Arbeitszeiterfassung und Präsenzpflicht

  • Ohne mich jetzt genauer eingelesen zu haben, stimme ich zu, dass eine Zersplitterung von Arbeitszeit in aller Regel wohl nicht erlaubt ist.

    Wo ich deine Darstellung aber stark vereinfacht finde, ist die Annahme der regelmäßig nur am Vormittag stattfindenden festen Arbeitszeiten und die Verteilung gleichmäßig auf fünf Wochentage. Wahrscheinlich währe eher sowas wie montags 7.20 bis 13.20 Uhr, dienstags 7.20 Uhr bis 15.50 Uhr (inkl. einer halben Stunde vorgeschriebener aber unbezahlter Mittagspause, so kannte ich es zumindest im Amt), mittwochs 11 Uhr bis 17 Uhr, wobei die ersten zwei Stunden noch Unterricht sind, dann beginnt der Konferenztag, und dann donnerstags und/oder freitags entsprechend weniger Stunden gemäß deiner Arbeitszeit in TZ. Diese aber vielleicht durchaus am Freitagnachmittag.

    Das ist natürlich jetzt ein willkürliches Beispiel und alles hier ist Kaffeesatzleserei. Aber die Annahme "Ich gehe dann mit TZ jeden Tag mittags nach Hause und Konferenzen und Elterngespräche kann ich später mal als Überstunden abfeiern" dürfte doch stark idealisiert sein.

  • Ich denke, dass es außer in absoluten Ausnahmefällen gar nicht erlaubt ist, Arbeitszeit zu zersplitterten.

    Alle im Einzelhandel/Apotheken mit Schließzeiten über Mittag oder in Arztpraxen haben solche Arbeitszeiten, Warum sollte das nicht erlaubt sein?

  • Ohne mich jetzt genauer eingelesen zu haben, stimme ich zu, dass eine Zersplitterung von Arbeitszeit in aller Regel wohl nicht erlaubt ist.

    Wo ich deine Darstellung aber stark vereinfacht finde, ist die Annahme der regelmäßig nur am Vormittag stattfindenden festen Arbeitszeiten und die Verteilung gleichmäßig auf fünf Wochentage. Wahrscheinlich währe eher sowas wie montags 7.20 bis 13.20 Uhr, dienstags 7.20 Uhr bis 15.50 Uhr (inkl. einer halben Stunde vorgeschriebener aber unbezahlter Mittagspause, so kannte ich es zumindest im Amt), mittwochs 11 Uhr bis 17 Uhr, wobei die ersten zwei Stunden noch Unterricht sind, dann beginnt der Konferenztag, und dann donnerstags und/oder freitags entsprechend weniger Stunden gemäß deiner Arbeitszeit in TZ. Diese aber vielleicht durchaus am Freitagnachmittag.

    Das ist natürlich jetzt ein willkürliches Beispiel und alles hier ist Kaffeesatzleserei. Aber die Annahme "Ich gehe dann mit TZ jeden Tag mittags nach Hause und Konferenzen und Elterngespräche kann ich später mal als Überstunden abfeiern" dürfte doch stark idealisiert sein.

    Mache ich ja jetzt auch nicht, ich habe meist bis 15 oder 15 45 Uhr Unterricht

    Dafür fange ich aber deutlich später an.

    Der Unterschied ist, dass ich an Tagen, wo ich um 8 Unterricht habe und bis 16 Uhr Konferenz heute unbezahlte Überstunden mache. Mir Präenzpflichr und AZ Erfassung dann ich mehr. Dann erarbeite ich mir jedes Mal einen zusätzlichen Urlaubstag.

    Also eigentlich doch wie jetzt auch schon. Nur dann offiziell

  • Wenn ich 50 % Teilzeit mache und mein Arbeitgeber mich um 8 Uhr anfangen lässt und erwartet, dass ich von 14 - 16 Uhr an der Konferenz teilnehme, habe ich von 8- 16 Uhr gearbeitet abzüglich 30 Minuten Mittagspause, also 7,5 Stunden = 3,5 Überstunden.

    Endlich wird das dann mal gesehen!

    Und am nächsten Tag hast du nur 2 Unterrichtsstunden (in der 8./9. Stunde) und also die Möglichkeit, regelmäßig abzubauen, du kannst also nicht unbedingt diese Stunden weiterschieben.

  • Alle im Einzelhandel/Apotheken mit Schließzeiten über Mittag oder in Arztpraxen haben solche Arbeitszeiten, Warum sollte das nicht erlaubt sein?

    Stimmt auch wieder. So einen Job würde ich aber auch nie annehmen. Bei uns haben die Geschäfte durchgängig auf, zumindest weit über 90 %

  • Und am nächsten Tag hast du nur 2 Unterrichtsstunden (in der 8./9. Stunde) und also die Möglichkeit, regelmäßig abzubauen, du kannst also nicht unbedingt diese Stunden weiterschieben.

