Schule nach den Osterferien [NRW u.a.]

  • Ich fasse es so auf, dass wir dennoch eine Beschulungsverpflichtung haben. Sprich, ich gebe Material mit und verteile Bearbeitungsdeadlines. Was ich nicht mache, ist das regelmäßige Durchsehen der Ergebnisse.

  • Auch hochladen von irgendwas macht doch Arbeit. Die Aufgabe erläutern muss man auch, was man dann schriftlich macht, Arbeit. Korrigieren, Fragen beantworten, Arbeit. Mutter will zurückgerufen werden, Arbeit. Kann mir keiner erzählen, dass das nebenher passiert, auch ohne VK nicht.

  • Wie geht ihr eigentlich damit um in die Schule zu müssen?


    Seid ihr gelassen? Seid ihr wütend?

    Habt ihr Angst?


    Ich finde diese Hiobsbotschaften von Frau G und heute hü morgen ho echt belastend und ebenfalls, dass man den wissenschaftlichen Erkenntnissen und Forderungen nicht nachkommt.


    Jetzt haben wir eine bundesweite 140 er Inzidenz - nichts passiert und es wird über Schulschließungen ab 200 geredet.


    Ich führe mich nicht sicher. Auch mit Tests nicht. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass diese Test nichts aussagen. Zu Ostern wurde zu 6 sich getroffen alle machten einen Schnelltest alle negative. 2 Tage später 3/6 positiv. Und laut Aussage des Bekannten waren keine anderen Kontakte vorhanden.


    Zurück zu es Schule: sind einem als Lehrer da echt einfach die Hände gebunden? Wenn ein Haus brennt denn ich ja auch nicht extra rein wenn niemand drin ist sonder lösche von außen. Ich habe aber das Gefühl, dass wir noch nicht mal

    Wasser bekommen.

  • Ich war lange Zeit sehr vorsichtig, damit dann aber auch sehr entspannt (also mit häufigem desinfizieren, mehr lüften als vorgegeben, früh ffp2, aber dann auch ohne große Sorgen.)

    Das hat sich geändert und ich hadere sehr mit dem Gefühl der Hilflosigkeit, mit meiner Gesundheit den Entscheidungen von Menschen ausgeliefert zu sein, die mMn unvernünftige Entscheidungen treffen.

    Dazu kommt noch, dass es mich als Mutter massiv stresst, jedwede Aussage so extrem kurzfristig zu erhalten, sowohl über die Schule meines Sohnes als auch über meine. Die Planung der Betreuung wird mit jeden verstrichenen Tag schwieriger und ich sehe nicht worauf man wartet. Die Entscheidung für die nächste Woche muss ja in den nächsten Tagen fallen. AUF WELCHE INFORMATIONEN WARTET MAN DENN NOCH? 😩

    Spoiler: Die zahlen werden bis Freitag nicht sinken.

  • Ich führe mich nicht sicher. Auch mit Tests nicht. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass diese Test nichts aussagen. Zu Ostern wurde zu 6 sich getroffen alle machten einen Schnelltest alle negative. 2 Tage später 3/6 positiv. Und laut Aussage des Bekannten waren keine anderen Kontakte vorhanden.

    Dass 2 Tage später schnell dann 3 von 6 positiv waren spricht aber für eine Ansteckung der Beteiligten weit vor Ostern. So selten werden die wohl nicht Kontakt haben.

  • Dass 2 Tage später schnell dann 3 von 6 positiv waren spricht aber für eine Ansteckung der Beteiligten weit vor Ostern. So selten werden die wohl nicht Kontakt haben.

    Das kann sein,

    War aber nicht mein Punkt. Es muss a nur eine Person dabei gewesen sein. Arbeit oder wo auch immer. Letztens war bei uns in der Schule auch um KUK positiv. Er meinte, er war nur einkaufen und sonst nichts. Dementsprechend.


    Mein Punkt ist eher der, dass die Tests nicht aussagekräftig sind.


    Aber ich bin mal auf Freitag gespannt wie es dann weiter geht.


