An unserer Schule gestaltet sich die raum-und Schulhofsituation sehr komplex: viele Anbauten, viele verwinkelte Außenbereiche, Zugänge zu öffentlichen Wegen und Verkehrsstraßen sind gegeben. Es kommt gehäuft vor, dass Liefer- oder Handwerkerfahrzeugen den Schulhof befahren, zu den Zeiten, an denen Kinder vor Ort sind. Wie und wo kann ich mich informieren, in wie weit ich bei Aufsichten zur Verantwortung gezogen kann, sollte mit es in Verbindung mit dem Fahrzeugaufkommen zu einem Unfall kommen?
Meine SL nimmt die Thematik generell auf die leichte Schulter. Wie muss ich vorgehen, um mich abzusichern ?
Aufsichtssituation bei "befahrenen" Schulhöfen
-
-
Dürfen die Fahrzeuge offiziell dort fahren? Also ist es eine öffentliche Straße?
Grundsätzlich sehe ich hier die Haftung eher bei den Fahrzeugführern, die an die Umgebung angepasst fahren müssen.
Ihr als Schule solltet euch ganz grundsätzlich überlegen ob es Sinn macht den Pausenhof dort zu haben, wo Autos fahren.
-
Nein, der Schulhof befindet sich nicht auf der Fahrbahn.
Fahrzeuge befahren das (teils umzäunte / beschrankte) Schulgelände . Ob sie das jetzt offiziell dürfen oder das ohne Genehmigung tun,'weiß ich nicht. Offenbar kräht danach auch kein Hahn. Wenn sie eine Genehmigung hätten, wäre ich als Aufsicht dann haftend? -
Meine SL nimmt die Thematik generell auf die leichte Schulter.
Inwiefern?
Wir haben einen ähnlichen Sachverhalt, hier geht es konkret um 7,5t und 15t die den Schulhof befahren. Das dürfen sie allerdings nicht zu den Pausenzeiten.
-
Naja, bist du haftbar, wenn sich Kinder in der Pause in einer verwinkelten Ecke die Augen auskratzen? Wer mit einem Fahrzeug auf einen Schulhof fährt, muss mit Kindern rechnen und sein Fahrverhalten anpassen. Ob das auf irgendeinem schlauen Zettel steht, bezweifle ich aber, das ist einfach gesunder Menschenverstand.
-
Gefahren auf dem Schulhof sind heikel. Stichwort Garantenpflicht und Remonstrationspflicht: Du solltest die Schulleitung unbedingt auf die Gefahren schriftlich hinweisen, wenn du der Ansicht bist, dass sie bei der Ausgestaltung der Aufsicht und der Gestaltung des Schulgeländes nicht ausreichend berücksichtigt wurden, und dich insbesondere als aufsichtsführende Person maximal umsichtig verhalten.
Beispiel AV Aufsicht Berlin, §3
(2) Die Aufsichtsführung umfasst Vorkehrungen, Anordnungen und andere Maßnahmen, die
dazu geeignet sind, die Schülerinnen und Schüler vor Schäden zu bewahren und zu verhindern,
dass andere Personen durch sie Schäden erleiden.
(3) Art und Umfang der Aufsichtsführung richten sich nach dem Alter, der Reife, der Anzahl der
Schülerinnen und Schüler und der Gruppenzusammensetzung sowie den sonstigen, bei sachgerechter
Würdigung jeweils zu berücksichtigenden Umständen. Die sonstigen zu berücksichtigenden
Umstände sind insbesondere die sich aus dem Schulbetrieb, der Art des Unterrichts oder
der einzelnen schulischen Veranstaltung sowie der Beschaffenheit und des Gefährdungspotentials
der Einrichtung oder des Geländes ergebenden Besonderheiten.[...]
(5) Die Anzahl der Aufsichtspersonen richtet sich nach den zu beaufsichtigenden Aktivitäten und
örtlichen Verhältnissen; es darf während der Pausen sowohl im Schulgebäude als auch auf dem
Schulhof keine aufsichtsfreien Bereiche geben. In Bereichen des Schulgebäudes oder -geländes
mit hohem Gefahrenpotential ist die Aufsicht besonders intensiv zu führen. -
Bei uns wurde endlich ein Tor angebracht und das ist in den Pausenzeiten geschlossen. Vielleicht kannst du so etwas ähnliches anregen. Oder eine Schranke....
-
Bei uns ist der Schulhof auch befahrbar. Zum einen haben wir Behindertenparkplätze auf dem Schulhof direkt neben dem Eingang und zum anderen bekommen wir auch manchmal Lieferungen oder es kommen Handwerker, die mit ihrem Material am Eingang parken.
