Krankgeschriebene Lehrerin muss nach 16 Jahren erstmals zum Amtsarzt

  • Das passiert, wenn man zu gierig wird.

    Hätte sie gegen die Begutachtung beim Amtsarzt nicht geklagt, was einzig und allein dazu diente, die Pensionierung zu verzögern und somit noch ein paar Monate bei der Pension rauszuholen, wäre sie wahrscheinlich damit davongekommen.

    Auch wenn die Strafe u12 Monate sein sollte, wird sie bei Verurteilung mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit entlassen. Ob sie dann wohl voll nachversichert wird? Schließlich hätte sie ja nie weiter Geld erhalten dürfen, wenn die ausgestellten AUs nicht der Wahrheit entsprachen.

    Die Absurdität gefälschter Tauchtauglichkeitsbescheinigungen macht das Bild geradezu perfekt.

  • Man weiß, dass man gesamtgesellschaftlich als Lehrkraft unten durch ist, wenn sogar die Kultusministerin des eigenen Bundeslandes das Verhalten öffentlich kritisiert.

  • Insgesamt scheint die Kollegin so viele Böcke geschossen zu haben, dass da auch aus gewerkschaftlicher Sicht anscheinend nichts mehr Interessantes dabei ist. Ich hätte es viel interessanter gefunden, wenn sich die Krankschreibung als berechtigt herausstellt, und der vermeintliche Nebenverdienst sich im Bereich der Geringfügigkeitsschwelle bewegt hätte.

    Dann wäre an dem Fall tatsächlich noch ein auch aus gewerkschaftlicher Sicht interessanter Aspekt. So ist es ein klassischer Betrugsfall. Was dabei dann disziplinarisch raus kommt, wenn sich das alles so bestätigt, kann eigentlich nur die Entfernung aus dem Dienst sein. Bis wann sie dann nachzuversichern ist, hängt davon ab, ab wann das Beamtenverhältnis endet oder geendet hat. Das könnte dann noch einigermaßen interessant werden.

    Ansonsten ist es bescheuert auf Grund solcher Einzelereignisse immer die ganze Berufsgruppe in den Dreck zu ziehen. Es gibt auch Ärzte die bauen Bockmist. Aber darunter leidet nicht mein Grundvertrauen, was ich in die Berufsgruppe habe. Wenn wir uns allen nur noch misstrauen, dann können wir als Gesellschaft einpacken. Dann sind wir nur noch ein dysfunktionaler Haufen. Das darf nicht passieren.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Die interessante Frage ist halt, wie sie belegen können, dass die AUs erschlichen wurden. Das ist ja gar nicht so einfach. Anzweifeln ist das eine; einen Betrug nachzuweisen nochmal etwas anderes.

    Der Arzt gibt den Strafverfolgungsbehörden ja keine Auskunft und sie selbst wird nichts Nachteiliges offenlegen. Also bleibt nur die Hausdurchsuchung. Ich tippe auf entsprechende Korrespondenz in Mails und ggf. auch Messenger-Nachrichten, wenn Zugang zum Handy bestand. Die Dame hat wohl nicht damit gerechnet, dass strafrechtliche Konsequenzen folgen.

    Es hätte nie soweit kommen dürfen. Es wurde auf so vielen Ebenen versagt und ich frage mich, wie es eigentlich mit der Schulleitung aussieht? Dort kommen doch die AUs an. Da kann man ja nicht einfach so tun, als ob man nichts gewusst hätte und alles auf die Sachbearbeiterin der Bezirksregierung schieben.

  • Die interessante Frage ist halt, wie sie belegen können, dass die AUs erschlichen wurden. Das ist ja gar nicht so einfach. Anzweifeln ist das eine; einen Betrug nachzuweisen nochmal etwas anderes.

    Der Arzt gibt den Strafverfolgungsbehörden ja keine Auskunft und sie selbst wird nichts Nachteiliges offenlegen. Also bleibt nur die Hausdurchsuchung. Ich tippe auf entsprechende Korrespondenz in Mails und ggf. auch Messenger-Nachrichten, wenn Zugang zum Handy bestand. Die Dame hat wohl nicht damit gerechnet, dass strafrechtliche Konsequenzen folgen.

    Kommt drauf an, was sie gemacht hat.

    Wir hatten mal einen Fall von AU-Fälschung bei Schülern. Da wurde der betroffene Arzt sehr auskunftsfreudig...

  • aber der "betroffene Arzt" von den Fälschungen existiert eben nicht.

    (Wir hatten schon einen ähnlichen Fall, der Arzt konnte nicht reden, er war schon tot... und hat weiterhin die Atteste ausgegeben)

  • Die Hürden für Ärzte (und Apotheker/Psychotherapeuten) sind allerdings sehr hoch. Nur im Falle des rechtfertigenden Notstands, Ankündigung einer schweren Straftat oder bei Kindeswohlgefährdung gibt es Ausnahmen.

