? Fertigstellung (formal) Abiklausuren

  • Hallo zusammen,


    ich habe an einer neuen Schule nun das erste Mal Abi-Klausuren. Von der Schulleitung wird verlangt, dass

    a) die Arbeiten auseinander genommen werden pro Schüler und sortiert (Aufgabenpapier, Schülerlösungen, Schmierpapier etc.) werden

    b) alle Seiten vor Rückgabe der zweifach korrigierten Arbeit durchnummeriert werden (Vorder- und Rückseite) und

    c) die Arbeiten alphabetisch sortiert in eine Sammelmappe eingelegt werden und in diese

    d) die Namen der Schüler, Note und Seitenzahl der durchnummerierten Arbeit, auf der sich die Note befindet, in der Mappe eingetragen wird.

    e) Zudem soll nicht beschriebenes Papier entnommen werden für die nächste Klausur, dies aber auch vermerkt werden (wie viele Seiten liniert, wie viele Seiten Schmierpapier etc.)


    Zusätzlich soll noch eine excel Tabelle erstellt und eingereicht werden mit der Berechnung der Noten.

    Ein Heidenaufwand. Gym in NRW. Ist das bei euch auch so? Ich kannte das gar nicht... zuvor an der alten Schule mussten nur die Noten digital mitgeteilt werden und die Arbeiten gebündelt in einer Sammelmappe zurück gegeben werden. Mir ist der Hintergrund dieses Verfahrens auch nicht klar.

  • Abgesehen von der Exceltabelle und Punkt e: ja, war an 3 meiner Schulen auch alles so. Bei Nr. 4 wurde auf die Nummerierung verzichtet oder irgendwer anders hat sie gemacht, aber ansonsten alles gleich.

    Ich denke, es geht bei dem Verfahren um die korrekte, lückenlose Ablage der Klausuren und darum, bei Einsichtnahme oder Widerspruch schnell und zuverlässig die richtigen Klausuren zu finden. Macht meines Erachtens auch Sinn.

  • Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele KuK eine Heidenangst vor Widersprüchen haben, die scheint einige Leute fast aufzufressen. Da wird in den Konzepten für die 4.-Fach Prüfung noch jeder kleine Rechtschreibfehler geändert, 5x überlegt, ob Operator a oder b besser wäre, auf die Minute alles genau eingetragen bei der Prüfung.

    Hier nun auf jede Paraphe geachtet, ob die Nummerierung stimmt... ich frage mich: wie groß ist denn überhaupt das Risiko eines Widerspruchs, der durchgeht im Vergleich zur Arbeitszeit, die von vielen KuK verwandt wird (und blöderweise auch anderen KuK, die es etwas lockerer sehen, aufgebürdet wird)? Kommt doch so gut wie nie vor.

  • Irgendwie hab ich das Gefühl, dass viele KuK eine Heidenangst vor Widersprüchen haben, die scheint einige Leute fast aufzufressen. Da wird in den Konzepten für die 4.-Fach Prüfung noch jeder kleine Rechtschreibfehler geändert, 5x überlegt, ob Operator a oder b besser wäre, auf die Minute alles genau eingetragen bei der Prüfung.

    Also: ICH (und ich bin sicher, 90% meiner KuK, also alle im Lande) mache es nicht aus Angst vor Widersprüchen.
    Nein, ich mache es, weil ich professionell arbeite.
    Was willst du denn sonst machen? Die Abiturmappen irgendwo wahllos hinwerfen?
    Rechtschreibfehler in Prüfungen? Klingt, als würdest du deine Arbeitsblätter schlampig und fehlerhaft gestalten (ja, Rechtschreibung ist wichtig), wenn du dich bei Prüfungen (!!) derart irritiert zeigst..

    PS: Man kann Fehler machen, ich sage nicht, dass alles tiptop und fehlerfrei ist. Aber sich darüber echauffieren, dass man etwas neu auflegen muss, weil es Fehler hat ...

  • a) nein
    b) teilweise (immer die Vorderseiten (wer Seite 3 findet und dann zu blöd ist 4 auf der Rückseite zu finden ist selbst Schuld) und nur die Schülerlösungen + Schmierpapier, Aufgabenblätter sind von der Menge her nachvollziehbar)

    c) ja

    d) ja (das ist ein Formblatt fürs Abitur)

    e) ja (aber ohne Inventarisierung)

    Exceltabelle) nein, aber wir gehen an der Schule (vermutlich fälschlicherweise) davon aus, dass alle Kollegen den Mittelwert aus zwei natürlichen Zahlen berechnen und dann in einer Tabelle nachschauen können, welche Note das ergibt

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Also: ICH (und ich bin sicher, 90% meiner KuK, also alle im Lande) mache es nicht aus Angst vor Widersprüchen.
    Nein, ich mache es, weil ich professionell arbeite.

