Habt ihr gerne eine Klassenleitung?

  • Habt ihr gerne eine Klassenleitung? 53

    1. Ja (31) 58%
    2. Nein (10) 19%
    3. Kommt drauf an, was für eine (12) 23%

    Die Idee kommt aus einem anderen Thread.


    Ich hatte in meinem bisherigen Lehrerdasein immer eine eigene Klasse. Nur in der Planung zum kommenden Schuljahr war erst fraglich, ob ich eine bekomme oder nicht. Da habe ich mir so meine Gedanken gemacht, wie ich das finden sollte.


    Grundsätzlich finde ich es ja nett, so eine Art zu Hause in meiner Schule zu haben. Eine feste Gruppe von SuS, die ich gut kenne und zu denen ich dadurch einen besonderen Draht habe, und ein eigener Klassenraum, den ich so gestalten kann, wie ich will und in dem mein Sofa Platz hat. Da lege ich v.C. mich gerne in meiner Mittagspause hin (einmal in der Woche habe ich Nachmittagsunterricht).
    Dann sind die Fächer, in denen ich eingesetzt werde, recht klar und es gibt nur wenige Überraschungen. Als reiner Fachlehrer besteht schon die Gefahr, in vielen Klassen rumgereicht zu werden. Hörgeschädigtenkunde unterrichte ich derzeit einstündig in mehreren Klassen und muss auch zu entsprechend vielen Klakons. Das nervt und würde ohne eigene Klasse vermutlich nur mehr werden.


    Auf der anderen Seite steht natürlich die Verantwortung für eine eigene Klasse und was damit an Arbeit zusammenhängt: Zeugnisse, Akte führen (z.B. Förderpläne), allg. Orga und die Elternarbeit.


    Was ist eure Meinung?

  • Bei uns hat eigentlich jeder eine Klassenleitung. Bei Vollzeit sogar normalerweise zwei. Vorteile bringt das nicht, nur sehr Arbeit mit der Verwaltung. Man hat auch nicht zwingend mehr Stunden in seiner Klassleitungs Klasse. Letztes Schuljahr hatte ich in der einen Klasse gerade mal die einstündigen Fächer Deutsch und Sozialkunde. Das war dann nicht ganz so einfach mit der Verwaltung.


    In der Berufsschule baut man zu den Klassen aber auch nicht so ein riesen Verhältnis auf, die Schüler sind ja auch seltener in der Schule.

    Sei konsequent, dabei kein Arsch und bleib authentisch. (DpB):aufgepasst:

  • Nein, grundsätzlich nicht. Sie gehört zum Beruf, völlig klar (und auch bei uns hat man normalerweise erst einmal 2-3 Jahre hintereinander eine Klassleitung, bevor man die Chance hat, ein Jahr lang ohne davon zu kommen - Personalrat schaut ein wenig drauf). Je nach Klasse kann es ganz schön sein, aber grundsätzlich bedeutet eine Klassleitung bei uns eine riesige Menge mehr an Arbeit.

  • Ich bin für gewöhnlich Klassenlehrerin in einem einjährigen Vollzeitbildungsgang an der Berufsbildenden Schule.


    Klassenleitung bei uns bedeutet hauptsächlich Fehlzeitenverwaltung. :uebel:


    Eine Bindung zu den Schülern aufzubauen ist schwer. Kaum sind die Schüler da, sind sie auch schon wieder weg.


    Ich könnte somit grundsätzlich an unserer Schule auf eine Klassenleitung verzichten.

