Hallo, kommt es bei euch oft vor, dass ihr Mehrarbeit machen müsst? Wenn ja, wieviel Stunden und wie hoch wird das entlohnt?
Was sind die Gründe, etwa unbesetzte Stellen oder Fächerwahl?
Müsst ihr oder könnt ihr?
![]()
Hallo, kommt es bei euch oft vor, dass ihr Mehrarbeit machen müsst? Wenn ja, wieviel Stunden und wie hoch wird das entlohnt?
Was sind die Gründe, etwa unbesetzte Stellen oder Fächerwahl?
Müsst ihr oder könnt ihr?
![]()
Grund: Kollege fehlt an dem Tag, Vertretungsstunde (es ist die EINZIGE mögliche Mehrarbeit: Unterrichtsstunde, ob spontan oder dauerhafte Übernahme)
Kommt es oft vor?: in den letzten Jahren ja, sehr oft
wie wird das bezahlt: deutlich schlechter als die Grundbesoldung und es gibt eine bestimmte Menge an Stunden, die man vorher kostenlos ableisten muss, bevor erwogen wird, zu bezahlen. Das sind aber Details in den Regelungen, die je nach BL unterschiedlich sind, viele BL bezahlen erst recht nicht mehr und sammeln plus und minus-Stunden, so dass es sich über 1-2 Schuljahre ausgleicht.
Wenn man eine Vertretung über einen längeren Zeitraum übernehmen soll, ist es immer besser, wenn man statt der normalen Mehrarbeit eine kurzfristige Erhöhung der Deputatsstundenzahl erhalten kann.
Ich hab im vergangenen Schuljahr etwas mehr als 60+ Vertretungen gehabt.
Das Konzept dazu haben wir in diesem Jahr angepasst und es ist nun gleichmäßig verteilt und allen Kollegen bewusst was erwartet wird.
Ich mag Vertretungsstunden. Es ist in aller Regel interessant, die Schülerschaft in einem anderen Kontext zu erleben (oder bei Klassen die man - noch - nicht unterrichtet überhaupt erst kennenzulernen) und kleine Einblicke in andere Fächer zu bekommen. Die Bezahlung (ca. 20 EUR netto) ist etwas schlechter als eine umgerechnete Deputatsstunde, aber es fällt ja auch keinerlei Vor- oder Nachbereitung an. Ich komme auch auf etwa 50-60 Stunden pro Schuljahr und würde tatsächlich gerne mehr machen.
es ist die EINZIGE mögliche Mehrarbeit: Unterrichtsstunde, ob spontan oder dauerhafte Übernahme)
Es ist die einzige Möglichkeit, Mehrarbeit geltend zu machen und abzurechnen, weil das Deputatsmodell gilt. Die Bundesländer haben verschiedene Regelungen, ab der wievielten zusätzlichen Stunde man abrechnen darf oder ob man die Stunden über Plus-Minus-Regelungen ausgleicht.
Beauftragungen und zusätzlichen Aufgaben, lange Tage bei Schulveranstaltungen, Klassen mit zeitintensiven Herausforderungen, zeitintensive Fortbildungen, … zählen nicht als Mehrarbeit, da es keine Arbeitszeiterfassung gibt.
Es ist die einzige Möglichkeit, Mehrarbeit geltend zu machen und abzurechnen, weil das Deputatsmodell gilt. Die Bundesländer haben verschiedene Regelungen, ab der wievielten zusätzlichen Stunde man abrechnen darf oder ob man die Stunden über Plus-Minus-Regelungen ausgleicht.
Beauftragungen und zusätzlichen Aufgaben, lange Tage bei Schulveranstaltungen, Klassen mit zeitintensiven Herausforderungen, zeitintensive Fortbildungen, … zählen nicht als Mehrarbeit, da es keine Arbeitszeiterfassung gibt.
Nein, ist es nicht. So hat in NDS vor einigen Jahren ein SL erfolgreich auf Anerkennung seiner außerunterrichtlichen Mehrarbeit geklagt und auch vor dem OVG Lüneburg Recht bekommen....maßgeblich war hier die von ihm gut dokumentierte Erfassung seiner eigenen Arbeitszeit.
