Wenn ihr eure Fächerkombi nochmal neu auswählen könntet ...

  • Bei uns ist es auch so, dass ich schon seit Jahren kein Nawi mehr unterrichten darf, weil es angeblich einfacher für die Quereinsteiger war und nun machen es lauter Leute fachfremd und ich dafür andere Fächer fachfremd, also wie der Bedarf am eigenen Fach ist, kann ganz egal sein.

  • Also könnte es eine gute Strategie sein, ein Hauptfach + gefragtes kleines Fach zu haben, evtl. noch gefragtes nachzertifiziertes Drittfach, um zu vermeiden, dass man noch irgendwas anderes machen muss, das einem eigentlich nicht gefällt! Denn so bekommt man sein Deputat schon voll.

    Das hilft bestimmt. Aber es kann aus verschiedenen Gründen dennoch passieren, dass er zu viele Leute für das Fach an deiner Schule gibt und du dann was anderes unterrichten musst.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Also könnte es eine gute Strategie sein, ein Hauptfach + gefragtes kleines Fach zu haben, evtl. noch gefragtes nachzertifiziertes Drittfach, um zu vermeiden, dass man noch irgendwas anderes machen muss, das einem eigentlich nicht gefällt! Denn so bekommt man sein Deputat schon voll.

    Edit hattest du nicht vor den Seiteneinstieg mit Wirtschaft zu machen? Überlegst du jetzt doch ob du stattdessen neu studierst?

    Um welche Schulform geht es dir denn? Auch da gibt es Unterschiede. In manchen gehört fachfremder Unterricht zur Normalität, in anderen ist es eher die Ausnahme.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Ich würde auch mal behaupten, dass keine/r angewiesen werden kann, eine Fremdsprache zu unterrichten, die er/sie nicht beherrscht.

    Doch, kann er. Im Beamtenrecht gilt aber auch: "Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen."
    --> Entscheidung des Bundesdisziplinarhofs vom 12.07.1966 (III DV 1/66, BDHE 7, 97)

    Du musst es also nach bestem Wissen und Gewissen unterrichten. Wie erfolgreich das dann ist, ist eine andere Sache.

  • Na, gut, dass wir an unserer Schule kein Mandarin oder so anbieten - wer weiß, wie gut mir das so spontan und ohne Vorkenntnisse fachfremd gelingen würde...

  • Na, gut, dass wir an unserer Schule kein Mandarin oder so anbieten - wer weiß, wie gut mir das so spontan und ohne Vorkenntnisse fachfremd gelingen würde...

    Auch da wird Dir geholfen:

    --> https://www.langenscheidt.com/shop/Weitere-S…8-3-12-563127-4

    Irgendwie muss ich bei der Diskussion gerade an den Spielfilm "Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten" denken.

    Dialog daraus:

    • Hauptmann Rumpelstoß: "Aber, wie soll ich denn Fliegen lernen?"
    • Oberst Manfred von Holstein: "Ist doch ganz einfach Rumpelstoß. Wofür haben wir denn die Dienstvorschrift? Da lesen sie mal nach und dann fliegen sie." :victory:
  • Ob ich meine Fächerkombi wieder wählen würde? Das ist bei QElern nicht wirklich die Frage, da die Kombi für uns ausgesucht wurde bei der Einstellung. Da war natürlich klar, was das erste berufliche Fach ist und das zweite Fach wurde dann daraus abgeleitet (bspw. Mathe --> wenn ich mich recht erinnere, brauchten wir 20 SWS im zweiten Fach also direkte Mathe-Stunden und mathelastige fachliche Vorlesungen/Übungen, aus denen dann eine Teilmenge Mathe abgeleitet wurde. Das bedeutet dann, dass bspw. Differentialgleichungen in einer Thematik intensiv genutzt und dann z.B. bei 4 SWS Vorlesungen und Übungen 2 SWS Mathe daraus anerkannt wurden.)

