Familienfreundlichkeit im Lehrberuf

  • Ich habe nicht gesagt, dass ich jeden Tag um 14 Uhr zu Hause bin/war. Manchmal ist auch bis 17 Uhr Unterricht. Das wäre schwierig, wenn ich alleine wäre.

    Doch das geht. gerade bei Teilzeitkräften ist das bei uns nicht unüblich. 50% bedeutet 12,25h Unterricht. Also aufgerundet 14h. Mit nur 4 pro Tag wird man an 4 Tagen in der Schule sein müssen. Bei uns durchaus üblich.

    und wir sind wieder bei meiner Feststellung: es hängt von der Schulform, einzelnen Schule usw..
    Ich habe mit 10-12 Stunden an 4 Tagen Unterricht. Das gilt für quasi jede Lehrkraft mit 12-18 Stunden.
    Und das kann sowohl vormittags als auch nachmittags. Nach Belieben der Schule und regelmäßig wechselnd.

  • Ja, herzlichen Glückwunsch an das Kollegium, es funktioniert bei allem nicht überall so und ich hatte es auch in meinem vollen Beitrag genauso gekennzeichnet.

    Meine Schilderungen betreffen zum einen nicht nur "das Kollegium" (also meines) sondern diverse Kollegien verschiedener nds. BBSn.

    Dass es nicht überall so läuft und du natürlich deine Sicht der Dinge beschreibst, ist mir schon klar. Aber ich darf doch hier wohl auch meine Erfahrungen posten, die nun mal anders sind (EDIT: und denen von s3g4 - ebenfalls aus Sicht einer beruflichen Schule - nicht unähnlich), oder nicht?

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

    Einmal editiert, zuletzt von Humblebee (13. März 2026 13:00)

  • Aber wie gesagt: genau DESWEGEN habe ich eben geschrieben, dass man es nicht verallgemeinerbar ist, weil es von der Schulform, ihrer Art (Ganztag oder nicht) und der einzelnen Schule abhängt. und deswegen nicht pauschalisierbar ist.
    Also: Ja, es kann super gut laufen, aber kein Mensch sollte Lehramt in dem Glaube studieren, nachmittags die Kids von der Kita abzuholen und zwei Tage die Woche zuhause zu sein. Die Zeiten sind für die allgemeinbildenden weiterführenden Schulen vorbei, dass die Mehrheit nur "im Halbtag" ist.

  • Da gebe ich dir vollkommen recht. Nichtsdestotrotz halte ich unseren Beruf - im Gegensatz zu anderen - noch immer für familienfreundlich.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Genau das. Eben weil es von Familienform und Umständen abhängt.

    Klar, als Mutter mit einem Partner wäre das für mich auch familienfreundlich, wenn ich die Kinder 3 Mal die Woche zu Oma abschieben kann und sie dem Vater mitgebe, der nicht Lehrer ist und mit ihnen ins Spaßbad fährt, während ich in Ruhe korrigieren kann.

    Die Frage ist doch, wie familienfreundlich der Lehrerberuf ist. Und das ist er erstmal.

    Dass es in deiner konkreten Situation nicht passt, ist davon doch losgelöst. Sicherlich hättest Du in deiner konkreten Situation auch in anderen Vollzeitberufen Probleme.

  • Aber wie gesagt: genau DESWEGEN habe ich eben geschrieben, dass man es nicht verallgemeinerbar ist, weil es von der Schulform, ihrer Art (Ganztag oder nicht) und der einzelnen Schule abhängt. und deswegen nicht pauschalisierbar ist.
    Also: Ja, es kann super gut laufen, aber kein Mensch sollte Lehramt in dem Glaube studieren, nachmittags die Kids von der Kita abzuholen und zwei Tage die Woche zuhause zu sein. Die Zeiten sind für die allgemeinbildenden weiterführenden Schulen vorbei, dass die Mehrheit nur "im Halbtag" ist.

