das bedeutet also: Ich kann in Deutschland definitiv wählen, auch wenn ich meinen Ausweis gerade nicht finde (dann nehme ich eben die Möglichkeit der Briefwahl). Und ich bin ziemlich sicher, dass ich noch nie meinen Ausweis in 14 Jahren (+ 10 Jahre Kommunal-/Integrationswahlen) vorzeigen musste. Nur bei den letzten 2 Wahlen habe ich ganz genau aufgepasst, um sicher zu sein. (Weil es eben so unterschiedlich ist von dem Verfahren, das ich früher kannte und in Französisch unterrichte und wir das Thema in SoWi durchgenommen haben. Kein Kind hat widersprochen, dass die Eltern vorzeigen müssten. Anekdotische Evidenz, aber eine ziemlich große Mehrheit)
Abwesende SuS
-
-
Dass man sich zu Wählen ausweisen muss? Das steht auf jeder Wahlbenachrichtung.
Stimmt nicht. Man muss sich nur auf Verlangen ausweisen (§ 56 III BWahlO).
-
Stimmt nicht. Man muss sich nur auf Verlangen ausweisen (§ 56 III BWahlO).
Damit hast du Recht, das habe ich in der letzten Nachricht auch noch einmal präzisiert.
-
Das ist regional unterschiedlich. In Berlin gibt es bisweilen bei Wahlen lange Schlangen, siehe z.B. Bundestagswahl im Jahr 2021 als diverse Probleme auftraten und u.a. Bürger (m/w/d) bisweilen deutlich nach 18 Uhr noch ihre Stimme abgeben wollten, was nach behördlicher Prüfung der Vorfälle zur Wahlwiederholung 2024 führte.
Aber die Schlange lag an unvorhersehbaren Problemen (zu wenig Wahlzettel) nicht systematisch. In den USA gibt es in manchen Städten viel zu wenig Wahllokale, wenn 50000 an einem Werktag nach der Arbeit wählen wollen, ist es vorhersehbar.
Ich habe auch einmal warten müssen (in meinem Wahllokal wählen keine 500), weil 2 Damen über 45 Minuten gleichzeitig beide Wahlkabinen blockierten. Wie haben bei Kommunalwahl mehrere meterlange Wahlzettel und z. B. 47 Stimmen für die eine Wahl und 35 Stimmen für die 2. Wir dürfen auch kumulieren und panaschieren. Die Wahlzettel werden daher vorher verschickt und ich habe sie zuhause ausgefüllt, die beiden Damen nicht.
Es sind hier Einzelfälle bei einzelnen Wahlen (auch in Berlin). Dein z. B. stimmt so nicht.
-
Ausweis soll (eigentlich muss) verlangt werden, wenn niemand im Wahllokal den Wähler kennt. Als Lehrerin kommt dies bei mir selten vor.
-
wie gesagt, mich und meinen Mann kennt definitiv keiner (zumindest in 90% der Wahlen). Ich habe auch noch nie gesehen, dass jemand gefragt wurde. Aber vielleicht habe ich nur immer in trudeligen Orten gelebt (4 BL mit Kommunal- oder Integrationswahlen, ich würde sagen: ich kann mich nicht erinnern und tendiere zu "nie gefragt", es kann Ausnahmen gegeben haben. Gut, bei den Integrationswahlen ist man halt froh, dass Leute vorbeikommen?!)
Zum Warten: Ich habe EINMAL in meinem Leben fürs Wählen gewartet und es war 2002. Mein Wahllokal war die französische Botschaft in Frankfurt, die Botschaft hat "leicht unterschätzt", wie viele kommen wollen und die Büros in RLP nicht aufgemacht. Ich stand in der Schlange mit Menschen aus Trier (!!). Anderthalb Stunden bei schönem Wetter im schönen Frankfurter Viertel, um einen Wahlzettel in einen Umschlag zu legen, von dem ich nie gedacht hätte, ich würde ihn nutzen (man legt in Frankreich den Zettel mit dem Namen des Kandidaten rein). Es war leider nicht das letzte Mal, dass ich dies tun musste. Damals war es Le Pen Vater. Später wurden aber mehr Wahlbüros geöffnet (Frankreich hat KEINE Briefwahl). -
Sie zahlt zumindest in einigen Bundesländern Lehrbücher und Arbeitshefte.
