung weiter möglich, wenn es erforderlich ist. Die Poollösung schließt also das 1:1 nicht aus. Das halte ich für das optimale Modell. An meiner Schule würde es bedeuten, dass es in den 5 Klassen ohne 1:1-Begleitung mehr Unterstützung gäbe. In anderen Klassen säße keine dritte oder vierte 1:1-Begleitung mehr rum.

  • Doch, kann sie auch. Denn was hilft die eine Einzellösung, wenn dann der Schulhelfer krank ist?!? Da gibts dann ja keine Vertretung, bei einer Poollösung kann man umschieben, das hilft bei uns sehr gut. Und ja, zwei Kinder in einer Klasse müssen nicht gleich zwei Schulhelfer bedeuten, das spart für andere Stellen.

    Da hilft auch keine Poollösung. Gerade Autisten mit starker Ausprägung benötigen die vertraute Person. Bereits ein Wechsel zerstört viel. Umschieben würde Schulwechsel unmöglich machen.

    (Du antwortest auf einen Kommentar mit Autismus. Gab es nicht mehrere Fälle, in denen Kinder mit Autismus auch aus Schulen weggelaufen sind und nicht mehr lebend gefunden wurden?)

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  • Du antwortest auf einen Kommentar mit Autismus. Gab es nicht mehrere Fälle, in denen Kinder mit Autismus auch aus Schulen weggelaufen sind und nicht mehr lebend gefunden wurden?)

    Genau das geht eben doch, wenn nämlich die Schulhelfer enger zusammen arbeiten und die Kinder so auch mehrere kennenlernen, dann geht das. Es gibt sicherlich Kombies, die gar nicht gehen, aber ja, wir haben diverse autistische Kinder in der Schule und die fassen meist relativ schnell vertrauen zu anderen, aber man muss eben auch wissen, wie man mit ihnen umgehen muss (oder manchmal auch besser eben nicht umgehen, sondern nur daneben setzen o.ä.)

  • Nein wir ballern eben kein 💸 in die Inklusion. Das was das Ministerium da verzapft ist ein Sparmodell Inklusion light . Derzeit liegen in den meisten Schulen weder die erforderlichen personellen Ressourcen, noch die erforderliche Anzahl von Förderpädagogen insbesondere auch mit der Expertise des jeweiligen Förderbedarfs (was nützt ein Gynäkologe wenn Mann einen Herzchirurgen braucht), noch die räumlichen Anforderungen, noch die erforderlichen Fördermatrialien gegeben. Daher fehlen derzeit die Gelingensbesingungen für erfolgreiche Inklusion in erschreckender Weise.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

    Einmal editiert, zuletzt von chemikus08 (24. Oktober 2026 17:48)

  • Doch, kann sie auch. Denn was hilft die eine Einzellösung, wenn dann der Schulhelfer krank ist?!? Da gibts dann ja keine Vertretung, bei einer Poollösung kann man umschieben, das hilft bei uns sehr gut. Und ja, zwei Kinder in einer Klasse müssen nicht gleich zwei Schulhelfer bedeuten, das spart für andere Stellen.

    Bei uns kommt entweder eine Vertretung oder das Kind muss zuhause bleiben bzw wird von den Eltern wieder abgeholt.

    Ohne SB nicht beschulbar.

    Habe ich wiederholt erlebt. Verschiedene Schüler.

  • oder das Kind muss zuhause bleiben bzw wird von den Eltern wieder abgeholt.

    Und das nennt ihr dann Inklusion?!? Das ist für mich klare Diskriminierung. Das darf einfach nicht sein und noch weniger darf das an die Eltern abgeschoben werden, daher ist eine Poollösung für viele dieser Fälle ein Segen.

    Ich kenne viele Schüler, die problemlos dann auch ohne Schulhelfer oder mit einem Schulhelfer für zwei Kinder beschulbar sind, wie gesagt, das geht sicherlich nicht bei allen Kindern, aber schon eines gibt Ressourcen für andere frei und ja, das ist dann ganz ganz kleinteilige Arbeit, was für wen warum geht, aber das geht und ist eine Lösung, ohne die Eltern in Schwierigkeiten zu bringen (was haben die übrigens damit zu tun, wenn die Schulhelfer nicht kommen?!? Ist doch nicht ihre Aufgabe).

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