In der Regel hatten meine Klassen, die ich als Klassenlehrer betreut habe, weniger als 20 Schüler. Wenn ich beim Ausflug, Klassenfahrt oder Lerngang mit dem Völkchen unterwegs war, habe ich auch gerne an der Eisdiele eingebremst. Ansage an Schüler und Eisverkäufer: "Ich übernehme pro Schüler 2 €. Den Rest müssen die Kids selbst bezahlen." Das war immer gut investiertes Geld. 40 €umel tun mir nicht weh. Eine grantige Gruppe schon. Man kann sich die Bonuspunkte schwerer erarbeiten ![]()
Bei Abschlussklassen war am Ende des Schuljahres auch ab und an ein höherer Betrag als Rest in der Klassenkasse. Dann gab es entsprechend höhere "Prämienvergütung" - denn die Klassenkasse war durch gemeinsame Verkaufsaktionen aus dem Technikunterricht oder vom Weihnachtsbasar gemeinsam gefüllt worden.
Bezahlt ihr eurer Klasse das Eis wenn ihr zur Eisdiele lauft?
-
-
Danke. Wo ist dein Problem? Du kannst auch sagen 20 € sind eine Kinobesuch, wenn es dir lieber ist. Letztlich ist die Aussage 10-20 € im Jahr sind auch für Bürgergeldempfänger machbar.
Ich empfinde es auch empathielos und unwissend, weiß ich aus meiner Kindheit, wie knapp das Geld war. Und nein, weder für Zigaretten noch Kino war das Geld da, und mir ging es noch gut, im Vergleich zu Klassenkameraden, die Hunger litten. Bei uns gab es halt Nudeln mit irgendeiner Soße, ich hasse das Essen noch heute.
Und Klassenkasse wird am Anfang des Schuljahres eingesammelt, bei mehreren Geschwistern gleichzeitig, gleichzeitig zu neuen Heften und anderem Schulsachen. Meine Mutter hat versucht, vorzubereiten, aber wenn ein Lehrer eine bestimmte Lineatur, die es nur im Fachgeschäft gibt, wollte oder ein bestimmter Wasserfarbkasten, half es nicht. Sie hat oft heimlich geweint, noch mehr Jobs übernommen und ich habe mir schon als Kind geschworen, dass ich später viel Geld verdienen will, um ihr zu helfen.
Schön, wenn das Kind Eis vom Lehrer erhält, und dafür zuhause keine frischen Lebensmittel, die Kleidung geflickt werden muss, die Waschmaschine ausfällt und von Hand gereinigt wird, für Kinokarten war wirklich nie Geld da. Allein, dass du zum 2. Mal ein solches Beispiel wählst, zeigt, dass du Null Ahnung hast.
Ja, es gibt Bürgergeldempfänger, die schwarz arbeiten, eine Erbschaft nicht angeben oder wo die Verwandtschaft heimlich aushilft. Ich kenne da auch Beispiele.
-
Zeiten von Whatsapp können Eltern das dann auch in der für Schulen illegalen Whatsapp-Gruppe ausdiskutieren. Alles eine Sache der Eltern untereinander. Die Lehrkraft bekommt nur eine Antwort. Vorteil ist, dass sie sich dann auch mit Eltern wie dir auseinandersetzen können. Und wenn es mal Eltern gibt, die sich das nicht leisten wollen/können, dann gibt es meist andere Eltern, die das gerne übernehmen.
Und gerade die Familien, die es sich nicht leisten können, werden selten protestieren. Das erleben ich auch heute noch, man muss nur genau hinsehen und hinhören. Dann ist das Kind halt krank beim Ausflug, das Geld, was vorher eingesammelt wird, wird vom Mund angespart. Protestieren tun die, die nicht so arm sind, die anderen tun alles, um nicht aufzufallen.
