Ministerin Gebauer plant den Regelbetrieb

  • Was ich an dieser heutigen Information durch Frau Gebauers Ministerium (wieder einmal) ärgerlich finde:

    1) Der Kölner Stadt-Anzeiger ist mal wieder früher informiert als alle anderen.

    2) Gerade erst sind die Stundenpläne neu geschrieben worden angesichts der Rückkehr einiger vormaliger "Risiko-Lehrkräfte", dann dürfen die Grundschulen wieder neu planen. Und das tatsächlich an den Grundschulen, an denen ja aufgrund der durchgehenden Notbetreuung auch in den Osterferien tatsächlich alle Kolleg*innen, die einsetzbar waren, schon sehr viel leist mussten!

    3) Das Signal an die Öffentlichkeit/die Eltern ist: "Ich, Yvonne Gebauer, öffne alles!" Wenn aber aufgrund der weiterhin fehlenden Kolleg*innen, Hygieneregeln etc. die Schule oder insbesondere die OGS nur eingeschränkt öffnen kann, ist natürlich nicht Düsseldorf schuld...

  • Kiggie : Ok, dann ist es ja ähnlich wie bei uns. Hier kamen zwar erst in dieser Woche die letzten Vollzeitschulformen wieder in die BBS (die einjährigen Berufsfachschulklassen und die Grundstufen in der Berufsschule), aber da laut Erlass auch schon für die Vollzeitklassen, die bereits ihre Abschlussprüfungen hatten (u. a. FOS Kl. 12 und Fachschulen), der Unterricht für dieses Schuljahr beendet ist und die Abschlussklassen der Berufsschule, also die Fachstufe 2, die in den nächsten Wochen ihre IHK- oder HWK-Prüfungen haben, nun bis zu selbigen im Homeschooling sind, ist es gar nicht so voll bei uns. Zudem haben wir ja die Vollzeitklassen mit über 16 SuS geteilt haben (sie kommen im zweitägigen Wechsel in die Schule).


    Tja, es ist schon schwierig. Viele, auch viele meiner Kolleg*innen, sagen, dass sie ihre Kinder schnellstmöglich wieder in der Schule haben möchten, damit sie nicht noch länger zuhause sitzen, andere möchten dies - aus den von Tazz genannten Gründen - auf gar keinen Fall.


    Hier in Niedersachsen soll übrigens ab dem 22.06. - natürlich unter Auflagen - zum Teil auch der Sportuntericht an den Schulen wieder aufgenommen werden.

  • Wir haben Klassen mit 31 Schüler in 4 Gruppen geteilt, mehr als 8 oder 9 Schüler dürfen bei uns nicht in einen Raum.
    Daher ist so der Raum- und Lehrerbedarf sehr hoch.

  • Uiii! So große Klassen haben wir nicht (in einigen zwar mit 28 SuS gestartet, aber - traditionsgemäß - mittlerweile doch so einige SuS im Laufe des Schuljahres "verloren"). Bei uns dürfen laut Vorgabe des KuMi max. 16 SuS in einen Raum, es sei denn, es gibt kleinere oder größere Klassenräume in einer Schule. Bei uns passen in die meisten Räume 10-14 SuS mit genügend Abstand, aber wir haben zum Glück auch ein paar große Räume, wo wir bis zu 22 SuS unterbringen können.

  • Das Signal an die Öffentlichkeit/die Eltern ist: "Ich, Yvonne Gebauer, öffne alles!"

    Und das Signal an die Öffentlichkeit ist ebenfalls, dass Abstandsregeln Unsinn sind. Wenn ein im doppelten Sinn kleiner Teil der Bevölkerung gezwungen wird, die Abstandsregeln nicht einzuhalten, können sie ja nicht so wichtig sein. Sagen ja auch alle, die sich damit nicht so gut auskennen wie Frau Gebauer.


    Oh Mann...


