Schulausfall, Minusstunden, kein Distanzunterricht NDS

  • Wenn dieser Aufwand im Vorfeld durch die Schulleitung nicht eingefordert wurde, kann er auch nicht im Nachhinein berücksichtigt werden.

    Warum?

    Zitat

    Nehmen wir an, es gäbe Arbeitszeitmessung: Dann könnte man auch nicht geltend machen, dass man für die Erstellung eines Arbeitsblattes 5 Stunden benötigte.

    Doch, sicher. Warum nicht? Zumal es hier sicher nicht um ein einziges Arbeitsblatt geht. Aber selbst wenn, dauert das so lange, wie es dauert.

  • Doch, sicher. Warum nicht? Zumal es hier sicher nicht um ein einziges Arbeitsblatt geht. Aber selbst wenn, dauert das so lange, wie es dauert.

    Selbst wenn, die Arbeitszeiterfassung, erfasst doch nicht den Inhalt der Arbeitszeit, sondern nur die Zeitraum der Arbeit. Oder sollen dann Zeit auf verschieden Tätigkeiten gebucht werden und mit Arbeitsergebnissen hinterlegt werden? Eine super Idee für mehr Bürokratie, genau das was wir brauchen....

  • Doch, sicher. Warum nicht? Zumal es hier sicher nicht um ein einziges Arbeitsblatt geht. Aber selbst wenn, dauert das so lange, wie es dauert.


    :rofl::rotfl:

    Weil es in der Welt da draußen auch für bestimmte Tätigkeiten Zeitvorgaben gibt?

    Glaubst du etwa, dass bei VW das Fließband angehalten wird, weil jemand sagt, ich drehe meine Schrauben mit mehr Liebe fest.

    Und im H&M wird sicher dir auch nicht applaudiert werden, wenn du zum Falten eines T-Shirts 10 Minuten brauchst.

    Und auch in Beamtenstuben (Arge, Finanzamt usw.) wird es sicherlich Vorgaben geben, wieviele Akten du pro Arbeitsstunden übernehmen musst.

  • Fakt ist: Dieser Aufwand wurde nicht berücksichtigt und wir haben alle Minusstunden bekommen.

    Wenn Distanzunterricht erteilt wurde, ist der Unterricht doch erteilt. Die Kolleg:innen hatten nicht frei, sie haben Aufgaben gestellt und begleitet und nachgesehen. Siehe Corona-Distanzlernen, da waren es auch keine Minusstunden.

    Dann Minusstunden zu vergeben, hieße ja, die Stunde doppelt einzufordern, einmal am Distanztag und ein anderes Mal, zur Aufarbeitung der Minusstunden.

  • Wenn dieser Aufwand im Vorfeld durch die Schulleitung nicht eingefordert wurde, kann er auch nicht im Nachhinein berücksichtigt werden. Grundlage für die Unterrichtsgestaltung sind einerseits die curricularen Vorgaben und andererseits die arbeitszeitrechtlichen Rahmenbedingungen der Lehrkräfte.

    Eingefordert wurde, dass wir jeweils bis 9 Uhr Aufgaben laut Stundenplan schicken müssen.

    Somit waren die Kollegen am Donnerstagmorgen alle erstmal am Rechner. Über diesen außerplanmäßigen Zeitaufwand ohne Anrechnung ärgern sich viele Kollegen nun.


    Zu Palim:

    Einzig die Kontrolle/Rückmeldung zu den Aufgaben wurde uns erlassen.

  • Eingefordert wurde, dass wir jeweils bis 9 Uhr Aufgaben laut Stundenplan schicken müssen.

    Somit waren die Kollegen am Donnerstagmorgen alle erstmal am Rechner. Über diesen außerplanmäßigen Zeitaufwand ohne Anrechnung ärgern sich viele Kollegen nun.

    Die SL möge sich entscheiden, ob nun Unterricht nach Plan eingefordert wird oder Unterricht konsequent entfallen soll. In diesem Fall hat sie ganz klar Unterricht nach Plan eingefordert...auch wenn dieser nicht vor Ort stattfand.

  • Glaubst du etwa, dass bei VW das Fließband angehalten wird, weil jemand sagt, ich drehe meine Schrauben mit mehr Liebe fest.

    Und im H&M wird sicher dir auch nicht applaudiert werden, wenn du zum Falten eines T-Shirts 10 Minuten brauchst.

