Bullshit-Toleranz

  • Ich hätte gerne, dass die Lehrerin meines Sohnes sein Frühstück zubereitet und ihm serviert. Dann kann ich ungestört meine erste VK halten. Wenn sie schon mal da ist, könnte sie sich auch um die Wäsche kümmern.


    Ich habe einen Schüler einmal geweckt, ihn danach aber zur Betreuung in der Schule verpflichtet. (In Ö können wir Lehrer das anordnen)

  • Wir sind ja schon wieder im Wechselunterricht, das habe ich in einem Brief erwähnt und darauf verwiesen, dass ich morgens nicht antworten kann.


    Ansonsten ist das Wecken nicht deine Aufgabe.Ich wäre da ja knapp davor, morgens um 5 Uhr anzurufen oder zu klingeln, damit die Familie vor Unterrichtsbeginn noch Zeit genug hat, alles andere zu schaffen, und im Laufe des Tages auch für andere wichtige Tätigkeiten einen Erinnerungslücken- und Kontrollanruf zu tätigen :saint:


    Die Alternative, die ich im Elterngespräch auch benennen würde, ist eine Familienhilfe durch das Jugendamt, deren Aufgabe es ist, sich zu kümmern, dass die Eltern ihrer Rolle entsprechend handlungsfähig werden.


    Bei den Distanzaufgaben habe ich eine großzügige Abgabefrist angesetzt, ein Kind hat heute den Joker gezogen, durfte zur Notbetreuung antanzen und die unerledigten Aufgaben abarbeiten. Damit war es den Vormittag über gut beschäftigt und wird sich vielleicht das nächste Mal genauer überlegen, ob es sich lohnt, Lehrkräfte und Eltern anzulügen und Aufgaben zu verschweigen oder zu vermeiden.

    Wäre die Notbetreuung überfüllt, hätte ich auch am Mittag einen Arbeitsplatz allein im Kassenraum anzubieten - ganz ohne Ansteckungsrisiko.


    Ich kann deinen Ärger verstehen, tatsächlich Hilfsangebote zur Selbsthilfe prallen ja leider an bestimmten Eltern ab, aber das Wecken der SchülerInnen kannst du auf Klassenfahrten übernehmen, sonst nicht. Vielleicht ist es vermittelbar, dass das absolut übergriffiges Verhalten wäre.

  • Ich hab leider nichts zum Thema zu sagen, möchte aber mal sagen, dass ich es toll finde, wie ihr euch um Menschen mit Förderbedarf bemüht! Danke dafür.

    Danke, aber wir haben ja auch viel weniger SuS. Deswegen frage ich mich insgeheim, ob die Person nicht Recht hat, auch wenn es unangemessen formuliert wurde. Nur bislang war halt kein Interesse an digitalem Kontakt, ich hab mich eigentlich sehr bemüht.

  • Danke, aber wir haben ja auch viel weniger SuS. Deswegen frage ich mich insgeheim, ob die Person nicht Recht hat, auch wenn es unangemessen formuliert wurde. Nur bislang war halt kein Interesse an digitalem Kontakt, ich hab mich eigentlich sehr bemüht.

    Ihr habt nicht deshalb weniger SuS, weil es eure Aufgabe wäre diese auch noch zu wecken. Du bist keine Heimbetreuerin, sondern die Lehrerin dieses Kindes. Wecken ist Elternjob. Schaffen sie das nicht, dann gibt es Menschen, deren Aufgabe es ist überforderten Eltern zu helfen an solchen Stellen Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Du sprichst mit dem Kind zu deinen bekannten VK-Terminen über seine Einstellung bzgl. der Aufgaben, machst deutlich, dass diese nicht freiwillig sind, verabredest ggf. fest mit ihm, dass er/sie an deinen VK-Terminen vorläufig verpflichtend teilnehmen muss, damit ihr Probleme bei den Aufgaben besprechen könnt. Wecken müssen die Eltern, Punkt.

    "Benutzen wir unsere Vernunft, der wir auch diese Medizin verdanken, um das Kostbarste zu erhalten, das wir haben: unser soziales Gewebe, unsere Menschlichkeit. Sollten wir das nicht schaffen, hätte die Pest in der Tat gewonnen. Ich warte auf euch in der Schule." Domenico Squillace

  • Aus Muttersicht geschrieben: ich fänd es für mein eigenes Grundschulkind ganz schön, wenn es täglich morgens (kann ja auch 8.30 oder 9 Uhr sein) eine kurze Videokonferenz mit der Klassenlehrerin gäbe, in der kurz besprochenen würde, was für Aufgaben anstehen, evtl. eine Erklärung dafür, ein gemeinsames Lied oder Spiel oder Abfrage des Stoffes vom Vortag. Idealerweise wären mindestens zwei oder drei dieser morgendlichen Chats pro Woche für die Kinder obligatorisch, damit die Klassenleitung jedes Kind mal „sieht“. *Träum...*