    Wenn ich wieder BBS-Lehramt machen würde:

    • Im QE würde es logischerweise wieder auf die selben Fächer bzw. das selbe fachliche Studium rauslaufen. Da die Optionen Schule und Industrie für mich beide offen stehen (standen), würde ich wahrscheinlich wieder das Ingenieursstudium in meiner Fachrichtung der folgenden Variante vorziehen:
    • Wenn ich BBS-Lehramt studieren würde, dann würde ich das berufliche Fach genauso wählen und das zweite aus Mathe, Physik, Chemie oder Sozi wählen (weil das die allgemeinbildenden Fächer in unserem Berufsfeld wären, die mich interessieren). Diese Variante hätte gegenüber Nr. 1 den Vorteil, dass der fachliche Teil im berufsbildenden Fach weniger heftig wäre.

      Und das Folgende ist sehr theoretisch gedacht:

    • Wenn ich Lehramt für Gymnasien neu anfangen würde (was beim Abi ja für mich damals keine angedachte Option war), dann würde ich aus dem Kanon Mathe, Physik, Chemie, Latein auswählen, wobei in dem Fall wahrscheinlich Mathe und Latein die Favoriten wären. Das könnte aber je nach Tageslaune auch anders sein ;)

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Wenn ich Lehramt für Gymnasien neu anfangen würde (was beim Abi ja für mich damals keine angedachte Option war), dann würde ich aus dem Kanon Mathe, Physik, Chemie, Latein auswählen, wobei in dem Fall wahrscheinlich Mathe und Latein die Favoriten wären. Das könnte aber je nach Tageslaune auch anders sein ;)

    Ein anderes Lehramt wäre mich in keinem Szenario eine Option. Ein ganz anderer Beruf wäre eher gewesen wahrscheinlich.

    Entropy is a bitch, embrace her.

  • Am Ende weiß man nicht, wie es kommt, der Mangel kann doch je nach Schule und Kollegium und Konzept sehr unterschiedlich sein und 5 Jahre später sich wieder.

    Ich habe viele Jahre zu Gunsten von anderen auf bestimmte Fächer verzichtet, da viel gar nicht auf, dass ich das auch machen mag. Gerade ist alles möglich, das ist auch mal schön, aber nächstes Schuljahr ist es dann schon wieder anders.

  • Also könnte es eine gute Strategie sein, ein Hauptfach + gefragtes kleines Fach zu haben, evtl. noch gefragtes nachzertifiziertes Drittfach, um zu vermeiden, dass man noch irgendwas anderes machen muss, das einem eigentlich nicht gefällt! Denn so bekommt man sein Deputat schon voll.

    Man darf übrigens auch von Anfang an drei Fächer studieren (also ab dem Studium).

    Also insbesondere, wenn das fachfremde Unterrichten Angst macht, ist ein StudiuM wesentlich und immer empfehlenswerter sls ein Zertifikat.

  • Ich würde meine Fächer wieder so wählen. Die sind super und auch mein Job ist klasse.

    Allerdings ist so ein Rückblick schwierig. Aus heutiger Sicht würde ich vermutlich doch Medizin studieren (wegen weltweiter Arbeitsmöglichkeit) oder Maschinenbau mit Schwerpunkt - Abfallentsorgungstechnik. Das liegt aber primär daran, dass es etwas Neues wäre, was ich bisher noch nicht gemacht habe. Das Kapitel Physiker, Mathematiker, Lehrer kenne ich ja nun schon.

  • Ich unterrichte Deutsch wirklich gerne aber die Korrekturen sind ätzend aufwändig - vor allem wenn man SuS unterrichtet, die in Klasse 10 zum Großteil keinen geraden Satz aufs Papier bringen und man jeden Fehler nicht nur anstreichen, sondern positiv berichtigen muss. Da schreibt man manchmal die halbe Klassenarbeit neu. Eine Stunde Korrekturaufwand pro Arbeit ist da realistisch.

    Daher würde ich anstatt Deutsch ein anderes Fach wählen, wenn ich nochmal entscheiden könnte.

  • vor allem wenn man SuS unterrichtet, die in Klasse 10 zum Großteil keinen geraden Satz aufs Papier bringen und man jeden Fehler nicht nur anstreichen, sondern positiv berichtigen muss.