    Habe gerade mitbekommen, dass die Praktikanten an BKS in den Erzieherinnen Ausbildungen wieder in den Kitas besucht werden “müssen”. Ich falle hier vom Glauben ab.

  • Mein Punkt ist eher der, dass die Tests nicht aussagekräftig sind.

    Sie gehören daher ja auch zu einem Gesamtkonzept.

    Aber ich muss meinen Schülern auch immer klar machen, dass ein negativer Test nicht, bedeutet, dass man alles machen kann und auf alle Regeln sch.... kann.


    Mir gibt der Test definitiv auch ein Gefühl von Sicherheit. Zumindest wird etwas mehr gemacht, als vorher.


    Der Test sagt ja auch nur aus, dass man in den nächsten 6-8 Stunden höchstwahrscheinlich nicht ansteckend ist. Nicht, dass keine Infektion vorliegt.

  • Ich führe mich nicht sicher. Auch mit Tests nicht. Aus meinem Bekanntenkreis weiß ich, dass diese Test nichts aussagen.

    Die Tests sind sehr nützlich bei Menschen mit Symptomen. In der Schule ist die Aussagekraft aber tatsächlich sehr begrenzt (durchschnittlich 58% bei Symptomlosen). Dazu kommen Anwenderfehler. Selbst erwachsene Laien erreichen nicht ganz die Ergebnisse von Profis, auch nicht, wenn sie von Profis eingewiesen werden (z.B. Charité-Untersuchung). Wie sehr das erst recht für das Schulsetting gilt, kann man hier beobachten:

    https://www.news4teachers.de/2…el-fuer-dreyer-und-hubig/


    Cochrane Review:

    Erstautorin Jacqueline Dinnes, Senior Researcher in Public Health, Epidemiologie und Biostatistik an der University of Birmingham kommentiert: „Unsere Übersichtsarbeit zeigt, dass einige Antigen-Tests nützlich sein können, wenn bei Menschen mit Symptomen ein Verdacht auf COVID-19 besteht. Diese Tests scheinen bei Menschen, die keine Symptome von COVID-19 haben, nicht so gut zu funktionieren. [...]

    Koautor Jon Deeks, Professor für Biostatistik an der Universität Birmingham, fügt hinzu: „Es ist gut, dass wir Evidenz dafür finden konnten, dass einige Testmarken die von der WHO festgelegten minimalen Leistungsstandards für die Untersuchung von Menschen mit Symptomen erfüllen. Allerdings machen diese nur einen sehr kleinen Teil der kommerziell erhältlichen Tests aus.

    Anders verhält es sich beim Testen von Menschen ohne Symptome, insbesondere bei der Verwendung von wiederholten Antigen-Schnelltests zum Screening auf SARS-CoV-2-Infektionen bei Schülern und Personal in Schulen sowie bei Krankenhaus- und Pflegeheimpersonal. Wir haben keine Daten oder Studien gefunden, die die Genauigkeit dieser Tests bewerten, wenn sie beim wiederholten Screening von Personen ohne bekannte Exposition gegenüber SARS-CoV-2 eingesetzt werden. Solche Test-Strategien können sich bisher nicht auf ‚Real-World‘-Evidenz aus der Praxis stützen."


    https://www.cochrane.de/de/new…ts-zum-nachweis-von-covid


    Die Möglichkeit zu Selbsttests für Schüler und Schulpersonal ist sehr zu begrüßen, wenn auch nicht als Nieskonzert im Klassenzimmen. Als Argument für geöffnete Schulen bei höheren Inzidenzen sind sie aber schlicht nicht geeignet.

  • Wie geht ihr eigentlich damit um in die Schule zu müssen?


    Seid ihr gelassen? Seid ihr wütend?

    Habt ihr Angst?