Oft ist das aber nicht. Und wenn es dann selten mal während der Pause ist, weil Paketdienste nicht 20 Minuten vertrödeln können, dann schaue ich, dass die Schüler kurz Platz machen.
Es kommt aber nur sehr selten vor, dass während der Pause jemand den Schulhof bewährt.
-
Naja, bist du haftbar, wenn sich Kinder in der Pause in einer verwinkelten Ecke die Augen auskratzen? Wer mit einem Fahrzeug auf einen Schulhof fährt, muss mit Kindern rechnen und sein Fahrverhalten anpassen. Ob das auf irgendeinem schlauen Zettel steht, bezweifle ich aber, das ist einfach gesunder Menschenverstand.
Und was, wenn ein Transporter ein Kind überrollt, während du Aufsicht hast? Wäre mir nicht so sicher, dass man komplett raus aus der Verantwortung ist. Der Richter wird garantiert wissen wollen, wie man jahrelang dort arbeiten und beim Rangieren neben den Kindern zugucken kann.
-
Die Schulleitung trägt im Endeffekt immer die Gesamtverantwortung. Es ist sehr schwer einzuschätzen, ob es, wie du es wahrnimmst, auch wirklich so gefährlich ist. Das ist ja subjektiv. Bei uns fahren auch Autos auf das Schulgelände, weil es wegen der Parkplatzsituation nicht anders geht. Ich persönlich habe dabei aber noch nie eine Gefahr gesehen. Und den Personen ist auch bewusst, dass sie halt vorsichtig sein müssen sowie die Kinder wissen auch, sie sollten sich nicht unters Auto legen. Aber wie gesagt, ich kenne eure Situation natürlich nicht. Du kannst es in die Steuergruppe reinbringen. Wenn es mehrere Kolleg*innen so sehen, dann steigt vielleicht der Druck auf die Schulleitung. Um es sicherer zu machen, müssten die Kolleg*innen halt mehr Aufsichten übernehmen. Ob das alle so toll finden? Bis die Stadt irgendwelche Zäune baut, dauert es ja meist Jahre.
-
Und was, wenn ein Transporter ein Kind überrollt, während du Aufsicht hast? Wäre mir nicht so sicher, dass man komplett raus aus der Verantwortung ist. Der Richter wird garantiert wissen wollen, wie man jahrelang dort arbeiten und beim Rangieren neben den Kindern zugucken kann.
Dann saß da einer am Steuer, der dem Richter erklären können muss, wieso er auf einem Schulhof so gefahren ist. Wenn der Tieflader mal in der Pause kommt, sagt man den Kindern halt sie sollen zur Seite gehen und der Fahrer wird sein Verhalten entsprechend anpassen. Außerhalb der Pausenzeiten wird es eher gefährlich, wenn die Aufsicht schon weg ist und noch Nachzügler in die Klasse rennen, Turnbeutel holen müssen etc. pp.
-
Dann saß da einer am Steuer, der dem Richter erklären können muss, wieso er auf einem Schulhof so gefahren ist. Wenn der Tieflader mal in der Pause kommt, sagt man den Kindern halt sie sollen zur Seite gehen und der Fahrer wird sein Verhalten entsprechend anpassen. Außerhalb der Pausenzeiten wird es eher gefährlich, wenn die Aufsicht schon weg ist und noch Nachzügler in die Klasse rennen, Turnbeutel holen müssen etc. pp.
Bei Grundschülern ist es auch gefährlich, wenn irgendwo eine Aufsicht steht. Bei uns ist die Pausenaufsicht für die meisten der größte Stressfaktor am Tag.
Berufsschul - bzw. Gymnasiallehrer können sich vmtl. nicht richtig vorstellen, was bei den Kleinen auf dem Schulhof los ist. Die Schüler stehen nicht da und starren aufs Handy, die haben auch keine Zeit zu essen. Es gibt viel Streit, Klopperei und viel Bewegung: Bälle, Stelzen, Seile, Reifen, so Rolldinger, ect. pp. Und dazwischen Autos???
-
Okay, wenn es um Grundschule geht, wäre ich auch sofort dafür jeglichen Autoverkehr in den Pausenzeiten zu untersage. Und mit Pollern ünmöglich zu machen.
