Verletzende Inhalte Abizeitung

  • Ich war in einem Jahr mal gleichzeitig unter "Schwerste Klausuren" und "Leichteste Klausuren" im Ranking platziert.

    Die oben genannten Kategorien sind nicht schön. Dagegen unter der Überschrift "Verleumdung" vor zu gehen, halte ich für aussichtslos. SuS dürfen in Abizeitungen auch Meinungen über Lehrkräfte äußern und diese dürfen auch negativ sein, nur nicht objektiv beleidigend oder unwahre Tatsachenbehauptungen.

    Die unschöne Wahrheit ist, dass ich in vielen Fällen die negativen Platzierungen durchaus nachvollziehen kann. Es gibt Kollegen, die sich regelmäßig auf dem Weg in den Klassenraum verquatschen, darum ständig zu spät kommen und dann natürlich bei "Kommt ständig zu spät" platziert sind. Da finde ich die Platzierung völlig richtig und ich würde mir wünschen, dass so eine Rückmeldung bei den Betroffene auch mal zu einer kritischen Selbstreflexion führt, denn ich bin oft genug selber davon genervt, wenn die Klasse so einer Lehrkraft fünf Minuten nach Unterrichtsbeginn, immer noch lärmend im Flur steht.

    Es gibt aber auch Platzierungen, die ich überhaupt nicht nachvollziehen kann (auch schon bei mir), die hake ich dann aber auch schnell ab, weil ich weiß, wie diese Umfragen zu stände kommen und dass sie aus Gründen, die die betreffende Lehrkraft nicht beeinflussen kann, zu bestimmten Ergebnissen führen können. Schulleitung und Kollegium werden sich eine negative Meinung über jemanden ganz sicher nicht auf Basis der Abizeitung bilden. Manchmal wird diese aber dadurch bestätigt. Man kann so etwas also schon mal als Anlass nehmen, selbstkritisch darüber nach zu denken, was an der mit der Platzierung geäußerten Kritik dran ist. Man kann aber auch zu dem Ergebnis "Nix" kommen, dann sollte man die Sache abhaken.

  • selbstkritisch darüber nach zu denken, was an der mit der Platzierung geäußerten Kritik dran ist

    Ja, andererseits, wenn dann solche Dinge behauptet werden wie: "Hätte besser einen anderen Beruf ergriffen" oder "Weiß selbst nicht, was er/sie redet"... was soll man denn dazu noch sagen bzw. überlegen, ob da was dran ist?

  • Denk kurz darüber nach, ob du mit dem Beruf und den Fachinhalten glücklich bist, wenn ja abhaken und wenn nein, für dich selbst überlegen, was das für Konsequenzen hat.

    Ich hab Mal "bereitet sich nicht auf den Unterricht vor" bekommen, von meinem LK der mit 2,0 aus dem Zentralabitur gekommen ist. Hab dann mit den Schülern gesprochen und es ist weil ich oft ohne Tasche und Buch zu ihnen in den Unterricht gekommen bin. Valid Point, aber gelernt haben sie trotzdem was. Hab ich jetzt in Mathe häufiger Buch und Tasche dabei? Nein, die Schüler haben alle Bücher dabei und die Tasche ist mainly gefüllt für Geschichte und Politik und die Noten verwalte ich eh auf dem Tablet (das hab ich dabei). So what?

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • WARUM sollte dieser Punkt nicht genauso reflexionswürdig sein, wie das Zuspätkommen?

    Also, ernsthaft: Nur weil man es geschafft hat, ein Fachstudium und ein Referendariat abzuschließen, ist es definitiv keine Garantie für Eignung und fachliche Kompetenz... Da sollte man als Akademiker*in reflektiert genug sein, es zu wissen.

  • Ja, andererseits, wenn dann solche Dinge behauptet werden wie: "Hätte besser einen anderen Beruf ergriffen" oder "Weiß selbst nicht, was er/sie redet"... was soll man denn dazu noch sagen bzw. überlegen, ob da was dran ist?

    Wenn du ständig angefressen, überarbeitet und unzufrieden im Unterricht stehst, erweckst du damit den Eindruck, als wolltest du gar nicht da sein. Das kann man schon mal reflektieren und überlegen, ob ein Job, der dich so fertig macht der richtige für dich ist. Auch die andere Anmerkung kann man reflektieren. Drückst du dich überwiegend klar aus? Hast du eine Rückkopplung der Schüler, ob das, was du erzählst auch ankommt?

  • Überleg dir ob du dir den Schuh anziehen willst. Wenn er passt hast du die Möglichkeit was daran zu ändern.
    Wenn er nicht passt hast du die Option entweder gegen vorzugehen oder es abzuhaken.


    Wohl dem, der gelernt hat, zu ertragen, was er nicht ändern kann.

    Der Himmel ist nicht mein Limit, ich bin es.

