Was haltet ihr von den kostenlosen Corona-Tests für Lehrer?

  • Uns wurden jetzt zwei festgelegte Termine angeboten, an denen wir Lehrer freiwillig einen Coronatest machen lassen können. Mir ist nicht klar, was man damit erreichen will. Was bringt es an einem x-beliebigen Tag die Lehrer zu testen? Warum nur die Lehrer, warum nicht auch die Schüler?


    Was haltet ihr davon?

  • Man müsste sehr engmaschig testen (mindestens einmal täglich) um auszuschließen, dass infizierte Personen am Schulleben teilnehmen. Dazu kommt die Gefahr, dass Tests falsch-negativ sein können. Ich bin selbst getestet worden und habe bereits mehrere Schichten an der Teststelle gearbeitet und Abstriche genommen. Bei manchen Nasen ist es anatomisch sehr schwierig mit dem Stäbchen überhaupt da hinzukommen wo man hin muss. Es gibt Angstpatienten, da kann man froh sein, wenn man überhaupt nen ordentlichen Abstrich vom Rachen bekommt. Bei vielen Menschen kommt dazu, dass sie sich ein positives Testergebnis gar nicht „leisten“ können und deswegen auch nicht zum Test gehen. Mein Mann kann keine 14 Tage Quarantäne machen... Bei den Urlaubsrückkehrern halte ich es für sinnvoll, wenn sie sich direkt nach Heimkunft testen lassen und dann in Heimisolierung gehen bis zum Ergebnis. Ich denke schon, dass so zumindest ein kleiner Anteil der Einschleppungen verhindert werden kann. Aber Leute zu testen, die im Land sind und ihrem normalen Alltag nachgehen, halte ich jetzt nicht für sinnvoll.

  • Die Tests sind nicht kostenlos. Dein Land (Niedersachsen) kosten sie ca. 110 Euro pro Test . (Das Land hat 11 Millionen für 100.000 Test angesetzt. Quelle: Kultusministerium NDS)

    Sinn: Solange es keine Hinweise darauf gibt, dass LuL in besonderem Maße zur Verbreitung von Corona beitragen: Keiner.

  • Der Sinn ist, dass man durch Tests bei den Lehrkräften auf das Infektionsgeschehen in der Schule schließen kann. Wenn die Lehrer nix haben, werden die Schüler ziemlich sicher auch gesund sein. Ist einfach günstiger 70 Leute zu testen, anstelle von 700...die Frage ist doch vielmehr, ob sie das auch über den Winter durchhalten können, wenn die Labore jetzt schon auf dem Zahnfleisch gehen was Verbrauchsmaterialien angeht...wahrscheinlich heißt es dann nur: Ja, bringt zwar was, machen wir aber trotzdem nicht mehr (so wie MNS im Unterricht in NRW), wo selbst die meisten Kommunen als Schulträger dem Land widersprochen und dringend empfohlen haben weiterhin auf MNS zu setzen...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Ich finde dass die Lehrer die falsche Gruppe sind um das infektionsgeschehen zu beurteilen. Meine Erfahrung nach achten Lehrer deutlich besser darauf sich nicht anzustecken als die Schüler. Wir hatten an unserer Schule schon drei Coronafälle bei der Schülern und keine bei den Lehrern.

  • Eine infizierte Lehrkraft könnte auch schnell zum Superspreader werden. Daher kann es schon sinnvoll sein, Lehrkräfte regelmäßig zu testen. Dadurch würden man merken, wenn sich Schule zu Hotpots entwickeln. Auf der anderen Seite kann man die Schulöffnungen rechtfertigen, wenn man kaum infizierte Lehrkräfte findet.

  • Ich halte es für übertrieben. Erstens ist der Test nicht kostenlos, irgendwer berappt jedes Mal 120 Euro. Und zweitens sollte man die Leute testen, die aus Risikogebieten kommen und nicht irgendwen. Das Virus wird offenbar in Gottesdiensten beim Singen übertragen und am Tresen beim Lachen. Wo sollte sich der freiwillig testende, symptomlose Geschichtslehrer der 7b plötzlich angesteckt haben?

  • Ich finde es sinnvoll, um das Risiko zu minimieren, dass sich Schulen zu Hotspots entwickeln. Findet man (auch symptomlos) infizierte Lehrer, reduziert jeder Treffer das Risiko des Spreadings in die Schülerschaft. Ja, als einzige Maßnahme finde ich das auch etwas dürftig und man kann sicher diskutieren, ob andere Berufsgruppen nicht mindestens genauso exponiert sind und getestet werden sollten. Aber es ist halt der einzige Gradmesser, den wir überhaupt haben, um etwaiges Infektionsgeschehen an der Schule aufzudecken.

