Vertretung und Ausfall

  • Wie funktioniert das denn mit der mobilen Reserve? Kriegen die einen Dienstwagen vom Schulamt oder wie kommen die sonst kurzfristig an die ganzen Schulen. Man weiß ja ggf. wirklich erst kurz vor knapp, wo Bedarf ist?

    Kein Dienstwagen, sondern eigenes Kfz, pro gefahrenem Kilometer gibt es einen festen Betrag. Oft wird man tatsächlich kurz vor Unterrichtsbeginn erst angerufen und muss direkt an eine andere Schule im Landkreis fahren und vertreten. Dabei können einen alle Fächer sowie alle Schulstufen von 1-10 (GS und MS) treffen.

  • Man kann auch angeben, dass man keinen PKW hat, dann bekommt man Stellen, die anders zu erreichen sind.

    Bei uns an der Förderschule habe ich selten kurzfristige Vertretungsstellen erlebt, meist sind sie mehrere Wochen bis zu einem ganzen Schuljahr.

  • Das geht gar nicht an die BR. Die Alternative wäre Aufteilung der Klassen, was bei vier Krankmeldungen ggf. mal eben 100 zu verteilende Schülerinnen ergibt.

    Ich verstehe immer noch nicht, warum nicht möglichst alle zu vertretenden Schüler in der Aula oder Sporthalle zusammengefasst werden. 100 sollten da jeweils reinpassen, 1-2 Aufsichten, fertig.

  • Wäre für meine Schüler der schlechteste Ort um sie zu beaufsichtigen. Die flippen doch völlig aus, wenn sie die Sporthalle betreten.

    1-2 Aufsichten würden da auf keinen Fall ausreichen. Dann schon eher die Mensa. Aber auch das hat Grenzen.

  • Ich verstehe immer noch nicht, warum nicht möglichst alle zu vertretenden Schüler in der Aula oder Sporthalle zusammengefasst werden. 100 sollten da jeweils reinpassen, 1-2 Aufsichten, fertig.

    Mitunter ist selbst eine einzige unbekannte Klasse, in die man geht, um dort zu vertreten, eine Herausforderung. Das Ganze vervierfacht macht die Sache definitiv nicht leichter. Wer bereits mehrere wartende Klassen (5-10) auf Fluren erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ich verstehe immer noch nicht, warum nicht möglichst alle zu vertretenden Schüler in der Aula oder Sporthalle zusammengefasst werden. 100 sollten da jeweils reinpassen, 1-2 Aufsichten, fertig.

    Das wäre keine Vertretung, sondern eine reine Beaufsichtigung. Dann kann man die Kinder auch direkt zu Hause lassen.

  • Ja klar, Beaufsichtigung. Hinsetzen, Stillarbeit.

    Ich habe das in ähnlicher Form vor vielen Jahren mal an einer Schule gesehen, an der ich mich beworben hatte - dort gab es Silentium in einem entsprechend großen Raum und angeblich funktionierte es. Fand ich sehr personalfreundlich gelöst.

  • Schule hat neben dem Unterricht auch eine Betreuungsfunktion. Wenn Kinder regelmäßig später Unterricht haben oder (viel) zu früh nach Hause kommen, haben die Eltern ein Betreuungsproblem. Es gibt hier im Grundschulbereich die "verlässliche Schule" von 8 bis 13 Uhr.

    Zu Hause lassen ist auch im Sek I Bereich keine Option. Viele Eltern benötigen bei uns zwar keine Nachmittagsbetreuung, arbeiten aber vormittags, so dass das Kind dann zu Hause unbeaufsichtigt wäre.
    Viel Unterrichtsausfall und unbetreute Kinder wirken sich negativ auf die Wahrnehmung einer Schule durch die Eltern aus. Das kann sich eigentlich keine Schule auf Dauer leisten.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Richtig. In städtischen Gebieten mit mehreren Gymnasien kann man sich einen solchen Ruf nicht leisten. Wie schnell da Zahlen aus verschiedensten Gründen hoch- oder runtergehen können, habe ich in zwei Großstädten erleben dürfen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Und? Solange die Gymnasien eh überrannt werden, ist das doch egal und man bekommt eben umverteilte Kinder.

    Das kann man so pauschal nicht sagen. Ferner: Hinter den unverteilten Kindern stecken oft persönliche Enttäuschungen und vergossene Tränen, wenn man nicht mit den FreundInnen an dieselbe Schule kann oder man von einem Ende ans andere Ende der Stadt zur Schule gehen muss, was morgens lange dauert und Freundschaften bestenfalls über das Handy fördert. Das mag in Städten um die 100.000 EinwohnerInnen noch hinnehmbar bzw. zu kompensieren sein, in größeren Städten ist das gleich eine andere Hausnummer.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Das hat sich in 3 Wochen verwachsen. Und ob man jetzt die Schule ist, die gerade hohe oder niedrige Anmeldezahlen hat, ist dafür doch egal - umverteilte Kinder gibt es so oder so. Ich würde bevorzugen, die Schule sein, die das Thema Mehrarbeit bestmöglich im Griff hat. Entfallende Randstunden helfen dabei.

  • Mit einem vernünftigen Vertretungskonzept sollte das eigentlich nicht der Fall sein.

    Hätte ich dir vor 8-10 Jahren vollumfänglich zugestimmt. Da hatte ich "Optimierungsbedarf" an unserem Vertretungskonzept.
    Aktuell würde ich sagen: das beste Vertretungskonzept bringt nichts ohne das Personal. Und entsprechend flicken wir. Meine Schule ist bildlich diese Sequenz von Cartoons, wo das Wasser aus Löchern rausspringt und man nur zwei oder vier Hände hat. Wenn man irgendwo ein Loch zumacht, dann läuft es woanders aus. Aus 18 anderen Löchern.

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