Eltern rauben mir den Spaß

  • Ein Tipp noch: ich lese tatsächlich Emails zeitnah (1x am "Werktag"= Schultag) und dann priorisiere ich. Möglicherweise rutscht dann das Anliegen der Sitzordnung relativ weit nach unten und es kann einige (!) Tage dauern, bis ich antworte. Dringende Anliegen bearbeite ich selbstverständlich zeitnah.

    Pädagogische Entscheidungen (wie z.B. die Sitzordnung) benenne ich dann als solche und Punkt.

  • Dumm nur, wenn sogar die SL diese Einstellung hat und regelmäßig während der Unterrichtszeit wichtige Informationen, Anweisungen etc. verteilt und erwartet, dass man diese zeitnah (also innerhalb der nächsten max. 1 Stunde) liest und umsetzt. Noch dümmer, wenn der Großteil der Kollegen das mitspielt. Das macht irrsinnig Druck auf alle, die das nicht tun.

    Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

  • Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    Nur aus Interesse, was passiert wenn du das nicht machst?

    Bei uns stellt sich die Frage tatsächlich nicht, da wir einen internen Messenger haben, mit dem wir untereinander aber auch mit den Klassen und den Eltern kommunizieren können.

    Es wird von uns erwartet, dass wir am Anfang des Unterrichts die Anwesenheit darüber machen. Alles andere kann man problemlos nach dem Unterricht lesen und beantworten.

  • Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    Ich weiß nicht, wie konfrontativ du so etwas angehen willst, aber:

    Bitte doch darum, dass dir ein Dienstgerät zur Verfügung gestellt wird, auf dem du die offensichtlich unheimlich wichtige dienstliche Software installieren sollst. Ansonsten bittest du um schriftliche Anweisung, dass du diese auf deinem Privatgerät zu installieren hast.

    Mit der schriftlichen Weisung fragst du an höherer Stelle nach, wie du damit weiter zu verfahren hast.

    Die weniger konfrontative Variante wäre: "Sorry, irgendwie hatte ich Probleme bei der Installation auf meinem Privathandy. Das hat nicht funktioniert." "Aber alle anderen haben das auch geschafft." "Bei meinem Handy funktioniert es halt nicht. Installation bricht ab." Und wenn dann Hilfe angeboten wird, verweist du darauf, dass du es mehrfach probiert hast und es nicht klappt. Du würdest es aber gerne mit einem Diensthandy noch einmal probieren.

    PS: Ich nutze mein privates Gerät auch für dienstliche Zwecke (bspw. Untis), mache aber gleichzeitig klar, dass kein Anspruch besteht, dass darüber von mir geantwortet oder reagiert werden muss. Reaktionen von mir gibt es dann, wenn mein Dienst-IPad im Schul-WLAN hängt. Wenn das nicht der Fall ist, dann gelte ich erst einmal als nicht erreichbar (über schulische Kommunikationssysteme).

    Tim Finnegan liv’d in Walkin Street
    A gentle Irishman mighty odd.

  • Sachen gibt's... Niemand außer mir kann beschließen, welche Apps ich auf meinem privaten Handy installiere.

    Als nächstes möchte die Lehrerkonferenz vielleicht beschließen, dass jede Lehrkraft spätestens alle 60 Minuten und bis 22 Uhr ihre Nachrichten checken muss. Könntest Du ja mal bei Euch vorschlagen und dann anhand der Gesichter einschätzen, wie viele KuK das wohl ernst nehmen.

  • Bitte doch darum, dass dir ein Dienstgerät zur Verfügung gestellt wird, auf dem du die offensichtlich unheimlich wichtige dienstliche Software installieren sollst.

    Kein Dienstgerät, keine Software o.ä., so einfach.

    "Ich mag Kuchen!" (Johnny Bravo)

    Die Bildungsmisere (eine Anekdote)

    Der Vorwurf: "lächerliche Fremdwortdichte"

    Der Fakt: Ein Kommentar von 80 Wörtern beinhaltete das Wortpaar "quantifizierend exemplifizieren" - 2,5 %, indeed "lächerlic[h]" :zahnluecke:

  • Das sind exakt die beiden Bildungsgänge, aus denen meine beiden Termine stammen: 11. Klasse BG und Unterstufe BFS III, wobei der S aus letzterer schon volljährig ist.