    Lehrer sind keine Akkordarbeiter.

    Zitat

    Und auch in Beamtenstuben (Arge, Finanzamt usw.) wird es sicherlich Vorgaben geben, wieviele Akten du pro Arbeitsstunden übernehmen musst.

    Jein

    Es gibt in der Regel keine Zeitvorgaben pro Akte. Wenn Akten zu lange liegen bleiben bzw. zu viele Beschwerden über lange Bearbeitungszeiten kommen, müssen sich die Sachbearbeiter unter Umständen dafür erklären, warum Abläufe länger dauern, als bei Kollegen. Aber auch das ist ein ganz schlechter Vergleich zu Lehrkräften, die ja gerade keine einseitiges Abarbeiten von Anträgen betreiben.

    Netter Versuch von dir, der leider mangels vernünftiger Vergleiche ins Leere läuft. ;)

    In der freien Wirtschaft wird man, genauso wie im öD, in der Regel gerade für seine Arbeitszeit (bzw. als Beamter für seinen Dienst) bezahlt, nicht für die Arbeitsleistung. Solange alle Aufgaben angemessen erledigt werden, kann man auch fünf Stunden für eine Power Point oder ein Arbeitsblatt aufwenden

  • olange alle Aufgaben angemessen erledigt werden, kann man auch fünf Stunden für eine Power Point oder ein Arbeitsblatt aufwenden

    Du meinst also, 5 Stunden an einem Arbeitsblatt zu sitzen ist angemessen? Das sehe ich anders und glaube auch nicht, dass eine Zeiterfassung das so mitgehen würde.ei einer Zeiterfassung bei Lehrkräften würde weiterhin das Deputatmodell gelten, nämlich, dass Du insgesamt 41 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Wenn Du das regelmäßig überschreitest, wird das sicherlich nicht dazu führen, dass Du weniger Unterrichtsstunden machen musst.

  • In der freien Wirtschaft gibt es durchaus auch Zeitmessung und wenn jemand regelmäßig Überstunden macht, kann es vorkommen, dass irgendwann mal die Personalabteilung nachfragt, wie es dazu kommt, ob Aufgaben zu umfangreich sind oder die Aufgaben umständlich (und damit zeitintensiv) bearbeitet werden - mit dem langfristigen Ziel, dass zusätzlich Mitarbeiter (m/w/d) eingestellt oder Aufgaben durch die jeweilige Abteilung neu strukturiert werden.

    Klar, kann jemand eine eigentlich 30 Stunden umfassende Arbeitswoche auf 40 Stunden herauströdeln, um so offiziell keine Minusstunden machen zu müssen, aber auch das kommt früher oder später raus. Wenn man nicht der Cousin vom Bruder der Schwester ist, bekommt man dann zusätzliche Aufgaben oder es wird im Zweifelsfall eine Stelle gestrichen.

    Sollte es im Lehrberuf zu einer Arbeitszeiterfassung kommen, bin ich mir sicher, dass die Zeiten nicht nur erfasst, sondern irgendwann mal ausgewertet werden. Erbringen dann durch die Bank weg alle Lehrkräfte des Faches X in der Schulform Y Überstunden, kann dies zu einer Deputatsreduktion führen. Erbringt Kollege Müller als Einziger im Kollegium regelmäßig Überstunden und erklärt dies damit, dass er pro Arbeitsblatt 5 Stunden in die Erstellung investieren muss, kann als Rückmeldung kommen, dass dies nicht zeitökonomisch sei und zukünftig darauf geachtet werden soll, dass der Zeitaufwand für diese Tätigkeit durchschnittlich nicht länger als X Minuten dauert.

  • Du meinst also, 5 Stunden an einem Arbeitsblatt zu sitzen ist angemessen?

    Es geht zwar nicht um ein einziges Arbeitsblatt, sondern um ein Aufgabenpaket, aber aich unabhängig davon, kann das jeder so machen, wie er will. Was heißt angemessen? Kann schon mal passieren, dass man sich übermäßig für so ein Arbeitsergebnis einsetzt. Wo ist das Problem?