-
Bei uns fahren selten auch mal in der Pause Fahrzeuge über den Schulhof. In der Regel Handwerker oder Anlieferungen, die nach vorne müssen. Wir hatten auch schon die Polizei oder das DRK, die dann was an der Schule gemacht haben. Wir haben auch während der Schulzeit in der Regel kaum Möglichkeiten in der Nähe zu parken. Die Kinder passen dann auf, die Aufsicht beobachtet / sichert ab und der Fahrer fährt mit Schritttempo über den Schulhof. Auch Grundschüler stürzen sich nicht wie Lemminge vor ein Auto. Probleme sind dann eher Rangierfahrten oder Rückwärts fahren. Da hätte ich meine Probleme mit. Aber wenn ein Fahrzeug langsam auf den Schulhof fährt und die aufsichtsführende Lehrkraft das absichert sehe ich da wenig Gefahrenpotenzial.
-
Berufsschul - bzw. Gymnasiallehrer können sich vmtl. nicht richtig vorstellen, was bei den Kleinen auf dem Schulhof los ist.
Also, ich schon!
-
Ich halte es für irrelevant, wer sich hier was vorstellen kann oder will, offenbar macht sich die TE Sorgen, weil es auf ihrem Schulhof unsicher ist oder sich für sie unsicher anfühlt. Wenn ich bei jeder Aufsicht ein ungutes Gefühl hätte, würde ich etwas unternehmen.
Elternrat informieren, Remonstrieren oder selbst bei der Stadt anrufen- was sich halt anbietet.
Wenn wirklich etwas passieren sollte, wird man selbstverständlich als aufsichtsführende Person in irgend einer Form zur Rechenschaft gezogen. Das wissen wir seit Todesfällen auf Klassenfahrten und in Schwimmhallen. Und selbst wenn nicht, ich habe kein Bedürfnis, eine Mutter anzurufen und ihr zu erzählen, dass ihr Kind unter die Räder gekommen ist.
-
Ich muss wahrscheinlich in Leichter Sprache schreiben, damit jeder Kollege kapiert, was ich erzähle.
-
An unserer Schule gestaltet sich die raum-und Schulhofsituation sehr komplex: viele Anbauten, viele verwinkelte Außenbereiche, Zugänge zu öffentlichen Wegen und Verkehrsstraßen sind gegeben. Es kommt gehäuft vor, dass Liefer- oder Handwerkerfahrzeugen den Schulhof befahren, zu den Zeiten, an denen Kinder vor Ort sind. Wie und wo kann ich mich informieren, in wie weit ich bei Aufsichten zur Verantwortung gezogen kann, sollte mit es in Verbindung mit dem Fahrzeugaufkommen zu einem Unfall kommen?
Meine SL nimmt die Thematik generell auf die leichte Schulter. Wie muss ich vorgehen, um mich abzusichern ?Du remonstrierst schriftlich, dass du eine Gefahrensituation siehst und deiner Aufsichtspflicht nicht so nachkommen kannst, dass du Unfälle verhindern kannst, solange der Schulhof zu Pausenzeiten befahren wird.
Damit bist du dann aus der Verantwortung raus, solange du nicht grob fahrlässig handelst. Der Ball liegt dann bei deiner Schulleitung.
-
In Bayern ist erst vor kurzem ein Kind am Schulhof überfahren worden, Gymnasium, Kind tot.
Quelle:
-
Bei Grundschülern ist es auch gefährlich, wenn irgendwo eine Aufsicht steht. Bei uns ist die Pausenaufsicht für die meisten der größte Stressfaktor am Tag.
Berufsschul - bzw. Gymnasiallehrer können sich vmtl. nicht richtig vorstellen, was bei den Kleinen auf dem Schulhof los ist. Die Schüler stehen nicht da und starren aufs Handy, die haben auch keine Zeit zu essen. Es gibt viel Streit, Klopperei und viel Bewegung: Bälle, Stelzen, Seile, Reifen, so Rolldinger, ect. pp. Und dazwischen Autos???
Nö, schon klar. Aber da kannst du auch zehn Kollegen hinstellen, von denen wird keiner rechtzeitig das Kind vom Auto wegziehen. Die Lösung wäre natürlich ein Tor, das kostet aber Geld und Zeit. Da würde man eher mehr Kollegen hinstellen, die machen das umsonst (sic!), und auf dem Papier ist die Aufsicht dann gesichert.
Wenn wirklich etwas passieren sollte, wird man selbstverständlich als aufsichtsführende Person in irgend einer Form zur Rechenschaft gezogen. Das wissen wir seit Todesfällen auf Klassenfahrten und in Schwimmhallen. Und selbst wenn nicht, ich habe kein Bedürfnis, eine Mutter anzurufen und ihr zu erzählen, dass ihr Kind unter die Räder gekommen ist.
Da vermengst du für mich sehr unterschiedliche Arten von Aufsichtssituationen.
Werbung