Krank arbeiten im Homeoffice

  • Wie ist das rein rechtlich: darf man krankgeschrieben im Homeoffice irgendwas machen, online Fobi z.B.? Wir hatten es im letzten Lockdown davon, dass eine Referendarin an einem online-Seminar teilgenommen hat, obwohl sie erkältet war. Ich habe mich gefragt, ob das nicht sinnlos Druck aufbaut, wenn man den Leuten sagt, sie könnten ja mal teilnehmen, wenn sie nicht bettlägerig seien. Oder kann das jeder selbst entscheiden? Und wie ist das rechtlich?

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Die Freiheit des Himmels, eines Baumes, eines Steines ist die Messlatte."

  • darf man krankgeschrieben im Homeoffice irgendwas machen

    "Irgendwas" ist ein weites Feld. Prinzipiell darfst du während einer AU alles machen, was der Genesung nicht im Weg steht - der Erkältete darf also spazierengehen, wenn er sich danach fühlt, der Rückenpatient darf aber nicht zum Klettern gehen.

    online Fobi

    Das fällt wohl eindeutig unter die oben genannte Kategorie.

    Oder kann das jeder selbst entscheiden? Und wie ist das rechtlich?

    Ja, das muss zunächst mal jeder für sich entscheiden. Rechtlich: siehe oben.

    The pen is mightier than the sword.

    - Edward Bulwer-Lytton

  • "Darf ich korrigieren, wenn ich krankgemeldet bin?" ist vielleicht die passende Vergleichsfrage.
    Es sollte natürlich nicht so sein, dass besagte Fobi vorher mit Verweis auf Unterrichtsausfall verwehrt worden war ;-)

  • Arbeitet ihr am Schreibtisch, wenn ihr krankgeschrieben seid? Stichwort Vertretungsmaterial, Korrekturen...


    Ich hab mich neulich damit übernommen und weiß nicht so recht, wie ich das in Zukunft handhaben soll.

  • Arbeitet ihr am Schreibtisch, wenn ihr krankgeschrieben seid? Stichwort Vertretungsmaterial, Korrekturen...


    Ich hab mich neulich damit übernommen und weiß nicht so recht, wie ich das in Zukunft handhaben soll.

    Krank ist krank. Das muss bei der Schulleitung auch so ankommen!

  • Wie so oft gibt es hier eine rechtliche und eine lebenspraktische Seite. Ich denke, jede und jeder von uns weiß, wie belastend es für eine Schule sein kann, wenn eine Lehrkraft kürzer oder länger ausfällt. Deshalb bin ich kein Freund der rein juristischen Argumentation "krank ist krank". Wer nach einer Bänderriss-OP sechs Wochen krankgeschrieben ist, kann unter Umständen durchaus zu Hause (das ist übrigens nicht das Gleiche wie "home-office"!) Arbeiten erledigen, die sonst liegenbleiben würden oder von Kollegen erledigt werden müssten. Und auch wer erkältet ist, langweilt sich unter Umständen nach ein paar Tagen und nimmt vielleicht gern an einer Online-Fobi teil.

    Wenn die Umstände aber nicht so sind - dann gilt ganz klar "krank ist krank". Deshalb der Rat:

    Ich hab mich neulich damit übernommen und weiß nicht so recht, wie ich das in Zukunft handhaben soll.

    Beim nächsten Mal auf den Körper hören und entsprechend entscheiden. Diese Entscheidung kann auch beim nächsten Mal so, beim übernächsten Mal so ausfallen. Wenn Du den Eindruck hast, Deine SL erwartet Arbeitsleistung während der AU, weil "Sie haben das doch immer gemacht", ist erzieherisches Wirken gefragt.

    The pen is mightier than the sword.

    - Edward Bulwer-Lytton

  • Nuja, interessant wird die Frage, wenn nun die Referendarin während der online-Fortbildung daheim am Computer durch diesen einen elektrischen Stromschlag bekommen hätte oder vom Stuhl gefallen wäre (Dienstunfall? Und das bei bestehender Krankschreibung?)


    Wenn man krank ist, sich aber fit genug fühlt, ein Onlineseminar zu besuchen (man könnte das ja auch jederzeit abbrechen und ins Bett gehen - ist im Schulgebäude schlechter) - warum nicht? Das man dazu nicht verpflichtet werden kann oder sollte, ist klar.