    An unserem letzten Eltern- und Ausbildersprechtag im November hatte ich 17 Termine, davon 11 aus einer BG11-Klasse, den Rest aus zwei BFS Dual-Klassen. Die Erziehungsberechtigten, die nicht zu den einzelnen Fachlehrkräfte gehen, machen i. d. R. Termine bei den Klassenlehrkräften. Und die Klassenlehrkräfte aus diesen Klassen berichten regelmäßig, dass mind. drei Viertel (BFS) oder sogar fast alle (BG11) Eltern zum Elternsprechtag bei ihnen erscheinen.

    *wiesogibteshiereigentlichkeinenschulterzucksmily*

    Gibt es: Den findest du unter "animiert" mit dem Titel "Weiß nicht" - :weissnicht: .

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss.

    Interessant, dass eine Lehrerkonferenz darüber beschließen kann, wie du dein privates Smartphone zu nutzen hast.
    Ich würde da gar nix machen.

    Planung ersetzt Zufall durch Irrtum. :P

    8) Politische Korrektheit ist das scheindemokratische Deckmäntelchen um Selbstzensur und vorauseilenden Gehorsam. :whistling:

    Moralische Entrüstung ist der Heiligenschein der Scheinheiligen.

  • Dumm nur, wenn sogar die SL diese Einstellung hat und regelmäßig während der Unterrichtszeit wichtige Informationen, Anweisungen etc. verteilt und erwartet, dass man diese zeitnah (also innerhalb der nächsten max. 1 Stunde) liest und umsetzt. Noch dümmer, wenn der Großteil der Kollegen das mitspielt. Das macht irrsinnig Druck auf alle, die das nicht tun.

    unmöglich finde ich das!!! mir ist es sehr wichtig, dass grundschüler in mir noch ein vorbild haben, das kein smartphone auf dem tisch hat und es nicht dauernd in fer hand hat. mir ist bewusst, dass ich für manche die einzige person dieser art bin. ich finde, das macht man nicht vor kleineren kindern; es wäre mir echt peinlich. außerdem müsste der signalton wie eine sirene sein, damit man ihn während des unterrichts auf jeden fall immer hört.

  • Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    unmöglich finde ich das!!! mir ist es sehr wichtig, dass grundschüler in mir noch ein vorbild haben, das kein smartphone auf dem tisch hat und es nicht dauernd in der hand hat. mir ist bewusst, dass ich für manche die einzige person dieser art bin. ich finde, das macht man nicht vor kleineren kindern; es wäre mir echt peinlich. außerdem müsste der signalton wie eine sirene sein, damit man ihn während des unterrichts auf jeden fall immer hört.

  • wenn es für die kinder erkenntlich ein schulgerät wäre, z.b. in knallrot, meinetwegen. aber sie sehen sonst nicht, ob die lehrer privat rumdaddeln. und das werden lehrer tun. das finde ich peinlich.

  • Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    Kann dort jeder Lehrer schreiben?

    Dann zuspamen :teufel:

  • Kommt auf den Bildungsgang an! Am Beruflichen Gymnasium in der Klasse 11 haben die Klassenlehrkräfte sehr viel Elternkontakt (teilweise auch in den BES- und BFS-Klassen). Und ich muss sagen, dass ich in den letzten Jahren doch wieder mehr Termine an den Elternsprechtagen hatte, als dies noch "vor Corona" der Fall war.

    Ergänzung dazu:

    Ich mache an meine Schule Einstufungsberatung. Tatsächlich kommt es immer öfter vor, dass die Mutter mit dabei sitzt und teilweise sogar das Sprechen übernimmt. Peinlicher geht's kaum. Vor ein paar Jahren war das VÖLLIG undenkbar und es hat für großes Gelächter im Sekretariat gesorgt, wenn jemand mit Mutti ankam. Da wird eine Generation völliger Unselbstständigkeit herangezogen.

