Projektgelder privat vorschießen

  • Das freut besonders Jeff Bezos & Co. ... :(

    anderes Thema, aber schön wäre natürlich, wenn die Kommune einen Beschluss hätte, dass man NICHT bei Amazon kaufen darf.

    Stimmt schon - es ist aber ja nichts so, dass man da kaufen muss.

    Der kommunale Account (quasi ein Firmenaccount) dient nur dazu, die privaten Amazon-Bestellungen (und das Auszahlen an Privatkonten) abzuschaffen.

    Die Alternative ohne Amazon ist halt das Kaufen auf Rechnung vor Ort. Hauptsache nicht übers Privatkonto.

    Schule ist schön ... und macht Spaß.

  • Wenn man für die Stadt dort nicht kaufen DARF, dann gäbe es aber kein Konto, ob man es nutzt oder nicht.

    Ich fände es gut, wenn eine Stadt sowas als Beschluss hätte.

  • Ist doch scheinheilig, solange öffentliche Projekte auch nicht an die lokale Firma vergeben werden, sondern an das billigste Angebot. Amazon hat den Vorteil, dass man keine Extrazeit dafür aufwenden muss und auch mal eben aus der Schule heraus bestellen kann. Das ist unschlagbar zeiteffizient.

  • Wie sollst du das denn als Lehrkraft regeln. Einfach nicht mehr in der Schule auf Toilette gehen ?!?

    Ihr müsst für die Toilette Geld bezahlen ???

    Grundsätzlich haben doch eigentlich alle Schulen ein Budget. Und darüber wird auf der Gesamtkonferenz oder ähnlichem abgestimmt. Und wenn man sich da als Lehrkraft einig ist, hat die SL schlechte Karten. Probleme entstehen eigentlich nur dann, wenn der Schulträger kein Geld hat. Wo nichts ist, kann man auch keine große Unterstützung erwarten.

    Und ich habe noch nie von jemandem bei uns gehört, der sowas beantragen muss, wüsste nicht mal, dass es ein Formular dafür bei uns gibt.

    Genauso wenig, wie ich wüsste, dass man nur dann versichert ist.

    Für Niedersachsen müssen alle dienstlichen Fahrten vorher genehmigt werden. Für manche Ämter oder Referendare gibt es eine allgemeine Dienstreisegenehmigung. Und da hat Humblebee natürlich vollkommen recht: Erstmal gilt ohne Dienstreise kein Versicherungsschutz. Trotzdem beantragt natürlich niemand irgendwelche Kleinstfahrten. Im Zweifel ist es dann persönliches Risiko.

  • Egal, ob Amazon der billigste ist oder nicht?

    Frage an mich?
    Ja.
    "Billig" ist ja auf Kosten von Anderen.

    Ich finde es scheinheilig, wenn Städte zum Beispiel versuchen, irgendwelche Siegel als "faire Stadt" zu bekommen und deswegen einmal im Jahr die "faire Schokolade" kaufen, Projekte zur Förderung von Innenstädten (die gerade leer sind, wegen Online-Handel), Gewerbesteuerverluste beklagen (aber ein Unternehmen unterstützen würden, das kaum Steuer bezahlt), usw..
    Wir kaufen hoffentlich keine Rohstoffe von Diktatoren.. ah.. ja...

  • Zauberwald : Die Sekretärin ist vermutlich angestellt und nicht verbeamtet, oder? Vielleicht sollte man ihr mal durch die Blume mitteilen, dass in der aktuellen wirtschaftlichen Lage sicher genug Leute ihren Job hätten und sie unter Beweis stellen sollte, warum sie potentiellen Interessenten (m/w/d) an einer etwaigen Stelle überlegen wäre. Ein regelmäßiges "Das steht aber nicht in meinem Arbeitsvertrag." während einer Wirtschaftskrise stärkt eher nicht die eigene Position, vor allem auch da in Arbeitsverträgen oft steht, dass bei Bedarf über die genannten Aufgaben hinausgehend zusätzliche Aufgaben übertragen werden können. Und die Beschaffung von Arbeits- und Verbrauchsmaterialien ist einer verwaltungstechnisch oder kaufmännisch ausgebildeten Fachkraft fachlich zuzutrauen.

    Wir haben ewig gebraucht um eine neue Sekretärin zu finden.

    Außerdem kann man als Lehrkraft eh niemandem kündigen , da würde man nur ausgelacht werden.

    Viele Grüße aus dem Süden :wink_1:

  • Ihr müsst für die Toilette Geld bezahlen ???