  • Das "Klassenleitung haben" vermisse ich am Schulleiter-Dasein am meisten.


    kl. gr. frosch


    Edit: Ich habe das eben komisch geschrieben. Es sollte eigentlich heißen "Das 'Klassenleitung haben' ... ". ich hoffe, dass hat auch jeder so verstanden. ;)

    Man sollte darauf achten, seinen Kindern den richtigen Glauben zu vermitteln. ... Den an sich selbst.
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    "Angst ist ein unfähiger Lehrer." Jean-Luc Picard

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  • Bei mir kommt es beim Thema "Klassenleitung" drauf an wie viele Stunden ich in der Klasse eingesetzt bin. Klassenleitung mit nur 1-2 Wochenstunden ist für mich ein No Go. Da bleibt nämlich nach der Verwaltungstätigkeit der ganzen Fehlzeiten, Beurlaubungsanträge etc. praktisch keine Zeit für Unterricht mehr übrig. Außerdem hat man die ganze Arbeit für Sonderaktionen (Klassenfahrt, Praktika, ...) aber die Ermäßigung, dadurch, daß die Klasse dann nicht da ist, streichen andere ein.

  • Ich hatte bisher immer eine Klassenleitung. Ich habe schon zweimal von Klasse 5 bis 10 eine Gruppe durch. Mittlerweile bin ich im dritten Durchgang wieder bei Klasse 7 (angefangen als diese in der 5 waren). Nur während der Elternzeit hatte ich keine :) .
    Manchmal wünsche ich mir auch mal ein Jahr ohne. Ein Jahr mal nicht den Verwaltungskram zu haben.


    Zum Glück haben bei uns auch Kollegen (wegen der Gerechtigkeit ), die kein Hauptfach haben, eine Klassenleitung.
    Nervig finde ich es, wenn ich in meiner Klasse nur wenige Stunden habe, z.B. nur die vier Stunden Mathematik. Da ist es immer schwierig mit der Beziehung zwischen mir und den Schülern.

    “Prejudice is a great time saver. You can form opinions without having to get the facts.”E.B. White

  • ich hatte noch keine und es sieht leider nicht danach aus, dass ich in den nächsten Jahren in den "Genuss" komme (da meine zur Zeit benötigten Sek-I-Fächer nur als Kurzfach oder klassenübergreifend unterrichtet werden).
    Ich vermisse das. Dieser Beziehungsaspekt war einer der wesentlichen Gründe für meine Berufswahl und ich vermisse ihn oft. Ich habe gerade einen Jahrgang verabschiedet, wo ich vor Jahren Co-Klassenleitung war, weil ich mehr Stunden als der Klassenlehrer in der Klasse hatte. Das finde ich besonders schön, wenn ich durch mehrere Fächer die Kinder ganz anders kennenlernen darf...


    chili

  • Ich habe keine, hatte bisher keine und werde voraussichtlich auch keine bekommen... theoretisch ginge es zwar, ich habe a auch eine Englisch-Fakultas... nur... wird die hier nicht benötigt, bzw braucht die Schule mich für meine anderen Fächer, in Englisch gibts genug andere Kollegen.


    So bin ich eben Fachlehrerin, habe meist Kurse (Oberstufe) und ab und an Klassen (Mittelstufe). Meine bisher "Kleinsten" Klassen waren immer mal wieder 7er in Kunst. Ich bin nicht böse drum... ja, ich habe viele verschiedene SuS. Und ich sehe sie eben weniger oft als Hauptfach-Lehrer. Wirklich stören tut mich das allerdings nicht. Erstens sinnd meine Kurse idR zumindest etwas kleiner als eine "Klasse" derzeit ist, und zweitens sind meine Fächer zumindest ab einem gewissen Jahrgang Wahlfächer - ich habe also idR etwas "motiviertere" SuS als Kollegen die "Pflichtfächer" geben, zumindest entnehme ich das diversen Berichten.


    Insofern... wie soll ich da abstimmen? Geht nicht.