    Ich fühle mich hilflos den willkürlichen Entscheidungen „von oben“ (bislang: Des Ministeriums für Bildung und Erziehung, demnächst dann vllt. denen des Bundes) ausgeliefert. In ruhigen Momenten (z.B. beim Weg vom Parkplatz zum Gebäude, in Pausen) habe ich Befürchtungen, dass meine Gesundheit und die meiner Angehörigen mutwillig gefährdet werden. Während des Unterrichtsgeschehens kommen solche Gedanken anlassbezogen auch auf, z.B. wenn ich SchülerInnen auffordern muss, die Masken vernünftig aufzusetzen, in einen ungelüfteten, von einer Stunde Unterricht ungelüfteten Raum komme, oder ich plötzlich von einer Traube FünftklässlerInnen umgeben bin. Manchmal, wenn einzelne SchülerInnen sich wiederholt nicht an Regeln halten („Erna, ich sage es jetzt noch ein Mal: Die Maske muss auch deine Nase bedecken. Sehe ich letztere in dieser Stunde noch einmal, muss ich dich des Raumes verweisen.“), bin ich wütend - teilweise auf diese SchülerInnen (wenn ich den Eindruck habe, dass sie bewusst handeln), aber auch oft auf die PolitikerInnen, die sich einreden, dass alle Menschen vernünftig seien und postulieren, Schulen seien „sichere Orte“, gleichzeitig selbst aber keine BesucherInnen im Parlament empfangen, per Videokonferenz oder mindestens mit gesicherten Abständen tagen, etc.

    Aktuell tröstet mich nur, dass meine Stadt schon vor den Ferien signalisiert hat, dass sie die Schulen schließen würde, wenn das Ministerium nicht dagegen vorgehen würde, und ich mir sicher bin, dass die Inzidenz von 200 gerissen werden wird, bevor das Bundesgesetz durchkommt. Danke, liebe Bürger meiner Schulstadt, dass ihr so freundlich seid, die Inzidenz so hochzutreiben, dass ich hoffen darf, mit Distanzunterricht geschützt zu werden.

    Warum Trübsal blasen, wenn man auch Seifenblasen kann?

  • Wie geht ihr eigentlich damit um in die Schule zu müssen?


    Seid ihr gelassen? Seid ihr wütend?

    Habt ihr Angst?

    Ich blende sie oft aus, aber - ja - ich habe Angst. Auch, dass ich das Virus in meine Familie trage.


    Mir war schon länger klar, dass das Wohl von Kindern, Familien und in Schule Beschäftigten der Regierung gar nichts wert ist. Bisher haben sie das gut versteckt und Presse und Gesellschaft im Großen und Ganzen vor ihren „Lehrer=faule Säcke“-Karren gespannt.


    Ich finde es einigermaßen erschreckend, dass nun ungeachtet der Außenwirkung das wahre Gesicht gezeigt wird und auf allen an Schule Beteiligten und ihren Familien herumgetrampelt wird - genauso wie in einigen anderen Bereichen der Gesellschaft.


    Mein Problem ist es, nach wie vor Gelassenheit, in-mir-Ruhen und Verlässlichkeit für die Schüler auszustrahlen.

    Wenn man mit den Kindern einer Gruppe in Quarantäne ist und alle auf das Testergebnis warten, ist das schon eine Belastung.

  • Wir haben heute ein Schreiben der Bezirksregierung erhalten, das zu Information an testverweigernde Eltern gedacht ist. Darin findet man:


    „...Ich möchte Sie darüber informieren, dass wenn Sie der Teilnahme Ihres Kindes an den Selbsttests widersprechen und dieses nicht zur Schule schicken, dieses Verhalten eine Schulpflichtverletzung darstellt, welche gem. § 41 Abs. 5 Schulgesetz NRW mit Bußgeld geahndet werden kann. Zudem kann sich die Nichtteilnahme Ihres Kindes am Unterricht negativ auf seine Leistungsbewertung auswirken. Schülerinnen und Schüler, welche die Teilnahme an den Selbsttests verweigern, bzw. deren Eltern die Teilnahme an den Selbsttests verweigern, haben keinen Anspruch auf Distanzunterricht.