  • Manchmal ist so ein Strafantrag etc. vielleicht das richtige Vorgehen (davor gibt es vielleicht noch andere und besser geeignete Mittel). Beachten sollte man beim Abwägen, ob sich das lohnt, auch den https://de.wikipedia.org/wiki/Streisand-Effekt .

    Falls die Schulleitung solche Missgriffe konsequent unterbinden möchte, gibt es ein probates Mittel, das auch in die Zukunft wirkt:
    Meist soll ja mit der Abizeitung die Abschlussfeier oder -fahrt finanziert werden.

    Bei derartigen Entgleisungen kann die SL von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Verkauf der Abizeitung auf dem Schulgelände untersagen. Das wirkt dann für einige Jahre nach. Dazu muss die SL jedoch ihre Fürsorgepflicht ernst nehmen.

    Status_Quo Dass hier einige Forenteilnehmer unterstellen, dass du selbst an den pubertären Ergüssen schuld wärst, halte ich für völlig daneben und unkollegial. In der Regel ist es so, dass einige wenige Schüler sich zusammensetzen und bei (mehr oder weniger) Alkohol etwas "Lustiges" aus dem Ärmel schütteln. Was dabei entsteht, ist ein subjektiver Erguss von Wenigen, die Mobbing spaßig finden. Das geht nicht gegen dich als Person - sondern gegen die Rolle "als Lehrer an sich".

    Meine Beiträge können Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. "Tippfehler" sind beabsichtigt und dienen dem reflektierten Umgang mit Rechtschreibung und Sprache durch die werte Leserschaft. Wer einen Rotstift besitzt, darf diesen behalten und anderweitig nutzen.
    «Wissen – das einzige Gut, das sich vermehrt, wenn man es teilt.» (Marie von Ebner-Eschenbach)

    Einmal editiert, zuletzt von Wolfgang Autenrieth (28. Juni 2026 20:07)

  • Ja, andererseits, wenn dann solche Dinge behauptet werden wie: "Hätte besser einen anderen Beruf ergriffen" oder "Weiß selbst nicht, was er/sie redet"... was soll man denn dazu noch sagen bzw. überlegen, ob da was dran ist?

    Regel Nr. 1: Erwarte im Schulsystem keine Dankbarkeit oder Anerkennung. Wenn sie dennoch kommen, freu Dich doppelt.

    Regel Nr. 2: Du bist gegenüber den SchülerInnen in einer Machtposition, die relativ unangreifbar ist - sowohl rechtlich als auch gefühlt seitens der SchülerInnen. Entsprechende, vorzugsweise anonyme Äußerungen sind eine Art Kompensation der als solche empfundenen Machtlosigkeit der SchülerInnen. Dies soll kurzfristig in Allmacht bzw. in das Gefühl der Genugtuung umgewandelt werden.

    Regel Nr. 3: Was Du bis jetzt diesbezüglich erfahren hast, ist Teil dessen, was ich als "das Spiel" bezeichne. Lerne die Regeln kennen und bewege Dich entsprechend auf diesem Spielfeld und achte auf sämtliche mitspielenden Parteien. Du darfst vor diesem Hintergrund nicht jeden Scheiß, den die SchülerInnen von sich geben, auf Dich beziehen.

    Gruß
    #TheRealBolzbold

    Ceterum censeo factionem AfD non esse eligendam.

  • Falls die Schulleitung solche Missgriffe konsequent unterbinden möchte, gibt es ein probates Mittel, das auch in die Zukunft wirkt:
    Meist soll ja mit der Abizeitung die Abschlussfeier oder -fahrt finanziert werden.

    Bei derartigen Entgleisungen kann die SL von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und den Verkauf der Abizeitung auf dem Schulgelände untersagen. Das wirkt dann für einige Jahre nach. Dazu muss die SL jedoch ihre Fürsorgepflicht ernst nehmen.

    Status_Quo Dass hier einige Forenteilnehmer unterstellen, dass du selbst an den pubertären Ergüssen schuld wärst, halte ich für völlig daneben und unkollegial. In der Regel ist es so, dass einige wenige Schüler sich zusammensetzen und bei (mehr oder weniger) Alkohol etwas "Lustiges" aus dem Ärmel schütteln. Was dabei entsteht, ist ein subjektiver Erguss von Wenigen, die Mobbing spaßig finden. Das geht nicht gegen dich als Person - sondern gegen die Rolle "als Lehrer an sich".

    Die Abizeitung gibt es bei uns erst zum Abiball, also der letzten Veranstaltung an der Schule. Die finanziert nichts mehr.

    Und bei kaufen sie fast nur Abiturienten, die Lehrer kann man an einer Hand zählen (ich kaufe sie auch nicht), sonstige noch weniger.

    Meine Beiträge werden auf einer winzigen Tastatur eines Smartphones mit Autokorrektur geschrieben. Bitte entschuldigt Tippfehler. :mad:

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