Soll ich die Schule wechseln?

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleich könnt ihr mich bei meinem Entscheidungsprozess etwas unterstützen. Ich überlege, die Schule zu wechseln. Zur Zeit bin ich an einer reinen Realschule tätig. Sie läuft Halbtags von 8-13:10 Uhr. Ich bin dort seit 10 Jahren angestellt, das Kollegium und die Schulleitung sind super. Ich fühle mich insgesamt wohl. Nun aber die Krux: Ich fahre morgens 60 Minuten hin mit Stau und zurück 50 Minuten. Bei mir in der Umgebung gibt es beispielsweise eine Oberschule, eine IGS und eine KGS. Bei diesen Schulen bin ich in 20 Minuten da. Ich spare also 70 Minuten Fahrtzeit pro Tag. Nun habe ich aber etwas Sorge, dass ich bei den anderen Schulen ins Fettnäpfchen treten könnte: Z.B.- Ich habe wenig Erfahrung mit Hauptschülern (schwieriger zu unterrichten? Umstellung schwierig?)- Die anderen Schulen laufen alle Ganztags: Hat man hier lange Mittagsaufsichten, die man nicht angerechnet bekommt? -Meine derzeitige Schule ist human in Punkto Dienstbesprechungen: Eine DB alle 2 Monate für ca. 90 Minuten. Könnte das an anderen Schulen auch deutlich umfangreicher werden? Das waren jetzt meine Gedanken bisher. Ich wäre dankbar, eure Meinung einmal zu dem Thema zu hören. LG

  • Ich würde absolut niemals

    - eine Schule mit Unterrichtsschluss vor 14 Uhr

    - mit "humanen" Extraterminen

    - mit super Kollegen und Schulleitung

    - eine "höhere" Schulform für eine "niedrigere" mit potentielle schwierigerer Klientel

    aufgeben.


    Viel zu viel Verschlechterungspotential 😊

  • Wenn du nachmittags nichts anderes in der Schule hast, als alle 2 Monate eine DB, dann bleib, wo du bist.;)

    Vielleicht kannst du umziehen....

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Bei den Fahrzeiten und bei so frühem Schulschluss ist’s bei den weiteren Rahmenbedingungen m. E. besser zu bleiben. Mein Fahrtweg ist zwar etwas kürzer (ca. 45 min), aber ein gutes Arbeitsklima ist sehr viel wert. Das würde ich nicht für eine Stunde Fahrtweg opfern.

    Vielleicht besorgst du dir gute Hörbücher, macht z. B. mir die Fahrerei deutlich erträglicher.

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Ich würde hier zum Bleiben tendieren, wenn Du Dich an Deiner aktuellen Schule wohlfühlst und es außer der Fahrerei keine wirklichen Kröten gibt.

    Gleichwohl hat mich die Fahrerei auch unglaublich genervt, als ich vor zwei Jahren eine ähnliche Konstellation hatte. Es gab aber noch ein paar weitere Faktoren, mit denen ich trotz der tollen Schule, an der ich war, mittelfristig nicht glücklich gewesen bzw. geblieben wäre.

    In meinem Fall war der Wechsel genau richtig - ich hatte mich im Vorfeld gut über die Schule informiert und kannte sie auch bereits über die Nachbarschaft. Du solltest Dich vor einem Wechsel unbedingt gut informieren, damit Du weißt, wo Du hinkommst. Andererseits könnte die zusätzliche Lebenszeit fernab der Straße auch die eine oder andere Kröte an der neuen Schule kompensieren. Das kann nur niemand von uns von außen beurteilen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Wir haben an unserer Schule mehrere Kollegen, die jeden Tag zwischen 60 und 90 km Autobahn pro Strecke fahren. Auch da ist immer mal Stau und dann sind sie mehr als eine Stunde unterwegs. Andere Kollegen fahren über 40 km Landstraße. Ich selbst fahre jeden Morgen knapp über 30 km Landstraße.

    Ist doch eine gute Zeit um die den Schulärger auf der Straße zu lassen. Außerdem kann man so sicher sein, dass einem keine Schüler beim Einkaufen, Arzt oder im Schwimmbad begegnen.

  • Außer der Fahrzeit hast du paradiesische Bedingungen.
    Es ist kaum vorstellbar, dass du ähnliche Bedingungen wieder bekommst, das heißt, du erkaufst dir deinen kürzeren Fahrtweg durch mehrfachen Nachmittagsunterricht, ziemlich sicher deutlich mehr DBs (Gesamtschulen haben in der Regel (!) deutlich mehr Besprechungen als alle 2 Monate 90 Minuten) und mehr Aufsichten, weil Mittagspause...
    Ich wiederhole alle Beiträge vor mir, aber 10fach hält besser: NICHT WECHSELN!

  • Es klang schon an, aber so ganz deutlich wurde dieser Aspekt wohl noch nicht ausgesprochen (- frei nach dem alter Lehrerkonferenzmotto "Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem."):

    Welchen Vorteil bringt dir die Zeitersparnis, durch den Wegfall des Pendelns, wenn du durch Ganztagsunterricht etc. die gesparte Zeit doch wieder an der Schule verbringen musst? Ich will damit sagen: Wenn dein Problem nicht explizit die Handlung des Fahrens ist oder die Angst vor Unfällen etc., sondern wenn e dir um Lebenszeit geht, kann ein Schulwechsel eine Milchmädchenrechnung sein.