    Ich möchte euch ja nicht neidisch machen, aber bei unserem zehnjährigen Kind (Gymnasium) läuft der komplette Unterricht online über Teams nach Stundenplan. Das Kind sitzt im Kinderzimmer mit Heften, Büchern und Laptop am Schreibtisch und die Lehrkräfte und alle Mit-SuS sind am Bildschirm dabei. Das funktioniert im Prinzip wie im Klassenraum-nur zu Hause. Und jetzt kommts: Ich muss gar nichts machen. (Außer vielleicht mal eine Matheaufgabe erklären, weil die Erläuterung der Lehrkraft nicht verstanden wurde, aber das mache ich hin und wieder in der Präsenzzeit auch am Nachmittag.):flieh:

  • Ich möchte euch ja nicht neidisch machen, aber bei unserem zehnjährigen Kind (Gymnasium) läuft der komplette Unterricht online über Teams nach Stundenplan

    Vermutlich gehörst du aber auch nicht zu der Elternschaft, die von der Lehrkraft das Wecken erwarten, ohne das die Teilnahme am Unterricht nich möglich ist.

  • An meiner Schule läuft es auch wie von Mantik beschrieben. Die Kinder haben den normalen Unterricht per Stundenplan online. Die Klassenlehrer haben jeden Tag eine Orga Videokonferenz. Da werden auch während der Konferenz die fehlenden Schüler aus dem Bett geklingelt.

    Samu, stört dich die tägliche Konferenz oder ist es eigentlich die fragwürdige Formulierung/Erwartungshaltung der Eltern?

    Edit: Ich sehe gerade, die Frage hast du dir bereits selbst gestellt ^^

  • ich fänd es für mein eigenes Grundschulkind ganz schön, wenn es täglich morgens (kann ja auch 8.30 oder 9 Uhr sein) eine kurze Videokonferenz mit der Klassenlehrerin gäbe, in der kurz besprochenen würde, was für Aufgaben anstehen

    Das läuft bei meinem Grundschulkind auch so und ich mache es mit meiner 5. Klasse auch so (wir Lehrer wechseln uns aber ab) und dann gleich noch etwas Unterricht (bzw. Aufgaben besprechen, Fragen klären).

  • Ich möchte euch ja nicht neidisch machen, aber bei unserem zehnjährigen Kind (Gymnasium) läuft der komplette Unterricht online über Teams nach Stundenplan.

    Da bin ich ehrlich gesagt nicht neidisch. Mein Kind ist genauso alt und ist froh, dass es nicht so ist (und ich auch). Den kompletten Unterricht online zu machen fände ich höchstens ab K9 oder K10 angemessen, aber nicht für die Kleinen (und Grundschule schon gar nicht).

  • Das ist ja das Doofe beim sich ärgern- man tut es selbst

    1. Danke für diesen Spruch. Vielleicht wird das meine Signatur - wenn ich darf.

    2. Endlich. Ich hab kapiert, wie ihr das macht, dass der Name derjenigen, die zitiert wird, mit eingefügt wird.

  • Da bin ich ehrlich gesagt nicht neidisch. Mein Kind ist genauso alt und ist froh, dass es nicht so ist (und ich auch). Den kompletten Unterricht online zu machen fände ich höchstens ab K9 oder K10 angemessen, aber nicht für die Kleinen (und Grundschule schon gar nicht).

    Auch unsere Schüler melden zurück, dass zu viel ViKo nicht so angenehm ist. Keine Zeit mehr in Ruhe dann die Aufgaben zu bearbeiten.
    Von meinen 90 Minuten mache ich höchstens 30-45 Minuten gemeinsam, der Rest als Aufgabe, bei Bedarf/auf Wunsch in gruppenräumen.

  • Auch unsere Schüler melden zurück, dass zu viel ViKo nicht so angenehm ist. Keine Zeit mehr in Ruhe dann die Aufgaben zu bearbeiten.
    Von meinen 90 Minuten mache ich höchstens 30-45 Minuten gemeinsam, der Rest als Aufgabe, bei Bedarf/auf Wunsch in gruppenräumen.

    Wahrscheinlich habe ich das falsch ausgedrückt. Die SuS werden ja nicht 90 Minuten von der Lehrkraft in "Grund und Boden gelabert", sondern es ist genauso wie im Klassenraum: Die Lehrkraft ist zwar immer dabei, aber es gibt natürlich auch Aufgaben, für welche eine gewisse Bearbeitungszeit zur Verfügung steht, entweder allein oder in Gruppen. Danach werden die Ergebnisse im Plenum besprochen, also genau wie im Präsenzunterricht, oder bei Teams wieder hochgeladen. Mein Kind findet es gut, es lernt genauso wie im Klassenraum. Die direkten sozialen Kontakte fehlen natürlich, diesen Preis müssen wir leider alle zahlen. Wir gestalten die Freizeit aber trotzdem sehr abwechslungsreich.