    Man kann es nicht verallgemeinern, aber man halt tendenziell die Ferien frei. Man hat tendenziell seine Arbeit eher vormittags als nachmittags.
    Man kann tendenziell 25-50% der Arbeitszeit im Home-Office erledigen.
    Das ist schon deutlich mehr als die meisten anderen Berufe bieten.

  • Das stimmt, ich schätze diese Flexibilität sehr.
    Nur: in meinem Beitrag (ich erinnere wieder daran!) habe ich eben gesagt "ja, die Ferien, aber ansonsten bei weitem nicht (mehr) so familienfreundlich wie es mal war / wie angenommen"

    Denn: NEIN, im Ganztag ist der Unterricht von 8-15Uhr /16Uhr und kein Mensch hat Anspruch auf mehr Vor- als Nachmittag. So dass die zwei Stunden des Tages 13.30-15uhr sein können.
    Und mit einigen Freistunden, Pflicht-Freistunde mittags (wie woanders, ist klar, aber wenn man 3.-7. hat, braucht man keine Pause..), Pausen- und Aufsichtsstunden, können Tage sehr lang sein (im Vergleich zur komprimierten Fassung, die es im Idealfall geben _könnte_)

  • Wenn ich einen Kindergarten wähle (eine Zuweisung wäre etwas anderes), der nur bis 13.30 Uhr oder so betreut, oder der erst ab 7.30 geöffnet hat, dann schaffe ich einen Teil des Problems selbst.

    Okay, hier liegt auch schon wieder große Individualität vor. Bei uns wird zugewiesen und du musst froh sein, überhaupt einen Platz zu bekommen (hatten wir übrigens zu Beginn nicht und daher mussten wir die Elterzeit verlängern).

    Edit: ich musse gerade sehr schmunzeln. Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.? Hier heiß es einfach nur "Friss oder stirb! Nimm den Platz oder der nächste in der Warteschlange sagt sofort zu"

    n eurer Schule. Das ist keine allg. Regelung in Hessen. Bei uns fährt, wer Lust hat.

    Naja, in der VO steht, dass Klassenfahrten Teil der Dienstpflicht sind und unsere SL nimmt diese eben wörtlich. Wer im Dienst ist, kann dazu verpflichtet werden.

  • Edit: ich musse gerade sehr schmunzeln. Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.? Hier heiß es einfach nur "Friss oder stirb! Nimm den Platz oder der nächste in der Warteschlange sagt sofort zu"

    Ja, gibt es.

    Bekommt man denn einen Platz zugewiesen, der nur bis 13 Uhr betreut, obwohl man angegeben hat, dass man längere Zeiten benötigt?

    hatten wir übrigens zu Beginn nicht und daher mussten wir die Elterzeit verlängern).

    Ja, so ist das manchmal. Daher ist es angeraten sich vorher zu fragen, ob man sich das leisten kann. Also bevor man Kinder plant. Klar, gibt’s auch ungeplante Kinder und Situationen, aber es gibt auch genug Paare, die sich bei der Kinderplanung damit nicht auseinandersetzen.

    Nun mein Senf dazu: Ider Beruf ist eigentlich sogar sehr familienfreundlich. Es gibt viele Akademiker in unserer gehaltsklasse, die sehr viel später nach Hause kommen, plötzlich auf Dienstreisen geschickt werden etc. Da ist es bei uns doch relativ planbar. Wer Vollzeit arbeitet benötigt eben auch eine Vollzeit-Betreuung. Gehe ich voll mit.

    Was aber mE stimmt: der Beruf ist nicht Teilzeit freundlich. Das ist ein so grosses minus-Geschäft, dass ich davon dringend abrate.

  • Bekommt man denn einen Platz zugewiesen, der nur bis 13 Uhr betreut, obwohl man angegeben hat, dass man längere Zeiten benötigt?

    Ja, das ist bei uns leider so (wobei hier die Halbtageskitas sogar schon um 12 schließen). Sidefact: Soziale Kriterien gehen hier vor Arbeit (Kinder aus sozial benachtteiligten Familien bekommen einen Ganztagesplatz/kita)

  • Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.?