    Da sind die Menschen natürlich unterschiedlich: die einen so, die anderen sind froh, wenn das Schulzeug irgendwie möglichst rasch vom Tisch ist mit so wenig Aufwand wie möglich, denn es zahlt einem kein Mensch den Mehraufwand, wenn es auch einfacher ginge.

  • einfacher, ja.
    schlechter / nicht so gut, okay.

    FEHLERHAFT ist was Anderes.
    Dem Arzt zahlt die KK wohl auch nicht mehr Geld, wenn er mich narbenfrei operiert oder kein Organ verlässt. (Weil so viele sich immer mit Ärzten vergleichen).

  • Ich finde das ziemlich professionell und viele der Punkte sind ohnehin schnell erledigt. Es wird auf diese Weise schlicht sichergestellt, dass nichts übersehen wurde und die Arbeiten am Ende auch vollständig zur Archivierung in den Prüfungsakten vorliegen.

  • Exceltabelle) nein, aber wir gehen an der Schule (vermutlich fälschlicherweise) davon aus, dass alle Kollegen den Mittelwert aus zwei natürlichen Zahlen berechnen und dann in einer Tabelle nachschauen können, welche Note das ergibt

    Wir hatten mal einen Schulleiterwechsel und der neue Schulleiter hat alle Abiklausuren nachgerechnet. Und eine zweistellige Anzahl Rechenfehler gefunden, die zu falschen Noten führten. Gab zu Recht einen dicken Anschiss. Ich weiß ja, dass ich zahlenlegasthenisch bin und nehme auch für so Kleinkram den Taschenrechner 🙈


    Ansonsten: man schlampt in Prüfungen einfach nicht rum. Natürlich gehören da keine Rechtschreibfehler rein und natürlich macht man sich Gedanken um passende Operatoren. Ich bin bei vielen Dingen ja ein Freund schneller, pragmatischer Lösungen und Fünfe-gerade-sein-lassen, aber auf Prüfungslevel sollte man schon Professionalität walten lassen und korrekt arbeiten. Und es geht auch überhaupt nicht um Widerspruchsangst, sondern um saubere Verfahren.

  • Das ist an allen Schulen, an denen ich bisher war, Standard gewesen. Die Excel-Tabelle ist ja genau dafür da, um Fehler zu vermeiden.
    Das unter a) bis d) läuft bei uns haargenauso. e) kenne ich auch noch, aber das findet an meiner Schule nicht statt.

    Nebenbei hatten wir die Diskussion vor drei Jahren auch schon. Den Paginierstempel, der dort vorgeschlagen wurde, habe ich mir dieser Tage zugelegt. Mal sehen, wie gut er seinen Dienst tut.

    Abi NRW - Seiten durchnummerieren? - Sekundarstufe I / Sekundarstufe II / Berufsschule - lehrerforen.de - Das Forum für Lehrkräfte

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Ich bin wieder einmal irritiert, dass alles ist in Baden-Württemberg selbstverständlich. Die Excel-Tabelle gibt es vom Land, Note wird automatisch berechnet, versehentlich zu viele Punkte bei einer Teilaufgabe eingetragen auch. Auch das Sortieren jeder Arbeit ist festgelegt und ich war in diesem Jahr genervt, weil der Erstkorrektor nicht darauf geachtet hat.

    Dazu kommen weitere spezifische Dinge wie Anonymisierung duch zwei verschiedene Codes auf jedem Schülerblatt, Schüler sollten zwar ihre Nummer eintragen, klappt aber nur zur Hälfte, den Code für die Schule kennen sie nicht. Für die Statistik werden die Excel-Tabellen an das Land weitergeleitet, wie wird bei euch der Landesdurchschnitt bestimmt? Wie der von einzelnen Aufgaben?

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Da sind die Menschen natürlich unterschiedlich: die einen so, die anderen sind froh, wenn das Schulzeug irgendwie möglichst rasch vom Tisch ist mit so wenig Aufwand wie möglich, denn es zahlt einem kein Mensch den Mehraufwand, wenn es auch einfacher ginge.

    es ist eine Prüfung, kein Larifari.
    Dabei eine gewisse formale Ordnung einzuhalten, ist in meinen Augen auch eher ein Zeichen von Professionalität. Ist in meinen Augen auch kein Mehraufwand, das ist Basisvorgehen.

