so nun noch mein Senf:
so familienfreundlich wie unser Job angeblich sein soll, empfinde ich ihn nicht. Das wird mir auch immer wieder von einem nahem Angehörigen, der Betriebsrat "in der freien Wirtschaft" ist, bestätigt.
Ein Punkt: für mein 35% Debutat musste ich einen Vollzeit Kitaplatz vorweisen (den ich für mein U3 Kind natürlich NICHT bekomen hatte in Ba-Wü), damit der Stundenplan realisierbar war. Es war ein großes Problem, das ich dann mit Minusstunden und Klassen abgeben lösen konnte (und da kommt vll doch wieder die Vereinbarkeit von Job und Familie ins Spiel...?). Es hat unsere Familie jedenfalls wahnsinnig unter Druck gesetzt, eine Ansage zu bekommen, dass den Stundenplanwünschen nicht nachgekommen werden kann. Mein Kind wurde 6h pro Tag betreut. Man sollte doch meinen, 8 oder 9 Untterrichtsstunden während dieses 30h Zeitkorridors pro Woche unter zu bekommen. Als kinderlose Berufseinsteigerin hatte ich überhaupt keine Wünsche an den Stundenplan. In der Situation mit kleinem Kind bekam ich aber die volle Breitseite ab.
Punkt2: Natürlich die Elternabende, lange Elternsprechtage und lange Konferenzen und Dienstbesprechungen. Wird von meiner Familie von langer Hand geplant (dann ist es nur das persönliche Pech, wenn das Kind abends halt nur mit Mutti einschläft). Was mich dieses Jahr massiv gestört hat, ist die kurzfristige Verlegung dieser Termine, sodass alle Planung umsonst war.
Pro: Was wirklich für die Vereinbarkeit von Job und Familie im Lehramt spricht, sind parallele Schulferien zu Kitaferien. Das liegt dann an der eigenen Organisation,in den Kitaferien wirklich wenig oder nichts arbeiten zu müssen. Ist manchmal machbar für mich.
Pro: Die Verbeamtung ist natürlich auch ein Segen. Ich muss nicht wegen des Jobs ungewollt umziehen, mir wieder ein Netzwerk aufbauen, Gott sei dank nicht mehr unfreiwillig auf Wohnungssuche gehen etc...
Vom Ref will ich gar nicht erst anfangen... ich hatte da mit meinen Naturwissenschaften lange Seminartage von 8-20 Uhr Anwesenheitspflicht plus natürlich Anfahrt. Ich bin froh, damals kinderlos gewesen zu sein. Das hätte ich nicht geschafft, selbst mit Familie nicht. Teilzeit hin oder her.
Eine naturwissenschafltiche Promotion hätte ich mir mit Kind allerdings auch nicht vorstellen können. Ein unversitäres NaWi Studium als Frau schreit förmlich nach Spätgebärenden. Von dem her bin ich ganz froh, jetzt fertige Lehrerin und Mutter zu sein.
Fazit: Vereinbarkeit von Familie und Beruf so mittelmäßig. Schlechter geht natürlich immer.