  • Wechsle nicht.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass sich alle positiven Rahmenbedingungen eins zu eins wiederfinden, ist extrem gering – um ehrlich zu sein: utopisch.

    Ich spreche aus eigener Erfahrung und würde diesen Schritt kein zweites Mal gehen.

    An Dingen wie Fahrzeit oder Pendelstrecke lässt sich oft noch etwas verändern.
    An starren Systemen, mangelnder Transparenz, Hierarchien oder einem fehlenden kollegialen Miteinander jedoch kaum – und wenn, dann meist nur mit sehr begrenztem Erfolg.

    Deshalb ganz klar mein Rat: Bleib. 👍

  • Die Option auf Umzug hängt auch davon ab, ob es einen Partner (m/w/d) und/oder Kinder gibt, für die ein Umzug wiederum eine Verlängerung der Pendelstrecke bzw. ein Riss aus dem gewohnten Umfeld bedeuten könnte. Zudem ist zu bedenken, dass ein Umzug auf dem derzeit angespannten Wohnungsmarkt nicht so leicht durchführbar ist.

  • Ich würde auch eher umziehen als diese Stelle aufgeben. Oder weiterhin fahren. Das einzige, was man vielleicht doch bedenken muss sind die Kosten, die durch diese Pendelei entstehen. Das wird ja selten seriös berechnet, da fällt mehr an als nur der Sprit. Da würde ich mich eher fragen, ob eine Bahnfahrt so gar keine Option ist. Auch auf dem Land ist es ja oft möglich mit dem Auto den nächsten Bahnhof anzusteuern. Wenn die Schule allerdings dann ebenfalls keinen Bahnanschluss hat, kann es schwierig werden.

    Aber wenn es finanziell passt, würde ich trotzdem, mit den gleichen Argumenten wie von Maylin angeführt, bleiben.

  • Liebe Kolleginnen und Kollegen, vielleich könnt ihr mich bei meinem Entscheidungsprozess etwas unterstützen. Ich überlege, die Schule zu wechseln. Zur Zeit bin ich an einer reinen Realschule tätig. Sie läuft Halbtags von 8-13:10 Uhr. Ich bin dort seit 10 Jahren angestellt, das Kollegium und die Schulleitung sind super. Ich fühle mich insgesamt wohl. Nun aber die Krux: Ich fahre morgens 60 Minuten hin mit Stau und zurück 50 Minuten. Bei mir in der Umgebung gibt es beispielsweise eine Oberschule, eine IGS und eine KGS. Bei diesen Schulen bin ich in 20 Minuten da. Ich spare also 70 Minuten Fahrtzeit pro Tag. Nun habe ich aber etwas Sorge, dass ich bei den anderen Schulen ins Fettnäpfchen treten könnte: Z.B.- Ich habe wenig Erfahrung mit Hauptschülern (schwieriger zu unterrichten? Umstellung schwierig?)- Die anderen Schulen laufen alle Ganztags: Hat man hier lange Mittagsaufsichten, die man nicht angerechnet bekommt? -Meine derzeitige Schule ist human in Punkto Dienstbesprechungen: Eine DB alle 2 Monate für ca. 90 Minuten. Könnte das an anderen Schulen auch deutlich umfangreicher werden? Das waren jetzt meine Gedanken bisher. Ich wäre dankbar, eure Meinung einmal zu dem Thema zu hören. LG

    Ich schließe mich der mehrheitlichen Meinung an, dass du erstmal nicht wechseln solltest.
    An meiner ersten "festen" Schule bin ich über 20 Jahre geblieben, weil da für mich alles stimmte und ich mich bei der Arbeit wohlgefühlt habe. Ich bin täglich ca. 35 Kilometer hin und zurück gefahren, manchmal am Nachmittag/Abend auch zum zweiten Mal. In den ersten Jahren betrug die Fahrzeit im Schnitt 45 Minuten über Landstraßen. (Ich war jung und hatte die Zeit... :) ) Mit den Jahren wurde das weniger durch meinen Umzug innerhalb des Wohnortes, durch eine neue Umgehungsstraße an den Orten vor der Schule und eine neue Autobahnausfahrt.


    Der Grund für meinen Versetzungsantrag nach so vielen Jahren war schließlich nicht akzeptables Verhalten einer neuen, unfähigen Schulleitung, die das Kollegium spaltete und ständig unprofessionelle Entscheidungen traf.
    Dass ich in den darauffolgenden Jahren zu Fuß zu meiner neuen Schule gehen konnte, war ein schönes Gimmick zur Versetzung, die ich nie bereut habe.

    Einmal editiert, zuletzt von pepe (19. Januar 2026 11:21)

  • Ich würde da nichts überstürzen.

    Wenn dich die Fahrerei jetzt zu nerven beginnt, würde ich mich alleinstehend über schulnähere Wohnungsangebote informieren. Mit Familie würde ich mich über die in Frage kommenden Schulen genauer informieren.

    Deine Idee, das hier anonym zu tun, wird aber nicht aufgehen, dazu sind Schulen zu individuell. Und wir kennen diese Schulen in der Regel auch nicht.

    Wenn du niemanden kennst, der dort ist oder war, fang mit dem Tag der offenen Tür oder ähnlichem an. Im Internet gibt es vielleicht einen Schulkalender und sicher eine Läuteordnung.

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