  • Kenne ich genauso. Es wurde sogar in der Lehrerkonferenz beschlossen, dass jede/r einen bestimmten Messenger installieren muss und sein Smartphone während es Unterrichts auf laut stellen muss und eingehende Nachrichten checken muss. Wie steht ihr dazu? Was sagen die Lehrratsmitglieder dazu?

    Naja, relativ easy: Ich würde das nicht tun. Und das auch klar ankündigen.

  • Ergänzung dazu:

    Ich mache an meine Schule Einstufungsberatung. Tatsächlich kommt es immer öfter vor, dass die Mutter mit dabei sitzt und teilweise sogar das Sprechen übernimmt. Peinlicher geht's kaum. Vor ein paar Jahren war das VÖLLIG undenkbar und es hat für großes Gelächter im Sekretariat gesorgt, wenn jemand mit Mutti ankam. Da wird eine Generation völliger Unselbstständigkeit herangezogen.

    Ich bin ja verwundert, wie krass viel den jugendlichen Kindern in meinem Kollegium oder Bekanntenkreis geholfen wird, einen Praktikumsplatz zu finden. Ich musste das alleine machen früher.

    Allerdings denke ich inzwischen, dass das mit ein Grund ist, warum Menschen aus der sozialen Unterschicht 6 Generationen brauchen, bis sie aufgestiegen sind. Das sind weit über 100 Jahre.

    Eltern, die ihren Kindern den Weg ebnen, weil sie zum Beispiel "wen" kennen, tragen massiv mit zum Erfolg/Reichtum bei. Insofern mag das bei Ausbildungsberufen lächerlich wirken, weil traditionell nicht so viel Bohei um den Sohn des Klempners gemacht wird. Ich bin mir allerdings nicht so sicher, ob es den Jugendlichen so schadet, wie von dir vermutet.

  • Das ist zweischneidig.
    Und genau das ist der Punkt: Akademikerkindern wurde schon immer "etwas abgenommen". Nicht der Hintern hinterhergetragen, "man" hat sich schon korrekt beworben, aber die Eltern haben (noch mal) erklärt, wie man das Schreiben verfasst, der Freund bei der passenden Firma / Praxis wurde im Vorfeld informiert, usw..
    Immer mehr Eltern bekommen schon mit, wie wichtig es ist, dass sie mit dabei sind, kennen aber immer weniger Grenzen.
    (Ja, ich hatte an der Uni (!) regelmäßig Anrufe von Eltern, die den Auslandsaufenthalt des Kindes im 5. Semester planen wollten. Schon seltsam, wenn es um Unibewerber*innen geht, dass jede*r zweite in die Studienberatung mit Mama kommt, aber bei aktiv Studierenden musste ich mehrmals sagen "Ihre Tochter kann mich selbst anschreiben" "Ja, aber ich will es auch wissen, sie erzählt nicht alles und versteht einige Sachen nicht"...)


    Und: "Ich musste früher auch alles alleine machen", aber ... ich bin neidisch darauf und durchaus neugierig, was aus mir in einem Paralleluniversum geworden wäre, wo ich an der richtigen Stelle die Stupser gehabt hätte. (Sei schon gesagt, ziemlich sicher nicht Lehrerin, da das nur wegen der guten Bezahlung, Ferien und sozialem Aufstieg aktiv forciert wurde)

  • Für mich ist die Grenze 18 Jahre. Konkret, bei unter achtzehnjährigen akzeptiere ich es, wenn Eltern dabei sind. Manchmal müssen sie ja auch unterschreiben und wenn dank G8 siebzehnjährige sich an der Uni einschreiben...

    Bei Ü18 empfinde ich es wie alle in meiner Umgebung lächerlich, der junge Erwachsene wird nicht ernst genommen, erhält z. B. den Job nicht.

    Viele Eltern wollen heute halt Freunde ihrer Kinder sein, Abgrenzung funktioniert dann nicht.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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