    Ja, exakt so wie jetzt auch schon. Für mich würde das überhaupt keinen Unterschied machen, wenn überhaupt dann nur im Positiven, daher habe ich da auch keine Angst vor

  • Der Unterschied ist, dass ich an Tagen, wo ich um 8 Unterricht habe und bis 16 Uhr Konferenz heute unbezahlte Überstunden mache. Mir Präenzpflichr und AZ Erfassung dann ich mehr. Dann erarbeite ich mir jedes Mal einen zusätzlichen Urlaubstag.

    Drehst du in den Pausen etwa Däumchen? Oder bereitest du Unterricht vor, was du ohne die Konferenz vielleicht an einem anderen Tag gemacht hättest? Es entsteht nicht neue Arbeit, nur, weil an dem Tag eine Konferenz ist. Nur weil du vielleicht keine Lust hättest, zwei Wochen im Voraus zu planen (weil der Rest der Stunden schon stehen), kannst du nicht Stunden aufbauen, ohne zu arbeiten.

    (Ich stimme dir zu, dass du überproportionale Belastung von TZ-Kräfte dann sichtbarer und deutlicher wird.)


    [Unsere Beiträge haben sich gerade überschnitten ]

  • Wenn die Apotheke über Mittag zu hat, machen die Angestellten Orgakram und die gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause. Glaube nicht, dass deren Arbeitszeit unterbrochen wird. Genauso in den Arztpraxen, die ich kenne. Da läuft die Arbeitszeit auch weiter, auch wenn die Praxis mittags "zu" hat.

  • Zersplitterte Arbeitszeit gibt es in vielen Berufen. Meine Schwester ist Krankenschwester und hat häufig geteilten Dienst (morgens und abends) im Wechsel mit durchgehenden. Sie hat deshalb den Arbeitsplatz gewechselt, damit sie nicht mehr soweit pendeln muss, geteilte Dienstzeiten wird sie nicht los trotz Teilzeit.

    Auch in Restaurants ist es üblich. Zwischen 14 und 17 Uhr benötigt man weniger Menschen.

    Ich bin gerade sehr überrascht, dass dies für einige von euch unmöglich erscheint. Wir haben immerhin noch den Vorteil, dass einige unserer Aufgaben zeitlich frei einteilbar sind.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Manchmal denke ich wer Schulminister oder Schulministerin ist kämmt sich irgendwann mit nem Hammer. 🤣

    Es ist so widersprüchlich. Wenn wir die rechtlich uns zustehende Arbeitszeiterfassung verlangen, dann gibt es aber andere Drohungen. Und es ist ja so komplex 41 Stunden zu zählen. 🙈 Natürlich muss man sich mit allen Bundesländern einigen. Genauso, wie die Besoldung oder Schulformen einheitlich von allen Bundesländern gleich umgesetzt werden.
    Wenn man sich nicht einigt, dann dürfen rechtliche Sachen nicht umgesetzt werden. Das ist verboten oder was?

    Hoffentlich denkt Sie daran die Toilettengänge und Aufsichten von der Arbeitszeit abzuziehen. Und da alles so komplex ist sollte jede geleistete Arbeitsstunde für Sportlehrpersonen nur 15 Minuten zählen. 😆

  • Wenn die Apotheke über Mittag zu hat, machen die Angestellten Orgakram und die gesetzlich vorgeschriebene Mittagspause.

    Oh doch. Sie haben nämlich bis abends um halb 7 auf und das wäre ein zu langer Arbeitstag. Ich kenne in der Familie 2 Beispiele (Arzt und Apotheke), die jeweils 2 Stunden Mittagspause haben.

  • Das Ganze ist keine Entscheidung des Schulministeriums sondern ein Politikum mit weitreichenden Folgen, so dass das Ganze auf höchster Ebene entschieden wird. Da sind ja auch noch das Innen- und das Finanzministerium involviert.

    Es geht wie immer um politische Opportunität und fiskalische Machbarkeit.

    Wüst: "Lasst die faulen Säcke von 7.15 Uhr bis 16 Uhr (mit Pause) Präsenzdienst schieben und auch in den Ferien antanzen! Das bringt uns Wählerstimmen von den Sozialneidern."
    Berater: "Herr Wüst, das kostet eine Menge Geld, da wir Arbeitsplätze nach der Arbeitsplatzrichtlinie einrichten müssen und wir brauchen 20% mehr Personal." (Minister Optendrenk nickt eifrig.)
    Wüst: "OK, haben wir eine Rückzugsstrategie, mit der wir Zeit gewinnen?"
    Berater: "Ja, lasst das MSB ein Statement dazu verfassen."