Was ja genauso unsinnig ist.
-
Ich kann kein Muster erkennen, wann ich beim Wählen gebeten werde, den Ausweis vorzuzeigen. Am ehesten liegt es an den individuellen Vorlieben der Wahlhelfer.
Ob man ihn beim Abholen von Briefwahlunterlagen könnte ich jetzt gar nicht sagen.
-
Was ja genauso unsinnig ist.
Stimmt, nur wohlhabende sollen die Schule besuchen dürfen. Wozu sollen andere lesen und schreiben lernen? Dann kann man ja gar nicht mehr über Personen lästern, die auf Grundsicherung angewiesen sind.
(Sicherheitshalber schreibe ich für 3 Mitschreiben hin, dass ich das nicht ernst meine.)
Saruman, damit hast du dich für mich als nicht ernst zu nehmenden Mitschreiber geoutet und ich werde dich in Zukunft nicht mehr lesen können, PLONK).
-
Ich kann kein Muster erkennen, wann ich beim Wählen gebeten werde, den Ausweis vorzuzeigen. Am ehesten liegt es an den individuellen Vorlieben der Wahlhelfer.
Ob man ihn beim Abholen von Briefwahlunterlagen könnte ich jetzt gar nicht sagen.
Ich war schon Wahlhelfer und wie oben geschrieben, eigentlich müsste man jeden nach dem Ausweis fragen, den niemand von den Wahlhelfern kennt. Aber fast immer wenn ich nachfragen wollte, kam von der Seite ein ich kenne ihn.
Und ja, ich wurde bisher auch selten gefragt. Briefwahlunterlagen habe ich bisher mir zuschicken lassen. Normalerweise wähle ich aber vor Ort (nur zweimal war ich verreist und habe per Briefwahl gewählt). Mein Wahlkokal war immer näher als der nächste Briefkasten.
-
Ausweis soll (eigentlich muss) verlangt werden, wenn niemand im Wahllokal den Wähler kennt. Als Lehrerin kommt dies bei mir selten vor.
Ich bin auch bekannt, trotzdem muss ich meinen Ausweis zeigen.
Eins der Wahllokale ist mein Klassenzimmer. 
-
Wir sind aber die Bürokratie hierzulande gewöhnt und können uns nicht vorstellen, dass diese in anderen Ländern, wenn überhaupt, eine teilweise deutlich untergeordnetere Rolle spielt.
Off topic: Ich frage mich, ob das nicht auch teilweise eine "urban legend" ist: Zum einen ist bspw. die These, dass 90% der Steuerliteratur weltweit wegen der komplizierten Finanzgesetzgebung aus Deutschland komme, längst und eindrücklich als Stammtischparole widerlegt; zum anderen hatte ich neulich noch ein Gespräch mit einer Amerikanerin, die eine Sozialleistung (vergleichbar Kindergeld) in den USA beantragen musste und meinte, wir sollten uns wegen der Bürokratie nicht beschweren, dass sei drüben deutlich komplizierter.
-
Bei Sozialleistungen weiß ich es nicht, aber die Finanzgesetzgebung ist gerade für Amerikaner höllisch kompliziert, besonders, wenn man im Ausland lebt.
-
Was ja genauso unsinnig ist.
Da könnt ihr gerne schief gucken. So wie mit den Materialien umgegangen wird, möchte ich die nicht mitfinanzieren.
-
Irgendwo habe ich gelesen: Reisepass kostet 165 Dollar, dauert mehrere Wochen und muss persönlich bei einem Bürgeramt beantragt werden.
Der Personalausweis kostet 46,-€, dauert mehrere Wochen, muss persönlich im Einwohnermeldeamt abgeholt werden und ist bei der Wahl im Wahllokal vorzulegen.
Also so schlecht ist das nicht, was Trump da fordert, entspricht es doch ziemlich genau dem, was in unserem Wahlsystem seit Jahrzehnten Standard ist. Ob man das Dokument jetzt Personalausweis oder Reisepass nennt, ist doch unerheblich. Im Ergebnis muss man sich in beiden Fällen die Wahlberechtigung erkaufen.
Warum muss man bei uns den Personalausweis eigentlich bezahlen, wenn es doch eh Vorschrift ist einen zu haben?
