Schweinfurter Rutsche

  • Hättest du genauso wenig Bedenken bei einer muslimischen Schule?

    Ich formuliere es mal um: Unsere Schule und das Miteinander beruht auf Werten wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Glauben. Jedes Kind muss am Islamunterricht teilnehmen. Die Lehrkräfte sollten nicht an die große Glocke hängen, wenn sie homosexuell sind oder sie bekommen erst gar keine Stelle, weil das Sünde ist. Der interkulturelle und interreligiöse Austausch ist erwünscht, aber alles wird auf Grundlage des muslimischen Glaubens hinterfragt. Die Kinder müssen zum Islam konvertieren, wenn sie bei uns aufgenommen werden wollen. Wir sind aber total offen für andere Religionen. Ansonsten ist alles wie in anderen Schulen, dieselben Leistungskurse und Profile.

    Ich hab doch glaube ich - hoer und anderswo - genug geschrieben, dass ich es gegen meine Position machen würde, fürs Kind.

    Genauso könnte es meinetwegen eine richtige Privatschule mit Geld sein. Fürs Kind macht man es.

    Abgesehen davon willst du ja provozieren: kein kind muss jemals konvertieren (und dann widersprichst du fich im nächsten Satz).

    Das ist der Punkt: die katholichste Mädchenschule, bei der ich im Studium gearbeitet habe (Fremdsprachenassistentin, kein Einfluss auf den Einsatzort) war noch strange mit Ordensfrauen, jede Woche Spendenaufrufe zur Finanzierung von Kopierern an einer Schule in Burkina Faso, usw.. aber alle anderen Schulen, die ich danach in anderen Städten mitbekommen habe (und es ist ja auch über 20 Jahre her) kämpfen auf dem Markt genauso um kleine Schäfchen wie die staatlichen Sxhulen und müssen sich oft anpassen. Angebot und Nachfrage.

    Wenn also die einzige Schule in der Stadt mit gutem Profil und Angebot von mir verlangt, zu bestätigen, dass ich für Gerechtigkeit und Toleranz einstehe, es meinem Kind und seiner Entwicklung förderlich ist, dann würde ich es machen (oder wäre eben noch nicht hierher gezogen…)

  • Kirchliche Privatschulen haben Quoten. Die nehmen sogar gerne Muslime, weil sie damit gleich zwei Quoten (Migrant + nichttchristlich) auf einmal erfüllen können.

    Eine katholische Realschule in der Nähe hat allerdings die Killeraufnahmebedingung schlechthin: Jedes Kind muss ein Musikinstrument lernen.

    Damit haben sie die größten Bombenleger direkt ausgesiebt.

    Ich kenne zwei städtische Gesamtschulen mit einer Musikklasse (jeder muss ein Instrument lernen ) und einer Bläserklasse (jeder muss ein Blasinstrument lernen), außerdem ist Mitspielen im Schulorchester deutlich erwünscht.

    Die Schulen können sich vor Anmeldungen für diese Klassen kaum retten.

    Es könnte alles so einfach sein - ist es aber nicht.

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