Arme Eltern wenden sich eher an Lehrer als an andere Eltern. Ersterer hat Schweigepflicht, aber meine Mutter hat noch mehr gearbeitet und ich hatte noch ein schlechteres Gewissen. Das Gefühl kommt gerade wieder in mir hoch. Vielleicht wenden sich Eltern von Schülern oft an mich, sie wissen, ich verstehe sie, und mache mich nicht lustig mit Beispielen wie Kinokarte oder Zigaretten.
-
Wer am 28.06. nur noch 5 € hat, hat ein Problem im Umgang mit Geld. Egal ob Bürgergeldempfänger oder nicht. Auch mit Bürgergeld kann man wirtschaften. Natürlich gibt es solche Menschen. Aber das Problem ist nicht der 1€ im Monat für die Klassenkasse. Der macht nun wirklich keinen Unterschied.Normalerweise beteilige ich mich nicht an diesen Streitereien, sie schlagen mir irgendwie auf den Magen.
Hier würde ich gern (aus früherer, eigener Erfahrung) sagen, dass es sogar so sein kann, dass man mit Listen und Abhaken/Eintragungen jeglicher Ausgaben durchaus an den Punkt kommen kann, wo man nicht mehr weiß, was man noch einsparen kann, damit es bis Monatsende reicht.
Manchmal war es wirklich so, dass man beim Aldi steht und überlegt, ob man sich den Lieblingskäse mitnehmen kann, wenn man dafür vielleicht was anderes da lässt.
Respekt an alle, die am Schluss dann noch den Euro haben. Ich bin dankbar, am Monatsende nicht mehr regelmäßig Panik zu haben, ob ich rumkomme und gönne es jedem Menschen von Herzen, da nicht drüber nachdenken zu müssen.
-
Ich habe mehrere Jahre im Bankwesen gearbeitet. Es gibt genug Bürgergeldempfänger, die mit ihrem Geld gut hauswirtschaften. Natürlich kann mal etwas passieren. Aber wenn das Konto jeden Monat leer ist, ist das keine gute Planung.
Erfrischend naive Arroganz.
-
Eisdiele nein. Packung Eis aus dem Lidl - ja klar.
-
Erfrischend naive Arroganz.
Überraschung. Ich komme selbst aus eher bescheidenen Verhältnissen. Ich habe mein Studium finanziert. 50% Bafög habe ich bekommen. Theoretisch hätte meine Eltern die anderen 50% zahlen sollen. Das konnten sie aber aus bestimmten Gründen nicht. Das System kennt leider nur den Regelfall und hat keine Ausnahmen für besondere Härtefälle. Ich habe auch schon ein paar Monate von Sozialleistungen gelebt.
Ich war mehrere Jahre bei einer Bank. Ich habe die Leute und ihre Konten gesehen. Es gab genug, die mit ihren Sozialleistungen hingekommen sind und es gibt genug, die am ersten mit ihrem Bürgergeld zu McDonalds rennen.Klar ist Bürgergeld für viele eine schwierige Situation. Aber wir reden hier von 1€ pro Monat. Das kann doch nicht den Unterschied machen und das sollte für alle drin sein. Notfalls würde ich für mein Kind ein paar Pfandflaschen sammeln. Und wenn am Ende jemand wirklich kein Geld hat, gibt es doch immer eine Lösung. Die meisten von uns haben doch schon Süßigkeiten gekauft, wenn Kind XY Geburtstag hatte und wir genau wissen, dass er nichts zum Verteilen mitgebracht hat. Und wenn ein Elternteil kommt und etwas nicht zahlen kann, findet man immer eine Lösung. Mein letzter Elternvertreter hat bei manchen Eltern gesagt, dass sie nicht zahlen müssen. Das hat er übernommen. Am Ende findet man immer eine Lösung.
Zumal es ganz andere Probleme gibt. Die eine Klasse kauft eine Arbeitsheft mehr als die andere. Wer spricht da über die Kosten für die Eltern?Aber die Lösung kann doch nicht sein, dass wir sagen, dass alle kein Essen gehen? Zumal Quittemgelee als Lehrkraft auch nicht so schlecht verdienen sollte, dass sie sich den 1€ nicht leisten kann. Hier geht es nicht, um leisten können sondern um leisten wollen.
