Beamtenbashing- Rechnen für Sozialdemokraten

  • https://www.zeit.de/politik/deutsc…nalter#comments

    Frau Bas zeigt erneut ihre Mathematikkenntnisse und Wirtschaftskompetenz:

    Zitat aus dem Artikel: »Wenn alle einzahlen, dann hätten wir mehr im Topf und der Staat muss nicht so viel zuzahlen.«


    Also soll das Lebenseinkommen von Beamten reduziert werden, weil ja auch mit jeder Einzahlung auch Ansprüche einhergehen. Hätte die Hüterin der Sozialdemokratie eindeutiger so ausgedrückt, bezweifle aber, dass Sie die Zusammenhänge versteht.

  • Die Frage ist ja: Sollen die Beamten "nur" in die Rentenversicherung einzahlen (ohne Leistungen zu erhalten)? - Das könnte ggf. spätestens vor dem Bundesverfassungsgericht gestoppt werden.

    Oder sollen die Beamten später nur noch Rente erhalten und keine Pension mehr? Das wiederum wird dann wegen der Nachversicherung sehr teuer?

    Gilt diese Regelung für aktive Beamte oder erst für künftige Beamte? Dann bleibt aber dennoch Einwand 1.

  • Das ganze ist doch Jacke wie Hose. Wenn Beamte in die Rente überfürt werden muss der AG (in dem Fall das Land/der Staat) auch die Arbeitnehmeranteile zahlen und wenn er keine klagenriskieren will muss er auch allen Beamten einen höheren Bruttolohn zahlen, da es sonst einer massiven kürzung des Lohns zur folge hätte.


    Wenn dann am Ende auch noch die Beamten aus diesem Topf ihre Rente/Pension beziehen, dann haben wir das Problem einfach nur x Jahre in die Zukunft verschoben. Das System trägt sich einfach nicht, da ist es egal, ob jetzt schon 30 Millionen einzahlen und mehr am Ende rausgenommen wird oder ob 35 Millionen einzahlen und am Ende mehr rausgenommen wird.


    Unterm Strich führt das ganze nur dazu, dass es mehr Menschen gleich schlecht geht.

  • Vielleicht sollte mal jemand Frau Bas genau das (egal welches Szenario) erklären? Wäre doch für Schüler:innen ne schöne Aufgabe (z.B. nach der ZP 10). Dann haben wir auch gleich fächerübergreifenden Unterricht.

  • Oder sollen die Beamten später nur noch Rente erhalten und keine Pension mehr? Das wiederum wird dann wegen der Nachversicherung sehr teuer?

    Vielleicht verstehe ich etwas nicht, aber: Die Nachversicherung ist nötig, wenn einzelne Beamte ausscheiden. Wenn das ganze System jedoch umgestellt wird, werden statt der Pensionen die zusätzlichen Renten (für die ehemaligen Beamten) als Zuzahlung gezahlt. Wenn das Rentenniveau bei 48 % (oder weniger) bleibt, könnte die Rechnung aufgehen.

    Was aber stimmt: Die Renteneinzahlungen für die ehemaligen Beamten müssen teilweise von den Ländern bzw. dem Staat geleistet werden. Das Geld wird also aus demselben Topf genommen und eingezahlt.


    Mal schauen, was kommt ... Schwierig zu halten wird das Pensionsniveau sein: 70 % vs. 48 % wird sich irgendwann schwer begründen lassen.

  • Das sich 70% langfristig nicht halten werden, sagt unsere demografische Entwicklung.

    Wer aber an die Pensionen und Krankenversicherung etwas ändern möchte, sollte auch gleichzeitig sagen, dass eine Verringerung des Lebenseinkommens von Beamten gemeint ist.

    Auch das ist legitim zu fordern und sollte nicht über Geschwurbel wie von Frau Bas hintenrum gesagt werden.

    Auch die Abschaffung des Beamtentums für Lehrer findet großen Rückhalt in der Bevölkerung. Wenn das kommen sollte, müsste es auch unterschiedliche Bezahlungen bei den Lehrkräften geben.


    Nicht so wie jetzt zwischen Angestellten und Beamten, sondern zwischen Mangel- und Nichtmangelfächern.

    Der taxifahrende Germanist würde sich trotz höherer Korrekturbelastung mit deutlich weniger zufrieden geben müssen, als der IT-Spezialist oder Ingenieur.