    Dass der Regelbetrieb lange vor dem Impfstoff kommen würde, zeichnete sich ja schon ab. Dass man aber 2 Wochen Regelbetrieb übers Knie bricht, statt ihn noch ein paar Tage auszusetzen und dann 6 Wochen Pause zu haben, hätte ich nicht für möglich gehalten.

    "Jeder Tag zählt", sagte Frau Gebauer. Klar, als Schulministerin kann sie nicht sagen, dass egal ist, ob SuS zwei Wochen mehr oder weniger zur Schule gehen. Ich warte aber freudig darauf, dass dieses konsequente Drängen auf Bildungsmöglichkeiten und die Sicherstellung der geeigneten äußeren Umstände uns lange erhalten bleibt. Auch dann, wenn es um so banale Dinge wie eine gute Personalversorgung und viele weitere Aspekte geht. Vorschhläge hätte ich da einige. Leider, ich nehme es vorweg, kosten die Geld. Aber das wird dann wohl kein Hindernisgrund mehr sein.


    Oh Mann...


    ich drücke allen, die irgrndwie an der Primarstufe beteiligt sind, die Daumen, dass die Sache gut geht. Und dem Rest, dass es dann nach den Sommerferien gut geht, denn es ist ja wohl spätestens jetzt kalr, was kommt.

  • denn es ist ja wohl spätestens jetzt kalr, was kommt.

    Wieso nach den Sommerferien? Man kann doch an den weiterführenden Schulen ab dem 22.06. wieder starten, weil es ab dem 15.06. an den Grundschulen super laufen wird, wie wir am Mittag des 15.06. erfahren werden (in einer Pressemitteilung aus dem Ministerium (oder einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger))..

  • Wieso nach den Sommerferien? Man kann doch an den weiterführenden Schulen ab dem 22.06. wieder starten, weil es ab dem 15.06. an den Grundschulen super laufen wird, wie wir am Mittag des 15.06. erfahren werden (in einer Pressemitteilung aus dem Ministerium (oder einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger))..

    Und am 27.06 gibts Ferien in NRW - dann können wir nochmal eine Woche kräftig "Full House" vor den Sommerferien machen zum rumhängen und Filme gucken um dann in den Ferien zu gucken, was passiert :tanz: Cooler Plan!

    Vor allem würde das auch total viel bringen, weil die Noten sowieso quasi stehen und die Damen und Herren vom Kolleg das zum Anlass nehmen, die Schule nicht mehr mit ihrer Anwesenheit zu beglücken. Andererseits löst das wiederum das Platzproblem :pfeif:

  • Das ist bestimmt sogar Entengrütze - so bescheuert kann Frau Gebauer doch nicht sein🦆

    Da habe ich mich wohl vertan. Also alle Pläne, die zur besseren Planung für die Eltern ja bis zu den Sommerferien gemacht wurden, dürfen die Grundschulen wieder ändern.

    So kann man sich irren...

    Gestern betonte Angela Merkel, dass der Mindestabstand notwendig ist und ruft dazu auf, weiterhin vorsichtig zu sein und ihn einzuhalten. Nicht mal 12 Stunden später beschließt unsere Bildungsministerin, dass der notwendige Mindestabstand in der Grundschule nicht notwendig ist und damit alle Grundschüler ab dem 15.6. wieder in die Schule müssen.

    Meines Erachtens handelt es sich hier um ein Experiment, indem Lehrer, Kinder und Eltern als Versuchsobjekte benutzt werden, um über die Ferien repräsentative Daten zu sammeln, inwiefern sich die Schulöffnungen auf die Infektionszahlen auswirken.

    Die Grundschüler*innen und Grundschullehrer*innen sind Versuchskaninchen. Falls etwas schief geht, reichen (vielleicht) sechs Wochen Sommerferien, um das wieder auszubügeln. Für diesen blinden Aktionismus in NRW gibt es keinen vernünftigen Gund. Wohl aber eine Ursache: Die geballte Inkompetenz und Naivität unserer Bildungsministerin. Wir haben ab dem 15. Juni noch 10 Schultage. Dafür werden jetzt alle funktionierenden Abläufe und Planungen der Schulen umgeworfen.