  • Ist bei uns genauso, Unterricht nach Stundenplan. Aber es macht imo einen Unterschied, ob das für die gesamte Gruppe so machbar bzw. schulisch so verankert ist, oder ob man Service an einem einzelnen Kind leisten soll. Und dann noch mit der Begründung, dass man es sonst nicht aus dem Bett bekommt.

  • An meiner Schule läuft es auch wie von Mantik beschrieben. Die Kinder haben den normalen Unterricht per Stundenplan online....

    Bei uns nicht. Weder Kind 1 noch Kind 2 hätten bislang auch nur eine Onlinestunde gehabt. Und da bei meinen SuS nicht mal ein "Wir treffen uns zum Chat" oder "wir laden ein Foto der Bastelarbeit hoch" zu schaffen ist, wundere ich mich schon über den plötzlichen Auftritt.

  • Ist bei uns genauso, Unterricht nach Stundenplan. Aber es macht imo einen Unterschied, ob das für die gesamte Gruppe so machbar bzw. schulisch so verankert ist, oder ob man Service an einem einzelnen Kind leisten soll. Und dann noch mit der Begründung, dass man es sonst nicht aus dem Bett bekommt.

    Genauso wie im Präsenzunterricht wird natürlich erwartet, dass die SuS pünktlich am Unterricht teilnehmen. Ich verstehe das Problem nicht. Wenn die SuS oder deren Eltern das nicht hinbekommen, dann liegt das Problem woanders und ist viel tiefgründiger. Hier sitzen alle Kinder (außer sie sind krank) zum Unterrichtsbeginn in der Videokonferenz.

  • Ich möchte euch ja nicht neidisch machen, aber bei unserem zehnjährigen Kind (Gymnasium) läuft der komplette Unterricht online über Teams nach Stundenplan. Das Kind sitzt im Kinderzimmer mit Heften, Büchern und Laptop am Schreibtisch und die Lehrkräfte und alle Mit-SuS sind am Bildschirm dabei. Das funktioniert im Prinzip wie im Klassenraum-nur zu Hause. Und jetzt kommts: Ich muss gar nichts machen. (Außer vielleicht mal eine Matheaufgabe erklären, weil die Erläuterung der Lehrkraft nicht verstanden wurde, aber das mache ich hin und wieder in der Präsenzzeit auch am Nachmittag.):flieh:

    das machen bei uns auch seeeehr viele Kollegen so.

    ich starte auch meist mit einer VK und entlasse dann in die Arbeitsphase, bleibe aber in der Konferenz und wer fragen hat kommt wieder rein.

    Manchmal starten wir mit der Arbeitsphase und korrigieren/ besprechen am Ende.

    Das hilft mir sehr die Schüler nicht mit Material zu überschütten, aber auch nicht viel zu wenig zu verlangen.


    Der Mutter würde ich freundlich klar machen, dass das nicht deine Aufgabe ist und du deine eigenen Kinder morgens weckst.

  • Wir an der BBS machen das auch so wie es bei meinem Kind (Gymnasium) läuft und auch meine SuS sind froh, dass sie nicht nur Aufgaben zum Ausdrucken, sondern die direkte Ansprache, bekommen.

  • Aus Muttersicht geschrieben: ich fänd es für mein eigenes Grundschulkind ganz schön, wenn es täglich morgens (kann ja auch 8.30 oder 9 Uhr sein) eine kurze Videokonferenz mit der Klassenlehrerin gäbe, in der kurz besprochenen würde, was für Aufgaben anstehen, evtl. eine Erklärung dafür, ein gemeinsames Lied oder Spiel oder Abfrage des Stoffes vom Vortag. Idealerweise wären mindestens zwei oder drei dieser morgendlichen Chats pro Woche für die Kinder obligatorisch, damit die Klassenleitung jedes Kind mal „sieht“. *Träum...*

    Das wäre mein Alptraum mit drei Kindern. Ich sehe so schon fast nur noch Videokonferenzen im Kalender und muss immer gucken, wann wer wo Platz hat, was z.B. damit gestern endete, dass ich dann irgendwann zum korrigieren (glücklicher Weise auf Papier) im Arbeitszimmer auf dem Fußboden saß.


    Und ganz ehrlich, um 8.30 Uhr oder 9 Uhr schlafen meine Kinder manchmal noch, um 9.30 Uhr wird aktuell im Normalfall bei uns gefrühstückt, da ist mein Mann mit der ersten Telko durch. da besprechen wir Familienintern, was wie so anliegt und wer wo Hilfe braucht und danach wird dann gearbeitet.

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