? Entscheidung Wertigkeit der Tätigkeit zwecks Beförderung

  • Die Verteilung der Stunden legt die Lehrerkonferenz fest. Den Vorschlag bringt die Schulleitung ein.

    Nicht ganz:


    "Über Grundsätze für die Verteilung der Anrechnungsstunden entscheidet die Lehrerkonferenz auf Vorschlag der Schulleiterin oder des Schulleiters. Die Verteilung der Anrechnungsstunden im Einzelnen obliegt der Schulleiterin oder dem Schulleiter unter Berücksichtigung der jeweiligen besonderen Inanspruchnahme der Lehrerinnen und Lehrer, soweit sich diese nicht aus dem Inhalt des Amtes ergibt."

    Das ist im Detail schon etwas abweichend.

  • Jetzt ist doch viel beschrieben worden, wofür es keine Beförderung gibt.

    Wofür gab es denn, zB am Gymnasium NRW, wenn es da recht viele Beförderungen gab, eine solche?

    Einfach um mal, zumindest anekdotisch, ein Gefühl zu bekommen, „was geht“ in der Praxis.

  • Koordination Berufsorientierung/KAoA, Koordination Inklusion, Koordination bilinguales Profil, Fortbildungkoordination, Öffentlichkeitsarbeit, Mitarbeit in der Oberstufe, Digitalisierungsbeauftragter, Sicherheitsbeauftragter fallen mir spontan ein.

  • Für Fachkonferenzleitungen habe ich bisher weder Beförderungen noch Entlastungen erlebt. Obwohl ich das bei großen Fächern durchaus gerechtfertigt fände.

    An meiner Schule erhalten die Bildungsgang- und Fachleiter*innen eine halbe Anrechnungsstunde.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Habt Ihr diese Rotation irgendwie festgelegt? Bei uns wird solange wiedergewählt, bis der- oder diejenige in Pension geht.

    Und wie handhabt ihr es, wenn eine Lehrkraft die Fachkonferenzleitung abgeben möchte? Das ist bei uns in den letzten 15-20 Jahren immer wieder vorgekommen durch Schwangerschaft, Krankheit, persönliche Gründe,...

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  • Und wie handhabt ihr es, wenn eine Lehrkraft die Fachkonferenzleitung abgeben möchte? Das ist bei uns in den letzten 15-20 Jahren immer wieder vorgekommen durch Schwangerschaft, Krankheit, persönliche Gründe,...

    Wenn die Lehrkraft aus solchen Gründen nicht mehr da ist, wird sie natürlich nicht gewählt. Aber dass jemand in den Nebenfächern aus persönlichen Gründen den Fachvorsitz abgibt, ist hier sehr selten.

    Als ich an meiner Schule anfing, kam ein älterer Kollege auf mich zu mit den Worten: „Endlich jemand, dem ich meinen Schlüssel überlassen kann.“ Damit meinte er den „Giftschrank“-Schlüssel aus der Sammlung. Seit der Oberstufenreform in den 70ern gab es drei Physik-Fachvorsitzende, ich bin Nr. 3.

  • Wenn die Lehrkraft aus solchen Gründen nicht mehr da ist, wird sie natürlich nicht gewählt.

    Es geht nicht nur um Lehrkräfte, die nicht mehr da sind. Wir hatten auch schon KuK, die halt einfach nicht mehr "mochten" oder eben aus Krankheitsgründen (die aber nicht zu einem Ausscheiden aus dem Schuldienst geführt haben), familiären Gründen wie Betreuung von Kleinkindern o. ä. ihre Fach- oder Bildungsgangleitung an jemand anderen abgegeben haben bzw. nicht wiedergewählt werden wollten. Das kam und kommt - wie gesagt - bei uns immer mal wieder vor.

    Seit der Oberstufenreform in den 70ern gab es drei Physik-Fachvorsitzende, ich bin Nr. 3.

    Wow!

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  • Habt Ihr diese Rotation irgendwie festgelegt? Bei uns wird solange wiedergewählt, bis der- oder diejenige in Pension geht.

    Mit "rotieren" meinte ich "es ist keine festgelegte Position". Es gibt ja "Traditionen" (gegen die eine Interessensmeldung fatal für die Stimmung wäre, oder umgekehrt, wo sich eh jede*r drückt und einer jahrelang im Amt bleibt) aber auch Abwechslungen (wobei ich ehrlich bin: zum Teil ist die Abwechslung aus einem mutigen "ich will auch mal" entstanden, zum Teil aber auch, weil keine*r richtig will).
    Ich kenne aus 15 Jahren NRW in 4 Fächern alle Kombinationen.