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • Ich sag mal so - 10 Tage, die Eltern von schulpflichtigen Kindern keinen Urlaub nehmen müssen, der eh schon aufgebraucht ist, sich nicht weiter mit 67% des Nettolohnes begnügen müssen, nicht von Kündigung bedroht sind, ihre Rate wieder für ihr Haus zahlen können, etc pp


    Im anderen Thread "Kleinkindbetreuung Corona" ist das Mitleid groß, dass viele Lehrer jetzt vor dem Problemchen stehen, dass sie 10 Stunden weniger Kita in NRW haben als gebucht ab Montag, aber gleichzeitig fehlt hier völlig der Perspektivwechsel auf die andere Seite.

  • Im anderen Thread "Kleinkindbetreuung Corona" ist das Mitleid groß, dass viele Lehrer jetzt vor dem Problemchen stehen, dass sie 10 Stunden weniger Kita in NRW haben als gebucht ab Montag, aber gleichzeitig fehlt hier völlig der Perspektivwechsel auf die andere Seite.

    Wenn du schon aus dem anderen Thread wiedergibst, dann doch bitte korrekt.

    Das Problem sind nicht die 10 Stunden weniger, sondern die fehlende zeitliche Flexibilität. Immerhin schlägst du ja sogar vor, dass sich ja der Vater Urlaub nehmen könnte.

    Aha, also doch keine Entlastung für die Eltern? Was denn, wenn beide Eltern Lehrer sind? Wer soll sich denn dann den Urlaub nehmen?

  • Irgendwie hatte ich meinen Beruf nie als Kinderbetreuungsjob verstanden.

    Also... so vorher.

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Irgendwie wäre jetzt ein guter Zeitpunkt für ausgiebige Schulausflüge in den Landtag. ;-)

    Das ist bestimmt kein Problem, denn Abstand halten muss man ja nicht mehr und das fiebrig hustende Kind ist nach morgenlicher Experteneinschätzung der eigenen Eltern sicher coronafrei. ;-)

  • Karliczek contra Gebauer:

    Bundesbildungsministerin Anja Karliczek hat vor übereilten Schritten beim Wiedereinstieg in den Schulbetrieb trotz anhaltender Corona-Pandemie gewarnt. "Solange wir noch keinen Impfstoff gegen Covid-19 haben, muss auch an den Schulen weiter allergrößte Vorsicht herrschen, um strukturierten Unterricht anbieten zu können" - Debatte um Schulöffnungen Karliczek warnt vor "Infektionsherden"

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • Berlin hat heute übrigens auch mitgeteilt, dass ab dem neuen Schuljahr alles wieder "normal" stattfindet, Sport und Musikunterricht darf stattfinden, auf direkten Körperkontakt wäre aber zu verzichten, allerdings ist der Abstand von 1,5m abgeschafft.


    Bläserklassen starten mit Theorie.

  • Frage bzgl. NRW:


    Wie interpretiert man bei euch den Punkt mit dem Klassenlehrerunterricht.

    Soll der Unterricht nur beim Klassenlehrer sein oder auch bei anderen Lehrern. Und kann man Lehrer in mehreren Klassen einsetzen oder ist das perse nicht möglich?


    kl. gr. frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Von unseren 11 Klassenlehrer*innen sind nur 4 im Einsatz, die anderen dürfen nicht unterrichten (Attest). Daher sind die 7 noch einsatzbereiten Kolleginnen, die nicht Klassenlehrerinnen sind, mit der Betreuung der restlichen Klassen beauftragt. Jede Klasse hat nur eine/n Lehrer*in. Es findet kein Fachunterricht statt.