    Der Zyniker ist ein Schuft, dessen mangelhafte Wahrnehmung ihn Dinge sehen lässt wie sie sind, nicht wie sie sein sollten. (Ambrose Bierce)
    Die Grundlage des Glücks ist die Freiheit, die Grundlage der Freiheit aber ist der Mut. (Perikles)
    Wer mit beiden Füßen immer felsenfest auf dem Boden der Tatsachen steht, kommt keinen Schritt weiter. (Miss Jones)
    Wenn der Klügere immer nachgibt, haben die Dummen das Sagen - das Schlamassel nennt sich dann Politik (auch Miss Jones)

  • Ich habe im kommenden Schuljahr zum ersten Mal eine, in einer einjährigen Vollzeitklasse. Die Vollzeitklassen haben bei uns viele Mathestunden, so dass ich die Klasse dreimal in der Woche sehen werde. Elternarbeit fällt weg, Noten werden zentral verwaltet, Schülerakten gibt es in dieser Form bei uns nicht – aber administrativer Aufwand ist es trotzdem noch genug (Anmerkung: Ich bekomme eine Kompensationsstunde dafür). Ich bin aber sehr gespannt und freue mich darauf!

  • Ich habe nach 6 Jahren meine Klasse abgegeben und würde mich freuen, wenn ich ein Jahr mal mit der KL aussetzen könnte.
    Als Gym- Lehrer bist du zwar nicht so sehr in der Klasse eingesetzt wie an einer GS oder an der Mittelschule,
    aber dennoch fielen durch die KL die ganzen Jahre sehr viele Zusatzarbeiten an.
    Ich muss allerdings dazu sagen, dass bei uns jeder KL eine -ZusatzStunde angerechnet bekommt. Dennoch nimmt der Verwaltungskram einen großen Batzen zeit ein;
    allein wenn ich das Einsammeln der Zeugnisse denke oder die Verwaltung der Entschuldigungsschreiben *nerv*, von den jährlichen Lernentwicklungsgesprächen ganz zu schweigen....


    Sollte ich tatsächlich im kommenden Schuljahr einmal mit der KL aussetzen, würde ich im nächsten Schuljahr gerne wieder eine KL übernehmen. Jahrgang egal. :top:
    edit: Fast egal.

  • Ich kann beidem etwas abgewinnen, ob Fachlehrer oder Klassenlehrer. Es ist zwar schön einen eigenen Raum zu haben und die sus besser kennenzulernen, allerdings kann v.a. die Fehlzeitenverwaltung und das Hinterherrennen nach Unterschriften oder Geldern kann schon sehr nerven. Als Fachlehrer hat man das natürlich eher weniger, dafür hatte ich schon die Situation, 14 verschiedene Klassen zu haben, von denen manche nur zweiwöchentlich da waren und manche nur ein Schulhalbjahr. Da kam es dann schonmal vor, dass man zu Namen am Ende des Halbjahres kein Gesicht vor Augen hatte :angst: Allerdings fand ich die häufigen Wechsel manchmal auch sehr angenehm, gerade zu Zeiten, zu denen häufig die Luft raus ist. (Kurz vor den Ferien zB) Da war ich froh, dass ich die müden Meuten jeweils nur einmal sehen musste und mit jeder Klasse eine schöne Abschlussaktivität machen konnte. Wenn man nach Notenschluss noch eine ganze Woche hauptsächlich mit der selben Klasse herumkriegen muss, kann das schon recht zäh sein teilweise. Und wenn eine Klasse mal nervig ist, dann freut man sich umso mehr auf die anderen ;)

  • Hatte schon beides. Ich will keine, habe aber wieder eine bekommen. Fachlehrer ist entspannter, da kommen nicht alle Lehrer, die in der Klasse unterrichten auf dich zu mit ihren Bescherden, das Sekretariat oder die Sozialarbeiter klauen dir nicht die Pausen, man hat nicht die ganze Elternarbeit, keine Zeugnisse und keine Verwaltung und Organisation von Projekten oder Wandertagen / Klassenfahrten. Bei uns haben nur die keine Klassenleitung, die so viel Bockmist treiben, dass die Schulleitung ihnen keine geben will. Vielleicht sollte ich damit auch mal anfangen...

  • Bei uns haben nur die keine Klassenleitung, die so viel Bockmist treiben, dass die Schulleitung ihnen keine geben will. Vielleicht sollte ich damit auch mal anfangen...