    Nee, aber wir mussten schon eigenes Toilettenpapier mitbringen, was daran lag, dass es zu spät bestellt wurde, weil der Haushalt nicht freigegeben war, da hilft auch nichts sich auf den Boden zu werfen und mit den Füßen zu strampel.

    Grundsätzlich haben doch eigentlich alle Schulen ein Budget.

    Ja, aber nicht wirklich, sondern bei uns auf dem Konto des Bezirks und wenn die die Rechnungen nicht bezahlen usw. dann hilft dir das theoretisch vorhandene Geld auch nichts oder bei noch nicht freigegebenem Haushalt, dann kann ich warten oder eben vorschießen z.B.


    Und darüber wird auf der Gesamtkonferenz oder ähnlichem abgestimmt.

    Nö, einige Sachen sind einfach fest, so müssen z.B. die Schulbücher daraus genauso bezahlt werden, wie das Klopapier und auch das Kopierpapier, da bekommen wir höchstens eine Mitteilung, dass damit nur noch ca. x% vom Budget zur Verfügung stehen (von den dann noch mal x% des Gesamtbudgets abgehen müssten für mich für die IT) und dann können wir über die letzten Hundert Euro noch verhandeln beim Finanzausschuss, wo nur die Fachkonferenzleitungen sitzen.

    Probleme entstehen eigentlich nur dann, wenn der Schulträger kein Geld hat.

    Siehst du und das genau ist das Berliner Problem.

    Bücher werden teurer, Berlin hat aber kein Geld, also gibt es weniger Geld als im letzten Jahr und nun?!?

  • Milk&Sugar : Der Schulleitung (nicht die einzelne Lehrkraft) als übergeordnete Führungskraft der Sekretärin stehen schon Mittel zur Verfügung, die zukünftige Gestaltung des Arbeitsverhältnisses zu beeinflussen. Berichtet eine Schulleitung Richtung Kommune oder Kreis ausschließlich schlecht über einen längeren Zeitraum, wird die Personalverwaltung von Kommune oder Kreis da auch nicht lange zuschauen, ohne nötige Konsequenzen zu ziehen.

    Es kann regionale Unterschiede geben, aber aktuell berichtet mir mein Umfeld eher, dass es schwer ist, eine Stelle zu finden. Unternehmen schreiben verhalten neue Stellen aus und gleichzeitig gibt es Erhebungen, dass seit 2019 340.000 Industriearbeitsplätze weggefallen sind. Auf medialen Plattformen findet man derzeit diverse Berichte von Leuten, die beschreiben, dass sie schon dutzende Bewerbungen erfolglos verschickten. Es gibt zwar weiterhin Mangelbereiche, aber der Einsatz im Schulsekretariat dürfte eher nicht dazu gehören und arbeitgeberseitig aufgrund der aktuellen Situation eher leichter als schwerer fallen.

  • Vermutlich abhängig von der Region/Kommune.

    Bei uns ist es auch schwer die Sekretariatsstellen zu besetzen, obwohl wir eine Großstadt sind.

    Das liegt einfach daran, dass die Stellen oft keine Vollzeitstellen sind und meine Kommune die Sekretärinnen als einfache Schreibkraft einstuft und entsprechend wenig zahlt. Entsprechend bekommt man auch quasi keine echten ausgebildeten Sekretärinnen, sondern Leute die irgendwas anderes gelernt haben und jetzt nebenbei etwas arbeiten.


    Zum Thema bei Beschwerden passiert etwas:

    Ja bei einer schlechten Bewertung wird ggf. das Weihnachtsgeld gekürzt. Bei einer unfähigen Sekretärin wird die nach jahrelangen Beschwerden mit Glück an eine andere Schule versetzt. So ist das zumindest bei uns.

  • kodi : Aktuell sind 32% aller Beschäftigten in Deutschland teilzeitbeschäftigt, was ein neuer Höchststand ist. Es gibt also schon eine gewisse Nachfrage nach Teilzeitstellen, aber ich kann nicht abstreiten, dass es regionale Unterschiede gibt.

    Die Kommune sollte aber mal darüber nachdenken, das Aufgabenfeld der Sekretariatsfachkraft zu erweitern und, klar, infolgedessen das Gehalt anzupassen. In der Privatwirtschaft hat sich das Aufgabenfeld der ehemaligen "Sekretärin" hin zur "Assistenz der Geschäftsleitung" erweitert und es ist nur sinnvoll, wenn der öffentliche Dienst hier auch nachzieht.

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