Ich habe SEHR GUT aufgepasst und brauchte bei den letzten zwei Wahlen (4 Wahlgängen) kein einziges Mal meinen Perso, die Wahlkarte-Benachrichtigung reicht aus. (und nur einmal kannte mich eine städtische Angestellte vom Sehen und konnte den Namen halb verbinden. Mein Mann hat ebenfalls nie einen Ausweis vorgelegt.)
Du kannst jetzt aber Trump nicht dafür verantwortlich machen, dass die Wahlhelfer hier in Deutschland nicht "Dienst nach Vorschrift" gemacht haben. Schließlich haben sie eigentlich Deine Identität zu überprüfen.
-
Der Personalausweis kostet 46,-€, dauert mehrere Wochen, muss persönlich im Einwohnermeldeamt abgeholt werden und ist bei der Wahl im Wahllokal vorzulegen.
Also so schlecht ist das nicht, was Trump da fordert, entspricht es doch ziemlich genau dem, was in unserem Wahlsystem seit Jahrzehnten Standard ist. Ob man das Dokument jetzt Personalausweis oder Reisepass nennt, ist doch unerheblich. Im Ergebnis muss man sich in beiden Fällen die Wahlberechtigung erkaufen.
Warum muss man bei uns den Personalausweis eigentlich bezahlen, wenn es doch eh Vorschrift ist einen zu haben?
Du kannst jetzt aber Trump nicht dafür verantwortlich machen, dass die Wahlhelfer hier in Deutschland nicht "Dienst nach Vorschrift" gemacht haben. Schließlich haben sie eigentlich Deine Identität zu überprüfen.
Noch mal, es besteht keine grundsätzliche Ausweispflicht beim Wählen (§ 56 III 2 BWahlO).
-
Also so schlecht ist das nicht, was Trump da fordert, entspricht es doch ziemlich genau dem, was in unserem Wahlsystem seit Jahrzehnten Standard ist.
Nein, denn wir nutzen den Personalausweis bzw. Reisepass bei einer ganzen Reihe von Anlässen, von der Paketabholung über den Abschluss eines Handyvertrages bis zur Polizeikontrolle oder eben dem Wahltag*. In den USA gibt es das so nicht, bzw. es ist völlig gängig dafür andere Dokumente zu verwenden (meistens den Führerschein, manchmal aber auch einfach die Stromrechnung). Der Effekt ist nun, dass durch ein neues Erfordernis Menschen gezwungen werden, sich ein bestimmtes Dokument zu besorgen das sie sonst nie brauchen werden, und dessen Erwerb mit Kosten und Aufwand verbunden sind (Nachweisdokumente besorgen und ggfs. beglaubigen lassen, Wegezeiten zu einer Behörde die ggfs. nur ein schlecht erreichbares Büro hat, dafür evtl. auch noch einen Urlaubstag nehmen müssen, ...). Einige republikanische Staaten sind auch bewusst sehr selektiv darin, was sie als ID akzeptieren (beispielsweise den Mitgliedsausweis der NRA aber nicht den Studentenausweis der Uni, weil sie dahinter jeweils eine entsprechende Wählerklientel vermuten). Oftmals sind es dann gerade ohnehin wahlscheue Minderheiten in prekären Beschäftigungssituationen, die damit schlicht abgeschreckt werden. Und das ohne dass die bisherige Praxis ein relevantes Problem erkennen lässt das tatsächlich abgestellt werden müsste (Wählerbetrug kommt vor, aber landesweit in ungefähr zweistelliger Fallzahl über ein Jahrzehnt hinweg).
* Ich sitze seit vielen Jahren an Wahltagen hinter so einem Tisch und wir haben noch nie von jemandem einen Perso verlangt wenn eine Wahlbenachrichtigung vorgezeigt wurde. Manche haben den schon von sich aus parat, dann schauen wir aus purer Höflichkeit drauf weil die sich halt den Aufwand des Vorzeigens gemacht haben.
-
Beim Wählen muss man (edit) seine Wahlbeachrichtigung dabei haben und wird dann auf einer Liste abgehakt, wenn ich recht erinnere. Dass so kontrolliert wird, wer wählen war, ist aber eigentlich auch komisch, oder?
-
Werbung