  • Ich erinnere mich vor einigen Jahren an sehr sehr hässliche Fachkonferenzen, als es darum ging, einen neuen Vorsitz für Englisch zu finden - extrem undankbarer und arbeitsintensiver Job angesichts der vielen damaligen Änderungen, die eingearbeitet werden mussten, Erwartungen der Schulleitung (Austausch, Wettbewerbe und was man alles so wollte) und einer extrem unharmonischen, zerstrittenen Fachschaft. Mündete darin, dass sich gegenseitig vorgehalten und vorgerechnet wurde, wer wie engagiert im Schulleben sei und ja wohl noch Kapazitäten habe (oder eben nicht). An dieser Stelle - falls er ab und an reinschaut - nochmal ein herzliches Dankeschön an den EINEN Kollegen, den ich hier im Forum mal erkannt habe und der mein ausgeprägtes Desinteresse an dieser Position fast noch besser und vehementer als ich selbst zum Ausdruck ausgebracht hat, als die Gesprächsdynamik sich unerfreulicherweise in meine Richtung drehte 😅 Damals wurde dann letztlich ein sehr junger, neuer Kollege mehr oder weniger genötigt, es doch "erstmal" zu machen.

    Wie ich hörte, war nach meinem Schulwechsel dann keine Einigung mehr möglich und die Schulleitung musste jemanden bestimmen.


    Im Zweitfach dagegen waren die Leute über Jahre gesetzt und es gab nie Probleme. Hier habe ich selbst an anderer Schule auch gerne die Leitung übernommen, weil es im Vergleich zu Englisch auch überhaupt kein Aufwand war. Die unterschiedlichen Anforderungen in den Fächern sollten/müssten eigentlich schon irgendwo berücksichtigt und gegenentlastet werden.

  • In Brandenburg kriegst du nicht mal als Fachschaftsleitung eine höhere Stelle

    Bei uns auch nicht. Das ist ein Ehrenamt und es wird immer Mal wieder neu gewählt.

  • Bei uns wird jedes Jahr neu gewählt. Normalerweise wird gefragt, ob es der alte noch weiter macht. So kam ich sehr jung auch dran. Bei meinen beiden Schulwechseln habe ich es immer verheimlicht, aber dank Fachwissen habe ich mich im 1. Jahr immer "verraten". ^^ SL bestimmte mich gegen meinen Willen zur Sammlungsleitung in Chemie, Ermäßigungsstunden werden bei uns nach Zeitaufwand verteilt, abgestimmt wird nichts, ich bestand dann immer auch auf Fachvorsitz.

    Bei uns entscheidet die Fachvorsitzkonferenz auch über die Verteilung der Gelder. Es wäre unsinnig, wenn nicht die Sammlungsleitungen bei dieser Sitzung dabei wäre. Das gilt hier für alle Fachschaften.

    Das heißt, wenn Kollegen meinen Fachvorsitz wollen, bekämen sie auch Sammlung und aktuell 2 Ermäßigungsstunden. Will niemand, sie fragen jedes Jahr entsetzt, wenn dieser Punkt auf der Tagesordnung steht, ob ich aufhören will. :lach:

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Tablets mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

  • Aber nur am Gymnasium. Wir an der Realschule bekommen nichts (Manche evtl eine Anrechnungsstunden bei großen Fächern).

    Wie ist das denn bei euch mit der Respizienz, die gibt es doch bei euch auch, oder?
    Ich hatte mit die A15 für die Fachschaft immer damit erklärt, dass die Respizienz eine Form der Personalverantwortung darstellt, da auch beurteilungsrelevant. Aber das würde ja dann keinen Sinn machen, wenn man auf die Realschulen blickt.

  • Ein durchschnittliches Gymnasium in Niedersachsen hat ca. 100 KuK, 15 A14 Stellen und 5 A15 Stellen. Da kann man sich ausrechnen, wie die Leute in Pension gehen. Früher war es mal so, dass das Dienstalter bei A14 eine Rolle gespielt hat und viele Schulleiter dafür gesorgt haben, dass einigermaßen fähige KuK noch früh genug für die Pensionsanrechung auf A14 gekommen sind. Die Zeiten sind aber längst vorbei, heute ist eher das Gegenteil der Fall: wer bei 45 nicht A14 ist, wird es auch meist nicht mehr, weil meist nur die Jungen bereit sind, bei Zusatzaufgaben stark in Vorleistung zu gehen und ohne dass wird es heute mit A14 oft schwierig. Bei uns gehen ca. 2/3 der Pensionäre mit A13.

    Im Übrigen ist der Stellenkegel für A14 an Grundschulen kaum anders als an Gymnasien, nur dass die Schulen halt viel kleiner sind.

    Mit 20 KuK an einer GS gibt's bei euch eine A15 und drei A14? Kann ich mir kaum vorstellen.

  • Mit 20 KuK an einer GS gibt's bei euch eine A15 und drei A14? Kann ich mir kaum vorstellen.