Ich betone es gerne und immer wieder: das Fehlen einer zentralen Vorgabe zu Art und Weise einer Arbeitszeiterfassung verhindert nicht, dass diese auch jetzt bereits erfolgen kann und auch Grundlage der Arbeitszeitsteuerung und im Zweifelsfall auch der Anerkennung notwendiger Mehrarbeit sein kann.
ein SL erfolgreich auf Anerkennung seiner außerunterrichtlichen Mehrarbeit geklagt
Ja, stimmt, man kann selbst die Arbeitszeiterfassung vornehmen und darauf hoffen, dass sie vor Gericht zumindest teilweise anerkannt wird, wie hier, und den Klageweg beschreiten und, auch wie hier, nach Jahren und ggf. schon in Pension, eine Nachzahlung erhalten. Diesen Weg hatte ich nicht bedacht, mir scheint, es ist auch ein sehr selten gewählter, nicht mal ein Trampelpfad.
Ich habe den Eindruck, ilovemypudding lotet aus, ob der Beruf der Lehrkraft passen könnte und fragt nach den Bedingungen. Dazu gehört, dass die Arbeitszeiterfassung nach EU-Recht für Lehrkräfte in D bisher nicht umgesetzt wurde und die Vergütung von Mehrarbeit bisher seitens des Schulamtes nur für Unterrichtsstunden (bei uns heißt es Stunden am Kind) realisiert ist.
Unsere Konrektoren notieren sich jede geleistete Vertretungsstunde und versuchen, diese schnellstmöglich wieder auszugleichen durch Randstundenentfall o. ä.
Ja, stimmt, man kann selbst die Arbeitszeiterfassung vornehmen und darauf hoffen, dass sie vor Gericht zumindest teilweise anerkannt wird, wie hier, und den Klageweg beschreiten und, auch wie hier, nach Jahren und ggf. schon in Pension, eine Nachzahlung erhalten. Diesen Weg hatte ich nicht bedacht, mir scheint, es ist auch ein sehr selten gewählter, nicht mal ein Trampelpfad.
Ich habe den Eindruck, ilovemypudding lotet aus, ob der Beruf der Lehrkraft passen könnte und fragt nach den Bedingungen. Dazu gehört, dass die Arbeitszeiterfassung nach EU-Recht für Lehrkräfte in D bisher nicht umgesetzt wurde und die Vergütung von Mehrarbeit bisher seitens des Schulamtes nur für Unterrichtsstunden (bei uns heißt es Stunden am Kind) realisiert ist.
Ich lote es tatsächlich aus. Ich versuche hier ein paar offene Frage beantwortet zu bekommen. Ein Neustart mit Lehramtsstudium schließe ich aber aus, sondern es dürfte eher um den Quereinstieg ins Ref gehen. Da ich Wirtschaftswissenschaften studierte, wäre wohl der einstieg in kaufmännische Berufsschulen am naheliegendsten. Falls es bei mir klappt, dann auch erst zum zweiten Halbjahr ab nächsten Jahres (wegen Fristversäumnis).
Einige hier schreiben ja recht hohe Zahlen an Vertretungsstunden. Wenn ich dann bedenke, dass das pro Lehrer stattfindet, dann ist das echt viel. Bei meiner Frage nach Mehrarbeit geht es mir auch darum, abzuleiten, ob es einen hohen Bedarf an extra eingestellten Vertretungslehrern geben könnte. In meinem BL kann man sich auch jeweils für ein halbes Jahr jeweils als Vertretungslehrer bewerben. Dabei werden nicht nur Leute mit Lehramtsstudium angesprochen, sondern auch Leute mit anderen Abschlüssen wie mich mit meinem Master. Das würde also bedeuten, direkt in die Klasse ohne Ref und ohne Erfahrung. So könnte ich die Zeit bis zum Vorbereitungsdienst bereits für Erfahrung nutzen und überlegen, ob es wirklich was für mich ist. Vielleicht käme es auch gut an für die Bewerbung aufs Ref. Aber andererseits überlege ich, ob das so nicht sogar etwas zu heftig ist, direkt in den Lehrdienst ohne Ahnung geworfen zu werden.