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ich bin mir nicht sicher, ob du das so ganz richtig siehst. 75% ist erstmal quantitativ und sagt nichts darüber aus, wann diese Stunden liegen - also dass du jeden Tag um 13.20 Schluss haben musst, ergibt sich daraus nicht. Sicherlich kann es nicht regelmäßige Zersplitterung geben, aber ganz so homogen würde es wohl eher nicht laufen.

    Ich habe ja auch schon Präsenzzeiten von 7.30 Uhr bis 11.40 Uhr bei 50% Teilzeit also Beispiel genannt.

    Natürlich würde diese Zeit anders über die Woche verteilt, so dass beispielsweise ein Konferenznachmittag dabei ist. Trotzdem müsste eine Präsenzzeit ja im Vorfeld festgelegt werden und könnte nicht auf Zuruf wöchentlich geändert werden, weil in der einen Woche ein Elternabend ist, in der nächsten eine Konferenz, und wieder in einer anderen ein Kollege außerhalb seiner sonstigen Präsenzzeiten Vera8 in seiner Klasse durchführen muss oder zur Abitureröffnung um 6.30 Uhr einbestellt wird.

    Mit manchen Sonderterminen (z.B. Abitur) könnte man sich arrangieren, andere Dinge müssten grundsätzlich umgeplan werden, wenn seitens des Dienstherren Präsenzzeiten gewünscht sind. An meiner Schulform sicher die Korrekturzeiträume beim Abitur. Aber auch der Tag der offenen Tür am Samstag oder der Elternabend um 20 Uhr.

    Es wäre dann nicht mehr vertretbar, dass Kollegen außerhalb ihrer dann ja festgelegten Arbeitszeiten zum Elternabend kommen müssen.

    Aber das sind ja alles auch nur Gründe, warum es eine Präsenzpflicht für die komplette Arbeitszeit in absehbarer Zeit nicht geben wird.

  • Ich habe ja auch schon Präsenzzeiten von 7.30 Uhr bis 11.40 Uhr bei 50% Teilzeit also Beispiel genannt.

    Natürlich würde diese Zeit anders über die Woche verteilt, so dass beispielsweise ein Konferenznachmittag dabei ist. Trotzdem müsste eine Präsenzzeit ja im Vorfeld festgelegt werden und könnte nicht auf Zuruf wöchentlich geändert werden, weil in der einen Woche ein Elternabend ist, in der nächsten eine Konferenz, und wieder in einer anderen ein Kollege außerhalb seiner sonstigen Präsenzzeiten Vera8 in seiner Klasse durchführen muss oder zur Abitureröffnung um 6.30 Uhr einbestellt wird.

    Mit manchen Sonderterminen (z.B. Abitur) könnte man sich arrangieren, andere Dinge müssten grundsätzlich umgeplan werden, wenn seitens des Dienstherren Präsenzzeiten gewünscht sind. An meiner Schulform sicher die Korrekturzeiträume beim Abitur. Aber auch der Tag der offenen Tür am Samstag oder der Elternabend um 20 Uhr.

    Es wäre dann nicht mehr vertretbar, dass Kollegen außerhalb ihrer dann ja festgelegten Arbeitszeiten zum Elternabend kommen müssen.

    Aber das sind ja alles auch nur Gründe, warum es eine Präsenzpflicht für die komplette Arbeitszeit in absehbarer Zeit nicht geben wird.

    Verstehe ich nicht.

    Meine Schwester ist Krankenschwester und hat häufig geteilten Dienst. Erfahren tut sie es höchstens einen Monat vorher, wenn der Dienstplan erstellt wird.

    Manchmal ist es auch nur ein Tag vorher, wenn Kolleginnen ausfallen oder besonders viele Patienten da sind.

    Warum sollte dies bei uns anders sein?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Aber im Dienstplan im Krankenhaus gibt es vermutlich feste Schichten, denen sie dann zugeteilt wird, oder? Es wird der Frühdienst nicht jede Woche andere Zeiten haben. Da wird doch höchstens zwischen Sonn-/Feiertag und Werktag unterschieden.

    Aber Schichtdienst ist ja eh nicht das, was bei Lehrern anfällt. Unsere Schüler wollen ja nicht 24h am Tag beschult werden, sondern maximal im Ganztag. Und eine Klasse soll ja üblicherweise über ein ganzes Schuljahr in einem Fach immer von der gleichen Lehrkraft unterrichtet werden, nicht jede Woche von einer anderen.

    Es bräuchte also jeder seine individuelle Schicht, die nicht regelmäßig mit Kollegen getauscht werden könnte.

  • Meine Schwester ist Krankenschwester...

    Nun sind Lehrer aber keine Krankenschwestern.

    Warum sollte dies bei uns anders sein?

    Warum sollten wir uns immer an den jeweils schlechteren Arbeitsbedingungen orientieren?

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

Werbung