    1. Ich schrieb ausdrücklich von A14, darum geht es schließlich auch in diesem Thread

    2. Kleine Grundschulen (einzügig, bis 80 SuS) haben in der Regel 3-4 Vollzeitlehrerstellen, davon 1x A14, sie stehen im Stellenkegel A13/14 also etwas besser da als Gymnasien, mittlere Grundschulen haben 1x A14, große Grundschulen 1x A14 und 1x A14+Z, je nach genauer Zahl der Vollzeitlehrerstellen ist das ähnlich oder etwas schlechter als an Gymnasien.

    3. Der Vergleich mit der reinen Anzahl an KuK ist nicht zielführend, weil sich der Stellenkegel nicht an dieser Anzahl bemisst, sondern an der Lehrersollstundenzahl, natürlich erhalten Schulen nicht dadurch mehr A14-Stellen, dass mehr KuK in Teilzeit arbeiten (was an Grundschulen der Fall ist).

    An Gesamtschulen und Gymnasien ist der Stellenkegel meines Wissens nach praktisch identisch.

  • Die reine Anzahl an KuK hast du angeführt. Dann leg doch gerne dar, wie es sich mit der Verteilung der Stellen am Gym in Relation zu Vollzeitstellen verhält. Warum du die A15-Stellen nicht berücksichtigen möchtest, erschließt sich mir nicht. An sehr großen GS erhält die Schulleitung in SH A15.

  • 100 KuK am Gymnasium entsprechen idR 75-80 Vollzeitlehrerstellen, meinen letzten Daten sind ein paar Jahre alt, damals gab es für gut 100 Lehrersollstunden eine A14 Stelle, also für etwa 4,5 Vollzeitlehrer. Eine A15 Stelle kommt am Gymnasium auf knapp 20 Vollzeitlehrer also so grob 400 Lehrersollstunden, dafür müsste eine Grundschule 5-zügig sein. Dass A15 an Grundschulen problematisch ist, hat auch laufbahnrechliche Gründe.

    Mir geht es im Kern nur um eins: die hier oft wiederholte Meinung "Am Gymnasium kriegt jeder A14 und an Grundschulen ist das kaum möglich" ist auf Basis objektiver Zahlen zumindest für Niedersachsen falsch. Die Stellenkegel an den Schulformen unterscheiden sich für die beiden Besoldungsstufen nicht massiv. Faktisch ist es für Grundschullehrkräfte sogar wesentlich einfacher auf A14 zu kommen, weil viele Stellen unbesetzt sind und man ganz leicht der einzige Bewerber für eine Stelle sein kann. Es will halt nur keiner machen. Eine Erklärung dafür wäre, dass die Stellen unattraktiv sind, eine andere, dass viele Grundschullehrkräfte überhaupt keine Mehrverantwortung tragen wollen.

  • Kurze Rechnung anhand dieser Zahlen:

    Gym (NDS): 75 Vollzeitstellen/15 A14, 5 A15 --> eine A14/A15 für 3,75 Lehrkräfte

    Dreizügige GS (SH): 12 Vollzeitstellen / 1 A13Z, 1 A14Z --> eine A13Z/A14Z für 6 Lehrkräfte

    Vielleicht gibt es in Grundschulen in NDS bessere Schlüssel, das weiß ich nicht. Ich sehe jedenfalls einen recht deutlichen Unterschied.

    Faktisch ist es für Grundschullehrkräfte sogar wesentlich einfacher auf A14 zu kommen, weil viele Stellen unbesetzt sind und man ganz leicht der einzige Bewerber für eine Stelle sein kann. Es will halt nur keiner machen. Eine Erklärung dafür wäre, dass die Stellen unattraktiv sind, eine andere, dass viele Grundschullehrkräfte überhaupt keine Mehrverantwortung tragen wollen.

    Ich glaube, dass die Beförderungsämter an GS ein deutlich großes Mehr an Verantwortung mit sich bringen als am Gymnasium und gleichzeitig schlechter entlohnt werden. Oft ist es eben nur A13Z statt A14 und A14Z statt A15 und man hat dafür direkt Verantwortung als Schulleitung am Hals statt sich um die iPads zu kümmern oder so.

  • Wie ist das denn bei euch mit der Respizienz, die gibt es doch bei euch auch, oder?
    Ich hatte mit die A15 für die Fachschaft immer damit erklärt, dass die Respizienz eine Form der Personalverantwortung darstellt, da auch beurteilungsrelevant. Aber das würde ja dann keinen Sinn machen, wenn man auf die Realschulen blickt.

    Die gibt es bei uns genauso.

    Wie beurteilungsrelevant ist denn die Respiziens bei euch?

    Ich wurde da noch nie nach meiner Meinung gefragt. Hatte allerdings auch noch keine schwerwiegenden Probleme bei Arbeiten.

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