Arbeiten, wenn man krank ist

  • Wenn man mal eine Woche ausfällt, erwarten die vertretenden Kollegen natürlich zu Recht Vertretungsmaterial - und wer seinen Unterricht vorausschauend plant, hat seine Unterrichtsplanung für die kommenden Tage immer schon fertig.

    "Natürlich zu Recht" ist gar nichts. Wer krank ist, ist krank. Bei uns gab es da ordentlich Theater bzgl. des Vertretungsmaterials. Im Ergebnis lief das dann darauf hinaus, daß der Erkrankte doch bitte dem Vetreter das Thema der Stunde mitteilt. Das war es dann aber auch und selbst das wäre wohl rein rechtlich schon "good will" und eben keine "zu Recht" einzufordernde Arbeitsleistung.

    • Offizieller Beitrag

    Wenn ich mein Klassenbuch hier hätte, würde ich mal ein Foto schicken, wie meine Einträge zum "Stand" aussehen...

    Ich habe hier leere Klassenbuch-Seiten. Soll ich eben eine Einscannen und in deinen Beitrag kopieren? ;)

  • Vielen Dank für die zahlreichen Rückmeldungen! Man merkt schon, dass es da nicht nur vor Schulart zu Schulart, sondern auch von Schule zu Schule himmelweite Unterschiede gibt... Dass die Kollegen "natürlich zu Recht" Material erwarten, war vielleicht zu pauschal formuliert...


    Tatsächlich geht es auch weniger um solche Situationen, in denen "zwei Stunden Englisch in Klasse 8a" zu vertreten sind... da findet sich schon eine Lösung. Aber wenn man mehrere Tage bis Wochen ausfällt und Klassenleiter ist (Grundschule, Mittelschule), dann müssen fast alle Fächer in einer Klasse vertreten werden...


    Dazu kommt, dass der Lehrermangel in Bayern momentan so groß ist, dass man am ersten Tag des Schuljahres schon die Parole zu hören bekam: Mobile Reserven gibt es nicht. Punkt. Ist wiederum ein längerfristiges Versagen der Politik, aber dann kann man sich schon ausmalen, was die angespannte Personalsituation für die vertretenden Kollegen bedeutet und möchte sie zumindest mit Material versorgen.

  • Aber wenn man mehrere Tage bis Wochen ausfällt

    ..., hat man etwas Ernstes. Das sollte „man“ das ordentlich auskurieren. Die Schule geht irgendwie weiter.


    Womöglich fällt mal etwas aus, wenn die Personaldecke nicht reicht. Wie du schon feststellst, politisches Versagen. Das können wir am unteren Ende der Exikutive auch nicht reparieren. Deshalb versuche ich es schon gar nicht.


    was die angespannte Personalsituation für die vertretenden Kollegen bedeutet

    Wenn auch die sich zuerst um sich selbst kümmern, bleibt alles im Rahmen. Wenn sie sich opfern wollen, kannst su ihnen auch nicht helfen.

  • An meiner Schule wird der Unterricht im Jahrgangsteam gemeinsam geplant. Einmal wöchentlich, eine Woche im Vorraus. Entsprechend wissen die Kollegen der Parallelklassen darüber Bescheid, was anliegt.

  • An meiner Schule wird der Unterricht im Jahrgangsteam gemeinsam geplant. Einmal wöchentlich, eine Woche im Vorraus. Entsprechend wissen die Kollegen der Parallelklassen darüber Bescheid, was anliegt.

    Fürchterlich

    Ich lasse mir nicht von anderen Leuten reinreden, wie ich meine Unterrichtswoche durchzuführen habe. Und soviel verschwendete Zeit jede Woche.

  • Fürchterlich

    Ich lasse mir nicht von anderen Leuten reinreden, wie ich meine Unterrichtswoche durchzuführen habe. Und soviel verschwendete Zeit jede Woche.

    Für uns funktioniert das super. Es ist auf keinen Fall verschwendete Zeit, sondern total gewinnbringend.

  • An meiner Schule wird der Unterricht im Jahrgangsteam gemeinsam geplant. Einmal wöchentlich, eine Woche im Vorraus.

    Muß dann der Religionslehrer, der quer durch die ganze Schule geschickt wird, jeweils nur mit einer Stunde pro Klasse, wöchentlich an 25 solcher Konferenzen teilnehmen?

  • Muß dann der Religionslehrer, der quer durch die ganze Schule geschickt wird, jeweils nur mit einer Stunde pro Klasse, wöchentlich an 25 solcher Konferenzen teilnehmen?

    wir sind eine dreizügige Grundschule. Da ist das sicherlich einfacher, als an größeren Schulen. Religion ist bei uns überschaubar, da gibt es einmal evangelischen Unterricht für Klasse 1/2, einmal katholischen Unterricht für 1/2 und das gleiche für 3/4.

    Ich bin als Sonderpädagogin in den Jahrgängen 1, 2 und 4. Mir den 2ern treffe ich mich jede Woche, bei den 1etn und 4ern wechsle ich ab, werde in der Planung aber immer auf dem Laufenden gehalten, wir haben Planungs-Taskcards, auf denen alles Material abgelegt wird, aber auch Ideen gesammelt werden. Wie gesagt, das ist etwas was bei uns wirklich gut funktioniert und für alle eine Arbeitserleichterung.