    Bei uns läuft aklles genauso, nur schreiben die Schüler selbst die Seitenzahlen auf. Eine ExcelTabelle braucht es nicht, wohl aber eine Liste mit den schriftlichen Ergebnissen der Prüfungen im entsprechenden Fach.

    Bei uns wurde übrigens mal eine mündliche Prüfung beanstandet, mit Einschaltung eines Anwalts. Der sah, dass alles formgetreu abgelaufen und protokolliert worden war-- und gut war`s.

    ist also kein Selbstzweck

    pingo, ergo sum

    1. Nach Aufgabenblatt, Lösung, Schmierblatt, Erwartungshoritzont (wo die Punkte drauf stehen) sortieren, nummerieren, in eine Mappe einheften und die Noten auf ein Formblatt notieren (incl. auf welcher Seite die Note steht), müssen wir auch. Das macht auch die Arbeit des ZAA leichter (siehe 4.)
      Und natürlich sortieren wir alles Alphabetisch, sonst findet man ja gar nix wieder, wenn ich z.B. ohne Seitenzahlen arbeite und es z.B. nach Abgabezeitpunkt abhefte (oder wie ich es korrigiert habe).
    2. Natürlich nehmen wir auch leere Blätter raus, schon allein aus Nachhaltigkeitsgründen.
    3. Exceltabelle nein.
    4. Der ZAA rechnet alle Punkte von Erst- und Zweitkorrektor und ggf. das arithmetische Mittel noch mal nach. Es wäre ja auch für den Prüfling sehr doof, wenn ein Rechenfehler ggf. zum Bestehen des Abiturs oder zu einer besseren Durchschnittsnote führt. Und wenn der ZAA dann weiß, dass die Note von Lotta Schröder auf S. 355 steht, muss er nicht aufwändig langsam durchblättern sondern sieht. Ich bin auf S. 300, ich kann großzügig weiterblätter. Oh ich bin auf S. 350, dann kommt die Note bald. Es ist ja soo viel Papierwust.
    5. Und die Note auf dem Formblatt ist sehr gut, damit der ZAA schnell einen Überblick bekommt (--> wer ist gefährdet?) und die Noten schnell ins System eingeben kann.
    6. SuS schreiben auf ihre Lösungen auch auf die Klausurbögen, aber in Mathe haben wir zwei Prüfungsteile und es gibt Prüflinge, die den 2. Prüfungsteil wieder mit Seite 1 beginnen oder im 2. Prüfungsteil jede der Aufgaben B1 (oder B2), B3 und B4 neu anfangen zu nummerieren.
    7. Ich streiche leere Seiten auch immer durch (also wenn der Klausurbogen noch nicht voll geschrieben ist) um zu verhindern, dass ich Teilaufgaben etc. übersehe.
    8. Ebenso trag ich auch auf den "Arbeitsblättern" ggf. ein, dass keine Eintragung erfolgt ist, wenn z.B. ein Baumdiagramm ausgefüllt werden musste und nichts dazu gemacht wurde.
  • Abgesehen von der Excel-Tabelle sind diese Dinge bei uns auch alle selbstverständlich (Seiten durchnummerieren sollten die SuS allerdings direkt selber beim schreiben der Arbeit).

    Unabhängig, was man persönlich davon hält, darf der VPK aber so oder so formale Vorgaben für Korrektur, Aufgabenerstellung, etc. machen, an die sich die normalen Mitglieder der Prüfungskommissionen zu halten haben. Die Vorgaben können sich mit unterschiedlichen VPKs auch mal ändern, ich hatte zB schon Jahre, in denen bestimmte Dinge per Hand eingetragen werden sollten (Daten bei Unterschrift des Gutachtens), in anderen Jahren war es dem VPK egal. Das ist dann halt so.

  • Ja, die Schüler müssen nummerieren, können ja allerdings nur ihre eigene Arbeit nummerieren. Der Fachlehrer muss dann ALLE arbeiten durchnummerieren, und zwar fortlaufend und auf dem Formblatt eintragen, ab welcher Seite die Arbeit welchen Schülers beginnt. Außerdem werden vom Fachlehrer die Bewertungsbögen mit nummeriert, was der Schüler ja auch gar nicht machen kann.

  • Bei uns gibt es keine Durchnummerierung, denn das machen schon die Schüler. Ich trage dann auch nach der Prüfung ein, wie viel Papier verwendet wurde. Wir müssen dann noch einmal in eine Papiertabelle die Noten eintragen und das ganze dann noch einmal digital. Die Klausuren werden auch alphabetisch weggeheftet, das muss ich machen. Ich loche dann alles und hefte es ab in einen Ordner, den es im Sekretariat gibt. Ich finde das nicht so wild. Es gehört eben dazu.

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