  • Ich finde es sinnvoll. Zum einen hat man so einen Teil der Schulgemeinschaft im Blick, zum anderen erspart man sich den Aufwand, den die Einverständniserklärung der Eltern mit sich brächte, und den Aufschrei unter den Covidioten, die das dann wieder als Pflichttermin uminterpretieren und so einen Grund finden, gegen einen angeblichen Big-Brother-Staat zu hetzen.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Zumindest wöchentlich wäre schon sinnvoller. Aber so machen wenigstens fast alle KuK mit, einige wäre bestimmt zu "beschäftigt", um sich einen Arzt extra für den Test selbst zu suchen.

  • Sicherlich wäre noch öfters sinnvoller. Aber nicht machbar.


    Sinnvoll ist es trotzdem. Wie Valerianus ja schrieb: die Lehrer sienen quasi als Seismograph. Wenn ein Lehrer symptomlos krank ist, kann man davon ausgehen, dass es noch weitere Ansteckungen gibt.


    kl. gr.frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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  • Interessant Seepferdchen , dass euch zwei festgelegte Termine angeboten wurden! Kommt dann jemand zu euch in die Schule, der die Abstriche nimmt?

    Wir haben lediglich die Info bekommen, dass wir zwei - für uns kostenfreie - Tests bis zu den Herbstferien machen können. Dazu müssen wir einen Berechtigungsschein ausfüllen und im Sekretariat abstempeln lassen. Die Tests müssen wir aber laut Schein "in einer von der KV Niedersachsen gelisteten Vertragsarztpraxen" durchführen lassen; außerdem steht dort explizit, dass die Testungen nur außerhalb der Dienstzeiten vorgenommen werden dürfen.

  • Bei uns kommt alle zwei Wochen ein Arzt in die Schule, der die Abstriche macht.

    Klar, kann man sich darüber streiten, ob “blindwütige” Tests was Bringen, aber man sieht zumindest wie viele Lehrer zu einem bestimmten Zeitpunkt infiziert wären. Klar man kann sich am Nachmittag irgendwo anders dann infizieren, aber trotzdem ist das eine gute Möglichkeit Entwicklungen festzustellen.

    Ich bin echt froh, dass wir diese Möglichkeit bekommen und nutze sie auch. Außerdem ist es auch schön für einen selbst zu wissen, dass man zumindest bis zu dem Zeitpunkt nichts hatte :)

  • Meiner Meinung Nach ist das für die "änstigen", damit die sich von der Politik nicht allein gelassen fühlen.

    Was ein bescheuerter Beitrag!

    Das hat mit "ängstlich" überhaupt nix zu tun, ich habe keine Angst vor Corona, ich würde nur gerne wissen, ob ich ansteckend bin.

  • Ich finde es gerade sehr beruhigend, dass ich diese Woche getestet und für negativ befunden wurde, weil mich heute Kopf- und Halsschmerzen plagen und ich mit ziemlicher Sicherheit sagen kann, dass es Corona wohl eher nicht ist.

    Dödudeldö ist das 2. Futur bei Sonnenaufgang.

  • Ja das mag dich für den Moment beruhigen. Aber wer sagt, dass du dich nicht einen Tag nach den Test ansteckst und dann 2 Wochen lang munter alle anderen ansteckst, bis de nächste Test ansteht?

    Wenn du natürlich positiv getestet wirst ist das gut (für alle anderen) aber das hat was von blind in der Gegend rumfischen.

    Man könnte dafür auch genauso gut alle zwei Wochen einen zufällig ausgewählten Schüler testen. Wieso dürfen also nur die Lehrer dieses „Privileg“ haben?

  • Was ein bescheuerter Beitrag!

    Das hat mit "ängstlich" überhaupt nix zu tun, ich habe keine Angst vor Corona, ich würde nur gerne wissen, ob ich ansteckend bin.

    Nö, finde ich nicht bescheuert. Ich habe genau denselben Eindruck: Geschützt wird man eigentlich nicht so richtig, weil der MNS ja weg ist, aber man kann sich testen lassen, dann ist man ja auf der sicheren Seite ... Das richtet sich an Leute, die sich nicht wohl fühlen in der aktuellen Situation.


    Bei mir hat jetzt schon mal die versprochene Rückmeldung innerhalb eines Tages nicht geklappt, ich nehme an, das Labor war überlastet. Ob ich mich nochmal testen lasse, weiß ich noch nicht.


    Ich frage mich, ob es auch Leute über 50 gibt, die tatsächlich symptomfrei positiv getestet werden. Ich habe mich testen lassen, weil ich es, wie oben beschrieben, für sinnvoll halte, um einen Überblick über das Infektionsgeschehen zu haben. Nicht weil ich das Gefühl habe, ich könnte mich angesteckt haben. Tatsächlich achte ich so gut wie möglich auf mich.

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