    Selbst bei gefälschter AU ist fraglich, ob der Arzt weitere Auskunft zum Patienten geben dürfte. Er kann darauf hinweisen, dass die AU gefälscht ist und Strafanzeige stellen, aber ich bezweifle, dass er weitere Auskunft zum Patienten machen dürfte.

    Das Begehen von Straftaten allein genügt nicht.

  • Es hätte nie soweit kommen dürfen. Es wurde auf so vielen Ebenen versagt und ich frage mich, wie es eigentlich mit der Schulleitung aussieht? Dort kommen doch die AUs an. Da kann man ja nicht einfach so tun, als ob man nichts gewusst hätte und alles auf die Sachbearbeiterin der Bezirksregierung schieben.

    Und mal wieder diskutieren wir nicht die Schuld der einzelnen Person sondern des Systems?

    Qui legere potest, plane praevalet

  • Hätte sie gegen die Begutachtung beim Amtsarzt nicht geklagt, was einzig und allein dazu diente, die Pensionierung zu verzögern und somit noch ein paar Monate bei der Pension rauszuholen, wäre sie wahrscheinlich damit davongekommen.

    Wäre sie nicht im RTL Dschungelcamp (Oder war es Höhle der Löwen?) aufgetreten, wäre es gar nicht aufgefallen.

  • Das war ein anderer Fall, Lehrerin aus Niedersachsen, ist schon ein paar Jahre her und sie war die Mutter einer Dschungelcamp-Kandidatin und hat sich krank schreiben lassen, um ihre Tochter nach Australien zu begleiten.

  • Die interessante Frage ist halt, wie sie belegen können, dass die AUs erschlichen wurden. Das ist ja gar nicht so einfach. Anzweifeln ist das eine; einen Betrug nachzuweisen nochmal etwas anderes.

    Wenn ich die Artikel richtig verstehe, geht es in dem Strafverfahren nur um die gefälschten Dokumente, das Disziplinarverfahren ruht so lange. Ich vermute, dass man da darauf hofft, dass sie zu einer Freiheitsstrafe von mindestens 12 Monaten verurteilt wird, dann würde sie aufgrund dessen bereits automatisch aus dem Beamtenverhältnis entlassen und die ganze Erschleichungsproblematik hätte sich erledigt.

  • Das Problem ist, dass so ein anscheinend asoziales Verhalten auf uns Lehrkörper fällt.

    Eigentlich müsste die Schulaufsicht für die offensichtliche Duldung ebenfalls belangt werden.

    Betrüger gibt es überall. Wieso soll es auf mich und andere zurückfallen?

    (Ich habe auch nichts in dieser Art gehört oder gelesen. Negatives wurde nur über die Behörde geäußert.)

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • ich frage mich, wie es eigentlich mit der Schulleitung aussieht?

    Hieß es nicht in einem der früheren Artikel, die Schulleitung (die wohl erst während der Krankschreibungsjahre eingesetzt wurde) habe gesagt, sie kenne die Lehrkraft nicht?

  • Hieß es nicht in einem der früheren Artikel, die Schulleitung (die wohl erst während der Krankschreibungsjahre eingesetzt wurde) habe gesagt, sie kenne die Lehrkraft nicht?

    Ich kenne es nur so, dass die AU an die Schule geht. Dort würde sie zunächst bei der Sekretärin landen. Ebenfalls müsste man sich zusätzlich krankmelden so wie die Schule es vorsieht: telefonisch, per Mail ...

    Es gab ja mehrere AUs und die laufen ja irgendwann auch ab und es braucht eine neue.

    Da offensichtlich AUs eingereicht wurden, müsste dann ja auch der Name, der darauf steht, bekannt sein.

  • Das war ein anderer Fall, Lehrerin aus Niedersachsen, ist schon ein paar Jahre her und sie war die Mutter einer Dschungelcamp-Kandidatin und hat sich krank schreiben lassen, um ihre Tochter nach Australien zu begleiten.

    Solche Fälle gäbe es nicht, wenn man sich im Lehrberuf für x Tage im Jahr für eigene Belange freinehmen dürfte. Die aktuelle Regelung hängt vom Wohlwollen der Schulleitung ab, wodurch es schon Fälle gab, bei denen Lehrkräfte nicht einmal an der Einschulung der eigenen Kinder teilnehmen konnten. Manche nehmen das mit der Faust in der Hosentasche hin, Andere greifen dann zu Mitteln wie der gefälschten Krankschreibung.

    Und dann könnte man durchaus kritisch hinterfragen, ob die Welt wirklich untergeht, wenn die 7b eine Woche lang von Frau Müller statt von Herr Meier unterrichtet wird.

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (28. Oktober 2026 00:16)

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