Hilfe bei der Wohnsitzwahl

  • Wenn ich die Berichterstattung der letzten Monate richtig mitverfolgt habe, ist es selbst für Gutverdiener (m/w/d) schwierig, in München eine Wohnung zu bekommen. Das dürfte dann erst Recht für ein Paar mit 1x Lehrkraft im Vorbereitungsdienst und 1x Trainee/Berufseinsteiger der Fall sein.

    Wenn sein/ihr Partner am unteren Ende des Großkanzleigehalt einsteigt, haben die beiden zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen in den oberen 10% Deutschlands. Nach dem Ref sind die beiden in den oberen 4% Deutschlands.

  • und ohne das Ref zu verteufeln: Es ist, genauso wie der Berufseinstieg (egal welche Branche), eine herausfordernde Zeit und je nach Persönlichkeitstyp gibt es total unterschiedliche Lösungen.

    Nein, mein Berufseinstieg als Ingenieur war mental nicht so herausfordernd wie der Quatsch, den man im Vorbereitungsdienst erdulden musste. Es ist auch kein Berufseinstieg, der erfolgt erst nach dem Vorbereitungsdienst.

  • Ich habe in einem anderen Bundesland studiert, als ich mit meiner heutigen Frau zusammengekommen bin. Für das Referendariat habe ich angestrebt, in die Nähe zu ziehen, wurde aber 1 1/2 Stunden Autofahrt entfernt einer Schule zugewiesen. Ich habe mir eine Wohnung im Ort meiner Ref-Schule gesucht und am Wochenende bin meistens ich gependelt. Ich hatte Glück, dass ich im Studium schon gut auf das Referendariat vorbereitet wurde, mir die Unterrichtsplanung schon ganz gut von der Hand ging und ich die Wochenenden wirklich frei hatte. Eine Fernbeziehung hat so ihre Nachteile, aber ich würde sicher nicht jeden Tag so weit pendeln wollen im Berufsverkehr und würde es im Rückblick wieder so machen. (Als wir zusammengezogen sind und noch nicht verheiratet waren, haben wir die Miete zu gleichen Anteilen bezahlt. Ich hielte es aber je nach Absprachen und Wünschen der Beteiligten auch für fair und solidarisch, das anteilig je nach Höhe des Einkommens aufzuteilen.)

  • Wenn sein/ihr Partner am unteren Ende des Großkanzleigehalt einsteigt, haben die beiden zusammen ein Haushaltsnettoeinkommen in den oberen 10% Deutschlands. Nach dem Ref sind die beiden in den oberen 4% Deutschlands.

    Es ging mir nicht nur um die Wohnungspreise (die in München zu den höchsten deutschlandweit gehören), sondern auch darum, dass sich in München so viele Menschen auf inserierte Wohnungen bewerben, dass die Wahrscheinlichkeit schlichtweg gering ist, das Los am Ende zu bekommen, trotz finanziell guter Voraussetzungen.

  • Gymshark:
    Ich glaube nicht, dass ich den Wohnungsmarkt in München unterschätze, wenn ich sage, dass du mit dem Vertrag einer Großkanzlei kein Problem hast, eine kleine Wohnung in München zu finden.
    Ein Freund von mir hat vor 20 Jahren nach dem Jura-Ref in einer mittelgroßen Kanzlei angefangen, er hat sich für das Angebot entschieden, das am wenigsten Geld einbrachte, weil es die Kanzlei war, die am besten zu ihm passte und wo er die Hoffnung hatte, noch eine Mini-Freizeit zu haben. Der Einstiegsgehalt war fast 7-stellig, mit in Aussicht gestellter Weihnachtsprämie drüber. Selbst ohne Inflation und ggf. Abstrichen wirst du heute bei dem Gehalt auf dem Vertrag eine kleine Wohnung finden.

    PS: Mir ist klar, dass nicht alle Juristen das verdienen und bei weitem nicht. Ich gehe aber davon aus, dass jemand, der "in Frankfurt oder München in einer Großkanzlei" arbeiten wird, nicht gaaanz unten im Lohngefüge des Berufs anfängt. Allerdings weiß ich auch von Bekannten: Eine Vollzeit ist 48 Stunden und über drüber liegenden Überstunden redet man nicht. DEN Job möchte ich für kein Geld der Welt haben.

  • Solche Arbeitszeiten machen dann gegebenenfalls bei einer Wochenendbeziehung Probleme.

    Ich glaube, in diesem Fall muss man wirklich erst die Orte kennen und abwägen, was am realistischen klingt. Schaffen es beide unter der gemeinsam Freizeit zu haben oder nur am Wochenende mindestens einen Tag? Ersteres spricht eher für einen gemeinsamen Wohnsitz mit Pendelei zum Arbeitsort. Zweiteres eher für eine Wochenendbeziehung auf Zeit. Außerdem ist es natürlich Typsache, mit was man besserleben kann.