    Ja gibt es, also bei meinen Kindern habe ich auch schon ausgesucht und stand nie lange auf der Warteliste, aber da waren die Plätze ausgelastet, jetzt gibt es inzwischen aktuell wohl mehr Plätze als gewollt werden (gebraucht würden vermutlich mehr als genutzt werden).

  • Naja, in der VO steht, dass Klassenfahrten Teil der Dienstpflicht sind und unsere SL nimmt diese eben wörtlich. Wer im Dienst ist, kann dazu verpflichtet werden.

    Richtig die SL kann das machen. Wieso sollte diese Interesse daran haben, Leute dazu zu zwingen? Dass es überhaupt Klassenfahrten gibt ist keine Vorschrift.

  • Ansonsten möge man mir erklären, wie man mit einem Kind nebenbei Arbeiten korrigiert und sich vorbereitet, wenn man alleinerziehend ist.

    Ich habe es geschafft, yeah!!! Und mein Kind war anfangs erst 1 Jahr alt. Hatte meine Verbeamtung noch vor mir und da kam noch zweimal unangekündigt der Schulrat. Ich hatte eine Klassenleitung und 20 Wochenstunden. Allerdings bin ich gewöhnt, alles alleine schaffen zu müssen und hasse dieses Gejammer.

    Und später habe ich meine 5köpfige Familie auch neben dem Beruf fast alleine gerockt. Haus, Garten, Reparaturen mit youtube Anleitungen in der Hand. Ich habe alles immer gerne gemacht.

    Es gibt übrigens auch verheiratete Menschen, bei denen der Partner für die Familie wenig oder gar nicht greifbar ist, aber auch noch Arbeit verursacht. ;) Oder sie kommen beruflich bedingt erst heim, wenn die Kinder bereits schlafen.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

    Einmal editiert, zuletzt von Zauberwald (13. März 2026 20:57)

  • Ich denke nicht, dass sich das grundlegend ändert. Die Aufsatzkorrekturen sind ja die gleichen und ebenso intensiv. Das ist ja das, was Stunden frisst und es wird auch nicht weniger, wenn ich die ersten Leistungskurse übernehme. Mag sein, dass man irgendwann mehr Routine mit den Vorbereitungen hat. Ich empfinde die Klassen als sehr zeitintensiv und habe Kollegen, die selbst jetzt wo die Kinder raus sind noch stundenlang sitzen.

    Such dir bitte etwas anderes. Du argumentiert so gegen alles, das hat keinen Sinn.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • vorausgesetzt man arbeitet in der Grundschule und nicht in der gymnasialen Oberstufe, wo man stundenlang 5 seitige Aufsätze, Klausuren und Abiturprüfungen korrigiert. Das ist ein Unterschied.

    Interessant, du bist dabei im Referendariat zu scheitern, hast faktisch keinerlei Erfahrungen über Schule und erlaubst dir hingegen solche Aussagen über anderen Schulformen und deren Lehrkräfte.

  • Beitrag von Karl-Dieter (13. März 2026 21:04)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (13. März 2026 21:04).
  • ich musse gerade sehr schmunzeln. Gibt es wirklich aktuell Regionen/Städte, in denen man sich den Kitaplatz aussuchen kann, pädagogische Konzepte vergleicht etc.?

    Hier ist das auch so. Das hat sich in den letzten paar Jahren deutlich geändert: Bei meinen großen Kindern hat sich quasi die Kita das Kind ausgesucht; wir hatten als Eltern keine Auswahl. Bei meinem jüngsten ist es nun andersherum. Die Gruppen sind nicht voll, Kitas machen Aushänge, um für ihre freien Plätze zu werben, und die ersten Kitagruppen werden schon geschlossen, weil es nicht genug Kinder gibt.

    In ein paar Jahren wird diese Entwicklung auch in den Schulen ankommen.

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