  • Ich fasse mal zusammen: was wäre bei einem Dienstunfall während der Tätigkeit? Wie immer der aussehen könnte. Loslaufen, um ein Headset zu kaufen und vom Rad zu fallen meinetwegen oder wie bei Mimi_inBaWue sich übernehmen und dann einen Rückfall zu kriegen, statt zu genesen. Im letzten Fall hätte man aber eh nicht mehr das, was der Genesung dient.


    Und die Frage des Drucks bleibt, also was wird von anderen erwartet, wenn der/die eine sagt "passt scho, ich komme in die Onlinekonferenz" o.ä.


    Chili wirft m.E. implizit vor, dass Leute sich krankmelden, gerade um zu korrigieren oder auf nicht genehmigte Fortbildungen zu gehen. Aber das nehme ich mal aus, weil AU ohne krank zu sein ist ja eh rechtswidrig.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Die Freiheit des Himmels, eines Baumes, eines Steines ist die Messlatte."

  • .

    Gibt ja durchaus Fälle, wo die Unterrichtssituation in der Schule nicht möglich ist, aber leichte Büroarbeit schon.

    Das ist ja die Frage, zulässig oder nicht?

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Die Freiheit des Himmels, eines Baumes, eines Steines ist die Messlatte."

  • Chili wirft m.E. implizit vor, dass Leute sich krankmelden, gerade um zu korrigieren

    hö nein...
    Aber ja, ich habe schon an einem Tag korrigiert, wo ich krankgemeldet war. Denn: Vokabeltests kann ich auch mit Husten und Fieber. Eine LK-Klausur wiederum nicht. Oder Bilder in Arbeitsblätter eingefügt.
    Oder ich habe schon vorbereitet und Vertretungsaufgaben gesendet, weil ich auf Grund von schlimmen Rückenschmerzen und Verdacht auf Bandscheibenvorfall kein Auto fahren konnte, aber doch eine halbe Stunde am Stück sitzen konnte.
    Ich habe übrigens schon sehr oft am Wochenende korrigiert.

    Allerdings hatte ich bisher immer viel Glück und habe mir nie die Frage gestellt, ob die Verletzung beim Stolpern auf der Treppe als Dienstunfall angerechnet wird, weil ich gerade auf dem Weg zum Korrigieren war.

  • Uns wurde im Ref gesagt, dass man eigenverantwortlich auch trotz AU zur Arbeit/Schule kommen könne. Eine Krankschreibung ist halt kein Arbeitsverbot. Wenn mir dann aber was passiert, würde ich meinen, dass auch das in meinem eigenen Verantwortungsbereich liegen müsste und keinen "Dienstunfall" darstellt.

    (Ist jetzt aber nur meine Meinung, eine Rechtsquelle dazu habe ich nicht.)

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Naja, man kann sich gesund melden und wieder arbeiten. Aber man kann nicht in die Schule gehen und sagen "ich bin zwar noch arbeitsunfähig, aber Akten sortieren und Unterricht vorbereiten würde ich dann schon mal.

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Die Freiheit des Himmels, eines Baumes, eines Steines ist die Messlatte."

  • Nee, natürlich nicht. Aber wenn man sich gesundheitlich in der Lage sieht, entweder trotz AU wieder zur Schule zu kommen und zu unterrichten oder aber zuhause ein wenig zu arbeiten, spricht m. E. nichts dagegen - s. a. Fossis Beiträge oben. Das liegt dann eben im eigenen Verantwortungsbereich.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • In der aktuellen Situation gibt es auch noch den Fall, dass man eigentlich nicht krank ist aber aufgrund der Vorgaben nicht zur Schule darf. In Niedersachsen sollst du teilweise erst nach 48 Symptomfreiheit wieder zur Schule. Ich könnte also durchaus gesund zu sein, weil ich am Vortag krank war. Oder wenn ich Kontakt zu einem positiven Fall hatte. Da kann/muss ich natürlich Homeoffice betreiben. Ich denke, dass gerade heutzutage nicht so selten ist.