    Zitat

    Das sehe ich anders und glaube auch nicht, dass eine Zeiterfassung das so mitgehen würde.ei einer Zeiterfassung bei Lehrkräften würde weiterhin das Deputatmodell gelten, nämlich, dass Du insgesamt 41 Stunden pro Woche arbeiten darfst. Wenn Du das regelmäßig überschreitest, wird das sicherlich nicht dazu führen, dass Du weniger Unterrichtsstunden machen musst.

    Eine Zeiterfassung erfasst nicht, was du arbeitest, sondern wieviele Stunden du arbeitest. Außerhalb der Ferien arbeite ich ca. 45 Stunden pro Woche. Da sind auch alle paar Monate mal fünf Stunden für etwa objektiv Sinnloses drin.

    Warum machst du dir so einen Stress?

  • Doch, sicher. Warum nicht?

    Ich bezig mich auf Deinen Post, in dem Du gesagt hast, dass 5 Stunden für ein Arbeitsblatt angemessen sei. Dem möchte ich widersprechen. Natürlich ist im Gesamtpaket auch mal das Verdödeln von Arbeitszeit drin, aber ich habe den Eindruck, dass sich manche von der Arbeitszeiterfassung erhoffen, dass sie dann tatsächlich weniger arbeiten müssen. Das wiederum glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass man dann aufgefordert wird, in der vorgesehen Zeit die Arbeit zu schaffen. Dann muss man seinen Anspruch an Unterricht ggf. herunterschrauben. Und hat dann eben nicht Zeit, 5 Stunde/pro Arbeitsblatt zu verdödeln.

  • Ich bezig mich auf Deinen Post, in dem Du gesagt hast, dass 5 Stunden für ein Arbeitsblatt angemessen sei. Dem möchte ich widersprechen. Natürlich ist im Gesamtpaket auch mal das Verdödeln von Arbeitszeit drin, aber ich habe den Eindruck, dass sich manche von der Arbeitszeiterfassung erhoffen, dass sie dann tatsächlich weniger arbeiten müssen. Das wiederum glaube ich nicht. Ich glaube eher, dass man dann aufgefordert wird, in der vorgesehen Zeit die Arbeit zu schaffen. Dann muss man seinen Anspruch an Unterricht ggf. herunterschrauben. Und hat dann eben nicht Zeit, 5 Stunde/pro Arbeitsblatt zu verdödeln.

    Was hast du ständig mit "angemessen"? Wo ist das Problem, wenn jemand mal (offensichtlich nicht immer und auch nicht meistens) ein paar Stunden an einem Blatt sitzt? Ich verstehe nicht, was dein Problem damit ist. Solange die Arbeit gemacht wird und der Summe der Arbeitsstunden nicht eskaliert, passt das.

    Ich habe in meiner Zeit vor der Schule auch mal erheblich zu lang an einer Präsentation, an einem Stück Code oder einem Konzept gesessen. Das wäre auch schneller gegangen, aber ich hatte da eben Lust drauf und bin zeitmäßig etwas ausgeufert. So what?

  • Ich habe in meiner Zeit vor der Schule auch mal erheblich zu lang [...]

    Wenn das "auch mal" passiert, sagt ja auch keiner etwas. In der Summe verrechnet sich das eh. Anders sieht es aus, wenn man regelmäßig deutlich länger benötigt, ich nehme da mal das Beispiel mit States Kollegin, die an einer einzelnen Klausur 6 Stunden herumdoktert. Wenn sie im Fall einer Zeiterfassung die Überstunden ausbezahlt haben möchte, wird sie sehr schnell mit der Frage konfrontiert werden, wie diese Überstunden zustande kommen und ob ihre aktuelle Arbeitsweise ökonomisch sinnvoll ist.

    Und selbst wenn sie keine Überstunden geltend machen möchte, hätten wir einen ähnlichen Fall wie die Kollegen (m/w/d), die mit privaten Mitteln Lehrmittel finanzieren. Mag sein, dass es ihr größtes Hobby ist, bei Korrekturen stets Herzchen als i-Punkte zu bemalen und am Ende noch ein mehrseitiges, wertschätzendes und individuell auf die jeweiligen Schülerbedürfnisse abgestimmtes Feedback zu erstellen. Das Problem entsteht dann, wenn hieraus sich die Erwartungshaltung ableitet, dass andere Kollegen (m/w/d) dies auch zu machen haben. Und aus den Diskussionen, die dann entstehen, wenn man sich diesem Trend nicht anschließt, kommt man oft nur schwer wieder raus.

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