    Wir sind am Limit. Wenn einer ausfällt, bricht unser System zusammen.

    „Man darf jetzt nicht alles so schlechtreden, wie es wirklich war.“ – Yvonne Gebauer Fredi Bobic

  • Manche Klassenlehrer haben leider nicht 20 Stunden. Und wir beschulen jede Klasse mit 4 Stunden täglich. Also sind mehrere Lehrer in diesen Klassen. Und in der Klasse der langzeiterkrankten Kollegin sind drei oder vier Lehrer im Einsatz. Jeder unterrichtet Mathe und Deutsch und was er noch so kann.

    Und wer mehr als 20 Stunden unterrichten muss, muss außerdem noch in die Nachmittagsbetreuung der OGS, da die nicht 12 Gruppen beaufsichtigen kann. So viele Leute haben die nicht. Also sind wir auch da eingesetzt.

    Wir sind nicht nur am Limit... wir sind schon drüber.

    Falls jemand in meinen Ferien was von mri will, der soll sich warm anziehen. Ich werde erst wieder in der Pflichtpräsenzzeit MAils lesen und Nachrichten beantworten.

    Und ich werde mich erkundigen,. wann ich wie möglichst bald in Rente gehen kann.

    Ich kann nicht mehr.

    Das Leben ist unberechenbar. Iss das Dessert zuerst!

  • Oh Mann, ihr tut mir wirklich leid! :-(

    Wenn ich das lese, merke ich erst, wie gut es meinen KuK und mir an unserer Schule gerade geht. Wir haben kaum KuK, die ausgefallen sind, und es muss auch nichts vertreten werden. Wir können größtenteils ganz normal unserer Unterricht nach Plan weitermachen (wobei es natürlich ein paar kleinere Änderungen gab), nur in vielen Vollzeitklassen eben mit "halber Besetzung", wenn die SuS nur alle zwei Tage zur Schule kommen, oder in den Berufsschulklassen aufgeteilt in zwei Klassenräume.

    Zwar muss ich für die SuS-Gruppe, die gerade nicht im Präsenzunterricht ist, Arbeitsaufträge für das "Homeschooling" erstellen, aber da nehme ich halt Aufgaben, die ich sonst als Hausaufgaben verwenden würde, und kann diese ja auch zweimal verwenden.

  • So kann man sich irren...

    Die Grundschüler*innen und Grundschullehrer*innen sind Versuchskaninchen. Falls etwas schief geht, reichen (vielleicht) sechs Wochen Sommerferien, um das wieder auszubügeln. Für diesen blinden Aktionismus in NRW gibt es keinen vernünftigen Gund. Wohl aber eine Ursache: Die geballte Inkompetenz und Naivität unserer Bildungsministerin. Wir haben ab dem 15. Juni noch 10 Schultage. Dafür werden jetzt alle funktionierenden Abläufe und Planungen der Schulen umgeworfen.

    Ich weiß ja nicht. Heute hat mich sogar unser Hausmeister in der Schule auf eure Bildungsministerin angesprochen und wir sind BaWü. Aber hier kommt es bestimmt auch noch auf uns zu...wir rechnen damit.

  • Hessen zieht nach im Öffnungsirrsinn. Und in der Pressekonferenz, in der das bekanntgegeben wurde, wurden Lehrer nur in einem winzigen pauschalen, verzichtbaren Satz erwähnt - nicht einmal Lehrer, sondern "die Schulen", die mal knapp für ihre Arbeit gelobt wurden. Lorz beruft sich auf angebliche Studien, die er nicht konkretisieren kann, wenn nachgefragt wird, ein einziges Trauerspiel! Lehrer als Verfügungsmasse für wilde Profilierungsexzesse der Politik und virologische Durchseuchungsexperimente. Ich nehme an, das hessische Corona-Kabinett tagte schön mit Abstand und Mundschutz. Oder Plexiglas. Oder in einer Videokonferenz.

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