Vom Wert der Werte. Oder: Gehört die besinnliche Zeit abgeschafft?

  • Ich hab das auch schon alles festgelegt und auch schonmal überlegt, mir bereits einen konkreten Baum im Friedwald auszusuchen. Bin aber zu geizig, den jetzt schon zu zahlen^^

    Mein Papa hat ebenfalls alles geregelt; bei meiner Mutter nervt mich, dass sie sich mit über 60 nichtmals festlegen will, ob Einäscherung oder nicht. Patientenverfügung hat sie auch nicht, Thema Organspende kann sie sich auch nicht zu äußern - das wird im Fall des Falles für alle Beteiligten richtig blöd.

  • Also wenn ich mich nicht komplett täusche, dann liegen meine Großeltern auf einem Friedhof wo die Gräber auch in unterschiedliche Richtungen schauen. (Katholisch)

    Seine Eltern (also meine Urgroßeltern) liegen nämlich auch dort und den Weg dahin habe ich gut vor Augen und die Ausrichtung ist um 90 Grad gedreht zum Grab meiner Großeltern.

    So kenne ich das auch bei einigen katholischen Friedhöfen. Da liegen nicht alle Gräber in der gleichen Richtung.

    Vorallem bei alten Friedhöfen, die rund um die Kirche angeordnet sind.

  • Mein Vater macht (inzwischen eher ironisch) ein Problem daraus, dass seine Frau (meine Mutter ist vor über 10 Jahren gestorben) auf dem Friedhof neben ihm auf der falschen Seite liegen wird. Nicht links von ihm, wie in den 5 Jahrzehnten ihrer Ehe... Er meinte kürzlich, dass er sich wohl daran gewöhnen wird, wenn es mal so weit ist. Ich bin so froh, dass er sich auch mit 101 seinen Humor bewahrt hat.

  • Mein Vater macht (inzwischen eher ironisch) ein Problem daraus, dass seine Frau (meine Mutter ist vor über 10 Jahren gestorben) auf dem Friedhof neben ihm auf der falschen Seite liegen wird. Nicht links von ihm, wie in den 5 Jahrzehnten ihrer Ehe... Er meinte kürzlich, dass er sich wohl daran gewöhnen wird, wenn es mal so weit ist. Ich bin so froh, dass er sich auch mit 101 seinen Humor bewahrt hat.

    Jetzt sitze ich hier und heule vor mich hin. Berührend <3

  • Mein Vater macht (inzwischen eher ironisch) ein Problem daraus, dass seine Frau (meine Mutter ist vor über 10 Jahren gestorben) auf dem Friedhof neben ihm auf der falschen Seite liegen wird. Nicht links von ihm, wie in den 5 Jahrzehnten ihrer Ehe... Er meinte kürzlich, dass er sich wohl daran gewöhnen wird, wenn es mal so weit ist. Ich bin so froh, dass er sich auch mit 101 seinen Humor bewahrt hat.

    Wäre mal interessant, die beliebtesten Seiten von Paaren zu analysieren. Bei irgendwelchen Übernachtungen, egal, wer mit mir ein Zimmer teilt, wähle ich immer das Bett, das von der Tür weiter weg ist.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Wäre mal interessant, die beliebtesten Seiten von Paaren zu analysieren. Bei irgendwelchen Übernachtungen, egal, wer mit mir ein Zimmer teilt, wähle ich immer das Bett, das von der Tür weiter weg ist.

    Und das sei angeblich typisch Frau, habe ich mal gelesen. 😃

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Was habe ich nur angerichtet?😂

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Und das sei angeblich typisch Frau, habe ich mal gelesen. 😃

    Wir liegen auch schon immer so. Wieso weiß ich nicht, ich habe immer die Seite zugewiesen bekommen 🤣

  • Macht ihr euch auch Gedanken, wo und wie ihr beerdigt werden wollt? Sollte man ja idealerweise vorher klären...

    schon länger entschieden. Als mein Mann plötzlih mit Anfang Leukämie bekam, wurde das Thema erschreckend aktuell, nicht nur für ihn. Die Vorstellung, dass man selbst bestimmen kann, was man voraussichtlich möchte, hat in meinen Augen was Beruhigendes. Nicht zuletzt für die Angehörigen.

  • Mir ist es auch ganz egal. Ich bin Organspenderin und würde meinen Körper auch für Medizinstudent*innen zur Verfügung stellen.

    Wo und ob ich begraben werde bzw. meine Asche hinkommt, sollen die entscheiden, für die es etwas bedeuten könnte, also mein Mann und meine Kinder.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Du kannsch die Brühe von de Mauldäschle drüber macha, na wirds a weng wärmer. Wenn er zu sauer isch, hat jemand zu viel Essig neigschüttet, denke ich.

    Falsche Reihenfolge. Du nimmsch die Mauldaschesubb und gibsch dort den Kartoffelsalat in die warme Brühe.
    Mit Mayo wär' des ungenießbar. Aber mit schwäbischem Kartoffelsalat: Mhiammmii.

    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)
    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten

  • Ich fand z.B. dieses Jahr interessant, auf unserem Weihnachtsmarkt einen Stand mit türkischen Leckereien zu finden. Ich habe jetzt nicht näher nachgefragt, ob die Betreiber (m/w/d) ggf. einer orthodoxen Minderheit angehören, aber selbst wenn dem nicht so sein sollte, kann ich mir vorstellen, dass sie, über den rein kommerziellen Aspekt hinausgedacht, etwas von ihren kulturellen Wurzeln bereitstellen möchten, um mit ihren christlichen Mitmenschen diese besinnliche Zeit gemeinsam zu erleben.

    Du weißt, dass es in der Türkei - und auch in der deutsch-türkischen Community Christen und Aleviten gibt?
    Zudem: Der Heilige Sankt Nikolaus war Türke. Nikolaus wurde in Myra in Lykien, mittlerweile Demre, einem kleinen Ort etwa 100 km südwestlich von Antalya in der heutigen Türkei geboren. :aufgepasst:

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  • Danke für die Ergänzung. In dem Zitat habe ich beschrieben, dass es auch in der Türkei bzw. in der deutsch-türkischen Community christliche Minderheiten gibt. Die Religionslehrkräfte im Forum wissen ggf. mehr darüber, aber mein Wissensstand ist, dass es auch in den theologischen Kreisen nicht eindeutig geklärt ist, inwieweit der Alevitismus unabhängig oder doch eine Untergruppe vom Islam ist.

  • Mir ist es gleich und das sage ich auch meiner Familie immer wieder. Wie sie es dann wollen.

    Wo und ob ich begraben werde bzw. meine Asche hinkommt, sollen die entscheiden, für die es etwas bedeuten könnte, also mein Mann und meine Kinder.

    Und was ist, wenn sich die Personen nicht einig sind? Neben Trauer, Abschiednehmen und vielleicht wirtschaftlichen Fragen müssen die sich dann noch einigen, welche Bestattungsform wohl angemessen ist. Und das unter Einfluss der „Gesellschaft“ („Warum habt ihr euren Vater denn im Wald verscharrt?“).

    Es sind im Todesfall so viele Dinge zu klären, dann ist es erleichternd, wenn man sich um diese Fragen keine Gedanken machen muss. Den Ort auf dem Gelände, den Sarg, die Urne auszuwählen, wie die Trauerfeier ablaufen soll ... Es sind so viele Entscheidungen, da helfen Vorgaben von den Verstorbenen sehr.

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