  • wir sind eine dreizügige Grundschule. Da ist das sicherlich einfacher, als an größeren Schulen. Religion ist bei uns überschaubar, da gibt es einmal evangelischen Unterricht für Klasse 1/2, einmal katholischen Unterricht für 1/2 und das gleiche für 3/4.

    Ich bin als Sonderpädagogin in den Jahrgängen 1, 2 und 4. Mir den 2ern treffe ich mich jede Woche, bei den 1etn und 4ern wechsle ich ab, werde in der Planung aber immer auf dem Laufenden gehalten, wir haben Planungs-Taskcards, auf denen alles Material abgelegt wird, aber auch Ideen gesammelt werden. Wie gesagt, das ist etwas was bei uns wirklich gut funktioniert und für alle eine Arbeitserleichterung.

    Zum Teil gebe ich dir Recht. De, Ma, Su, das könnte meine Parallelkollegin weitergeben, aber ich bin auch in anderen Klassen, in denen ich niemanden habe, der parallel ist. Beispielsweise unterrichte ich in Kunst und Musik ganze Jahrgänge, bei uns ja immer nur 2 Klassen :D Kommt ganz auf den Wochentag an, ob das gut oder weniger gut funktioniert. Ganz gleich sind wir aber trotzdem nie, auch wenn wir parallel arbeiten.

    Das parallele Arbeiten zwingt mich, mich mehr an Planungen zu halten, wo ich doch so gerne spontan auf was reagiere :rotwerd: daher liebe ich das gar nicht so. Aber es erleichtert einem auch Manches. Ich verdaddele weniger Zeit in Alternativen.

  • An meiner Schule wird der Unterricht im Jahrgangsteam gemeinsam geplant. Einmal wöchentlich, eine Woche im Vorraus. Entsprechend wissen die Kollegen der Parallelklassen darüber Bescheid, was anliegt.

    Das funktioniert aber auch nur, wenn man in wenigen Jahrgängen eingesetzt ist. Ich bin derzeit in sieben Jahrgängen eingesetzt. Mit total unterschiedlichen Kollegen. Die Vorstellung, dann noch sieben Koordinationen einmal die Woche durchzuführen, ist für mich unrealistisch.

  • Eugenia : Deswegen hat Ilse2 ja darauf hingewiesen, dass sie an einer dreizügigen GS tätig ist, wo dies einfacher sei als an großen/größeren Schulen.

    Für mich passt diese Vorgehensweise auch nicht wirklich, denn ich habe vielfach gar keine "Parallelkolleg*innen", sondern bin die einzige Lehrkraft, die z. B. in meiner Berufsfachschulklasse (da gibt es nur eine in diesem Schwerpunkt) bestimmte Lernfelder und Englisch unterrichtet. Aber dort, wo wir parallel unterrichtende Lehrkräfte haben - bspw. im beruflichen Gymnasium in Englisch - bereiten wir unseren Unterricht auch gemeinsam vor. Allerdings machen wir das nicht wöchentlich, sondern vor Beginn des jeweiligen Schuljahrs.

    to bee or not to bee ;) - "Selbst denken erfordert ja auch etwas geistige Belichtung ..." (CDL)

  • Zur Eingangsfrage:

    Wenn ich krank bin bin ich krank. Nichts vertretungsmaterial und telefonische Absprache mit KuK. Dafür gibt es bei uns je Klassenstufe - Fach - Thema einen aufgabenpool aus dem jeder ziehen kann und den die Fachbereiche aktuell halten müssen.

    • Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist Anstifter des Unheils, sondern wer dazu nötigt. -Machiavelli-
    • Zwei Mächte gehen durch die Welt, Geist und Degen, aber der Geist ist der mächtigere. -Napoleon-
    • In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst! -Augustinus-
  • Bei uns nicht, wir haben ein Vertretungskonzept, dann weiß man direkt, was in den entsprechenden Stunden gemacht werden kann.

    Kannst du mal ein Beispiel bringen? Wie würde das bei uns laufen?


    Angenommen Klassenlehrerin in der 4b fehlt. Auf dem Stundenplan steht DE, Ma, En, Su, dann Doppelstunde Kunst in der 1a.

  • Nur so aus Interesse, was heißt denn konkret "neben der eigenen Klassen mitführen" bei euch?

    In der Regel bedeutet das, dass man alle fünf Minuten von einem ins andere Klassenzimmer geht (weil ständig jemand Blödsinn macht) und den Kindern was zu arbeiten gibt.
    Alternativ irgendwie beide Klassen in einem Klassenzimmer unterbringen und bespaßen.


    Beide Alternativen sind kein Spaß!

  • Ketfesem

    Es ist nicht nur ziemlich unlustig, sondern auch rechtlich problematisch (Aufsichtspflicht).In absoluten Ausnahmefällen kann man sich darauf einlassen (man kennt die Klasse, sie ist zuverlässig und die Râune liegen nahe beieinander). In allen anderen Fällen würde ich remonstrieren. Im Schadensfall klopft der Staatsanwalt dann am richtigen Büro an.

    An alle Deutschlehrer:
    Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie behalten. :doc:

  • Wenn ich krank bin, bin ich krank! Aus die Maus! Da wird außer die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung rein gar nichts geschickt. War füher so, ist jetzt so und wird auch immer so bleiben!8_o_)

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