    Im Referendariat sollte man, wenn es einem wichtig ist, beides hinbekommen.

  • Ich weiß nicht, ob das schon Jemand geschrieben hat. Vom ersten Job bzw. vom Referendariat würde ich überhaupt keine Wohnort-Entscheidung abhängig machen. Das Ref geht in Bayern 2 Jahre wenn ich mich nicht täusche. Den ersten Job hat man vielleicht 1,5 bis 2 Jahre, dann sucht man sich was Besseres (v.a. was besser bezahltes). Ich würde erstmal warten, wo ihr im Endeffekt "landet", also feste Planstelle und fester Job mit Zukunftsperspektiven. Und erst DANN würde ich mich für einen Wohnsitz entscheiden.

  • Ich weiß nicht, ob das schon Jemand geschrieben hat. Vom ersten Job bzw. vom Referendariat würde ich überhaupt keine Wohnort-Entscheidung abhängig machen. Das Ref geht in Bayern 2 Jahre wenn ich mich nicht täusche. Den ersten Job hat man vielleicht 1,5 bis 2 Jahre, dann sucht man sich was Besseres (v.a. was besser bezahltes). Ich würde erstmal warten, wo ihr im Endeffekt "landet", also feste Planstelle und fester Job mit Zukunftsperspektiven. Und erst DANN würde ich mich für einen Wohnsitz entscheiden.

    War es in Bayern nicht auch so, dass man mitten im Ref noch einmal eine andere Einsatzschule zugewiesen bekommt? Oder betrifft das nur die Gym-Anwärter?

  • War es in Bayern nicht auch so, dass man mitten im Ref noch einmal eine andere Einsatzschule zugewiesen bekommt? Oder betrifft das nur die Gym-Anwärter?

    In der Grundschule bleibt man die 2 Jahre im Referendariat an derselben Schule. Ausnahme: Wenn fürs 2. Jahr, wo man Klassenlehrkraft ist, kein Platz an der derzeitigen Schule mit den Stunden ist, kommt man in Ausnahmefällen an eine der Nachbargrundschulen. Man kann sich auf jeden Fall darauf einstellen, dass man die zwei Jahre vom Ort bzw. von der Wohnsituation her safe ist.

  • Wenn ich die Berichterstattung der letzten Monate richtig mitverfolgt habe, ist es selbst für Gutverdiener (m/w/d) schwierig, in München eine Wohnung zu bekommen. Das dürfte dann erst Recht für ein Paar mit 1x Lehrkraft im Vorbereitungsdienst und 1x Trainee/Berufseinsteiger der Fall sein.

    Es ist überhaupt schwierig in München und im weiteren Umland eine bezahlbare Wohnung zu bekommen - auch für Besserverdiener. Viele weichen schon bis zu 80/90 km aus und deshalb sind auch hier die Preise immer weiter gestiegen.

  • Warum geht ihr automatisch davon aus, dass jemand, der sich frisch weg vom Jura-Referendariat in Großkanzleien bewirbt, sofort mit Handkuss genommen und irrsinnig hohem Verdienst eingestellt wird? Meinem Eindruck nach kommen zwar viele neu-Akademiker gerade mit Jura und BWL mit dieser Einstellung aus dem Studium (bzw. starten schon mit diesem Anspruch ihr Studium) und sind dann erstmal schockiert über die Realität.

  • Kann man schlicht nix zu sagen. Das wird die TO am ehesten für sich einschätzen können. Großkanzlei kann vieles heißen. Je nachdem wie die strukturiert sind, verdienst du am Anfang gut oder sehr gut. Für München macht das sicher einen relevanten Unterschied. Die Frage ist da dann halt, ob du über der "Miete ist egal"-Grenze liegst.

  • Warum geht ihr automatisch davon aus, dass jemand, der sich frisch weg vom Jura-Referendariat in Großkanzleien bewirbt, sofort mit Handkuss genommen und irrsinnig hohem Verdienst eingestellt wird?

    In der Regel haben Jura Absolventen eine recht realistische Einstellung zu ihrem weiteren Verlauf. Wenn jemand fest mit der Einstellung in eine Großkanzlei rechnet, dann hat die Person in der Regel ein Prädikatsexamen, erwartet im zweiten Examen ebenfalls ein Prädikat und hat die Wahlstation im Referendariat schon in einer Großkanzlei verbracht. Häufig gibt es sogar schon ein Einstellungsangebot für nach dem zweiten Examen. Und tatsächlich ist ein doppeltes Prädikat fast eine Einstellungsgarantie.

    BWLer solltest du auf keinen Fall mit Juristen in einen Topf werfen.

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