    ...“

    Die Weisheit des Alters kann uns nicht ersetzen, was wir an Jugendtorheiten versäumt haben. (Bertrand Russell)

  • Brandenburg hat es noch deutlich dussliger geschrieben, aber mit den Konsequenzen, die die mir androhen kann ich problemlos leben.


    Es besteht für 1-6 ab Montag Präsenzpflicht, aber auch Testpflicht zuhause, wer nicht zuhause testet muss in der Schule testen, wenn die Eltern dem zustimmen, wer dies nicht tut, muss zuhause unterrichtet werden und die Fehltage werden aufgeschrieben, tauchen allerdings nicht auf dem Zeugnis auf.


    Kann ich komplett mit leben und werde also jegliche Test verweigern bis alle in der Schule getestet werden!

  • Diese Auslegung der BezReg ist aber auch neu. So geht sie aus der Mail meiner Meinung nach nicht

    hervor.

    Ich kopiere das morgen mal und schicke es ans Schulamt. Mal sehen, was die dazu sagen.


    Kl. Gr. Frosch

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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    "Urteile nie über einen Moderator dieses Forums, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist." (frei nach Firelilly)

  • Wie geht ihr eigentlich damit um in die Schule zu müssen?


    Seid ihr gelassen? Seid ihr wütend?

    Habt ihr Angst?

    Sascha Lobo hat es vor einiger Zeit bei Lanz ganz gut beschrieben.

    Ich fühle einen tiefen Groll.

    1. Ich habe durch viele Äußerungen der vergangenen Monate das Gefühl, dass dem Kern meines Jobs, der Wissenvermittlung, der didaktischen und pädagogischen Begleitung von Lernenden eine tiefe Geringschätzung gegenüber gebracht wird und Schule stattdessen von Politikern, Teilen der Elternschaft und Presse als Betreuungs/Verwahrungsanstalt für Kinder gesehen wird.
    2. Ich erkenne bei den politischen Entscheidungsträgern keinerlei Verantwortungsbereitschaft und keine Anzeichen einer langfristigen, rationalen, wissenschafts- und faktengeleiteten Strategie zum Umgang mit der Pandemie und dem Bereich Schule im Besonderen.
    3. Ich sehe den Kern meines Dienstverhältnisses als Beamter "Treue gegen Fürsorge" massiv verletzt.
    4. Ich begrüße explizit die Schülerselbsttests und bin vor dem Hintergrund des kurzen Aussagezeitraums des Testergebnis absolut fassungslos, dass diese nicht jeden Tag durchgeführt werden. Das verleiht mir das Gefühl, dass es bei dieser Maßnahme um eine reine PR-Aktion geht und führt mich zurück zu Punkt 2 und 3.

    Ich möchte gerne meinen Job machen, unter möglichst sicheren Bedingungen und mit dem Fokus auf dem Kern meiner Arbeit!

  • Ich begrüße explizit die Schülerselbsttests und bin vor dem Hintergrund des kurzen Aussagezeitraums des Testergebnis absolut fassungslos, dass diese nicht jeden Tag durchgeführt werden. Das verleiht mir das Gefühl, dass es bei dieser Maßnahme um eine reine PR-Aktion geht und führt mich zurück zu Punkt 2 und 3.

    Das mag aber an eurem System liegen. Unsere Schüler kommen abwechselnd. Sprich die eine Gruppe wird Montag und Mittwoch getestet (Freitag aber nicht), die andere wird Dienstag und Donnerstag getestet.

    Bei A und B Wochen geht das natürlich nicht auf.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Wir haben das auch so mit dem tageweisen Wechsel optimiert.

    Es bleiben aber der ungetestete Freitag und die ungetesteten Tage in der Notbetreuung.

    Ah, Notbetreuung hatte ich mit nur Oberstufe garnicht auf dem Schirm, stimmt. Entschuldige.

    Only Robinson Crusoe had everything done by Friday.

  • Zumindest schreibt das eine Bezirksregierung.

    In der Mail steht nur, dass die Kinder nicht mehr am Präsenzunterricht teilnehmen.

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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