  • Humblebee , mich verwirrt, dass dich ständig was verwirrt. Wenn du etwas anders siehst oder du es idealerweise sogar rechtssicher belegen kannst, dann sag es doch einfach. Sonst hab ich ständig das Gefühl, völligen Blödsinn zu schreiben. Und das tu ich nicht, weil offenbar viele andere dasselbe Problem auch schon hatten :wink2:

    Tao-hsin sprach zu seinen Schülern "Die Freiheit des Himmels, eines Baumes, eines Steines ist die Messlatte."

  • Hmm, nach meiner persönlichen Rechtsauffassung (die mir auch so von einem befreundeten Rechtsanwalt bestätigt wurde) muss das jeder für sich selbst entscheiden. Es ist allerdings die Dienststelle (nicht die Schule) die bei sowas möglicherweise ein Fass aufmacht. In meinem Fall war ich aus psychischen Gründen krank geschrieben. Es war die Stressbelastung der Unterrichtssituation, die ich zu diesem Zeitpunkt nicht ausgehalten habe. Die Teilnahme an einer Personalratssitzung ist wesentlich stressfreier, weshalb ich angeboten habe, dies weiterhin zu machen, denn ansonsten wird der Stellvertreter aus dem Unterricht gezogen und die Kollegen müssen vertreten. Da die Sitzungen in der Dienststelle stattfinden habe ich proaktiv nachgefragt. Die Dienststelle hat für diesen Fall ein ärztliches Attest gefordert, welches bestätigt daß ich dies machen darf. Die behandelnde Fachärztin gab mir zu verstehen, dass ich aus ihrer Sicht das ruhig machen könne, sie fange jetzt aber nicht an für sowas noch Atteste zu schreiben, dann solle die Dienststelle sich eben was .....

    Dementsprechend wurde in den drei Monaten die Stellvertretung geladen und deren Kollegen durften vertreten. 🤷

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Humblebee , mich verwirrt, dass dich ständig was verwirrt. Wenn du etwas anders siehst oder du es idealerweise sogar rechtssicher belegen kannst, dann sag es doch einfach. Sonst hab ich ständig das Gefühl, völligen Blödsinn zu schreiben. Und das tu ich nicht, weil offenbar viele andere dasselbe Problem auch schon hatten :wink2:

    Das finde ich jetzt ziemlich lächerlich, ganz ehrlich! Was genau ist denn mit meinen Aussagen und Emojis nun dein Problem? Ich habe doch das, was ich zu sagen hatte, jeweils direkt im Anschluss an deine Beiträge (und zwar nach der Vergabe der "verwirrt"-Emojis) geschrieben! Was möchtest du denn nun noch von mir?


    Und wenn du es so genau wissen willst: Diese Emojis habe ich vergeben, weil ich die folgenden beiden Aussagen von dir einfach irritierend finde:

    Chili wirft m.E. implizit vor, dass Leute sich krankmelden, gerade um zu korrigieren oder auf nicht genehmigte Fortbildungen zu gehen.

    Das ist Quatsch, das hat Chili doch überhaupt nicht getan! Du "überinterpretierst" da mal wieder.

    Aber man kann nicht in die Schule gehen und sagen "ich bin zwar noch arbeitsunfähig, aber Akten sortieren und Unterricht vorbereiten würde ich dann schon mal.

    Nein, auch das ist Blödsinn (und das habe ich in meinem Beitrag ja wohl deutlich gemacht).


    So, das war's dann auch von mir. Ich finde, hier wurde alles gesagt. Damit bin ich 'raus aus diesem Thread.


    Ach, nein, doch eines noch:

    Und das tu ich nicht, weil offenbar viele andere dasselbe Problem auch schon hatten

    Ist das so? Nach den obigen Reaktionen auf deine Frage hatte ich diesen Eindruck eher nicht.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • die Dienststelle (nicht die Schule)

    Das verwirrt mich nun allerdings schon wieder! Im Ref wurde mir beigebracht, dass die Schule (während des Ref: das Studienseminar) unsere Dienststelle sei. Ist dem nicht so?

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • onst hab ich ständig das Gefühl, völligen Blödsinn zu schreiben

    Auf mich wirkt ein verwirrt-Smiley eher, als wäre der smilende ... äh ... also ich habe dann das Gefühl, ich müsste nochmal in "leichter Sprache" schreiben, weil der Verwirrte ein bisschen unterbelichtet ist. Was natürlich Quatsch ist.

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