Kurze Hose und Blazer geht auch.
Das habe ich eine zeitlang getragen, es war ideal an warmen Tagen. Einige Jahre später haben etwas längere Röcke die kurzen Hosen abgelöst. Das ist aber meine eigene Entscheidung.
Kurze Hose und Blazer geht auch.
Das habe ich eine zeitlang getragen, es war ideal an warmen Tagen. Einige Jahre später haben etwas längere Röcke die kurzen Hosen abgelöst. Das ist aber meine eigene Entscheidung.
Wie wird man abgestraft und was ist unpassend in diesem Kontext?
Unpassend hängt tatsächlich von der Partei und dem sonstigen Auftreten ab. Alles was ich jetzt sage, ist erstmal gültig für die Kommunalpolitik. Ich bin bspw. in der sich selbst so nennenden "letzten Volkspartei" und vertrete dort eher den linken Flügel. Wie chilipaprika schon richtig festgestellt hat, ist Hemd da absolut Pflicht, oder Pullover, etc. Gerade die älteren tragen überwiegend Sakko, bei den Jüngeren wirds ein wenig legerer. Dagegen haben wir ein grünes Ratsmitglied (eine sehr nette Person), welche regelmäßig mit sehr ungewöhnlicher Kopfbedeckung und Kleidung auffällt. Bei den Blauen wiederum weht dir gefühlt der Mief des Fliesentisches entgegen, alternativ "serious business" (Anzug bzw. Hosenanzug).
Und abgestraft wird man erstmal durch Kommentare. Ich habe keine parteiübliche Gesichtsbehaarung und das wurde sogar aus der vorderen Reihe der lokalen Parteiführung schon bemängelt. Und dann kommen, so man nicht genug eigenes soziales Kapital hat oder eine wichtige fachliche Nische besetzt, auch die Urteile. "Wer so rumläuft, den kannst du ja nicht aufstellen". Das kann alles ziemlich eklig werden, letztens ist eine Dame von den Linken in offener Kleidung ans Rednerpult gegangen und mehrere Frauen (!) haben sich das Maul darüber zerrissen (die Männer haben bestimmt nicht aus Anstand, sondern eher Sorge den Mund gehalten).
Es trifft aber ehrlicherweise Frauen schlimmer als Männer. Politikerinnen werden viel härter anhand des Äußeren abgestraft als Politiker. Die Gründe sind genügend bekannt.
BlackandGold
Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir nicht in der selben Stadt (und auch nicht in der selben Partei) Kommunalpolitik gemacht haben, aber dein zweiter Absatz bestätigt meine Erfahrungen (über 15 Jahre her...) bzw. die selben Symptome für eine Stimmung, die ich nicht ertragen konnte.
Ich bin zwar am Rande der Politikverdrossenheit und nur noch voller Zynismus für die Situation, ABER - und das meine ich super ernst - sehr dankbar für jede*n, der sich das Ganze antut. Meine Dankbarkeit mag nach Partei variieren, aber am ehesten bin ich wirklich für die Kommunalpolitiker*innen, die es voller Überzeugung neben ihrem Hauptjob tun.
Also Danke fürs Hemd und Sakko anziehen, wenn der Schultag vorbei ist.
Das ist schon 2 Jahre alt:
Lehrer soll Kopfbedeckung abhehmen, weigert sich, macht die Anweisung öffentlich und wird danach versetzt.
https://www.sueddeutsche.de/muenchen/starn…dJc3WoQL7s6Teqf
Ich würde nie in kurzer Hose oder mit Bascap in den Unterricht gehen, aber ich frage mich, was jemanden reiten muss, Lehrkräften eine entsprechende Anweisung zu geben oder sogar noch weiter zu gehen.
Lehrer soll Kopfbedeckung abhehmen, weigert sich, macht die Anweisung öffentlich und wird danach versetzt.
Das problematische Verhalten lag in dem Fall weniger an der Weigerung, der Anweisung nachzukommen, sondern an der Beamten verbotenen "Flucht in die Öffentlichkeit".
Eine Kleidungsordnung macht bei folgenden vier Fällen Sinn:
- Arbeitssicherheit
- Corporate Identity (insofern ggf. relevant)
- Schutz vor Witterungseinflüssen
- Vermeidung von sexueller Belästigung (Exhibitionismus o.ä.)
Wenn keine Corporate Identity-Regelung (Das wäre im Schulkontext z.B. eine verpflichtende Schuluniform) vorliegt, kein Labor- oder Werkunterricht erteilt wird, die Witterung es entsprechend zulässt und die Länge nicht einen Bereich erreicht, bei dem Geschlechtsorgane zu entblößen drohen, sehe ich keinen Grund, der gegen eine kurze Hose spricht.
Ich würde dies beim Punkt der Corporate Identity unterschreiben, wenn dazu ein Beschluss der Schulkonferenz geführt hat. Auch zu freizügige Kleidung finde ich nicht ok; ich hatte mal eine Lehrkraft, da saß die Hose so tief, dass man hinten… usw, hat vermutlich jeder ein Bild dazu. Das habe ich angesprochen.
Und dann gibt es für mich noch etwas, was ich thematisieren würde: wenn eine Lehrkraft regelmäßig Kleidung trägt, die ein politisches Statement abgeben. Das hatte ich noch nicht, aber ansprechen würde ich es, und nicht nur dann, wenn T-Shirts von Thor Steinar auftauchen oder so. Das hat ja aber auch eine rechtliche Grundlage. Genauso wie Vollverschleierung, da würde ich auch reagieren.
Andere Situationen, in denen Kleidung als unangemessen betrachtet wird, fallen mir nicht ein. Kurze Hosen oder Trägertops gehören grundsätzlich nicht dazu, das finde ich übergriffig.
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