    Das zeigt aber Verfehlungen auf, die sich zwar nicht durch dich alleine ändern lassen, die aber zumindest auf höherer Ebene angegangen werden können und nicht in Stein gemeißelt sind.

    Wenn in Klasse 10 der Großteil der Schüler (m/w/d) "keinen geraden Satz aufs Papier bringen" können, wurden sie jahrelang erfolgreich versetzt und mindestens ausreichende Leistungen attestiert, die so nicht gegeben waren. Es beißt sich immer wieder hier im Forum die Katze in den Schwanz, dass Noten vergeben, die nicht mit den notwendigen Lernzielen aus den Curricula korrespondieren. Wenn diese nicht erreicht werden, kann schlichtweg kein "ausreichend" mehr vergeben werden - auch wenn viele Lehrkräfte damit scheinbar sehr am Hadern sind. Das ist aber im Grunde nichts Spezifisches des Faches "Deutsch", sondern gilt fächerübergreifend.

    Die Positivkorrektur sollte mal kritisch evaluiert werden hinsichtlich ihrer didaktischen Sinnigkeit. Vielleicht möchte mal ein Lehramtsabsolvent (m/w/d) hierüber eine Abschlussarbeit schreiben. Ich gehe davon aus, dass der didaktische Mehrwert für die Schüler (m/w/d) gering und dafür der Zeitaufwand für Lehrkräfte hoch ist. Wwenn jemand wirklich schwache Leistungen in einem Fach zeigt, bringt es der Person nichts, wenn die Lehrkraft durch Positivkorrektur 10 verschiedene Baustellen aufzeigt. Das sorgt wahlweise für Überforderung oder Durchzug. Es braucht sinnvollere Korrekturformen - und da muss auf politischer Ebene (im Idealfall auf Basis durch forschungsbedingter Erkenntnis) angesetzt werden.

  • Das zeigt aber Verfehlungen auf, die sich zwar nicht durch dich alleine ändern lassen, die aber zumindest auf höherer Ebene angegangen werden können und nicht in Stein gemeißelt sind.

    Wenn in Klasse 10 der Großteil der Schüler (m/w/d) "keinen geraden Satz aufs Papier bringen" können, wurden sie jahrelang erfolgreich versetzt und mindestens ausreichende Leistungen attestiert, die so nicht gegeben waren. Es beißt sich immer wieder hier im Forum die Katze in den Schwanz, dass Noten vergeben, die nicht mit den notwendigen Lernzielen aus den Curricula korrespondieren. Wenn diese nicht erreicht werden, kann schlichtweg kein "ausreichend" mehr vergeben werden - auch wenn viele Lehrkräfte damit scheinbar sehr am Hadern sind. Das ist aber im Grunde nichts Spezifisches des Faches "Deutsch", sondern gilt fächerübergreifend.

    Die Positivkorrektur sollte mal kritisch evaluiert werden hinsichtlich ihrer didaktischen Sinnigkeit. Vielleicht möchte mal ein Lehramtsabsolvent (m/w/d) hierüber eine Abschlussarbeit schreiben. Ich gehe davon aus, dass der didaktische Mehrwert für die Schüler (m/w/d) gering und dafür der Zeitaufwand für Lehrkräfte hoch ist. Wwenn jemand wirklich schwache Leistungen in einem Fach zeigt, bringt es der Person nichts, wenn die Lehrkraft durch Positivkorrektur 10 verschiedene Baustellen aufzeigt. Das sorgt wahlweise für Überforderung oder Durchzug. Es braucht sinnvollere Korrekturformen - und da muss auf politischer Ebene (im Idealfall auf Basis durch forschungsbedingter Erkenntnis) angesetzt werden.

    Das wird nicht dadurch einfacher, dass du sowas unter jedem solchen Beitrag schreibst.
    Es gibt Vorgaben zur Korrektur und Deutsch ist auch nicht nur die sprachliche Richtigkeit. Und da können Schüler*innen sehr wohl sehr viele Lernziele aus dem Curriculum erreicht haben, auch wenn sie es nicht in einem perfekten Deutsch formulieren können.
    Keine Wertung, sondern: Arbeit, Unterricht und Bewertung nach den Kompetenzen und Zielen des Lehrplans.