    Wie immer im Lehrerberuf ists so ein denkbar dämliches System. Diejenigen, die das gut gebacken kriegen werden mit Zusatzarbeit bestraft, diejenigen, die Mist bauen haben weniger Arbeit (bei gleicher Bezahlung!).
    Bei uns gibt es nicht einmal eine Entlastungsstunde, bei uns kann man (und das passiert oft) einen Profilkurs und eine Klassenleitung haben und dafür nicht eine Entlastungsstunde sehen.
    Normalerweise würde ich das im Mindesten erwarten.
    Oder einfach eine Bonuszahlung für die Übernahme solche Zusatzfunktionen. Stattdessen wird das alles vorausgesetzt. Das Zauberwort (bzw. der Fluch) Dienstpflicht regelt das alles zum Nulltarif.
    Naja, aber wenn das System so ist, dann sollte man wirklich überlegen Bockmist zu treiben. Da kann einem ja auch keiner einen Vorwurf machen, wenn das System so ist, dann ist es gewollt oder zumindest toleriert.

  • Als Lehrer an einer Förderschule: klares Ja!
    Ich bin einfach gerne der Chef im Ring - als Klassenleiter zählen meine Ansagen drölfmal so viel, wie der meiner Kollegen, die zum Auffüllen in meiner Klasse sind. Und auch wenn ich im vergangenen Jahr gerade mal 14 Stunden in meiner eigenen Klasse war, hatte ich bei Schülern einen ganz anderen Stand. Die Nachteile wie dreiseitige Zeugnisse schreiben, Gutachten, Fehlzeiten, Elternarbeit, Kontakt mit allerlei dreibuchstabig abgekürzten Organisationen, etc. werden durch das geschmeidigere Arbeiten meiner Meinung nach aufgewogen.


    Viele Grüße
    Holger

  • In der Grundschule sind die meisten der Kollegen Klassenlehrer. Die Aufgaben sind umfassend, besonders wenn man Inklusion und Integration "betreibt." Ermäßigungsstunden gibt es dafür überhaupt nicht, sondern A 12 für 28 Wochenstunden, 14tägige Konferenzen, wöchentliche Teamsitzungen, runde Tischgespräche, Schreiben von Förderplänen, sehr viel Elternarbeit, schriftliche Zeugnisberichte, Schülerbeobachtungen, differenzierten Unterricht, zeitweise "Familienhelfer" sein,...100 min Aufsicht pro Woche (kleine Schule und 5 Aufsichten pro Tag, 3mal Bus und 2mal Pause), usw.... die Zeit, die man mit trösten und Pflaster aufkleben verbringt und nicht mal in der Pause aufs Klo kommt....


    Aber, ich würde es wieder werden.

  • Eine Klassenleitung bringt jede Menge Arbeit mit sich - ohne Frage. Ich bin trotz halber Stelle aber unglaublich froh, mein "Zuhause" in meiner Klasse zu haben. Da habe ich den Großteil meiner Stunden und meine Schülerklientel "lebt" von Beziehungsarbeit. Da ist das eigentliche Unterrichten in der eigenen Klasse sooooooooo viel einfacher und angenehmer als wenn man überall mit ein paar Stunden drin ist.

  • Als Fachlehrer hat man das natürlich eher weniger, dafür hatte ich schon die Situation, 14 verschiedene Klassen zu haben, von denen manche nur zweiwöchentlich da waren und manche nur ein Schulhalbjahr.

    Freu dich. Ich habe im nächsten Jahr 16 Klassen und bin in zwei davon Klassenlehrer. Wie viele Stunden ich in jeder Klasse habe, kann man sich bei der Anzahl an Klassen ja ausrechnen.
    --> Name lerne ich eh nicht mehr, das ist total sinnlos. Wenn man die Schüler eh nur alle 2 Wochen sieht laut Plan, reicht ein Feiertag und/oder ein Krankheitstag und man sieht die Schüler einen ganzen Monat oder gar 2 Monate nicht.

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