  • Natürlich läuft es letztlich auf eine Verringerung des Lebenseinkommens hinaus.

    Für Erste gehts hier meines Erachtens aber auch gar nicht darum, was ökonomisch sinnvoll ist oder am Ende wie teuer wird, sondern um eine Reaktion auf das Ungerechtigkeitsempfinden in Teilen der Wählerschaft. Ich finde ja, als erstes Zugeständnis daran könnte man die Familienzuschläge absägen, die sind nämlich wirklich niemandem rational zu vermitteln.

  • Die Frage ist auch, ob nicht auch die Pensionshöhe durch das Alimentationsprinzip geschützt ist. Habe da so meine Zweifel, ob der Staat berechtigt wäre das Pensionsniveau bei Beamten so éinfach zu senken. Außerdem stellt sich dann wirklich die Frage, was einem dann noch die Verbeamtung nutzt. Da wird wohl demnächst jeder versuchen eine Verbeamtung abzulehnen, zu umgehen, wie auch immer.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Die demografische Veränderung ist eine Sache, für mich ist die erbrachte Leistung, Leistungsbereitschaft und Leistungsmöglichkeit jedoch wichtiger. Wenn das nicht stimmt, werden die Staatseinnahmen bescheiden sein – und davon leben wir als Beamte. Eine Bekannte erzählte vor Kurzem, wie es im Partnerunternehmen in den USA im Vergleich zu Deutschland läuft: Die Mitarbeiter müssen dort ständig ihre Arbeit beweisen, arbeiten viel selbstständiger und motivierter und bringen mehr Ideen ein. Er selbst dürfte dort in einem Monat in der Entwicklung mehr bewegen als hier in einem halben Jahr. Bis er hier etwas ausprobieren darf, muss es über x Gremien gehen, alles muss genau definiert werden und jede Änderung muss genehmigt werden. Dort dürfte sie Sachen ausprobieren und selbstständig die nötigen Korrekturen vornehmen.

    In China gibt es einen Spruch für die Arbeitszeiten: 699 – sechs Tage die Woche von 9 bis 9.

    Und diese Länder sind unsere Konkurrenten. Wir sollten unsere Produkte und Dienstleistungen im Wettbewerb mit diesen Ländern durchsetzen. Es wird schwierig ...

  • Da es Bestandschutz gibt, betrifft es bereits Verbeamtete nicht mehr. Gesenkt werden kann der Faktor pro Jahr, aktuell 71,75 : 40. Ob es also zukünftig statt 1,79375 % nur noch 1,72415 % oder so gibt, fällt erst einmal den meisten Betroffenen nicht auf.

    Und dann hat Bas Recht, Einzahlen tun vorerst nur neue und damit junge "Beamte". Die nächsten 40 Jahre sind gesichert. Und da auch die Rentenkasse keine Rücklagen bildet, kann man die aktuelle Rente deutlich erhöhen, zumindest halten.

    Alimentation lässt sich durch Gesetz sicher ändern, vielleicht gibt es auch Bestandschutz? Notfalls lässt man es darauf ankommen, bis ein Gericht endgültig entscheidet. Damit fährt Baden-Württemberg sehr gut. Unsere erhöhte Kostendämpfungspauschale fiel nach über 10 Jahren vor Gericht durch, es wird weiter geklagt und nichts geändert. Auch über das Gehalt wird vorerst nicht nachgedacht. Statt 2,8 % erhalten wir alle 2,82 %, die 100 Euro fallen dafür weg und schon glaubt das Land, sie kommen damit durch. Widersprüche werden wieder abgelehnt und nicht ruhend gestellt.

    Wann dürfen wir eigentlich 39 statt 41 Stunden pro Woche arbeiten? Die CDU hat in Baden-Württemberg vor der Wahl 40 Stunden für Ü55 versprochen, erreicht wurde es jetzt nur für Schwerbehinderte. Alterersmäßigung von einer Deputatatstunde gibt es hier ab 60.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Zynismus an:
    Bisher haben wir eben gehofft, dass die Schufterei in Drittweltländern und Schwellenländern unseren Wohlstand sicherstellt. Das wird künftig nicht mehr in dieser Form funktionieren. Da müssen wir selbst ran.

    Zynismus aus.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • buno 996. Nicht 669. Dieses Konzept (996) ist synonym mit "Totale Selbstausbeutung".