    Und eine "Evaluation" (von was auch immer) kann nur von Leuten gemacht bzw. beauftragt werden, die die Macht haben, das zu ändern.

  • Ich würde behaupten, dass sprachliche Richtigkeit im Fach Deutsch noch höher bewertet werden sollte als in den modernen Fremdsprachen, wo sprachliche Richtigkeit natürlich nicht unnötig ist, aber keine tragende Rolle im Vergleich zur Kommunikatiomsfähigkeit spielt. Hier ist evtl. die Quotierung zu niedrig, wenn schwache Leistungen im Bereich "sprachliche Richtigkeit" so leicht durch andere Faktoren ausgeglichen werden können.

    Generell sollten alle im Bereich "Schule" eingeführten maßgeblichen didaktischen und pädagogischen Methoden und Konzepte nach gewissem Zeitabstand evaluiert werden. Es gibt ja inzwischen viele Lehramtsabsolventen (m/w/d), die Abschlussarbeiten arbeiten dürfen, da gibt es durchaus viel Potential, das von den betreuenden Hochschuldozierenden erkannt werden muss. Die x-te Abschlussarbeit zu Gesundheitsförderung von Lehrkräften oder Einsatz von digitalen Medien im Unterricht hingegen, bringt irgendwann auch keinen nennensweren Erkenntnisgewinn mehr.

  • Ich würde behaupten, dass sprachliche Richtigkeit im Fach Deutsch noch höher bewertet werden sollte als in den modernen Fremdsprachen, wo sprachliche Richtigkeit natürlich nicht unnötig ist, aber keine tragende Rolle im Vergleich zur Kommunikatiomsfähigkeit spielt. Hier ist evtl. die Quotierung zu niedrig, wenn schwache Leistungen im Bereich "sprachliche Richtigkeit" so leicht durch andere Faktoren ausgeglichen werden können.

    JEIN.
    1) Wir sind nicht mehr vor 100 Jahren, wo die Schönschrift und die Rechtschreibung das Maß aller Dinge waren.
    2) Ein Gedicht analysieren, einen Roman lesen und seine Bedeutung mit unserem Leben "vergleichen", aus verschiedenen Texten (literarisch, pragmatisch, diskontinuierlich) Informationen suchen und finden, über Sprache und ihre Wirkung nachdenken ... das sind aktuelle Lernziele.
    "Quotierung zu niedrig". Das mag sein, aber ICH (und keine andere Lehrkraft!!!) darf das nicht ändern. Ziehst du Punkte in Mathe ab, wenn die Schrift eine Sauklau ist und die Rechtschreibung schlecht?

    Generell sollten alle im Bereich "Schule" eingeführten maßgeblichen didaktischen und pädagogischen Methoden und Konzepte nach gewissem Zeitabstand evaluiert werden.

    Ja, sollten wir. Aber nicht von uns nach Gutdünken und mit verfälschtem Blick und ggf. eigenen Zielen.
    Und so lange es keine wissenschaftliche Evaluation dazu gab, darf ich nicht einfach das machen, was mir gefällt, nur, weil ich es doof finde.

    Edit: sinnverfälschenden Satz korrigiert.

  • Das mag sein, aber ICH (und keine andere Lehrkraft!!!) darf das ändern.

    Ich glaube, da fehlt ein nicht. ... darf das nicht ändern, sollte das wohl heißen.

    Ich selbst ziehe tatsächlich manchmal in Physik Punkte wegen fehlender sprachlicher Richtigkeit ab. Allerdings such nur selten und erst nach Extraankündigung bei der zweiten Arbeit.

    LG DFU

  • ups. Ich korrigiere.
    Und ja, man kann (und soll) in den anderen Fächern auch die sprachliche (Un)Richtigkeit sanktionieren. Aber nur im Rahmen des Vorgesehenen.
    Ich kann nicht sagen "Du kannst kein Deutsch schreiben, du kannst keine 4 bekommen, obwohl du alle Schaltkreise richtig gelegt hast"

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