Kot aufsammeln als Kollektivstrafe

  • Ich bin mir nicht sicher, dass es zu den "normalen" Aufgaben des Reinigungspersonals gehört, absichtlich daneben verrichtete Notdurft zu beseitigen. Auch bei Lehrkräften meinen ja manche Leute, es gehöre zur Jobbeschreibung. Und die Lehrkräfte empfinden es als Zumutung.

    Anders gefragt: Wenn es nicht das Reinigungspersonal sein soll, wer dann? Es ist nicht die Aufgabe des Lehrpersonals, nicht die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, des Verwaltungspersonals oder des Hausmeisters (m/w/d). Bleibt noch Schulleitung oder Reinigungspersonal... Welcher dieser Berufsgruppen wohl für berufliche Zwecke Handschuhe, Reinigungsmittel, Bürsten und Lappen zur Verfügung gestellt werden?


    Dass ein ermittelter Täter (m/w/d) zur Strafe gerne unter Aufsicht des Reinigungspersonals zu Lappen und Klobürste greifen kann, würde mir jetzt keine schlaflosen Nächte bereiten.

    Einmal editiert, zuletzt von Gymshark (22. Juli 2026 23:55)

  • Anders gefragt: Wenn es nicht das Reinigungspersonal sein soll, wer dann? Es ist nicht die Aufgabe des Lehrpersonals, nicht die Aufgabe der pädagogischen Fachkräfte, des Verwaltungspersonals oder des Hausmeisters (m/w/d). Bleibt noch Schulleitung oder Reinigungspersonal... Welcher dieser Betufsgruppen wohl für berufliche Zwecke Handschuhe, Reinigungsmittel, Bürsten und Lappen zur Verfügung gestellt werden?


    Dass ein ermittelter Täter (m/w/d) zur Strafe gerne unter Aufsicht des Reinigungspersonals zu Lappen und Klobürste greifen kann, würde mir jetzt keine schlaflosen Nächte bereiten.

    Die Tatsache, dass Handschuhe, Reinigungsmittel etc zur Verfügung gestellt werden heißt noch lange nicht, dass man JEDE Aufgabe erfüllen muss, die sich damit erfüllen lässt. Auf die Frage geantwortet:
    Erst einmal reinigt die Toilette niemand. Man kann auch gerne die Eltern (alle) einladen, sie zu besichtigen. Ein Teil ihrer Kinder hat das verursacht. Vielleicht findet dann zuhause ja ein Gespräch statt.

  • Wir Lehrkräfte sagen nichts, wenn wir Erbrochenes aufwischen, bei Klassenausflügen im Bus neben Kindern sitzen und die Tüte halten, in die sich übergeben wird, blutende Wunden verarzten, Kinder mit Läusen abholen lassen müssen. Da kann auch niemand was dafür. Aber bei o.g. Toilette ist Schluss.

    Ich könnte mir vorstellen, dass der Lehrerin das Problem auch schon begegnet ist und sie etwas überreagiert hat. Etwas anderes, ausser dass sie auf die Schnelle die Toilette allein hätte putzen sollen, fällt mir nicht ein. Es war an einem fremden Ort, den man so nicht hinterlässt. Oder sie hätte einen Elterntrupp einbestellen können. Das hätte aber gedauert.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Ich bin mir nicht sicher, dass es zu den "normalen" Aufgaben des Reinigungspersonals gehört, absichtlich daneben verrichtete Notdurft zu beseitigen.


    Genau das! Dafür ist weder Zeit eingeplant noch passende Ausrüstung vorhanden (anderswo wie in Dixieklos oder an Autobahnen würde sowas weggekärchertund gleich die Wände mit abgespritzt).

    Nicht umsonst stinkt es in Schulklos meist so extrem. Wer einmal gesehen hat wie dort die Böden "gewischt" werden weiß Bescheid. Und ich bin mir sehr sicher, dass die Wände nicht standartmäßig mit gesäubert werden. Das Zeitkontingent ist sehr begrenzt, ebenso die Ausrüstung. Den Putzleuten lässt sich da kein Vorwurf machen.