    Und übrigens mittlerweile auch in China illegal.

    Einmal editiert, zuletzt von Klinger (2. Juni 2026 12:59)

  • Und dann hat Bas Recht, Einzahlen tun vorerst nur neue und damit junge "Beamte". Die nächsten 40 Jahre sind gesichert. Und da auch die Rentenkasse keine Rücklagen bildet, kann man die aktuelle Rente deutlich erhöhen, zumindest halten.

    Wovon sollen die Beamten einzahlen? Vom aktuellen Netto? Oder zahlt der Staat den Beitrag zusätzlich ein.

    Dann kann der staatliche Rentenzuschuss um genau den Betrag gesenkt werden, der den Beamten zusätzlich ausbezahlt wird. Wäre dann ein Nullsummenspiel.

    Die mathematischen Schlussfolgerungen der SPD und einziger Forenteilnehmer hier bleibt mir ein Rätsel.

  • Wovon sollen die Beamten einzahlen? Vom aktuellen Netto? Oder zahlt der Staat den Beitrag zusätzlich ein.

    Dann kann der staatliche Rentenzuschuss um genau den Betrag gesenkt werden, der den Beamten zusätzlich ausbezahlt wird. Wäre dann ein Nullsummenspiel.

    Die mathematischen Schlussfolgerungen der SPD und einziger Forenteilnehmer hier bleibt mir ein Rätsel.

    Mit zukünftigen Beamten kann man erst einmal alles machen, Bestandschutz gibt es da nicht. Man darf nur nicht vergessen, Gesetze etc. zu ändern, was in Baden-Württemberg passiert ist. Daher sind gerichtlich nur 120 Euro Kostendämpfungspauschale bestätigt, die zusätzliche Erhöhung ab 2013 nicht. Es wird trotzdem weiter abgezogen. Ob es dann genug Interessenten für den geringeren Nettolohn gibt, ist eine andere Frage. Natürlich kann man auch ein klein bisschen das Brutto erhöhen, das Netto weniger heraus kommt, ist erst einmal dem Staat egal.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Ich finde ja, als erstes Zugeständnis daran könnte man die Familienzuschläge absägen, die sind nämlich wirklich niemandem rational zu vermitteln.

    Können wir uns das mit Blick auf die demographische Entwicklung überhaupt leisten? Die Geburtenraten sind so schon seit 2022 wieder signifikant gesunken. Müssten Familienzuschläge nicht eher ausgeweitet werden (z.B. auch Angestellte im öffentlichen Dienst)?

  • Können wir uns das mit Blick auf die demographische Entwicklung überhaupt leisten? Die Geburtenraten sind so schon seit 2022 wieder signifikant gesunken. Müssten Familienzuschläge nicht eher ausgeweitet werden (z.B. auch Angestellte im öffentlichen Dienst)?

    Liegt das denn am Geld?

    Bei mir zum Beispiel definitiv nicht.

  • Liegt das denn am Geld?

    Bei mir zum Beispiel definitiv nicht.

    Hier muss man unterscheiden zwischen "Personen, die sich gegen ein Kind entscheiden" und "Personen, die sich gegen ein zweites Kind entscheiden". Zur ersten Position ist die Studienlage etwas besser aufgestellt und hier spielt tatsächlich bei vielen Befragten die Angst vor hohen Kosten eine maßgebliche Rolle (Quelle). Die zweite Position ist schlechter erforscht (auch weil die niedrige Geburtenrate in Deutschland eher mit einem hohen Anteil an Kinderlosen als an einem hohen Anteil an Ein-Kind-Familien hängt) und hier werden vor allem Trennung und Scheidung, sekundäre Unfruchtbarkeit (eventuell damit verbunden, dass das erste Kind bereits recht spät bekommen wurde?), aber auch bessere Vereinbarkeit Familie und Beruf als Gründe genannt (Quelle).

    Es lässt sich daher auf Basis der Erkenntnisse aus Studien zur ersten Position vermuten, dass finanzielle Anreize die Hemmschwelle junger Paare vor der Elternschaft senken können.

  • Frau Bas hat aber schon verstanden, dass die sogenannten "Zuzahlungen" bei weitem nicht ausreichende Ausgleichszahlungen für versicherungsfremde Leistungen sind?

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

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