Für unsere Eltern sind übrigens die Ausflüge ein viel größeres Problem. 3 € für das Weihnachtstheater, 10 € für den Ausflug, 5 € für Verbrauchsmaterialien ... Wer stellt dafür einen Antrag? Und dann soll es auch nicht überwiesen werden. Die Eltern müssen es bar auslegen, sich eine Quittung holen und können es erst dann zurückbekommen.
-
Überraschung. Ich komme selbst aus eher bescheidenen Verhältnissen. Ich habe mein Studium finanziert. 50% Bafög habe ich bekommen. Theoretisch hätte meine Eltern die anderen 50% zahlen sollen. Das konnten sie aber aus bestimmten Gründen nicht. Das System kennt leider nur den Regelfall und hat keine Ausnahmen für besondere Härtefälle.
Du meinst, deine Eltern konnten mir ihrem Geld nicht umgehen und keinen Unterhalt zahlen, weil sie sich über ihre Verhältnisse verschuldet haben? Das ist kein besonderer Härtefall, sondern gar nicht ungewöhnlich.
Wirklich arm waren deine Eltern auch nicht, wenn sie dir zumindest anteilig Unterhalt hätten zahlen müssen. Das ist gar kein Vergleich zum Bürgergeld heute.
-
Du meinst, deine Eltern konnten mir ihrem Geld nicht umgehen und keinen Unterhalt zahlen, weil sie sich über ihre Verhältnisse verschuldet haben? Das ist kein besonderer Härtefall, sondern gar nicht ungewöhnlich.
Wirklich arm waren deine Eltern auch nicht, wenn sie dir zumindest anteilig Unterhalt hätten zahlen müssen. Das ist gar kein Vergleich zum Bürgergeld heute.
Nein, meine Eltern haben nie Schulden gemacht. Es war ein Schicksalsschlag den unser Sozialsystem nicht abdeckt. Ich möchte aber keine Einzelheiten nennen.
Aber wie gesagt. Ich habe auch schon von Sozialleistungen gelebt. Und ja. Es gibt immer noch Härtefälle. Aber i.R. liegt es nicht an einem Euro im Monat. Ich sage auch nicht, dass es Bürgergeld gut geht. Aber rund ein Drittel bekommt es gut hin, ca. ein Drittel betrügt das Amt und fast ein Drittel ist selbst schuld, weil sie nicht vernünftigen mit ihrem Geld umgehen. Und dazwischen gibt es ein paar, die echte Probleme haben, obwohl sie alles richtig machen. -
Pauschalisieren bringt eh nichts und ist auch kein Nachweis dafür, dass das für alle gelten muss. Nur weil jemand meint: „Wenn ich das kann, dann müssen das doch auch alle anderen schaffen“, heißt das nicht, dass das auf jeden zutrifft.
Ja, ich gebe im Sommer auch mehrfach eine Runde Eis aus. Aber nicht von der Eisdiele, sondern aus dem Supermarkt.
-
Oh man, ich komme gerade nach hause und habe mich heute abend mal wieder mit Menschen unterhalten, die
- Dienstreisen in teuren Hotels verbringen
- Geschenke für Kolleg*innen aus der Firmenportokasse zahlen
- (monatliche) Konferenzen von Cateringdiensten beliefern lassen
- zum Firmenjubiläum eine Finca auf Malle mieten
- ein Firmenkonto (aka Schulkonto im Schulwesen) haben
- über warmes Wasser in der Sanitäreinrichtung verfügen
- Arbeitsmaterial am Arbeitsplatz gestellt bekommen
- einen kostenlosen Kaffee im Pausenraum bekommen
- ...
Ihr kennt Leute... (wobei: warmes Wasser in den Sanitäreinrichtungen, das allermeiste an benötigtem Arbeitsmaterial, zwar keinen kostenlosen Kaffee, aber kostenloses Wasser und ein Schulkonto haben wir an meiner Schule auch)
-
Werbung