  • Wir Lehrkräfte sagen nichts, wenn wir Erbrochenes aufwischen

    Doch, natürlich. Ich erinnere mich an eine harte Auseinandersetzung, wer Erbrochenes wegmacht - weder ich, noch das Sekretariat, noch der Hausmeister, noch die Schulleitung, noch die Verursacherin fühlte sich verantwortlich. Letztlich wure die Stelle mit Stühlen und Flatterband "gesichert" und blieb liegen. Ein anderes Mal hat es freiwillig eine Mitschülerin gemacht.

    Bei einem Ausflug und fremder Umgebung wüsste ich auch nicht, wie man so etwas löst. Ein Richtig gibt es wahrscheinlich einfach nicht.

  • Erst einmal reinigt die Toilette niemand. Man kann auch gerne die Eltern (alle) einladen, sie zu besichtigen. Ein Teil ihrer Kinder hat das verursacht. Vielleicht findet dann zuhause ja ein Gespräch statt.

    Eine Info-Mail mit der Bitte, den Sachverhalt zu Hause zu besprechen, würde vermutlich den gleichen Effekt haben. Eltern kann man ja nicht verpflichten zu kommen. Im Zweifellsfall sind dann die da, die vielleicht mit ihren Kindern sprechen, aber außerdem das Thema noch vor dem Schultor diskutieren, eindeutig die schuldige Familie herausfiltern und/oder die Whatsappgruppe eskalieren lassen.

  • Witzig, wir hatten das Thema zuletzt hier in der Kommunalpolitik. Tenor im Schulausschuss war, dass die meisten Toiletten an Grundschulen in einem völlig miserablen Zustand sind und es deswegen wenig verwunderlich ist, dass die Kinder (insbesondere die Jungs) da nochmal weniger auf gute Hygiene achten.

    Hier gab es in einer Grundschule noch "Pissrinnen". Das mutet man keinem Erwachsenen zu, aber 7jährige Kinder sollen sich da ordenlich benehmen? Ist klar.

  • Gemeinsames Saubermachen muss man vielleicht nicht unbedingt als Kollektivstrafe verstehen. Da Fäkalien kontaminiert sein können, würde ich aber schon allein aus gesundheitlichen Erwägungen heraus wissen wollen, ob die Lehrerin ausreichend nachgedacht hat oder im Affekt und aus Frust heraus gehandelt hat, das würde mir schon Sorgen machen als Mutter. Wer weiß, was ihr das nächste Mal den Kragen zum Platzen bringt und wozu sie die Kinder dann zwingt.

  • Witzig, wir hatten das Thema zuletzt hier in der Kommunalpolitik. Tenor im Schulausschuss war, dass die meisten Toiletten an Grundschulen in einem völlig miserablen Zustand sind und es deswegen wenig verwunderlich ist, dass die Kinder (insbesondere die Jungs) da nochmal weniger auf gute Hygiene achten.

    Hier gab es in einer Grundschule noch "Pissrinnen". Das mutet man keinem Erwachsenen zu, aber 7jährige Kinder sollen sich da ordenlich benehmen? Ist klar.

    Bei uns wird die Sanierung seit 18 Jahren verschoben. Aber das Gymnasium nebenan hat alles, ist ja auch ein Aushängeschild.

    Nicht jeder wird es verstehen, und das ist okay!

  • Wir haben die Toilettensanierung am Gymnasium damals nur unter der Voraussetzung bekommen, dass die Eltern eine Toilettenaufsicht bezahlen. Funktionierte gut, kostete (glaube ich) 15 oder 20€ im Jahr. Ein paar asoziale Eltern, die nicht zahlen, gibts immer, die Mehrheit hat den Mehrwert aber eingesehen.

  • Bei einem Ausflug und fremder Umgebung wüsste ich auch nicht, wie man so etwas löst. Ein Richtig gibt es wahrscheinlich einfach nicht.

    Betreiber informieren. Reinigungsfirma kommen lassen. Rechnung am besten aus der Klassenkasse bezahlen. Wenn das rechtlich nicht möglich ist, aus dem Schuletat. Eltern informieren und darauf hinweisen, dass das Geld nun für andere Aktivitäten nicht zur Verfügung steht. Gleiche Info an die Schüler:innen.

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