Abrechnung von Prüfungsleistungen?

  • Hallo,


    folgende Situation: mündliche Abiprüfungen bzw. Nachprüfungen, eine Kommission hat die erste Prüfung um 8 Uhr, die letzte um 17:30 Uhr. Danach Anfertigen der Begründungen etc., fertig um 20 Uhr. Am nächsten Tag ab 8 Uhr 6 Stunden Unterricht, dann wieder Prüfungen bis 17 Uhr zzgl. Begründungen etc. Anfertigen einer Begründung inkl. Durchgehen des Protokolls, Vorschreiben etc. ca. 45-60 Minuten.

    Ist das zulässig (oder gar üblich)? Können diese Zeiten abgerechnet werden? Bin neu an der Schule, hab das aber vorher noch nie so erlebt... da sieht man ja keine Sonne mehr. Beamter, NRW.

    Auch ungerecht: manche Kollegen haben nicht, freier Tag.. anderer einen 12 Stunden Plus Tag.

  • Das Durchführen von mündlichen (Nach-)Prüfungen gehört zu den normalen Verpflichtungen von Lehrkräften dazu. Insbesondere den Prüferinnen und Prüfern werden dafür (zumindest in NDS) auch nach dem letzten Schultag der Q2 die Stunden noch ziemlich lange Zeit voll angerechnet.

  • Auch ungerecht: manche Kollegen haben nicht, freier Tag.. anderer einen 12 Stunden Plus Tag.

    1. Wie lange bist du denn im Schulsystem, dass dir DAS jetzt auffällt?
    2. Neben den Fächern (die ja im Abi nicht alle gleich angewählt werden (können), spielt auch viel eine Rolle. Dieses Jahr meinte meine SL, dass sie bewusst geguckt haben, wer weniger belastet ist (keine ZP10, keine Klassenleitung, usw...), WO ES MÖGLICH WAR. So viele KuK ohne Belastung gibt es in einigen Fächern ja gar nicht.
    3. In meinen ersten Jahren war ich dank mehrerer Oberstufenfächer und keinem eigenen Kurs in 9+ Prüfungen Protokollantin. Stand vor dem Plan und dachte laut (aber nicht genervt) "Warum? Warum ich wieder?", damalige Oberstufenkoordination neben mir, lachend "Weil Andere sonst maulen". Manchmal führen Unsympathie und Unfähigkeit zu mehr Freiheiten... man muss nur damit leben können, wenn man in den Spiegel schaut. Ich protokolliere lieber weiter.
  • Hallo,


    folgende Situation: mündliche Abiprüfungen bzw. Nachprüfungen, eine Kommission hat die erste Prüfung um 8 Uhr, die letzte um 17:30 Uhr. Danach Anfertigen der Begründungen etc., fertig um 20 Uhr. Am nächsten Tag ab 8 Uhr 6 Stunden Unterricht, dann wieder Prüfungen bis 17 Uhr zzgl. Begründungen etc. Anfertigen einer Begründung inkl. Durchgehen des Protokolls, Vorschreiben etc. ca. 45-60 Minuten.

    Ist das zulässig (oder gar üblich)? Können diese Zeiten abgerechnet werden? Bin neu an der Schule, hab das aber vorher noch nie so erlebt... da sieht man ja keine Sonne mehr. Beamter, NRW.

    Auch ungerecht: manche Kollegen haben nicht, freier Tag.. anderer einen 12 Stunden Plus Tag.

    Mehrarbeit liegt in diesem Fall nicht vor, da dies unter 2.2.3 des Mehrarbeitserlasses fällt.
    Da müsstest du dich über Verbände/Gewerkschaften beim Gesetzgeber dafür einsetzen, dass dieser überarbeitet wird.

    Zulässig ist die Vorgehensweise, weil die Abnahme mündlicher Abiturprüfung zur Dienstpflicht gezählt werden und die Überschreitung der Dienstzeit nicht regelmäßig stattfindet, sondern jetzt aus zwingenden dienstlichen Gründen anlassbezogen und nur temporär.

    Dass du es als ungerecht empfindest kann ich nachvollziehen. Für die Wahl des Kurses als Prüfungsfach sind aber die Prüflinge verantwortlich und nicht die Schulleitung. Nächstes Schuljahr kann es so sein, dass du weniger betroffen sein wirst und es gleicht sich dann wieder aus.

  • Wir haben das so geregelt, dass am ersten Tag Distanzlernen für alle nicht an der prüfung beteiligten Schüler und Lehrer ist und wir versuchen nach jedem dreierblock die Notenbegründungen zu verschriftlichen, sodass sich das nach der letzten Prüfung nicht bis ewig spät hinzieht. Die Prüfungen am nächsten Tag fangen auch um 8 Uhr an, der reguläre Schulbetrieb läuft aber nebenher, die Lehrer die Prüfeb aber eigentlich unterrichten müssten werden vertreten, sodass es nicht zwei lange Tage werden.

  • Bei uns ist nach jedem Dreierblock mindestens 30' Zeit, in der Zeit werden die Begründungen geschrieben. Bei nicht zu erwartendem Widerspruch eher oberflächlich, bei erwartbarem Stress (Bestehensfragen/starke Abweichung zur Vornote) ausführlicher. Bei uns ist keine Kommission länger als 30' nach der letzten Prüfung im Haus, das klingt mehr nach einem Planungsfehler oder Angst vor erfolgreichen Widersprüchen (ich hatte noch nie einen erfolgreichen in meinen Kommissionen).

    Am Tag der meisten Prüfungen findet kein Unterricht statt. Die Kollegen, die wenig/keine Prüfungen haben werden bevorzugt als Aufsicht im Gang oder Vorbereitungsraum eingesetzt. Niemand schreibt mehr als sechs Protokolle (ich werde als Vorsitz bei 10+ Prüfungen schon bekloppt, als Protokollführer geht das noch schneller).

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Abiturprüfungen gehören zu den normalen dienstlichen Aufgaben einer Lehrkraft, das ist einer der Gründe, warum Gymnasiallehrkräfte eine geringere Stundenverpflichung haben, als Lehrkräfte anderer Schulformen. Mit mündlichen Prüfungen fährt man meiner Meinung nach besser als mit schriftlichen, wenn es um die Summe der Arbeitszeit geht.

    Davon unbenommen ist es die Aufgabe der Prüfungskommission die Zeitpläne so zu organisieren, dass die Arbeitsbelastung an dem Tag machbar ist, ohne das die geistige Auffassungsfähigkeit darunter leidet, schon für die Prüflinge. Und es ist Aufgabe der Prüfer, die Prüfungen und Notenfindung professionell und zügig zu erledigen. Das kann man in 45 Minuten-Blöcken so schaffen, dass man zwischen den Prüfungen auch noch auf Toilette gehen kann. (Ich habe allerdings auch schon in Prüfungen gesessen, in denen der Prüfer quasi die gesamte Prüfung noch einmal referiert hat, als der Prüfling raus war, mit der Folge, dass der nächste Kandidat dann schon regelmäßig an der Tür kratzt, bis den drei Prüfern irgendwann mal einfällt, dass man von der Detailanalyse ja eigentlich irgendwann auch mal zur Note kommen müsste. Das ist dann auch selbst gewähltes Elend.)

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