Die Mehrarbeit unterscheidet sich meinem Eindruck nach je nach Schulart erheblich. Ich bin nicht mit allem am Berufskolleg happy, aber bisher kommen für mich erheblich (!) weniger Arbeitsstunden zusammen, als am Gymnasium. Fängt mit weitestgehend wegfallender Elternarbeit an und endet bei den ganzen zigtausend Zusatzterminen an Kinderschulen. Vertretung hält sich bisher auch sehr in Grenzen.
Bei meiner Frage nach Mehrarbeit geht es mir auch darum, abzuleiten, ob es einen hohen Bedarf an extra eingestellten Vertretungslehrern geben könnte. In meinem BL kann man sich auch jeweils für ein halbes Jahr jeweils als Vertretungslehrer bewerben.
Das lässt sich nicht wirklich ableiten. Mehrarbeit ist in aller Regel kurzfristig, wenn für einzelne Stunden wegen Krankheit oder sonstiger Verpflichtungen (Prüfungsabnahme, Klassenfahrt, Fortbildung usw.) die reguläre Lehrkraft mal nicht zur Verfügung steht. Vertretungskräfte werden bei längerfristigen Ausfällen (mehrere Monate bis hin zu einem ganzen Schuljahr, meist wegen Elternzeit oder langer Krankheit) eingestellt.
Eine Tätigkeit als Vertretungskraft kann sicherlich helfen. Die Lernkurve ist durchaus steil; einfach so aus dem Stand ein halbes Dutzend oder mehr Klassen vor sich zu haben erfordert schon Energie und Frustrationstoleranz. Hier ist es hilfreich, von Anfang an mit der Schulleitung abzusprechen inwieweit man Hilfe bekommen kann (Hospitation o.ä.). Gleichzeitig ist die Hürde aber auch niedriger als man vielleicht denkt; das Mindestziel ist, dass Unterricht nicht ausfällt und kein Mehraufwand durch Schüler- oder Elternbeschwerden generiert wird. Achte dann darauf, von der Schulleitung ein aussagekräftiges Arbeitszeugnis zu bekommen, das hilft bei eventuellen weiteren ähnlichen Bewerbungen.
Bei meiner Frage nach Mehrarbeit geht es mir auch darum, abzuleiten, ob es einen hohen Bedarf an extra eingestellten Vertretungslehrern geben könnte.
In NRW gibt es einen konstant hohen Bedarf an Vertretungslehrern. Die ersetzen aber nur Langzeitkranke und Elternzeiten.
Je nach Umtriebigkeit der Schulleitung und Zusammensetzung des Kollegiums sind das pro Schule mal mehr oder mal weniger. Bei uns z.B. 5-10% (junges Kollegium mit vielen Eltern, SL die energisch Vertretungsmittel organisiert).
Die Mehrarbeit für die normalen Lehrerkollegen entsteht hingegen in der Regel durch kurzfristig erkrankte Kollegen.
Da ich Wirtschaftswissenschaften studierte, wäre wohl der einstieg in kaufmännische Berufsschulen am naheliegendsten.
Wenn du immer allgemein fragst, bekommst du Antworten aus allen möglichen Schulformen. Da solltest du überlegen, ob das für dich sinnvoll ist oder ob du deine Fragestellung oder das Unterforum verändern solltest.
Ja, stimmt, man kann selbst die Arbeitszeiterfassung vornehmen und darauf hoffen, dass sie vor Gericht zumindest teilweise anerkannt wird, wie hier, und den Klageweg beschreiten und, auch wie hier, nach Jahren und ggf. schon in Pension, eine Nachzahlung erhalten. Diesen Weg hatte ich nicht bedacht, mir scheint, es ist auch ein sehr selten gewählter, nicht mal ein Trampelpfad.
In Nds. gibt es durchaus noch mehrere andere Möglichkeiten: Bei Klassenfahrten bekommst du eine Plusstunde pro Tag. Wenig aber besser als nichts. Für besondere Aufgaben gibt es (teilweise) Anrechnungsstunden, die dein Stundendeputat reduziert. Manche Schulen z.B. wir gewähren auch Überstunden, wenn man außerhalb der normalen Stunden mit den Schülern unterwegs ist. Wenn ich also auf einen Tagesausflug bin, bekomme ich zwar nicht alles ersetzt aber 1-2 Überstunden gibt es immer.
Werbung